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Veröffentlicht am 11.06.2025

Schön schräg: Warum Vielfalt zählt

Menschenhausen
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„Menschenhausen – viel zu irgendwie“ ist ein charmantes Kinderbuch, das auf humorvolle Weise die Bedeutung von Selbstakzeptanz und den Umgang mit eigenen Unvollkommenheiten thematisiert. In der fiktiven ...

„Menschenhausen – viel zu irgendwie“ ist ein charmantes Kinderbuch, das auf humorvolle Weise die Bedeutung von Selbstakzeptanz und den Umgang mit eigenen Unvollkommenheiten thematisiert. In der fiktiven Stadt Menschenhausen ist jeder Bewohner „viel zu irgendwie“ – mit Ecken und Kanten, die ihn einzigartig machen. Doch als die makellose Lady Betty auftaucht, geraten die Bewohner in Panik und beginnen, ihre Eigenheiten zu verstecken. Die Geschichte entfaltet sich zu einer lehrreichen Erzählung über die Bedeutung von Authentizität und den Wert von Fehlern.

Die Botschaft des Buches ist klar: Wahre Schönheit liegt in der Akzeptanz der eigenen Unvollkommenheiten. Es ermutigt Kinder, sich selbst zu schätzen und sich nicht von äußeren Idealen beeinflussen zu lassen. Diese wertvolle Lektion wird auf eine Weise vermittelt, die sowohl unterhaltsam als auch lehrreich ist.

Allerdings gab es für mich einige kleinere Kritikpunkte. Die Illustrationen sind zweifellos kreativ, aber nicht immer ganz mein Geschmack. Manche Darstellungen wirken etwas überladen, was die Klarheit der Botschaft etwas trüben kann. Zudem hätte ich mir gewünscht, dass ein Kind als zentrale Figur eingeführt wird, um die Geschichte aus einer Perspektive zu erzählen, die für junge Leser noch greifbarer ist. Obwohl zu Beginn erklärt wird, dass die Bewohner von Menschenhausen keine Kinder sind, hätte ein Charakter auf Augenhöhe der jungen Leser die Identifikation erleichtert.

Positiv hervorzuheben ist die angenehme Kapitellänge. Die Abschnitte sind kurz genug, um sie in einem Rutsch zu lesen, aber auch lang genug, um eine zusammenhängende Geschichte zu erzählen. Dies ermöglicht es, das Buch in kleinen Etappen zu genießen, ohne den Faden zu verlieren.

Insgesamt ist es ein empfehlenswertes Buch für Kinder, das auf spielerische Weise wichtige Werte vermittelt. Trotz kleinerer persönlicher Vorbehalte gegenüber den Illustrationen und der Charakterwahl bleibt die zentrale Botschaft stark und relevant. Es regt zum Nachdenken an und lädt dazu ein, die eigenen Besonderheiten zu schätzen.

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Veröffentlicht am 18.05.2025

Mit jedem Song ein Stück näher an der Wahrheit

Sag mir, dass du mir vertraust
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"Sag mir, dass du mir vertraust" hat mich mit einem richtig starken Konzept gepackt: Eine Thriller-Handlung, die sich anhand einer gemeinsamen Online-Playlist entfaltet – wie cool ist das denn bitte? Musik ...

"Sag mir, dass du mir vertraust" hat mich mit einem richtig starken Konzept gepackt: Eine Thriller-Handlung, die sich anhand einer gemeinsamen Online-Playlist entfaltet – wie cool ist das denn bitte? Musik als geheime Sprache zwischen zwei Menschen, und dann auch noch als Thriller-Element eingesetzt – das hat definitiv Stil.

Marissas Reise auf der Suche nach Ethan hat mich über weite Strecken gefesselt. Die Spannung ist fast durchgängig hoch, und die Wendungen kommen oft genau dann, wenn man denkt, man hat alles durchschaut. Der Schreibstil ist flüssig, modern, und trotz der ernsten Themen erstaunlich leicht zu lesen – ideal für ein Wochenende auf der Couch oder die nächste Bahnfahrt.

Was mich ein kleines bisschen gestört hat (und warum ich einen Stern abziehe): Manche Entscheidungen der Protagonistin wirkten auf mich etwas impulsiv und nicht immer ganz nachvollziehbar. Klar, sie steckt in einer Extremsituation – aber manchmal hätte ich mir ein bisschen mehr Reflektiertheit gewünscht. Vielleicht liegt’s daran, dass man als Leser:in den Überblick hat, den sie nicht hat – aber dennoch: ein, zwei Mal dachte ich mir "Warum jetzt das?"

Nichtsdestotrotz: ein gelungenes Debüt mit einer frischen Idee und viel Atmosphäre. Wer psychologische Spannung liebt und gern zwischen den Zeilen (oder in diesem Fall: zwischen den Songs) liest, wird hier definitiv auf seine Kosten kommen. Spannender Plot, cooles Gimmick mit der Playlist, und ein paar kleinere Schwächen in der Figurenzeichnung – aber insgesamt absolut lesenswert!

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Veröffentlicht am 09.05.2025

Prophezeiung über den Wolken

Vorsehung
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Was wäre, wenn dir jemand deinen Tod voraussagt – mit erschreckender Präzision? Genau das passiert in diesem absolut ungewöhnlichen Flug nach Sydney. Und ab da nimmt das Leben der Passagiere eine radikale ...

Was wäre, wenn dir jemand deinen Tod voraussagt – mit erschreckender Präzision? Genau das passiert in diesem absolut ungewöhnlichen Flug nach Sydney. Und ab da nimmt das Leben der Passagiere eine radikale Wendung.

"Vorsehung“ hat mich direkt gepackt – mit seiner originellen Grundidee, seinem schwarzen Humor und den vielen Figuren, die plötzlich gezwungen sind, sich mit ihrer eigenen Sterblichkeit auseinanderzusetzen. Liane Moriarty hat einen klugen, pointierten Schreibstil, der irgendwo zwischen leichtfüßiger Gesellschaftssatire und tiefgründiger Lebensphilosophie pendelt. Besonders stark: Die Mischung aus Spannung, Witz und echter emotionaler Tiefe.

Das Hörbuch ist hervorragend gelesen – jede Figur bekommt ihre eigene Farbe, was das Zuhören lebendig und fesselnd macht. Man spürt das Chaos, die Angst, aber auch den absurden Humor, den diese Situation mit sich bringt.

Allerdings: An ein paar Stellen hat sich die Story für mich etwas gezogen. Manche Nebenhandlungen wirken wie Umwege, die den Drive der Hauptstory bremsen. Dennoch: Es lohnt sich, dranzubleiben – denn Moriarty verknüpft am Ende alles auf smarte Weise.

Fazit: 4 von 5 Sternen. „Vorsehung“ ist eine wunderbar schräge, tiefsinnige Reise ins Ungewisse – ein Hörbuch, das Fragen stellt, die man nicht mehr so schnell aus dem Kopf bekommt.

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Veröffentlicht am 02.05.2025

Prickelnde Spannung, große Gefühle und eine Prise Geheimnis

Great Big Beautiful Life
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Emily Henry hat es wieder getan: Sie liefert eine moderne Liebesgeschichte ab, die gleichzeitig federleicht und emotional tiefgründig ist.

Die Grundidee ist originell und fesselnd: Zwei Autoren auf einer ...

Emily Henry hat es wieder getan: Sie liefert eine moderne Liebesgeschichte ab, die gleichzeitig federleicht und emotional tiefgründig ist.

Die Grundidee ist originell und fesselnd: Zwei Autoren auf einer abgelegenen Insel, ein legendäres Familiengeheimnis und ein knisterndes Katz-und-Maus-Spiel, bei dem nicht nur Worte, sondern auch Blicke scharf geschliffen sind. Alice, die sympathische, aber manchmal übermäßig idealistische Schriftstellerin, trifft auf Hayden, einen zynischen Pulitzer-Preisträger mit Charisma und Kanten – und ja, das knistert. Gewaltig.

Was das Buch besonders macht, ist der Spagat zwischen romantischer Spannung und einer fast detektivischen Neugier rund um Margaret Ives’ Lebensgeschichte. Es gibt Wendungen, Andeutungen, stumme Momente – alles fein dosiert. Das Setting auf Little Crescent Island ist atmosphärisch dicht beschrieben und lädt zum Träumen ein.

Aber: Warum nicht die vollen fünf Sterne? Alice. So sehr ich sie mögen wollte – sie hat mich immer wieder mit Entscheidungen überrascht, die eher naiv oder unüberlegt wirkten. An manchen Stellen hat ihre Darstellung ein wenig an Glaubwürdigkeit verloren, was mich gelegentlich aus der Geschichte gerissen hat. Gerade im Vergleich zu dem so präzise gezeichneten Hayden wirkte sie manchmal zu... gewollt.

Trotzdem: Für Fans von Slow-Burn-Romantik, verschachtelten Geschichten und literarischen Schlagabtauschen ist dieses Buch ein echtes Highlight. Und ja, Emily Henrys typische Mischung aus Witz, Gefühl und einem Hauch Melancholie ist hier wieder voll auf den Punkt.

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Veröffentlicht am 17.04.2025

Zwischen Schweigen und Solidarität

Something happened to Ally
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Klappentext:

"Ally ist bis über beide Ohren verliebt in Sean. Als er sie während einer Party anspricht und sie sich näherkommen, sieht sie sich am Ziel ihrer Träume. Doch dann geschieht das Undenkbare: ...

Klappentext:

"Ally ist bis über beide Ohren verliebt in Sean. Als er sie während einer Party anspricht und sie sich näherkommen, sieht sie sich am Ziel ihrer Träume. Doch dann geschieht das Undenkbare: Sean ignoriert ihr »Nein«.

Während Ally danach völlig verstört ist, bittet Sean seine beste Freundin Blythe, die Sache wieder »in Ordnung zu bringen«. Tatsächlich ist Blythe bereit, ihm zu helfen. Also sucht sie Allys Nähe, um zu verhindern, dass die Sean anzeigt. Und es scheint, als würde ihre Strategie aufgehen: Ally beginnt ihr zu vertrauen. Doch dann kommen Blythe selbst Zweifel und sie ist immer stärker hin- und hergerissen zwischen ihrer Loyalität gegenüber Sean und ihrem Mitgefühl für Ally.“





Fazit:

Hayley Krischer widmet sich in diesem Buch einem hochaktuellen und sensiblen Thema: sexualisierte Gewalt unter Jugendlichen und den oft verschwiegenen Dynamiken, die sich danach entfalten. Mit schonungsloser Ehrlichkeit und einem modernen, einfühlsamen Ton gelingt es ihr, sowohl Opfer- als auch Mitläufertum greifbar zu machen – allerdings nicht ohne erzählerische Stolpersteine.

Die Geschichte beginnt intensiv und emotional – man ist sofort bei Ally, spürt ihre Hoffnungen und schließlich auch den tiefen Schmerz nach der Grenzüberschreitung. Doch im weiteren Verlauf verliert die Erzählung mitunter an Fokus. Besonders im Mittelteil schleichen sich längere Pausen ein, in denen die Handlung kaum voranschreitet. Hier hätte eine straffere Erzählweise dem Buch gutgetan, um die emotionale Spannung aufrechtzuerhalten.

Besonders positiv fällt das Nachwort ins Gewicht. Offen und emphatisch spricht die Autorin über die Realität sexueller Gewalt, über die Verantwortung, die wir als Gesellschaft tragen – und darüber, wie wichtig es ist, Betroffenen zuzuhören. Dieses Nachwort bringt das Gelesene auf eine sehr persönliche Ebene und hinterlässt einen bleibenden Eindruck.

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