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Veröffentlicht am 12.06.2025

Künstlertreiben in Paris

Montmartre - Licht und Schatten
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Es ist der Sommer 1866 in Paris, als zwei Mädchen am gleichen Tag geboren werden: Elise, die in ärmsten Verhältnissen allein mit ihrer Mutter aufwächst und Valerie, aus behütetem Haus, ihr Vater ist ein ...

Es ist der Sommer 1866 in Paris, als zwei Mädchen am gleichen Tag geboren werden: Elise, die in ärmsten Verhältnissen allein mit ihrer Mutter aufwächst und Valerie, aus behütetem Haus, ihr Vater ist ein etablierter Kunsthändler und Galerist. In wechselnden Perspektiven erleben wir, wie die beiden Mädchen zu jungen Frauen heranwachsen, sich zwischendurch auch begegnen, jede von beiden ihrem eigenen Lebenstraum folgend. Elise träumt davon, gefeierte Tänzerin auf dem Montmartre zu werden, Elise ist eine begabte Malerin und möchte sich in der von Männern dominierten Künstlerszene etablieren.
Es handelt sich bei diesem Roman um den ersten Teil einer Dilogie. Ich kenne bereits einige Werke der Autorin, der es auch hier wieder wunderbar gelungen ist, eine Atmosphäre zu schaffen, die einen tief in das Geschehen hineinzieht. Das Leben der beiden jungen Frauen in einer Zeit, in der die Pariser Künstlerszene zu wachsen begann, wurde hier für mich so lebendig geschildert, dass ich mich oft selbst inmitten all der Maler, Tänzerinnen und anderer Künstler gefühlt habe. Geschickt wurden historische Figuren wie Toulouse-Lautrec, van Gogh und Renoir mit in die Geschichte verwoben und mir eine Zeit aufgezeigt, die einerseits von Armut, dann aber auch von großem Zusammenhalt und auch Konkurrenz in der Künstlerszene geprägt war. Dabei wurden die durchaus sympatischen und auf jeden Fall authentischen Figuren so lebendig für mich, dass ich sie gerne für einige Tage während meiner Lektüre durch ihre Zeit begleitet habe.
Wer wissen möchte, wie sich vor allem die beiden Frauenfiguren weitereintwickeln, darf sich im Herbst 2025 auf eine Fortsetzung freuen, so wie ich es machen werde!

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Veröffentlicht am 03.06.2025

Hochspannung

Sturm über den Mühlen
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Auf einer Klassenfahrt in den Niederlanden verbringt der deutsche Schüler Rick eine Nacht mit der Servicekraft Kim, die nicht ohne Folgen bleibt, für ihn jedoch zunächst unwissentlich. Acht Jahre später, ...

Auf einer Klassenfahrt in den Niederlanden verbringt der deutsche Schüler Rick eine Nacht mit der Servicekraft Kim, die nicht ohne Folgen bleibt, für ihn jedoch zunächst unwissentlich. Acht Jahre später, Rick ist noch Student, steht Kim vor seiner Tür, um ihm seine 8jährige Tochter Marijke zu übergeben, sie muss aus wichtigen Gründen für ein halbes Jahr nach Amerika. In einer dritten Zeitebene ist Marijke bereits erwachsen, sie lebt mit ihrem Vater zusammen, beide scheinen getrieben von Ängsten zu sein, deren Gründe wohl in der Vergangenheit liegen.

Die Autorin präsentiert uns hier eine superspannende Geschichte, eine Mischung aus Familiendrama und Krimi, bei dem man gar nicht mehr aufhören kann, zu lesen. Was ist wohl das Geheimnis, das Vater und Tochter seit Jahren umgibt und aufgrund dessen sie immer irgendwie auf der Flucht zu sein scheinen? Alle drei Hauptfiguren sind hier so authentisch gezeichnet, allen gehörte während des Lesen meine absolute Sympathie. Am Rande erfährt man auch noch etwas über eine schöne niederländische Region, welches das Buch zusätzlich angenehm auflockert.

Bis zum Schluss wurde hier der Spannungsbogen hochgehalten, wer ist Freund, wer ist Feind, so dass ich lange mitgefiebert habe, wie die Geschichte ausgeht. Gerne fünf wohlverdiente Sterne für tolle Lesestunden!

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Veröffentlicht am 30.05.2025

Traumatische Erlebnisse

Am Meer ist es schön
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Ende der 60er Jahre: Die achtjährige Susanne wird auf Veranlassung des Schularztes zur Erholung in ein Kinderkurheim an die Nordsee geschickt. Die Vorfreude ist gross, die Eltern versprechen, sie abzuholen, ...

Ende der 60er Jahre: Die achtjährige Susanne wird auf Veranlassung des Schularztes zur Erholung in ein Kinderkurheim an die Nordsee geschickt. Die Vorfreude ist gross, die Eltern versprechen, sie abzuholen, sollte das Heimweh zu gross werden.
Gegenwartsebene: Susanne sitzt am Bett ihrer sterbenden Mutter, die Erlebnisse an der Nordsee hat sie auch als Erwachsene nie verwinden können, denn das Leben im Erholungsheim war der absolute Horror, Ärzte und Schwestern grausam und brutal zu den Kindern, Briefe nach daheim wurden abgefangen, die Kleinen zu positiven Berichten gezwungen. Einzig die Freundschaften der Kinder untereinander halfen ihnen, die schlimme Zeit zu überstehen.
Dieser Roman beruht auf wahren Begebenheiten - und das ist das, was einen als Leser besonders hier mitnimmt. Ungeschönt berichtet die Autorin von grausamen Verhaltensweisen einer Ärzte-und Erziehergeneration, die offenbar noch von nachklingenden Nazi-Ideologien geprägt waren und denen dabei jegliches Unrechtsbewusstsein fehlte. Beim Lesen musste ich manches Mal schlucken, dennoch konnte ich das Buch kaum beiseite legen. Die Freundschaften unter den Kindern stellten hier einen positiven Ausgleich dar, wobei auch hier einige Kinder durch weitere unschöne Verhaltensweisen diese zu ihrem Vorteil zu nutzen verstanden.
Der Wechsel zwischen den Zeiten ist dabei für mich gut und feinfühlig eingesetzt, auch die Figur der kurz vor dem Tod stehenden Mutter Susannes bekommt hier noch ihren kleinen aber wichtigen Auftritt.
Ein für mich sehr gelungener und bewegender Roman, der die volle Punktzahl verdient hat!

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Veröffentlicht am 21.05.2025

Familiengeheimnisse

Stromlinien
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So vielschichtig wie das Cover ist auch die Geschichte. Enna und Jale, mittlerweile 17jährige Zwillinge, sind in den Elbmarschen bei ihrer Großmutter aufgewachsen, die Mutter Alea sitzt seit Jahren im ...

So vielschichtig wie das Cover ist auch die Geschichte. Enna und Jale, mittlerweile 17jährige Zwillinge, sind in den Elbmarschen bei ihrer Großmutter aufgewachsen, die Mutter Alea sitzt seit Jahren im Gefängnis. Beider fiebern auf den Tag der Entlassung hin. Als der große Tag kommt, verschwinden sowohl Jale als auch Alea. Die verbleibende Enna begibt sich auf Spurensuche, die sie weit zurück in die Vergangenheit und in die Geschichte der Familie führt.

Ein immer wieder gern gelesenes Thema der sogenannten "Familiengeheimnisse" ist hier für mich sehr gut umgesetzt, unterstützt durch die Erzählweise auf verschiedenen Zeitebenen, die bis in die 20er Jahre des vergangenen Jahrhunderts zurückgehen. Besonders gelungen sind hier vor allem die Naturbeschreibungen einer so schönen Landschaft, die durchgehend den Leser in eine tolle Stimmung versetzen. Da kann ich auch einige Längen in der Schreibweise gerne verzeihen.

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Veröffentlicht am 19.05.2025

Auf der Suche

Der Kindersuchdienst (Kindersuchdienst 1)
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Wir befinden uns 10 Jahre nach dem zweiten Weltkrieg in Hamburg, immer noch suchen so viele Menschen nach ihren Angehörigen, insbesondere vermissen Eltern ihre Kinder und umgekehrt. Diesen Schicksalen ...

Wir befinden uns 10 Jahre nach dem zweiten Weltkrieg in Hamburg, immer noch suchen so viele Menschen nach ihren Angehörigen, insbesondere vermissen Eltern ihre Kinder und umgekehrt. Diesen Schicksalen hat sich der Kindersuchdienst des Roten Kreuzes angenommen. Dort begegnen sich Annegret, alleinerziehende Mutter eines kleinen Jungen, sowie Charlotte, junge Frau aus einer angesehenen Reederfamilie, die dort beide aus unterschiedlichen Gründen eine Arbeit gesucht und auch gefunden haben.

Diesem Roman liegen historisch belegte Tatsachen zu Grunde. Der Kindersuchdienst wurde in den 50er Jahren und auch später von vielen Menschen als letzte Hoffnung angesehen, mit zunächst einfachsten Mitteln wurden in langwieriger Kleinarbeit Karteikarten mit Suchanfragen untereinander abgeglichen. Welcher Aufwand und dennoch immer ein großes Fest, wenn eine Familie zusammengeführt werden konnte. Die fiktive Geschichte von Annegret und Charlotte hat die Autorin hier sehr gut in dieses feinfühlig dargestellte Thema eingearbeitet. Zwei zwar sehr gegensätzlliche, aber insgesamt doch sehr sympathische Charaktere, die beide für ihren eigenen Weg und ihr eigenes kleines Glück kämpfen. Höhepunkt des Romans sind hier jedoch für mich einige Kinderfiguren, die in schweren Zeiten versuchen, selbst für sich einzustehen und ebenfalls nur wieder glücklich sein wollen im Leben.

Mich hat dieser Roman sehr mitgenommen, die fiktiven Schicksale, die so oder so ähnllich in der Wirklichkeit bestimmt häufig so abgelaufen sind, haben mich sehr berührt. Ein wichtiges Thema, das nicht vergessen werden sollte.

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