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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 23.07.2025

Gutes Thema, aber leider nicht gut erzählt

Dein Körper glaubt dir alles
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Ich fand das Thema von Anfang an total spannend – wie groß der Einfluss unserer Gedanken auf Heilung sein kann, fasziniert mich schon lange. Umso mehr habe ich mich auf dieses Buch gefreut und auf wissenschaftlich ...

Ich fand das Thema von Anfang an total spannend – wie groß der Einfluss unserer Gedanken auf Heilung sein kann, fasziniert mich schon lange. Umso mehr habe ich mich auf dieses Buch gefreut und auf wissenschaftlich fundierte, klar strukturierte Einblicke in den Placebo-Effekt gehofft.

Ein paar interessante neue Perspektiven waren tatsächlich dabei: etwa Placebo-Effekte unter Narkose, der Umgang mit Generika oder der Nocebo-Effekt. Auch der Einstieg ins Thema war vielversprechend und gut verständlich. Danach hat mich das Buch leider zunehmend verloren.

Der Aufbau wirkt sprunghaft, manchmal sogar ein bisschen konfus – es ging plötzlich nicht mehr wirklich um Placebo, sondern eher allgemein um die Arzt-Patienten-Beziehung, Kommunikation, Empathie, Erwartungshaltungen. Alles irgendwie verwandt mit dem Thema, aber nicht immer sinnvoll verbunden. Ich hätte mir da mehr roten Faden gewünscht.

Auch stilistisch war es schwierig: Teilweise klang es fast wie ein wissenschaftlicher Fachartikel, dann wieder sehr locker bis belehrend. Der Wechsel zwischen Ansprache an Ärzt:innen und Patient:innen ohne klare Trennung hat das Ganze zusätzlich unruhig gemacht. Ich hatte oft das Gefühl, das Buch wüsste selbst nicht, an wen es sich eigentlich richtet.

Dazu kamen viele Wiederholungen, viele Abscheifungen und oft nur oberflächliche Studiennennungen – da hätte ich mir mehr Einordnung und Tiefe gewünscht. Vor allem: Was bedeutet ein signifikanter Unterschied konkret? Wie groß ist der Effekt? Ist das übertragbar?

Viel mitnehmen konnte ich leider nicht – außer vielleicht den Appell, als Patientin mit einer positiven Haltung in den Arzttermin zu gehen. Das ist natürlich ein sinnvoller Impuls, aber für ein ganzes Buch über Placebo doch etwas wenig.

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Veröffentlicht am 02.07.2025

Witzige Idee, aber inhaltlich leider überhaupt nicht rund

My Italian Lovestory
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Eine Geschichte, bei der man selbst Entscheidungen treffen kann? Das hat bei mir richtig Nostalgie ausgelöst – sowas mochte ich früher total gern! Im Text verstecken sich sogar Rezeptideen zwischendurch ...

Eine Geschichte, bei der man selbst Entscheidungen treffen kann? Das hat bei mir richtig Nostalgie ausgelöst – sowas mochte ich früher total gern! Im Text verstecken sich sogar Rezeptideen zwischendurch (die Mandelplätzchen klingen super – die probiere ich!).

Aber inhaltlich hat es bei mir leider gar nicht funktioniert. Die Geschichte ist wahnsinnig kurz und fühlt sich total gehetzt an. Die Kapitel springen einfach wild hin und her, ohne dass die Übergänge Sinn ergeben oder irgendwas vernünftig eingeleitet wird. Man ist plötzlich in einer komplett neuen Situation, ohne zu wissen, wie es dazu kam. Teilweise haben die Kapitel nicht mal zusammengepasst, obwohl sie aufeinander folgen sollten – das hat mich echt rausgebracht.

Die Charaktere bleiben sehr flach, es passiert alles viel zu schnell, und emotionale Entwicklungen wirken eher aufgesetzt als nachvollziehbar. Ich hatte das Gefühl, man arbeitet einfach eine Liste an Romance-Tropes ab, aber ohne Tiefe oder echte Spannung. Auch sprachlich war das Ganze eher schlicht – es hat sich für mich eher wie ein schnell runtergeschriebener Wattpad-Text gelesen als wie ein veröffentlichtes Buch.

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Veröffentlicht am 12.06.2025

Für Viele gut - für mich nix

Sag deiner Angst, sie kann gehen!
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Es freut mich wirklich, dass viele Leserinnen und Leser das Buch als hilfreich und bereichernd empfinden. Das ist schön zu sehen – ein voller Erfolg für die Autorin! Für mich persönlich war es leider nicht ...

Es freut mich wirklich, dass viele Leserinnen und Leser das Buch als hilfreich und bereichernd empfinden. Das ist schön zu sehen – ein voller Erfolg für die Autorin! Für mich persönlich war es leider nicht das Richtige.

Der Schreibstil hat mir nicht so gut gefallen. Er wirkte auf mich ein bisschen zu locker, stellenweise unausgereift und häufig durchsetzt mit Smileys und persönlichen Kommentaren – das ist sicher Geschmackssache, aber für mich eher anstrengend. Dazu kommen viele persönliche Erfahrungen, Geschichten anderer Betroffener und kurze, fast schon philosophische Gedankenanstöße. Wer das mag, findet darin vielleicht etwas – mir war das zu viel.

Das Buch ist in drei große Teile untergliedert (Gedanken, Körper, Seele), die wiederum in viele kleine Unterkapitel aufgeteilt sind. Das liest sich zwar leicht und schnell, aber durch die vielen Überschneidungen und Wiederholungen hätte ich mir eine klarere Struktur gewünscht. Zum Beispiel: Theorie > persönliche Erfahrungen > Umgang > Übungen – das hätte mir mehr Orientierung gegeben. So empfand ich vieles als recht verstreut.

Inhaltlich geht es um das große Thema Angst – und das ist auf 240 Seiten natürlich schwer in der Tiefe zu behandeln. Der Fokus liegt vor allem auf alltäglichen Ängsten wie Fliegen, Autofahren, Einkaufen oder sich zu blamieren. Für viele sicher relevant, aber bei komplexeren sozialen Ängsten hätte ich mir etwas mehr Tiefe oder andere Schwerpunkte gewünscht.

Die Autorin kommt aus der Soziologie – eine therapeutische Ausbildung hat sie nicht, und das merkt man auch. Es gibt viele Verweise auf andere kluge Köpfe, aber wissenschaftlich fundierte Erklärungen oder neue Erkenntnisse findet man kaum. Die Übungen waren für mich größtenteils bekannt, manche etwas vage oder schwer nachvollziehbar. Es wirkt eher wie ein Gespräch mit einer guten Bekannten, aber nicht wie ein fundierter Ratgeber.

Was mich dann leider wirklich gestört hat, war die Menge an Eigenwerbung. Es ist völlig verständlich, dass man auf eigene Angebote hinweist – aber hier war es mir einfach zu viel: Website, Shop, Kurse, Podcast, Bonusmaterial … Und das Bonusmaterial gibt es nur, wenn man sich für den Newsletter anmeldet – das fand ich schade.

Fazit: Wer einen sehr persönlichen, leicht zugänglichen Einstieg ins Thema Angst sucht, könnte mit dem Buch etwas anfangen. Für mich persönlich war es leider nicht hilfreich – weder inhaltlich noch stilistisch.

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Veröffentlicht am 23.05.2025

Habe ich ein anderes Buch gelesen?

Just for the Summer
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Ich verstehe null komma null, wieso dieses Buch so geliebt wird. Wirklich – habe ich ein anderes Buch gelesen?

Die Prämisse des „Dating-Fluchs“ fand ich eigentlich ganz witzig – jede*r Ex findet danach ...

Ich verstehe null komma null, wieso dieses Buch so geliebt wird. Wirklich – habe ich ein anderes Buch gelesen?

Die Prämisse des „Dating-Fluchs“ fand ich eigentlich ganz witzig – jede*r Ex findet danach sofort die große Liebe? Könnte eine nette RomCom-Idee sein. Leider spielt das im Verlauf der Geschichte so gut wie keine Rolle mehr. Man hätte den Fluch einfach streichen können, ohne dass sich an der Story etwas geändert hätte.

Und dann diese „Romanze“ … Emma schmeißt einfach mal ihre Reisepläne um (statt Hawaii: Minnesota), nur um einen wildfremden Typen zu treffen, weil… ein Reddit-Post? Ein Fluch? Warum genau?
Und Justin? Verliebt sich literally in der ersten Sekunde. Insta-Love-Overkill. Und dann gleich die Hoffnung, dass Emma bitte nicht mehr wegzieht? Justin, du kennst sie seit fünf Minuten.

Ich hab die Chemie zwischen den beiden beim besten Willen nicht gespürt. Die angebliche Verbindung war für mich komplett aus dem Nichts, Spannung oder echtes Knistern: Fehlanzeige. Stattdessen zwei Menschen, die sich einfach gegenseitig „heiß“ finden und das reicht dann offenbar als Beziehungsgrundlage.

Was das Buch dann eigentlich erzählen will, bleibt für mich unklar. Ist es eine lockere Lovestory? Oder doch ein Drama über Justins familiäre Verantwortung und Emmas Kindheitstraumata? Beides wird angerissen, nichts wirklich ausgearbeitet. Ganz ehrlich: Emma braucht keine neue Beziehung, sie braucht eine ordentliche Portion Therapie.

Fazit: Für mich war das leider ein Fall von viel Hype, wenig Substanz. Wenn man auf „He falls first“, Insta-Love und unrealistische Entscheidungen steht, ist man hier richtig. Ich war’s nicht.

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Veröffentlicht am 28.04.2025

Nichts gut ausgearbeitet

Die Skaland-Saga, Band 1 - A Fate Inked in Blood
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Da habe ich mich wohl von einem fantastischen Cover und unzähligen positiven Rezensionen hinreißen lassen… Für mich war das Buch leider ein totaler Reinfall.

Das Thema nordische Mythologie hätte echt ...

Da habe ich mich wohl von einem fantastischen Cover und unzähligen positiven Rezensionen hinreißen lassen… Für mich war das Buch leider ein totaler Reinfall.

Das Thema nordische Mythologie hätte echt spannend sein können. Aber dafür hätte es für mich deutlich mehr Worldbuilding und Hintergrundinfos gebraucht – ich bin ohne Vorwissen ans Buch gegangen und wurde direkt ins kalte Wasser geworfen. Statt einer Einführung gibt’s nur bruchstückhafte Randinfos. Die Götter, die Welt, die ganzen Mechanismen – sie sind einfach da. Ohne Erklärung, ohne Tiefe.

Auch mit dem Schreibstil bin ich überhaupt nicht warm geworden. Für mich wirkte er holprig, nicht richtig ausgearbeitet. Viel innerer Monolog mit ständig offenen Fragen, abgehackte Sätze, dramatisch gemeinte Kurzsätze – aber für mich war das einfach nur anstrengend.

Die Figuren waren leider auch keine Rettung. Ich konnte mit der Protagonistin gar nichts anfangen. Sie war für mich keine starke Heldin mit “female rage”, sondern eher passiv, weinerlich, festgefahren in den immer gleichen Gedanken. Tiefgang? Fehlanzeige. Und der männliche Love Interest – leider genauso flach. Die beiden zusammen waren einfach nur langweilig. Der Smut war nur unangenehm.

Die Romanze war mehr körperliches Interesse als echte Verbindung. “Insta-Lust” trifft es ziemlich gut. Kaum Kennenlernen, kaum Entwicklung – sie waren halt einfach plötzlich einander verfallen.
Und das Ganze dann auch noch in einem Buch, das sich ewig zieht. Bei der Länge hätte man so viel machen können – mehr Tiefe, mehr Worldbuilding, mehr Charakterentwicklung. Stattdessen hat sich das alles für mich einfach nur gezogen, mit einem chaotischen Pacing und ohne wirkliche Highlights.

Unterm Strich: Eine Romantasy, die mich weder als Romance noch als Fantasy überzeugen konnte. Schade um das schöne Cover. Teil Zwei werde ich nicht lesen.

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