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Veröffentlicht am 16.07.2025

Skerry

Das Geschenk des Meeres
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Das Geschenk des Meeres – Julia R. Kelly
Skerry, ein Fischerdorf an der schottischen Küste um 1900 – hier wird während eines Sturms ein kleiner Junge angeschwemmt. Lebend. Die Parallelen zu Dorothys vor ...

Das Geschenk des Meeres – Julia R. Kelly
Skerry, ein Fischerdorf an der schottischen Küste um 1900 – hier wird während eines Sturms ein kleiner Junge angeschwemmt. Lebend. Die Parallelen zu Dorothys vor vielen Jahren im Meer verschwundenen Sohn im gleichen Alter sind überwältigend und spülen so manch fast vergessenes Geheimnis wieder an die Oberfläche.
Dieser Roman ist durchgehend außerordentlich düster. Allein schon die winterlich-stürmische Atmosphäre an der Küste. Jeder der Bewohner von Skerry hat sein Päckchen zu tragen. Das Ausmaß wird erst nach und nach offenbar – scheinbar gibt es keine einzige glückliche oder auch nur zufriedene Person an diesem Ort.
Das große Thema dieser Geschichte ist Trauer. In erster Linie Dorothys Trauer, eine Lehrerin, die in Skerry niemals ganz angekommen ist und den Tod ihres Jungen nie verwunden oder auch nur ansatzweise verarbeitet hat. Irgendjemand (ich denke es war der Pfarrer), kommt nun auf die grandiose Idee, das aus dem Meer gefischte Kind, das so viele Ähnlichkeiten zu ihrem eigenen Jungen damals aufweist, ausgerechnet bei Dorothy unterzubringen. Damit sie eine Aufgabe hat und schließlich war sie ja selbst einmal Mutter.
Es gibt wirklich starke, bildhafte Szenen in diesem Buch. Sehr atmosphärisch, wenn auch durchwegs düster. Ich möchte aber auch die doch recht raumgreifende Liebesgeschichte zu Joseph, dem Fischer, nicht unterschlagen. Obwohl offensichtlich ist, dass die beiden einander anziehen, kommen sie doch nie zusammen. Eine Geschichte voller Irrungen und Wirrungen, Klatsch und Tratsch.
Erzählt wird auf zwei Zeitebenen – damals und heute. Wie Puzzlestücke fügt sich die Geschichte immer mehr zusammen. Auch wenn ich zwischendurch Mühe hatte dranzubleiben, mochte ich die Geschichte sehr gerne. Wirkliche Spannung kommt kaum auf. Die Sprache ist eher zart und so plätschert die Geschichte immer mal wieder ein wenig vor sich hin.
4 Sterne.

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Veröffentlicht am 09.07.2025

Gräben

Ungebetene Gäste
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Ungebetene Gäste – Ayelet Gundar-Goshen
In diesem Roman geht es sowohl um einen persönlichen Konflikt, der aus einem Unfall resultiert, als auch um größere kulturelle Vorbehalte und Abneigungen.
Die Geschichte ...

Ungebetene Gäste – Ayelet Gundar-Goshen
In diesem Roman geht es sowohl um einen persönlichen Konflikt, der aus einem Unfall resultiert, als auch um größere kulturelle Vorbehalte und Abneigungen.
Die Geschichte beginnt in Tel Aviv in einem Hochhaus. Die Jüdin Naomi ist allein mit ihrem kleinen Sohn Uri in der Wohnung und mit der Anwesenheit des arabischen Arbeiters, der den Balkon renovieren soll, überfordert. Die Situation eskaliert, als Uri in einem unbeobachteten Augenblick einen Hammer des Arbeiters über die Brüstung schiebt, der einen Passanten erschlägt. Der Araber wird ohne viele Fragen sofort abgeführt und Naomi findet sich in einem Gewissenskonflikt wieder. Eine wirklich toll dargestellte Szene, die die Gräben in Israel zwischen Juden und Arabern einmal mehr offenlegt.
Bald gibt es jedoch einen Ortswechsel. Naomi flieht gemeinsam mit ihrer Familie mehr oder weniger aus dieser unangenehmen Situation in die israelische Gemeinschaft nach Lagos in Nigeria. Hier sind sie nun die Fremden, die argwöhnisch beäugt werden. Leider konnte mich dieser Teil der Geschichte nicht mehr ganz so sehr überzeugen. Gut ausgearbeitet fand ich aber die inneren Konflikte, die jeder mit sich selbst ausficht, die jedoch auch das Zusammenleben in der Familie beeinträchtigen. Denn es gibt Dinge, vor denen kann man nicht weglaufen.
Die Autorin hat einen wirklich toll Schreib- und Erzählstil, mit dem sie den Finger immer wieder in die Wunde legt.
Insgesamt eine wirklich empfehlenswerte Lektüre.
4 Sterne

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Veröffentlicht am 07.07.2025

Palmer und Hudson

The Downside Of Single Dads (Lake Starlight 4)
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Palmer und Hudson
Dies ist ein weiterer Teil rund um die Bewohner des Städtchens Lake Starlight.
Es ist ja eigentlich der absolute Wahnsinn, wie viele Geschichten rund um die Baileys und Greenes es mittlerweile ...

Palmer und Hudson
Dies ist ein weiterer Teil rund um die Bewohner des Städtchens Lake Starlight.
Es ist ja eigentlich der absolute Wahnsinn, wie viele Geschichten rund um die Baileys und Greenes es mittlerweile gibt. Tatsächlich befinden wir uns ja nun schon in der zweiten Generation!
Da auch die Charaktere aus den früheren Bänden immer mal wieder auftauchen, ist es sicherlich sinnvoll, wenn man sich bereits etwas in dieses Kleinstadt-Leben eingelesen hat.
Hier geht es nun um Palmer und Hudson, die zusammen ihre gemeinsame Tochter Adley großziehen, allerdings kein Paar sind. Klar, worauf diese Geschichte hinausläuft.
Ich mag den Schreibstil des Autorinnenduos Piper Rayne sehr. Insbesondere die Szenen im Seniorenheim sind wie immer ziemlich cool.
4 Sterne.

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Veröffentlicht am 29.06.2025

Shearwater

Die Rettung
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Die Rettung – Charlotte McConaghy
Dominic Salt lebt mit seinen drei Kindern in einem alten Leuchtturm auf der abgeschiedenen Insel Shearwater, irgendwo zwischen Australien und der Antarktis. Bis vor kurzem ...

Die Rettung – Charlotte McConaghy
Dominic Salt lebt mit seinen drei Kindern in einem alten Leuchtturm auf der abgeschiedenen Insel Shearwater, irgendwo zwischen Australien und der Antarktis. Bis vor kurzem war hier noch ein Forscherteam zugange, das sich unter anderem um ein Archiv botanischer Samen kümmerten. Dieser Saatgutbunker scheint nun jedoch in Gefahr zu sein, denn das Wasser steigt. Die Forscher sind plötzlich verschwunden und die Kommunikationsmittel zerstört. Dafür wird während eines Sturms eine verletzte Frau, Rowan, angespült.
Ein großes Gewirr aus Geheimnissen und Lügen bildet sich. Denn sowohl Rowan als auch Dominic haben etwas zu verbergen. Dazu steigt der Meeresspiegel, die Insel ist von der Außenwelt abgeschnitten und das nächste Schiff wird erst in mehreren Wochen erwartet. Ich würde dieses Werk durchaus als atmosphärischen Spannungsroman bezeichnen.
Weder Rowan noch Dominic sind meiner Meinung nach Sympathieträger. Man weiß nicht, wem man trauen kann. Rowan handelt zudem oft unbedacht und verantwortungslos.
Viele Perspektivwechsel halten die Spannung hoch und sorgen für Abwechslung. Die Autorin ist Drehbuchautorin, was man an den vielen bild- und actionreichen Szenen durchaus erkennen kann. Manchmal wird es aber fast ein wenig zu viel, denn ein Drama jagt das nächste, was am Ende unglaubwürdig wirkt.
Die große Stärke dieses Romans ist seine Qualität als Klimaroman. Generell ein rießiges Thema in allen Werken der Autorin. Shearwater hat eine wunderschöne, fast völlig unberührte Natur und Tierwelt. Pinguine, Robben, Wale und unzählige Pflanzen besiedeln dieses Eiland und sind nun vom unmittelbaren Untergang bedroht. Diese Naturbeschreibungen sind großartig. Fast scheint es, die Insel ist hier die eigentliche Protagonistin. Stürme, der steigende Meeresspiegel und dazu noch eine ordentliche Portion Mystery schaffen eine besondere, düster-gruselige Atmosphäre.
Trotz der tollen Naturbeschreibungen und großen Themen, die die Autorin oft aber nur anreißt und nicht weiter ausführt, muss man diesen Roman meiner Meinung nach in erster Linie als Unterhaltungsroman lesen. In Figurenzeichnung und Glaubwürdigkeit der Handlungsentwicklung tauchen nämlich doch immer wieder Unstimmigkeiten auf. Es gibt viele Hinweise mit dem Holzhammer, die eher reißerisch wirken, was gar nicht nötig gewesen wäre.
Wie ich finde, ist dies insgesamt nicht das beste Werk der Autorin. Dennoch habe ich es sehr gerne gelesen.
4 Sterne.

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Veröffentlicht am 11.06.2025

Was wäre gewesen, wenn...

Im Leben nebenan
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Im Leben nebenan – Anne Sauer
Fast jeder hat sich wohl schon einmal Gedanken darüber gemacht, wie sein Leben verlaufen wäre, hätte man die ein oder andere Entscheidung anders getroffen. Genau mit diesem ...

Im Leben nebenan – Anne Sauer
Fast jeder hat sich wohl schon einmal Gedanken darüber gemacht, wie sein Leben verlaufen wäre, hätte man die ein oder andere Entscheidung anders getroffen. Genau mit diesem Gedankenspiel beschäftigt sich dieser Roman.
Antonia wacht eines Morgens auf und wacht in einem anderen Leben auf – mit ihrer Jugendliebe als Ehemann und einem Säugling. Die Entscheidung, ihr Heimatdorf und Adam zu verlassen um in der Stadt ein Leben mit ihrem langjährigen Freund Jakob zu führen – sie wurde nie getroffen. Und so pendelt die Geschichte zwischen zwei Parallelwelten hin und her. In der Stadt führt Antonia ein Leben mit Jakob, ohne Kind – am Dorf hat sie plötzlich einen Säugling zu versorgen und einen Ehemann, den sie eigentlich nie wollte.
Die Was-wäre-wenn-Frage greift viele existentielle Themen auf. Was braucht man um glücklich zu sein, ist nur eine von vielen. Gerade die Rolle einer Frau mit bzw. ohne Kind in der Gesellschaft ist ein großes Thema.
Der Schreibstil ist locker-leicht und zieht den Leser sogartig mitten ins Geschehen. Gerade Anfangs war ich sehr begeistert von diesem Roman, gegen Ende hatte ich dann das Gefühl verstehen zu wollen (nicht gelungen), wie die beiden Parallelwelten zeitlich zueinander stehen. Zu viele Überkreuzungen haben mich eher irritiert und Fragen aufgeworfen.
Insgesamt habe ich dieses nachdenklich machende Buch aber sehr gerne gelesen. 4 Sterne.

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