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Veröffentlicht am 10.06.2025

Die Biker sind los in Brunngries

Prost, auf den Doktor
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Was haben ein Motorradtreffen, ein toter Arzt und eine heißblütige Dackeldame gemeinsam? Richtig – Es sind alles Zutaten für einen weiteren erfolgreichen Krimi im malerischen Brunngries.

Im inzwischen ...

Was haben ein Motorradtreffen, ein toter Arzt und eine heißblütige Dackeldame gemeinsam? Richtig – Es sind alles Zutaten für einen weiteren erfolgreichen Krimi im malerischen Brunngries.

Im inzwischen 11. Fall für das erfolgreiche Ermittlerduo Tischler und Fink, gilt es das Rätsel um den toten Dr. Sebastian Burgegger zu lösen. Eigentlich wollte sich der ortsansässige Herr Doktor mit seinen Biker-Kollegen auf eine entspannte Tour durch den Chiemgau begeben, doch der Trip endet für ihn bereits nach der ersten Nacht mit durchtrennter Kehle in einem Gästebett des KRAUSE. Wie er da gelandet ist und wer es auf ihn abgesehen hatte, müssen nun die kompetenten Kollegen der Brunngrieser Dienststelle ans Licht bringen. Leichter gesagt als getan, denn der werte Dr. Burgegger hat sich über die Jahre so einige Feinde gemacht.

Autor Friedrich Kalpenstein ist es abermals gelungen, einen wunderbar humorvollen, interessanten und mitreißenden Kriminalfall auf die Beine zu stellen, der alles mitbringt, was man sich von einem Ausflug nach Brunngries erhofft. Ich finde es jedes Mal aufs neue interessant zu erfahren, wohin die Reise mit den alteingesessenen Figuren geht, sei es im Polizeidienststellenalltag mit der guten Luise, oder mit den vielfältig veranlagten Unternehmerinnen Thereza und Nori, die ihr Business-Portfolio ständig erweitern. Gleichzeitig muss sich der Dorfalltag natürlich mit den Mordermittlungen die Waage halten. Auch das ist hier definitiv gelungen. Ich konnte von Anfang an prima miträtseln und der Fall schreitet in einem gemächlichen, aber dennoch guten Tempo voran. Es kommen regelmäßig neue Hinweise oder Spuren hinzu, die den Leser bei Laune halten, ohne zu viel über die Tat preiszugeben. Dieses Mal war es richtig schwer sich Mord, Motiv und Täter zusammenzureimen.

Tischler bleibt wie immer eine Marke, mit Ecken und Kanten, aber schneidig und auf Zack wie eh und je – da würde ihm bestimmt auch seine alte Motorradkluft zustimmen. Ich bin jedes Mal gerne dabei, wenn er und Fink zusammen ermitteln.

Alles in allem ein unterhaltsamer Krimi mit Lokalkolorit und einer menge Charme und Witz. Definitiv die Empfehlung wert!

Veröffentlicht am 07.04.2025

Ehrlich, lustig und absolut stark erzählt!

»Mama, bitte lern Deutsch«
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"Mama, bitte lern Deutsch" von Tahsim Durgun hat bei mir einen tiefen Eindruck hinterlassen – ein Hörbuch, das lange nachklingt. Tahsim erzählt mit großer Offenheit und sprachlicher Feinfühligkeit von ...

"Mama, bitte lern Deutsch" von Tahsim Durgun hat bei mir einen tiefen Eindruck hinterlassen – ein Hörbuch, das lange nachklingt. Tahsim erzählt mit großer Offenheit und sprachlicher Feinfühligkeit von seinem Aufwachsen zwischen zwei Kulturen und von der Liebe zu seiner Mutter, die sich wie ein roter Faden durch die Geschichte zieht. Dabei scheut er nicht davor zurück unschöne Wahrheiten auszusprechen und auch sich selbst einen Spiegel vorzuhalten. Es ist ein ungefilterter Blick auf Ausgrenzung, Missverständnisse und Herablassung, die zum festen Bestandteil der Erfahrungen geworden sind, die migrantische Familien in diesem – unserem – Deutschland machen und gleichzeitig ein starker Appell an die Gesellschaft nach Verständnis, Respekt und Versöhnung.
Dabei hat mich besonders beeindruckt, dass Tahsim uns nicht nur an seiner persönlichen Familiengeschichte teilhaben lässt, sondern auch ein Stück Zeitgeschichte eingefangen hat, das vielen, insbesondere jungen Menschen mit Migrationshintergrund aus der Seele sprechen dürfte. Seinen Erfahrungen zu lauschen war beinahe wie ein Echo meiner eigenen Kindheit zu hören.
Die Liebe zu seiner Mutter und die Liebe zur deutschen Sprache sind dabei ein allumfassendes Thema, das auf jeder Seite, in jedem Satz zum Ausdruck kommt. Er spricht über Sprachbarrieren, über Scham und Stolz, über Erwartungen und Enttäuschungen und schafft es dabei, mit einer beeindruckenden Offenheit zu erzählen, ohne jemals anzuklagen. Stattdessen lädt er zum Zuhören ein, zum Mitfühlen und zum Nachdenken über unsere Gesellschaft und die Rolle von Sprache, Herkunft und Identität.
Bei aller Ernsthaftigkeit bleibt aber auch reichlich Raum fürs Lachen. Wer Tahsim von Social Media kennt, wird auch mit seinem trockenen und messerscharfen Humor vertraut sein und kann sich insofern auf rund 200 Seiten oder 5 wunderbare Hörstunden davon freuen. Seine Stimme und Erzählweise machen das Hörbuch zu einem besonderen Vergnügen.
Unbedingte Hörempfehlung – ehrlich, lustig und absolut stark erzählt!

Veröffentlicht am 24.11.2024

Vom Jäger zum Gejagten

The Killer Profile
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The Killer Profile war mein erstes Buch von Autorin Helen Fields und wird hoffentlich nicht das letzte sein. Es überzeugt mit einem fesselnden Plot, interessanten Charakteren, intensivem Nervenkitzel und ...

The Killer Profile war mein erstes Buch von Autorin Helen Fields und wird hoffentlich nicht das letzte sein. Es überzeugt mit einem fesselnden Plot, interessanten Charakteren, intensivem Nervenkitzel und menschlichen Abgründen. Nach einem schockierenden ersten Kapitel brauchte die Geschichte ein wenig um anzulaufen, zieht dann allerdings das Tempo mit der Zeit ordentlich an und wurde spätestens ab der Hälfte zum richtigen Page-Turner. Im Zentrum der Erzählung steht die Datenanalystin Midnight Jones, die bei der Auswertung eines Bewerberprofils für ihren Arbeitgeber Necto auf eine Anomalie stößt. Die Ergebnisse des Bewerbers werden als Profil K klassifiziert. K wie Killer. Alarmiert wendet sich Midnight an ihre Vorgesetzten, doch bei Necto will keiner etwas von dem Gefahrenpotential hören. Doch als Midnights Nachbarschaft von einem entsetzlichen Verbrechen erschüttert wird und sie eine mögliche Verbindung zum Profil K Bewerber erkennt, wird ihr Gewissenskonflikt immer stärker. Wegen ihrer intensiv-pflegebedürftigen Schwester darf sie unter keinen Umständen ihren Job verlieren, aber sie kann nicht zulassen, dass noch eine weitere Frau ein derart grausames Schicksal erleidet. Das richtige zu tun könnte sie alles kosten, aber was hat sie für eine Wahl? Dabei weiß sie noch gar nicht, dass für sie noch viel mehr auf dem Spiel steht, als ihr Job. Der Unbekannte Bewerber entwickelt nämlich ein steigendes Interesse an der Datenanalystin, die für die Auswertung seines Tests verantwortlich war.
Der Thriller ist inhaltlich wirklich gut aufgebaut, hat einen tollen Spannungsbogen und lässt einen die ganze Bandbreite an Emotionen spüren. Das Buch startet direkt mit einem Mord, welchen der Leser aus Sicht des Opfers erlebt und es war unglaublich eindrucksvoll. Angst, Panik, Trauer, Überlebenswille und Liebe bilden einen höchst potenten Cocktail, der mir emotional einiges abverlangt hat. Neben diesen äußerst brutalen Momenten gibt es aber auch Szenen der Sanftheit, Zuneigung und Freundschaft, die ich in der Form und in dem Buch nicht erwartet, aber dafür sehr zu schätzen gewusst habe. Die Autorin hat die Perspektivwechsel zwischen den verschiedenen Charakteren, u.a. Midnight und der Bewerber, hervorragend genutzt, um der Geschichte Spannung zu verleihen und die Nuancen der Charaktere herauszuarbeiten. Für einen Thriller sind die Figuren meiner Meinung nach auch sehr glaubhaft ausgearbeitet. Dawn und Doris zum Beispiel sind mir sehr schnell ans Herz gewachsen.
Mein Fazit fällt insgesamt sehr positiv aus und ich kann sagen, dass The Killer Profile in den Top 3 der Thriller rangiert, die ich dieses Jahr gelesen habe. Definitiv zu empfehlen!

Veröffentlicht am 15.11.2024

Tolle Unterhaltung!

Tage einer Hexe
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Tage einer Hexe von Autorin Genoveva Dimova hat mich absolut verzaubert. Nicht nur ist das Buch mit seinem wunderschönen Cover-Design und dem dazu passenden Farbschnitt ein absoluter Hingucker, es ist ...

Tage einer Hexe von Autorin Genoveva Dimova hat mich absolut verzaubert. Nicht nur ist das Buch mit seinem wunderschönen Cover-Design und dem dazu passenden Farbschnitt ein absoluter Hingucker, es ist auch inhaltlich ein richtiges Überraschungspaket mit spannender Handlung, interessanten Figuren, faszinierenden Monstern und einer dichten Atmosphäre. Ich habe ein wenig gebraucht um in die Welt und Kosaras Geschichte einzutauchen, aber noch bevor ich wusste wie mir geschieht, hat mich das Buch von Seite zu Seite mehr in seinen Bann gezogen. Irgendwann konnte ich es gar nicht mehr aus der Hand legen. Als ich erstmals den Klappentext gelesen habe war ich sehr gespannt auf die Geschichte, habe allerdings nicht erwartet, dass sie mich am Ende doch so begeistern würde.
Wie schon erwähnt treffen wir auf die junge Hexe Kosara, die sich in der Neujahrsnacht gegen den kommenden Sturm von Ungeheuern wappnet, denn mit dem Mitternachtsleuten wird in Chernograd niemand mehr sicher sein. Die schmutzigen Tage, so werden sie genannt. Jene zwölf Tage des Jahres in denen die Grenze zwischen den Welten verblasst und allerhand wundersame Monster die Stadt heimsuchen. Normalerweise kein allzu großer Grund zur Beunruhigung, schließlich weiß Kosara sich zu helfen, doch eine heimtückische Intrige führt dazu, dass sie ihren Hexenschatten verliert - und damit all ihre magischen Fähigkeiten. Um zu überleben muss sie ihren Schatten zurück bekommen, aber sie hat einen mächtigen Gegner und nur wenig Zeit. Ob es ihr gelingt und welche Hindernisse ihr dabei begegnen ist auf rund 450 spannenden Seiten zu lesen.
Kosara ist eine interessante, eigensinnige und auch mit einigen Fehlern behaftete Protagonistin, die ich ungemein gerne begleitet habe. Ich würde nicht behaupten, dass sie durch die Bank sympathisch ist, aber das hat es auch nicht gebraucht um sie ins Herz zu schließen. Sie ist clever, witzig und auch ein wenig selbst-ironisch, aber darunter stecken tiefe Emotionen und Unsicherheiten, die sie sehr nahbar machen.
Es gibt zudem einige spannende Nebenfiguren, die der Geschichte die richtige Würze verliehen haben. Sei es der Zmey, der nicht ohne Grund das furchterregendste Monster von allen ist, Asen, der seine eigenen Dämonen zu bekämpfen hat, eine Pfeiferauchende Monsterjägerin oder die Schar Hausgeister, alle haben dazu beigetragen die Handlung und Atmosphäre der Geschichte toll auszugestalten. Während ich zu erstem nicht viel verraten möchte, will ich letzteres unbedingt gesondert hervorheben. Die Autorin hat eine wundervoll düstere, vielfältige und aufregende Welt erschaffen und mit den ersten Seiten eine Atmosphäre kreiert, die sie durchs ganze Buch zieht und ganz nebenbei hervorragend in die dunkle Jahreszeit passt. Die slavische Mythologie wird eher selten als Grundstoff für Fantasyromane genutzt und es war einfach toll mal Fantasyelementen ausgesetzt zu sein, die abseits der Norm liegen. Allein schon wegen der Vielzahl von spannenden Fabelwesen lohnt sich ein Abstecher nach Chernograd.
Alles in allem war Tage einer Hexe ein wunderbares und aufregendes Leseerlebnis und ich kann es jetzt schon kaum erwarten den zweiten Teil in die Finger zu bekommen.

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Veröffentlicht am 11.10.2024

Kalpenstein in Top-Form!

Prost, auf Brunngries
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Brunngries hat schon die ein oder andere Mordermittlung miterlebt, doch bei keiner stand bisher so viel auf dem Spiel, wie bei Tischlers zehntem Fall. Nach einer feucht-fröhlichen Beförderungsfeier im ...

Brunngries hat schon die ein oder andere Mordermittlung miterlebt, doch bei keiner stand bisher so viel auf dem Spiel, wie bei Tischlers zehntem Fall. Nach einer feucht-fröhlichen Beförderungsfeier im KRAUSE mit all unseren Lieblingsvertretern der Brunngrieser Polizeidienststelle wartet am nächsten Morgen das böse Erwachen. Ein Radfahrer findet kurz vor dem Ortseingang die übel zugerichtete Leiche von Katja Brendel. Die Spuren am Tatort zeichnen ein unmissverständliches Bild: Die junge Frau wurde ganz gezielt von einem Auto überfahren. Allerdings, so stellt sich bald heraus, war die Mordwaffe nicht irgendein Auto. Katja wurde ohne jeden Zweifel mit Tischlers eigenem, heißgeliebten Jaguar getötet. Und da er und das Opfer eine gemeinsame Vergangenheit haben, muss Tischler erstmals in seiner Karriere lernen, was es heißt, unter Mordverdacht zu stehen.
Die Reihe rund um Kommissar Tischler ist für mich inzwischen ein Garant für gute Unterhaltung und mit diesem Jubiläumsteil, hat Autor Friedrich Kalpenstein definitiv noch einen draufgesetzt. „Prost, auf Brunngries“ war ein großer Spaß! Der Fall gestaltet sich von Anfang an als verzwickt, es gibt jede Menge Hinweise, noch mehr Verdächtige und damit viel Potential zum Miträtseln. Besonders spannend fand ich, dass die Ermittlungen dieses Mal eine etwas andere Dynamik hatten, dadurch dass Tischler als Verdächtiger natürlich nicht selbst im Fall tätig werden darf. Während also unser lieber Herr Hauptkommissar im privaten nach Hinweisen sucht (denn selbstverständlich hält er nicht brav die Füße still), können die Leser aus erster Reihe miterleben, wie sich der frisch gebackene Polizeihauptmann Fink so als Chefermittler schlägt. Tempo und Aufbau des Falls waren sehr gut ausgearbeitet, dabei kamen aber auch die kleinen, herzlichen Alltagsmomente in Brunngries nicht zu kurz. Von Begegnungen mit liebgewonnenen Charakteren der Reihe, hin zu kleinen oder größeren persönlichen Stolpersteinen war alles dabei. Selbst das ein oder andere neue Gesicht gibt es zum Kennenlernen. Natürlich lässt sich das Buch auch eigenständig ganz gut lesen, aber wer die Reihe schon seit einer Weile oder von Anfang an verfolgt, so wie ich, wird bestimmt zu schätzen wissen, wie viele, kleine nostalgische und emotionale Momente der Autor für uns darin versteckt hat. Es ist spürbar wie viele Gedanken und Mühe in die Planung dieses Teils hineingeflossen sein müssen.
Schließlich steht „Prost, auf Brunngries“ seinen Vorgängern auch in Sachen Humor in nichts nach. Es gab so viele Momente, die mich zum Schmunzeln oder richtig zum Lachen gebracht haben und besonders bei den Dialogen hat sich der Autor in Top-Form gezeigt. Die Kabbeleien zwischen Tischler und Fink waren einfach köstlich. Ich muss immer noch regelmäßig grinsen, wenn mir manche Szenen in den Sinn kommen.
Unterm Strich bringt das Buch alles mit, was ich mir von einem gemütlichen Regionalkrimi wünsche, und bedient darüber hinaus alle Punkte, die ich als Fan so an dieser Reihe schätze. Und das tut es sehr großzügig: Ein spannender Fall, eine tolle Atmosphäre, urige Charaktere und eine großartige Stimmung. Meiner Meinung nach ein rundum gelungener Jubiläumsband.