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Veröffentlicht am 06.09.2025

Dystopie? Utopie? Dystopische Utopie? Utopische Dystopie?

All Better Now
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Ich muss gestehen, ich habe bereits mehrere Bücher von Neal Shusterman in meinem Regal stehen, kam bisher aber noch nicht dazu, diese zu lesen. Daher ist "All Better Now" mein erstes Werk von ihm und ich ...

Ich muss gestehen, ich habe bereits mehrere Bücher von Neal Shusterman in meinem Regal stehen, kam bisher aber noch nicht dazu, diese zu lesen. Daher ist "All Better Now" mein erstes Werk von ihm und ich bin nicht enttäuscht, noch weitere hier stehen zu haben.
Das Buch lebt von dem einnehmenden und fesselnden Schreibstil des Autors, wodurch es sich flüssig weg lesen lässt. Wir erleben die Story aus verschiedenen Perspektiven und jeder Charakter für sich ist nachvollziehbar und komplex gezeichnet. Jede Figur hat ihre eigene Haltung zu dem Geschehen und verschiedene Grundüberzeugungen, die die unterschiedlichen Standpunkte kennzeichnen. Ich konnte jeden Charakter gefühlt teilweise verstehen, was ein inneres Dilemma erzeugt. Gerade diese Widersprüche und innere Zerrissenheit haben viele vermutlich während Corona erlebt, was hier gut aufgegriffen wird. Die Parallelen zur COVID-19-Pandemie sind offensichtlich und auch ich hatte Déjà-vus.
Klare Leseempfehlung! Ein tolles Werk, mit dem viele Geschehnisse der letzten Jahre nochmal aufgearbeitet werden können.

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Veröffentlicht am 03.09.2025

"Eines Tages wirst du die Verbindung zur Realität komplett verlieren."

Die Frau in den Fluten
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"Die Frau in den Fluten" ist mein erstes Buch von Loreth Anne White, weshalb ich völlig unvoreingenommen in die Story gestartet bin und einfach happy bin, so einen tollen Thriller gelesen zu haben.
Es ...

"Die Frau in den Fluten" ist mein erstes Buch von Loreth Anne White, weshalb ich völlig unvoreingenommen in die Story gestartet bin und einfach happy bin, so einen tollen Thriller gelesen zu haben.
Es wird sich nicht lange mit Vorgeplänkel aufgehalten, wir starten direkt mit der Fahrerflucht und lernen zügig die handelnden Personen kennen. Die Charaktere waren mir zu Beginn durch die Bank weg unsympathisch, was mich nicht daran hinderte, mit ihnen mitzufiebern und neugierig zu sein, welches Geheimnis jeder einzelne von ihnen versucht zu verbergen. Im Verlauf wurde mir Chloe immer sympathischer, ich fühlte mit ihr mit und vor allem ihre psychischen Aspekte mit bspw. ihrem Mutter-Introjekt fand ich super spannend. Als Psychologin waren aber alle Charaktere mit ihrer Bandbreite an Besonderheiten ein Fest. Daher wurde es mir nie langweilig, auch der angenehm flüssige und spannende Schreibstil trug zum konstant hohen Spannungsbogen bei.
Die Struktur mit vielen kurzen Kapiteln und genauer zeitlicher Einordnung war sehr angenehm und übersichtlich, sodass sich alles nach und nach zusammenfügte. Das Ende war keine große Überraschung, aber es ist auch schön, mal richtig zu liegen. Ich hatte definitiv schöne Lesestunden.

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Veröffentlicht am 31.08.2025

"Das Leben ist, was wir daraus machen."

Himmelerdenblau
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Romy Hausmann ist nach einer Pause zurück und zwar mit einem ordentlichen Knall! Alter Verwalter, was für ein Thriller.
Die Story mutet auf den ersten Blick ruhig und unspektakulär an: Vor 20 Jahren ist ...

Romy Hausmann ist nach einer Pause zurück und zwar mit einem ordentlichen Knall! Alter Verwalter, was für ein Thriller.
Die Story mutet auf den ersten Blick ruhig und unspektakulär an: Vor 20 Jahren ist die damals 16-jährige Julie spurlos verschwunden, jetzt widmen sich Liv und Phil in ihrem True Crime Podcast dem Fall. Julies Vater, der nie aufgehört hat zu suchen, schöpft damit neue Hoffnung. Doch es ist Eile geboten, denn die fortschreitende Demenz Theos sorgt für immer weniger helle Momente.
Doch das Buch hat mich ab Seite 1 gepackt und immer wieder tief berührt. Besonders die Kapitel aus Theos Sicht haben mich nicht losgelassen. Die Autorin beschreibt erschreckend authentisch seine Perspektive und sein Erleben, sodass sich mehr als einmal die Frage stellt: Was bleibt von einem im Verlauf so einer Erkrankung?
Alle Figuren sind wundervoll gezeichnet, sie sind vielschichtig, menschlich und nachvollziehbar. Jeder Perspektivwechsel hielt die Spannung konstant sehr weit oben und brachte neue Emotionen mit sich. Auch die immer wieder in die irreführenden Spuren und Wendungen haben mich die ganze Zeit miträtseln und mitfiebern lassen.

Insgesamt ein extrem tief berührender und trotzdem konstant spannender Thriller, der mit Authentizität überzeugt. Ein Buch über das Verschwinden von Menschen, ob körperlich oder psychisch, und was bleibt.
Ganz klare Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 11.06.2025

"Das Wort "ineffizient" schießt durch meinen Kopf wie ein Stromschlag, der mich von dieser Krankheit zu heilen versucht."

Morbus Inertia
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Einfach wow! Was ein Buch! Ich fliege selten so schnell durch eine Story wie durch diese. In "Morbus Inertia" erschafft Jennifer Fortein eine düstere und beklemmende Welt, in der nur Effizienz zählt. Diese ...

Einfach wow! Was ein Buch! Ich fliege selten so schnell durch eine Story wie durch diese. In "Morbus Inertia" erschafft Jennifer Fortein eine düstere und beklemmende Welt, in der nur Effizienz zählt. Diese beängstigende Atmosphäre zieht sich durch das ganze Buch, als Leser bekommt man nur wenig Verschnaufpausen davon.
Wir begleiten die Protagonistin Caitlyn, aus deren Perspektive wir die Story erleben. Keine Perspektivwechsel, keine Zeitsprünge oder Rückblicke, kein Schnick Schnack, das braucht es hier auch einfach nicht. Das Buch ist von der ersten bis zur letzten Seite ultraspannend, sodass ich es nur schwer aus der Hand legen konnte. Ich war vorher etwas misstrauisch, wie so viel auf 300 Seiten passen soll. Aber weder das World Building noch die Ausgestaltung der Charaktere kommen zu kurz. Ich konnte mir das Setting gut vorstellen, phasenweise hatte ich schon selbst das Gefühl, ich hätte ein Kratzen im Hals. Die Figuren sind nahbar und authentisch, jeder einzelne Charakter verschieden.
Ich hätte noch ewig weiterlesen können, aber da war das Buch schon vorbei. Eine tolle Story, die viel zum Nachdenken anregt und nachhallt. Klare Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 31.05.2025

"Früher wäre mir das nicht passiert, dämlicher Friede."

Ein Echo aus stählerner Zeit
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Danke an den Autor für das Rezensionsexemplar und dass er mit mir die Premiere gewagt hat: meinen ersten historischen Kriminalroman zu lesen. Am Anfang brauchte ich etwas, um reinzufinden, aber durch den ...

Danke an den Autor für das Rezensionsexemplar und dass er mit mir die Premiere gewagt hat: meinen ersten historischen Kriminalroman zu lesen. Am Anfang brauchte ich etwas, um reinzufinden, aber durch den angenehmen und bildhaften Schreibstil fiel mir dies immer leichter.

Die Story ist in 8 Kapitel entsprechend der 8 Tage nach dem "Unfall" eingeteilt, was die Abschnitte manchmal sehr lang erscheinen lässt. Die Spannung bleibt trotzdem überwiegend konstant, nur in der Mitte zog es sich für mich etwas.

Das Setting, die Figuren und die Stimmung sind sehr detailreich und realitätsnah eingefangen, wodurch das Buch seinen ganz eigenen Sog entwickelt. Wer Erzählungen aus der Nachkriegszeit von seinen Großeltern kennt, wird hier das ein oder andere Deja Vu haben.

Ich bin sehr froh, dass ich das Buch lesen durfte und bin neugierig, wie es im nächsten Band weitergeht.

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