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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.12.2025

Packende Peaky Blinders Vibes

House of Bane and Blood (Order and Chaos, Band 1) – Packende Rivals to Lovers Romantasy
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Die Hörbuchsprechenden machen ihren Job unheimlich gut. Die Geschichte hat von Anfang an eine enorme Sogwirkung. Ich liebe das detaillierte Setting, die atmosphärische Beschreibung der Epoche und vor allem ...

Die Hörbuchsprechenden machen ihren Job unheimlich gut. Die Geschichte hat von Anfang an eine enorme Sogwirkung. Ich liebe das detaillierte Setting, die atmosphärische Beschreibung der Epoche und vor allem den greifbaren Peaky Blinders Vibe. Letzterer in Kombination mit den individuell neugeschöpften Kreaturen haben den Roman für mich zu etwas Besonderem gemacht, sodass die Geschichte noch einige Zeit hängen bleiben wird.
Bei der Protagonistin bin ich etwas hin- und hergerissen, weil sie einerseits teilweise etwas naiv handelt, andererseits aber sehr behütet und wohlhabend aufgewachsen ist. Und ihre schlagfertige, ideenreiche Art hat mir gut gefallen. Ich liebe es auch, dass sie alles geerbt hat und trotz der Epoche diesbezüglich über ihren Brüdern steht.
Nico mochte ich von Anfang an unheimlich gern, wobei ich mir erst unsicher war, woran ich bei ihm bin, das kristallisiert sich erst ab der Hälfte heraus.
Es gibt so gut wie keine Längen, die Handlung ist durchweg spannend und ereignisreich, die Nebenfiguren sind top ausgearbeitet, allesamt haben ihre Ecken und Kanten und man weiß nie genau, wem man vertrauen kann. Der found family vibe ist großartig. Genauso wie diese wunderschöne Gestaltung des Prints!
Die Spice-Szenen waren für mich in dem Kontext etwas over the top, ggf liegt es an der Übersetzung.
Dennoch ist die erste Hälfte als slow burn angelegt, sodass die Gefühle der beiden nachvollziehbar sind, es gleichzeitig von Anfang an geknistert hat.
Endlich mal wieder etwas ganz anderes! ♡ ich bin wirklich positiv überrascht, das Hörbuch hat meine Erwartungen übertroffen.
4.5 ☆ mit Leseempfehlung

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Veröffentlicht am 12.06.2025

unglaublich starkes Worldbuilding

To Tempt a God
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Das Worldbuilding hat mich am meisten überzeugt, vlt. war es sogar das individuellste, ausgearbeitetste, von dem ich dieses Jahr gelesen habe. Die Welt liegt in völliger Dunkelheit, seit die Götter auf ...

Das Worldbuilding hat mich am meisten überzeugt, vlt. war es sogar das individuellste, ausgearbeitetste, von dem ich dieses Jahr gelesen habe. Die Welt liegt in völliger Dunkelheit, seit die Götter auf die Erde kamen, nur bei ihnen gibt es Licht und die Beschaffung ist illegal. Das alles war eingebettet in eine moderne, dystopische Stadt, die so bildhaft und detailliert beschrieben war, dass das Hörbuch einfach nur fantastisch sein muss. Auch bei den Göttern war das Setting großartig!

Der Plot selbst hat mir auch richtig gut gefallen. Die Ausgangssituation begann richtig spannend und so endete es auch. Es gab keine Längen, viele Plot Twists, reichlich top ausgearbeitete Figuren und einen zügig fortlaufenden Stil mit spannenden Rückblenden. Annas Schreibstil ist unglaublich gut. Trotzdem hat es mir hin und wieder an richtig tiefen Emotionen gefehlt, die mir direkt ins Herz gegangen wären, ich würde es vom Stil her deswegen fast ab 14 statt 16 empfehlen.

Beide Protagonisten mochte ich unheimlich gern. Aurora ist mutig, selbstsicher, mit Ecken und Kanten, steht für ihre Überzeugungen ein, fällt niemals jemandem in den Rücken. Und auch Colden überzeugte als green flag prota mit Gewissen, Anstand und bookboyfriend Charakter. Ich mochte sie als Paar total gern.

Insgesamt konnte mich der Roman, wenn ich ihn als YA einordne, vollends überzeugen. Allein schon durch das Worldbuilding ist das Lesen mehr als empfehlenswert, wie es in den Vorgängern schon der Fall war! Das Page Overlay hat @rosalynnarts gestaltet, just wow :) und die Cover dieser Reihe!! 💗

4.5 ⭐

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Veröffentlicht am 10.06.2025

spannendes Magiesystem!

Broken Souls and Bones - Feind. Beschützer. Geliebter.
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Plot & Worldbuilding haben mich von der ersten bis zur letzten Seite vollends überzeugt. Es war einfach mal etwas ganz Neues. Seelenmagie, Knochenwirken. Die Fähigkeit, Knochen neu miteinander zu verbinden ...

Plot & Worldbuilding haben mich von der ersten bis zur letzten Seite vollends überzeugt. Es war einfach mal etwas ganz Neues. Seelenmagie, Knochenwirken. Die Fähigkeit, Knochen neu miteinander zu verbinden oder neue Splitter einzuweben, die die Seelen ihrer ursprünglichen Besitzer beinhalten.
Zu Beginn fiel es mir etwas schwer, mich in dem weitgefächerten, ausgedachten Vokabular, Personennamen und Orten zurecht zu finden, doch je weiter ich las, desto leichter fiel es mir. Das Register am Ende war dafür sehr hilfreich :)

Lyra ist eine sympathische, toughe Protagonistin mit Ecken & Kanten, ich habe mit ihr gefiebert und fand sie zu jeder Zeit authentisch und wahnsinnig mutig.
Roak ist ein wundervoller Bookboyfriend mit dem Herz am rechten Fleck, Geheimnissen und die Gebärdensprache hat ihn v. a. im Fantasy Genre besonders & so liebenswert gemacht.
Die Slow Burn Romance war v.a. wg der Flashbacks absolut nachvollziehbar.

Lyras Driften in die Schattenwelt und die dort lauernde Kreatur fand ich tatsächlich am spannendsten, weil die Szenen so mysteriös und unvorhersehbar waren.
Die Auflösung hatte es wirklich in sich!

Einerseits fand ich das Worldbuilding richtig stark, andererseits war es mir lokal schon etwas zu sehr begrenzt mit über 500 Seiten primär in der Burg - ich denke mal, in Bd 2 wird sich das ausweiten.
Die Nebenfiguren haben es mir besonders angetan, v.a. Thane als Green Flag Prinz, und seine Verlobte Yrsa. Es gab keine Stereotypen, sondern nur top ausgearbeite Individuen.

Am besten hat mir das Unvorhersehbare gefallen, man musste nie so recht, was als nächstes kommt oder wer was verbirgt. Königshof-Intrigen eben. Zudem ist der Schreibstil ein bisschen gehobener, was die Qualität des Textes für mich nochmal ganz besonders und genau richtig fordernd gemacht hat.
Am meisten hat mich jedoch dieses außergewöhnliche, durchdachte und neue Magiesystem überzeugt - allein deswegen möchte ich unbedingt weiterlesen :)

4.5 ⭐

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Veröffentlicht am 31.03.2025

Feminismus & Identitätsfindung

Dream Count
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ca. 10 Jahre nach ihrem letzten Roman startet die Autorin mit einem neuen Bestseller in der Frauenliteratur.
Es geht um die miteinander verwobenen Leben von vier Frauen zwischen dem Wunsch nach Sichtbarkeit, ...

ca. 10 Jahre nach ihrem letzten Roman startet die Autorin mit einem neuen Bestseller in der Frauenliteratur.
Es geht um die miteinander verwobenen Leben von vier Frauen zwischen dem Wunsch nach Sichtbarkeit, Feminismus und Liebe.

Chiamaka ist eine wohlhabende Reiseschriftstellerin, die hin- und hergerissen ist zwischen Nigeria und den USA. Sie arbeitet die Vergangenheit mit ihren Ex-Freunden auf, die es ziemlich in sich hat. Für die meisten hat sie ihre Träume und Identität aufgegeben, es hat mich so mitgenommen, wie C. nicht für sich selbst eingestanden ist & hoffe, das Buch rüttelt diejenigen Frauen auf, die Peoplepleasing vor ihr eigenes Glück stellen. Die Message: Selbstliebe statt sich auf der Suche nach externer Liebe für einen Mann zu verbiegen.

Das Schicksal ihrer Haushälterin Kadiatou hat mich besonders tief berührt, weil es auf einem wahren Gerichtsfall beruht. Dabei ging es um 🍇 durch einen reichen weißen Mann. Der Prozess wurde für ihn entschieden, weil es keine Beweise/Zeugen gab, wie es einfach viiiel zu oft passiert. Es ist grausam. Der Frau wurden die Worte im Mund verdreht, man hat ihr aufgrund ihrer Herkunft nicht geglaubt & irgendwann war ihre Scham, den Fall wieder und wieder beschreiben zu müssen, so groß, dass sie lieber geschwiegen hat. Das Buch ist ein Appell, hinzusehen, zu unterstützen, nicht zu schweigen.

Obwohl der Roman teilweise seine Längen hatte und es eher literarisch-philosophisch gehalten wird anstelle eines temporeichen Plots, überzeugt er durch eine emotionale, tiefsinnige Aufarbeitung des Frauseins zu einer Zeit, in der nach wie vor keine Gleichberechtigung herrscht. Kein Roman schreit so sehr Feminismus wie dieser.

Wer ein eher ruhiges Buch über den Support unter Frauen und der Suche nach Identität, Abgrenzung und Selbstliebe sucht, ist hier goldrichtig. Sprachlich anspruchsvoller Erzählstil auf literarisch-gehobene Weise. Beeindruckend!
4.5 ⭐

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Veröffentlicht am 24.03.2025

Spannende Charaktere, Plot zum Nachdenken

Engel der letzten Nacht
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Es ist gar nicht so leicht, das Buch zusammenzufassen. Es geht um einen Teenager, der die beste Nacht seines Lebens erleben möchte, ehe er sich das Leben nimmt. Vom Erzählton her ist es aber gar nicht ...

Es ist gar nicht so leicht, das Buch zusammenzufassen. Es geht um einen Teenager, der die beste Nacht seines Lebens erleben möchte, ehe er sich das Leben nimmt. Vom Erzählton her ist es aber gar nicht so drückend, wie es sich auf den ersten Blick anhört, sondern wie ein ganz lockeres Jugendbuch geschrieben.

Dabei finde ich die Herangehensweise besonders gelungen. Wir begleiten Kester durch die ganze Nacht und immer dann, wenn etwas passiert, das lebensgefährlich enden könnte, endet der Autor kurz vorher mit einem "Aber was, wenn es anders gelaufen wäre?". Heißt, es wird auf grau gedruckten Seiten der worst case beschrieben, der letztlich aber gar nicht eintritt - wie in diesen Kinderbüchern, bei denen man sich den Weg/das Ende aussuchen kann. Das war richtig gut durchdacht.

Die teils skurrilen, interessantan Charaktere, die er während seiner letzten Nacht trifft, überzeugten durch Authentizität, die Figurenentwicklung und dieses Aufeinandertreffen mit ganz eigenen Persönlichkeiten machten das Lesen richtig spannend. Innenschau und Figuren standen definitiv im Fokus.

Der flüssige, lockere und überhaupt nicht düstere Schreibstil haben mich von Anfang an gepackt, wobei der Plot zum Ende hin irgendwie etwas ins Philosophische ging und ich ehrlich gesagt gar nicht 100% verstanden habe, wie genau es ausging und ob der Protagonist überlebt hat - aber vlt ist das der Sinn der Sache? Dass es zur Interpretation offen bleibt?

Das Lesen hat definitiv Spaß gemacht, was merkwürdig klingen mag bei dem prägnanten Mental Health Plot, aber die Figuren machten es einfach so eigenwillig und interessant, dass ich es nicht anders sagen kann. Außerdem fand ich diese "was wäre wenn"-Message einfach unglaublich gut ausgearbeitet, sie regt definitiv zum Nachdenken an.
Gefehlt haben mir so ein bisschen die tieferen Beweggründe des Protagonisten und dass das Thema Suiz1dgedanken nicht ganz so auf die leichte Schulter genommen wird von den handelnden Figuren.

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