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Veröffentlicht am 23.06.2025

Gelungene Fortsetzung - wieder wunderschön und poetisch

Die geheime Sehnsucht der Bücher
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Zum Inhalt:
Monsieur Perdu ist weiter für seine Kunden (und Patienten) auf dem Bücherschiff tätig und empfiehlt Literatur gegen bestimmte Leiden. Eine besondere Kundin hat er, die offenbar gar nicht lesen ...

Zum Inhalt:
Monsieur Perdu ist weiter für seine Kunden (und Patienten) auf dem Bücherschiff tätig und empfiehlt Literatur gegen bestimmte Leiden. Eine besondere Kundin hat er, die offenbar gar nicht lesen möchte, aber ihre elfjährige Tochter besteht darauf, dass Perdu ihrer Mutter Lesestoff empfiehlt, damit sie im Leben ankommt.
Parallel ist Perdus Auszubildende Pauline hin- und hergerissen zwischen zwei Männern - ob da auch ein Buch helfen kann?
Und wir begegnen auch wieder vielen anderen bekannten Charakteren rund um Perdu und sein Bücherschiff.


Meine Meinung:
Ich liebe „Das Lavendelzimmer“ und die erste Fortsetzung rund um Perdu und das Bücherschiff und habe auch die Lektüre dieser weiteren Fortsetzung, die sich nahtlos einreiht, sehr genossen.
Nina George schreibt so unvergleichlich poetisch und wunderschön, dass es ein Genuss ist, jede einzelne Zeile zu lesen. Besonders schnell lesen konnte ich auch dieses Buch nicht, weil ich mich sehr konzentrieren musste, um nichts zu verpassen, und gleichzeitig unglaublich in den schönen Formulierungen schwelgen wollte.

Die Geschichte wird aus wechselnden Perspektiven unterschiedlicher Personen erzählt (z.B. Perdu, Pauline etc.), was sie besonders lebendig und vielschichtig macht.
Die Perspektive der elfjährigen (und so reifen) Tochter habe ich besonders gerne gelesen, aber ich mochte vor allem auch die Effekte, die sich durch die Ergänzungen in den verschiedenen Perspektiven ergeben. Und auch das Wiedersehen mit liebgewonnen Figuren vor allem auch dem letzten Teil war wunderbar.

Im gesamten Buch spürt man die französischen Elemente, ob es um Sprache, Küche oder sonstige Eigenarten geht. Diese sind sehr authentisch wiedergegeben.
Vor allem aber steckt in jedem Wort, jeder Zeile so eine unglaubliche Liebe zu Büchern und zum Lesen, dass ich wieder ganz begeistert war. Das gesamte Buch ist eine wahnsinnig gelungene Hommage an das Lesen und es zeigt eindrücklich, weiche Macht Bücher haben.


Fazit:
Dieses wundervolle Buch und auch die beiden Vorgängerbücher empfehle ich von ganzem Herzen.

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Veröffentlicht am 10.06.2025

Zauberhaftes Bilderbuch über Streiten, Vertragen, Freundschaft

Ruppi Rüpelfisch
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Zum Inhalt:
Ruppi Rüpelfisch ärgert die anderen Meereskinder wie Seepferdchen, Seestern und Co. so lange, dass sie nichts mehr mit ihm zu tun haben wollen. So verlässt er seine gewohnte Umgebung und möchte ...

Zum Inhalt:
Ruppi Rüpelfisch ärgert die anderen Meereskinder wie Seepferdchen, Seestern und Co. so lange, dass sie nichts mehr mit ihm zu tun haben wollen. So verlässt er seine gewohnte Umgebung und möchte im Riff neue Freunde finden. Doch als er es allein mit einem gefräßigen Hai zu tun bekommt, rutscht ihm das Herz in die Hose, und dann begreift er eine wichtige Lektion.
Es fühlt sich gut an nett zu anderen zu sein und Freunde zu haben.


Meine Meinung:
Das Buch für alle kleinen und großen Leser ab 4 Jahren fällt direkt durch seine hochwertige und wunderschöne Gestaltung auf. Uns haben die gelungenen und hochwertigen Illustrationen, die perfekt zum Text passen, von Anfang an sehr gut gefallen und die Kinder möchten das Buch regelmäßig wieder anschauen und durchblättern.

Der Text war erst einmal etwas ungewohnt, weil er in Reimform gehalten ist. Er lässt sich aber sehr gut vorlesen und ist sehr einprägsam.
Die Geschichte an sich ist sehr gelungen und schön erzählt. Meine Tochter ist beim ersten Mal so sehr mitgegangen und hat sich in Ruppi hineinversetzt, dass sie sogar weinen musste, weil sie Angst hatte, dass Ruppi von dem Hai gefressen werden würde.
Bei den nächsten Durchgängen musste ich immer die Stellen, bei denen Ruppi dem Hai begegnet, überblättern, bis wieder weniger gefährliche bzw. positivere Stellen kamen.

Am Ende war dann wieder alles gut und die Geschichte hat allen sehr gut gefallen.

Zusätzlich gibt es tolles Material mit Liedern und der Vorlesegeschichte, auf das man direkt über einen QR-Code zugreifen kann. Die acht Lieder haben in der Tat Ohrwurmqualität und sorgen dafür, dass sich die Geschichte noch mehr ins Gedächtnis einbrennt.

Nicht zuletzt die Lektion, die Ruppi am Ende lernt, nämlich dass es sich gut anfühlt Freunde zu haben und zu anderen nett zu sein, machen das Buch zu einem perfekten Vorlesebuch für Kita und Familie!


Fazit:
Das Buch hat uns viel Freude gemacht und den Kindern hilft, positiv mit anderen umzugehen. Zum Mitfühlen und Nachdenken und auch zum Mitsingen.

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Veröffentlicht am 28.05.2025

Einfach schön

Noch immer Zeit zu lieben
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Zum Inhalt:
Nach dem Unfalltod ihres schwedischen Verlobten vor 25 Jahren hat sich Isabel eigentlich geschworen, nie wieder schwedischen Boden zu betreten. Doch ihre beste Freundin Olivia schleppt einen ...

Zum Inhalt:
Nach dem Unfalltod ihres schwedischen Verlobten vor 25 Jahren hat sich Isabel eigentlich geschworen, nie wieder schwedischen Boden zu betreten. Doch ihre beste Freundin Olivia schleppt einen Auftrag an, bei dem Isabel endlich wieder als Fotografin durchstarten kann, und zwar ausgerechnet für ein tolles Hotel in Schweden.
Dort trifft sie den charismatischen Lennart, den Sohn der Hotelinhaber, und verbringt unvergessliche Stunden mit ihm.
Doch schließlich erfährt sie etwas über ihn, was alle ihre Gefühle in Frage stellt…


Meine Meinung:
Ich mag die Bücher von Heike Abidi sehr und habe auch diesen Sommerroman, der in ihrem wunderbar flüssigen, kurzweilig zu lesenden Schreibstil gehalten ist, auch wieder sehr genossen.
Die Figuren sind sehr warmherzig gezeichnet und auch dem Leben gegriffen. Dass Isabel nicht mehr ganz jung ist, sondern mit Ende 40 schon so einiges erlebt hat, u.a. den Unfalltod ihres Verlobten zu Studienzeiten und zuletzt die Pflege ihrer an Demenz erkrankten Mutter, geben dem Roman eine angenehme Tiefe und ich fühlte mich deutlich mehr abgeholt als bei Romanen mit sehr jungen Protagonisten.
Auch Lennart ist sehr authentisch angelegt und war mir, wie Isabel, auch gleich sympathisch.
Nicht nur die Hauptpersonen haben mir gut gefallen, sondern auch Nebenfiguren wie Lennarts Schwester und Eltern oder Isabels beste Freundin Olivia, so dass man wirklich gerne Zeit mit den handelnden Personen verbringt.

Dank des sehr gelungen angelegten Spannungsbogens konnte ich das Buch praktisch nicht mehr aus der Hand legen. Es gab einige sehr unerwartete Wendungen, die aber immer glaubwürdig waren, genauso wie das schöne Ende, bei dem alle Fäden zusammengeführt wurden. Das Ende hat mich so berührt, dass ich regelrecht Tränen in den Augen hatte.

Neben der sehr schönen Wohlfühlgeschichte, die genau richtig für einen romantischen Sommerroman ist, inklusive eines sehr angenehmen Humors, war es für mich sehr schön und interessant, auf lesende Art und Weise Schweden und insbesondere Stockholm kennenzulernen. Durch viele Unternehmungen, die Lennart mit Isabel plant, lernt man Land und Sehenswürdigkeiten auf kurzweilige Art kennen und bekommt einen schönen Überblick.
Das Buch hat mir große Lust auf einen Urlaub in dem sympathischen und reizvollen Land gemacht!


Fazit:
Der Roman ist sehr kurzweilig zu lesen und war für meinen Geschmack fast schon zu schnell ausgelesen. Da er so fesselnd war, konnte ich allerdings auch nicht langsamer lesen. Ich wünsche euch viel Spaß und schöne Lesestunden mit dem Buch!

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Veröffentlicht am 26.05.2025

Intensiv, packend und zutiefst berührend - hat mich sehr beeindruckt

Die Akte Schneeweiß
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Zum Inhalt:
Bielefeld, 1963: Katja träumt davon, Ärztin zu werden, doch ihre Eltern sind strikt dagegen. Nur ihr Großvater unterstützt sie, doch der ist eines Tages spurlos verschwunden und über ihn wird ...

Zum Inhalt:
Bielefeld, 1963: Katja träumt davon, Ärztin zu werden, doch ihre Eltern sind strikt dagegen. Nur ihr Großvater unterstützt sie, doch der ist eines Tages spurlos verschwunden und über ihn wird in der Familie nicht mehr gesprochen.
Erst Jahre später stößt Katja auf die Wahrheit.

Bielefeld, 1936: Mathilde arbeitet als Sprechstundenhilfe beim Gynäkologen Dr. Bönisch und lernt ihn kennen und lieben. Sie hilft dem engagierten Arzt bei seiner Mission, Frauen in Not heimlich zu unterstützen. Doch dies bleibt nicht unbemerkt und sie geraten in das Visier der Gestapo…


Meine Meinung:
Das Buch ist auf zwei unglaublich spannenden Zeitebenen und unterschiedlichen Perspektiven erzählt.
Von Anfang an war ich von der Handlung und dem unglaublich gelungenen Spannungsbogen gefangen. Ich konnte das Buch praktisch nicht mehr aus der Hand legen, es hat mich total in Atem gehalten und beschäftigt mich gedanklich weiterhin.

Die handelnden Personen - im Mittelpunkt Katja in den 1960er und 1970er Jahren sowie Mathilde zur Zeit des Dritten Reiches - sind authentisch und sehr warmherzig angelegt. Ihre Entwicklung ist glaubwürdig und ich habe mich sofort mit den Figuren identifiziert. Daher habe ich mit ihnen gelitten und gefiebert und das Buch hat mich sehr bewegt.

Es ist so ein wichtiges Thema, was im Buch behandelt wird. Die Gräueltaten der Nationalsozialisten in Deutschland dürfen niemals vergessen werden und ebensowenig das Schweigen und Wegschauen der großen Masse.
Mathilde war eine mutige Frau, die es gewagt hat, sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten gegen das Unrechtsregime aufzulehnen. Sie hat sich in große Gefahr begeben, wie man auf jeder Seite gemerkt hat.
Ich hatte daher - und wegen der von ihr ganz hautnah entdeckten Gräueltaten - ein richtiggehend beklemmendes Gefühl beim Lesen.

Auch die 1960er und 1970er Jahre werden anhand von Katjas Schicksal (und dem ihrer Schwester) sehr authentisch beschrieben. Man fühlt sich in diese Zeit versetzt, was Mode, Möbel, Essen und Trinken, aber auch die Haltung der Menschen angeht und kann auch nachfühlen, wie schwer es gerade für Frauen war, ihren eigenen Weg zu gehen und einen Beruf zu ergreifen.


Fazit:
Das Buch wird mich noch lange beschäftigen und ich wünsche ihm ganz viele Leserinnen und Leser, damit diese wichtigen Themen nie in Vergessenheit geraten! Eines meiner Lesehighlights der letzten Zeit.

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Veröffentlicht am 12.05.2025

Ein wunderbarer Roman - berührend, bewegend, tiefgründig, und auch das Toskana-Flair kommt nicht zu kurz

Zypressensommer
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Zum Inhalt:
Nach dem Tod ihres geliebten Großvaters Gianni reist die Hamburgerin Julia zum ersten Mal in seinen Heimatort Lucignano in der Toskana, den dieser 1943 verlassen hat, als er in deutsche Gefangenschaft ...

Zum Inhalt:
Nach dem Tod ihres geliebten Großvaters Gianni reist die Hamburgerin Julia zum ersten Mal in seinen Heimatort Lucignano in der Toskana, den dieser 1943 verlassen hat, als er in deutsche Gefangenschaft geraten ist.
Nie hat der Nonno über seine Vergangenheit in Italien gesprochen, und Julia macht sich gemeinsam mit dem sympathischen Italiener Matteo vor Ort auf Spurensuche. Diese führt die beiden zurück in die 1940er Jahre, die Zeit der Resistenza, als junge Partisanen gegen die faschistischen Besatzer kämpften, und zu einer Familie von Olivenbauern.
Julia ist überwältigt vom Zauber der Landschaft der Toskana und genießt auch das gute Essen und das selbstgemachte Olivenöl mit dem „Geschmack von hundert Sommern“.


Meine Meinung:
Die Bücher von Teresa Simon (bzw. Brigitte Riebe) liebe ich ganz besonders, denn sie sind immer extrem fundiert recherchiert und tiefgründig sowie fesselnd erzählt.
Auch dieser Roman hat mich wieder ganz besonders beeindruckt, und ich finde kaum angemessene Worte, um auszudrücken, WIE sehr mir das Buch gefallen hat und wie tief es mich bewegt hat. Es gehört auf jeden Fall zu den Highlights meiner Lektüre in der letzten Zeit.

Das Buch wird auf zwei spannenden zeitlichen Ebenen 1998 und 1943 erzählt und jedes Kapitel wiederum aus Sicht von unterschiedlichen Personen, z.B. Julia auf Spurensuche 1998 oder Gianni 1943 als Gefangener des Nazi-Regimes. Dies gibt dem Buch schon eine besondere Tiefe und als Leser:in bekommt man einen sehr abgerundeten Blick auf die Handlung und die Ereignisse. Wie bei einem Puzzle setzen sich nach und nach die einzelnen Teile zu einem großen Ganzen zusammen, bis man schließlich die Zusammenhänge versteht. Der Roman hat einen gelungenen Spannungsbogen mit einer Auflösung erst ganz am Ende. Diese ist sehr glaubwürdig und alle Fäden werden gekonnt zusammengeführt.

Neben der spannenden Handlung und den großartig angelegten Personen, mit denen ich mich sofort identifizieren konnte, hat mich besonders beeindruckt, dass in diesem Roman ein weitgehend unbekanntes Kapitel deutsch-italienischer Geschichte behandelt wird. Natürlich ist schon viel über das Dritte Reich und das Unrechtsregime der Nationalsozialisten geschrieben worden, aber mir war der Status der sogenannten italienischen Militärinternierten, die noch unter den Zwangsarbeitern rangierten, bisher nicht bekannt.
Es ist so ein wichtiges Buch, denn solche unmenschlichen Dinge wie im Unrechtsstaat unter Hitler und den Nazis darf nie wieder geschehen. Daher hoffe ich, dass sich viele Menschen damit beschäftigen und über den Roman vieles über die Vergangenheit lernen. Ich habe in jedem Fall sehr viel gelernt dank der fundierten Recherche der Autorin und ihrer Fähigkeit, die komplexen historischen Zusammenhänge lebendig anhand der Darstellung konkreter Schicksale darzustellen. So kann man sich sehr gut vorstellen, was das für die betroffenen Menschen und die Familien bedeutet hat.

Bei all der schweren Kost, die mich emotional mitgenommen und sehr intensiv bewegt hat, kommt auch das Toskana-Flair im Roman nicht zu kurz. Die wundervolle Landschaft, die Liebe der Menschen zu diesem zauberhaften Stückchen Erde, eine Stadt wie Sienna, Olivenbäume, Seen, leckeres Essen - das alles wird Seite für Seite deutlich und man fühlt sich beim Lesen wie in einem kleinen Urlaub und freut sich, all diese wunderschönen Dinge mit Julia zu entdecken.


Fazit:
Ich wünsche diesem Roman ganz viele Leserinnen und Leser, damit dieses wichtige und unbekannte Kapitel deutsch-italienischer Geschichte bekannter wird und das grundsätzliche Bewusstsein für die Gräueltaten des Unrechtsregimes im Dritten Reich (wieder) wächst. Mich hat die packend erzählte Geschichte unglaublich bewegt und ich wünsche mir mehr solcher dicht erzählten historischen Romane.

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