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Veröffentlicht am 17.04.2025

Zwischen Schweigen und Solidarität

Something happened to Ally
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Klappentext:

"Ally ist bis über beide Ohren verliebt in Sean. Als er sie während einer Party anspricht und sie sich näherkommen, sieht sie sich am Ziel ihrer Träume. Doch dann geschieht das Undenkbare: ...

Klappentext:

"Ally ist bis über beide Ohren verliebt in Sean. Als er sie während einer Party anspricht und sie sich näherkommen, sieht sie sich am Ziel ihrer Träume. Doch dann geschieht das Undenkbare: Sean ignoriert ihr »Nein«.

Während Ally danach völlig verstört ist, bittet Sean seine beste Freundin Blythe, die Sache wieder »in Ordnung zu bringen«. Tatsächlich ist Blythe bereit, ihm zu helfen. Also sucht sie Allys Nähe, um zu verhindern, dass die Sean anzeigt. Und es scheint, als würde ihre Strategie aufgehen: Ally beginnt ihr zu vertrauen. Doch dann kommen Blythe selbst Zweifel und sie ist immer stärker hin- und hergerissen zwischen ihrer Loyalität gegenüber Sean und ihrem Mitgefühl für Ally.“





Fazit:

Hayley Krischer widmet sich in diesem Buch einem hochaktuellen und sensiblen Thema: sexualisierte Gewalt unter Jugendlichen und den oft verschwiegenen Dynamiken, die sich danach entfalten. Mit schonungsloser Ehrlichkeit und einem modernen, einfühlsamen Ton gelingt es ihr, sowohl Opfer- als auch Mitläufertum greifbar zu machen – allerdings nicht ohne erzählerische Stolpersteine.

Die Geschichte beginnt intensiv und emotional – man ist sofort bei Ally, spürt ihre Hoffnungen und schließlich auch den tiefen Schmerz nach der Grenzüberschreitung. Doch im weiteren Verlauf verliert die Erzählung mitunter an Fokus. Besonders im Mittelteil schleichen sich längere Pausen ein, in denen die Handlung kaum voranschreitet. Hier hätte eine straffere Erzählweise dem Buch gutgetan, um die emotionale Spannung aufrechtzuerhalten.

Besonders positiv fällt das Nachwort ins Gewicht. Offen und emphatisch spricht die Autorin über die Realität sexueller Gewalt, über die Verantwortung, die wir als Gesellschaft tragen – und darüber, wie wichtig es ist, Betroffenen zuzuhören. Dieses Nachwort bringt das Gelesene auf eine sehr persönliche Ebene und hinterlässt einen bleibenden Eindruck.

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Veröffentlicht am 02.04.2025

Starker Anfang - verwirrendes Ende

Der irische Fremde
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Klappentext:

"Journalistin Mary musste als Kind erleben, wie ihre Eltern bei einem Brand ums Leben kamen. 25 Jahre später begegnet sie zufällig einem Mann, den sie damals gesehen zu haben glaubt – und ...

Klappentext:

"Journalistin Mary musste als Kind erleben, wie ihre Eltern bei einem Brand ums Leben kamen. 25 Jahre später begegnet sie zufällig einem Mann, den sie damals gesehen zu haben glaubt – und gerät Schritt für Schritt in einen Alptraum. Verstörende Erinnerungen tauchen auf, die eine ganz andere Geschichte vom Tod ihrer Eltern erzählen. Wurden sie ermordet? Welche Rolle spielte der mysteriöse Mann? Auf der Suche nach der Wahrheit kehrt Mary nach Irland zurück und gerät in eine gefährliche Welt voller Lügen und Geheimnisse, in der sie bald um ihr Leben fürchten muss.“





Fazit:

Der Prolog ist ganz schön heftig und katapultiert den Leser direkt in die Vergangenheit. 25 Jahre später ist Mary eine gebrochene junge Frau, die die Vergangenheit einfach nicht locker lässt. Die Suche nach der Wahrheit war für mich eine spannende Reise mit vielen Wendungen, die sowohl Mary als auch mich überraschten. 
Zum Ende hin wurde es mir leider zu viel. Einige Szenen sind im Ansatz nicht vorauszusehen, sodass es mir zu gewollt und spontan rüberkam. Zudem mochte ich die politischen Zusammenhänge nicht. Im Großen und Ganzen mochte ich die Idee, die kaputte Persönlichkeit der Protagonistin sowie die wunderschönen Beschreibungen der Natur.

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Veröffentlicht am 09.02.2025

Anders als die anderen Werke des Autors

Lake
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Klappentext:
"Schauspielerin Casey Fletcher hat einen schweren Verlust erlitten, außerdem ist ihre Karriere am Nullpunkt. Um wieder auf die Füße zu kommen, zieht sie sich in ihr Haus am Lake Greene in ...

Klappentext:
"Schauspielerin Casey Fletcher hat einen schweren Verlust erlitten, außerdem ist ihre Karriere am Nullpunkt. Um wieder auf die Füße zu kommen, zieht sie sich in ihr Haus am Lake Greene in Vermont zurück. Hier gibt es nichts als Natur, Ruhe und Stille. Das ist nicht leicht auszuhalten, deshalb greift sie immer häufiger zum Bourbon – und zu einem Fernglas. Damit beobachtet sie nicht etwa Vögel, sondern das Paar auf der gegenüberliegenden Seeseite.

Katherine und Tom scheinen eine perfekte Ehe zu führen, doch schon bald bemerkt Casey, dass die Fassade bröckelt. Als Katherine kurz darauf spurlos verschwindet, ist Casey höchst alarmiert und bald überzeugt, dass Tom seiner Frau etwas angetan hat …“





Fazit:

Riley Sager versteht es einfach eine bedrohliche, schaurige und plastische Atmosphäre entstehen zu lassen. Bis zum letzten Drittel mochte ich den Zustand in dem sich die alkoholabhängige Schauspielerin Casey Fletcher befand und wie unzuverlässig ihre Aussagen und Wahrnehmungen dadurch gewesen sind. Der Autor weiß auch, wie man die Spannung stetig und konstant aufbaut. 
Ich genoss den Nervenkitzel, verlor mich gedanklich stellenweise in dem abgelegenen Lake Greene und mochte das Feeling, welches super von der Sprecherin wiedergegeben wird. 



Zum Diskutieren und Kritisieren lädt der große Plottwist im letzten Drittel ein. Für mich entwickelte sich das Ganze in eine Richtung, die ich so definitiv nicht kommen sah. Einerseits sehr gewagt und einfach mal was anderes, anderseits etwas abgedreht und unrealistisch. Ich bin froh, wenn sich der Autor im nächsten Buch treu bleibt und mehr in die psychologische Richtung geht.

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Veröffentlicht am 14.01.2025

Unerwartete Wendung

Die Villa
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Klappentext:

„Vor drei Jahren starb die zukünftige Braut Aoife bei ihrem eigenen Junggesellinnenabschied. Nun kehren ihre Freundinnen in die Villa zurück, in der sich das Grauen damals abgespielt hat. ...

Klappentext:

„Vor drei Jahren starb die zukünftige Braut Aoife bei ihrem eigenen Junggesellinnenabschied. Nun kehren ihre Freundinnen in die Villa zurück, in der sich das Grauen damals abgespielt hat. Sie sehnen sich nach einem Abschluss. Doch kaum haben sie die Villa betreten, brechen alte Wunden auf, und die Spannungen nehmen zu. Jede erinnert sich an eine andere Version der Ereignisse jener Nacht. Was verheimlichen sie sich gegenseitig? Und wie weit werden sie gehen, um ihre Geheimnisse zu wahren?“





Fazit:

Die Handlungen werden auf zwei Zeitebenen aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt. Ein wenig anstrengend fand ich die Methode einmal aus Sicht einer dritten Person und einmal aus der Ich-Perspektive zu lesen. Das störte und unterbrach meinen Lesefluss.



Interessant ist der Verlauf. Hier hat die Autorin geschickt verwirrende Spuren gelegt. Ich war mir ziemlich sicher was sich da abspielt, doch die Beleuchtung der Wahrheit stellte meine Theorien total auf den Kopf. Ich mochte das Spielchen und fühlte mich an Ort und Stelle. Die Dynamik zwischen den Frauen war zum Teil echt krass. Ich habe mich auf freundschaftliche und nette Gesten eingestellt - doch hier lernt man auch andere Seiten kennen.

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Veröffentlicht am 15.12.2024

Gefangen in einer ausweglosen Situation

Nachtflut
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Klappentext:

„Orkanböen peitschen über die Straße, in den Nachrichten wird vor der kommenden Sturmflut gewarnt. Die Lage ist mehr als bedrohlich, der kleine Ort direkt an der Ostseeküste muss vollständig ...

Klappentext:

„Orkanböen peitschen über die Straße, in den Nachrichten wird vor der kommenden Sturmflut gewarnt. Die Lage ist mehr als bedrohlich, der kleine Ort direkt an der Ostseeküste muss vollständig evakuiert werden. Doch Elisa wartet bis zur letzten Sekunde, längst sind alle anderen fort. Vor ihrem Aufbruch stößt sie im Haus nebenan überraschend auf die Nachbarn. Wieso sind sie noch da? Das Paar scheint – genau wie Elisa selbst – etwas zu verbergen. Der Deich bricht. Die drei sind in dem Haus gefangen. Der Strom fällt aus, der Pegel steigt. Aus der nahegelegenen JVA können Häftlinge entfliehen, und einer von ihnen hat nur ein Ziel: Elisa.“





Fazit:

Das Setting hat mir in diesem Thriller unheimlich gut gefallen. Ich hatte stets das Gefühl, dass ich die Angst vor der Überschwemmung und die ausweglose Situation durchgehend spüren und nachvollziehen konnte. Mit dem aufkommenden Unwetter, steigerte sich meiner Meinung nach perfekt die Spannung. Die unterschiedlichen Perspektiven und die ominösen Tagebucheinträge bringen etwas mehr Abwechslung in die Handlung. Allerdings muss ich sagen, dass ich eine Perspektive überhaupt nicht benötigt hätte. 



Das Aufzeigen der wahren Verhältnisse überraschte mich. Die Auseinandersetzungen, die erschütternden Geheimnisse, ein paar dramatische Beweggründe für manche Entscheidungen sowie das eigentliche Ende, führten dazu, dass ich ein paar aufregende Lesestunden hatte. Ob ich das leicht offene Ende braucht hätte? Hm, ich denke nicht.



Insgesamt beinhaltet der Thriller: eine interessante Thematik, aussichtslose Gegebenheiten und undurchschaubare Charaktere. Der Bruch des Deiches rundet diesen Thriller stimmig ab. Bis auf ein paar Kleinigkeiten, empfehle ich das Buch gerne weiter!

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