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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 06.08.2025

Sehr empfehlenswert

Freiheit
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Angela Merkel berichtet in ihrer Autobiographie über ihr Leben in 2 Staaten, zunächst in der DDR und dann in der BRD. Sie erzählt von ihrem Leben im unfreien Teil Deutschlands, wo sie, zwar im Westen in ...

Angela Merkel berichtet in ihrer Autobiographie über ihr Leben in 2 Staaten, zunächst in der DDR und dann in der BRD. Sie erzählt von ihrem Leben im unfreien Teil Deutschlands, wo sie, zwar im Westen in Hamburg geboren, jedoch in der DDR aufgewachsen ist. Und sie erzählt vom Fall der Mauer, als ihr politisches Leben begann. Wir haben teil an ihren Treffen und Gesprächen mit den Mächtigsten der Welt und wir erfahren anschaulich und präzise wie Entscheidungen getroffen wurden. Das Buch bietet einen einzigartigen Einblick in das Innere der Macht. Es ist ein Plädoyer für die Freiheit.


Meine Meinung
Hier kann ich nicht schreiben, dass das Buch sich leicht und flüssig lesen ließ. Denn Politik ist etwas schwerere Kost als ein Roman. Doch mochte ich Angela Merkel schon immer. Außerdem war es dals Zeit (2005) dass endlich mal eine Frau im Kanzleramt das Sagen hatte. Und Angela Merkel war definitiv die Richtige dafür. Aber zuerst musste si ja mal erwachsen werden. Geboren in Hamburg zogen ihre Eltern mit ihr in die DDR. Angela war gerade mal sechs Wochen alt. Ihr Vater war evangelischer Pfarrer und war der Meinung, dass er im Osten mehr gebraucht würde als im Westen. So verstand ich, warum Frau Merkel, obwohl eben im Westen geboren, in der DDR aufwuchs. Ihre Kindheit war glücklich, sie kannte es ja auch nicht anders. Und doch musste sie sich mehr als andere anstrengen, damit sie als Pfarrerstochter überhaupt das Abitur machen und danach auch noch studieren durfte. Sie war gegen Ende der DDR-Zeit im DA (Demokratischer Aufbruch). Damit begann ihr politisches Leben, das mit der Aufgabe der Kanzlerkandidatur im Jahr 2021 endete. Sie erzählt in dieser Autobiographie, oft sehr detailliert, von dieser Zeit mit ihren Höhen und Tiefen. Die Begegnungen mit ausländischen Politikern sind sehr interessant. Man erfährt, wann sie sich durchsetzen konnte, aber auch wann sie nachgeben, bzw. eben Kompromisse schließen musste. Angela Merkel gesteht auch Fehler ein, die sie gemacht hat, niemand ist fehlerlos. Am Ende gibt es viele Bilder, auch von ihrer Familie, ihrer Kindheit, aber auch von politischen Zusammenkünften aus ihrer Amtszeit. Vieles ist aus ihrer Erinnerung wiedergegeben, doch auch vieles den entsprechenden Protokollen entnommen. Am Ende finden wir ein Abkürzungsverzeichnis, sowie ein Personenverzeichnis. Ich habe am Anfang geschrieben, dass ich das Buch nicht so leicht lesen konnte. Ich musste immer mal ab und zu unterbrechen, wohl auch um das Gelesene zu verarbeiten. Daher habe ich an diesem Buch um einiges länger gelesen, als ich sonst für diese Seitenzahl brauche. Aber es hat mir sehr gut gefallen, es war auch spannend, auch wenn ich schon das Eine oder Andere durch die Nachrichten wusste. Aber es war interessant zu erfahren, wie sie manches geschafft hatte. Und sie hat es geschafft! Von mir bekommt dieses Buch eine Leseempfehlung und fünf Sterne.

Veröffentlicht am 20.07.2025

Schönes Erstleserbuch

Das Sams wünscht sich einen Drachen
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Ein Erstleseabenteuer mit dem frechen Sams. Papa Taschenbier ist auf Arbeit, das Sams langweilt sich. Da wünsche es sich von Herrn Taschenbiers Wunschmaschine einen Drachen, den es auf der Wiese vor dem ...

Ein Erstleseabenteuer mit dem frechen Sams. Papa Taschenbier ist auf Arbeit, das Sams langweilt sich. Da wünsche es sich von Herrn Taschenbiers Wunschmaschine einen Drachen, den es auf der Wiese vor dem Haus steigen lassen will. Doch dann steht da vor ihm ein lebendiger Drache. Das gibt jede Menge Chaos, bis das Sams auf dem Hausdach landet. Frau Rotkohl ruft die Feuerwehr, doch ob das gut geht?

Meine Meinung
Ein Buch für Leseanfänger aufbereitet und mit Rätseln versehen. Swe Klett-Verlag erstellt dazu Unterrichtsmaterial.
Das Buch liest sich sehr schön. Man erfährt, wie das eigentlich ungehorsame Sams von der Wunschmaschine statt eines Papier- bzw. Stoffdrachen einen echten lebendigen Drachen bekommt. Und am Ende vom Lied erfährt natürlich Frau Rotkohl von dem Tier, das sie nicht im Haus haben will. Zum Glück fällt dem heimgekehrten Herrn Taschenbier eine Lösung ein. Auf den letzten Seiten des Buches gibt es dann noch Rätsel zu lösen und Bastelanleitungen. Auch die Illustrationen sind sehr schön gestaltet. Es ist ein wunderbares Buch für Kinder ab sechs Jahren, das auch noch zu Kreativität anregt. Von mir bekommt es eine Leseempfehlung sowie fünf Sterne.

Veröffentlicht am 01.07.2025

Wo ist das Motiv?

Verlorene Provence
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In Cannes finden die glamourösen Filmfestspiele statt, während im Hinterland der Provence ein Remake des Klassikers „Die Mörderischen“ gedreht wird. Da wird einer der Hauptdarsteller vor laufender Kamera ...

In Cannes finden die glamourösen Filmfestspiele statt, während im Hinterland der Provence ein Remake des Klassikers „Die Mörderischen“ gedreht wird. Da wird einer der Hauptdarsteller vor laufender Kamera erschossen. Der pensionierte Commissaire Albin Leclerc mogelt sich mit seinem Mops Tyson in die Ermittlungen. Es gibt viele Verdächtige und viele haben ein Motiv. Eifersüchtige Schauspieler, der rivalisierende Regisseur, der undurchsichtige Produzent. Da geschieht ein weiterer Mordanschlag und es ist klar: Der Killer am Set ist noch lang nicht fertig…

Meine Meinung
Das Buch ließ sich leicht und flüssig lesen und ich bin gut in die Geschichte hineingekommen. Auch in die Protagonisten konnte ich mich gut hineinversetzen. In die Todesschützin, die bei einem Testlauf für eine Filmszene auf den Hauptdarsteller schießen sollte. Sie war zumal auch nur ein Ersatz, weil das Original in der Maske war. Es stellt sich die Frage, wie die scharfe Munition unter die Requisiten geraten ist. Und warum ausgerechnet der Hauptdarsteller? Albin bekommt das natürlich wieder mal mit und mischt sich gleich ein. Ein weiterer Mordanschlag wird verübt, doch wo ist der Zusammenhang? Haben die beiden Hauptdarstellerinnen etwas damit zu tun? Doch beide waren zu dem Zeitpunkt nicht am Set. Und die Schützin war dies eben nur durch Zufall. Es geht hin und her, bis Albin eine Erleuchtung hat, doch welche, das verrate ich hier natürlich nicht, das muss der geneigte Leser selbst lesen. Das Buch war wieder, wie von diesem Autor gewohnt, spannend. Es hat mich gefesselt und auch gut unterhalten. Von mir eine Leeempfehlung sowie fünf Sterne.

Veröffentlicht am 12.06.2025

Auf Nonnos Spuren

Zypressensommer
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Julia Matthiesen ist Goldschmiedin und reist zum ersten Mal in die Toskana. Dort in Lucignano in der Toskana gefällt es ihr sofort, außerdem stammt ja auch ihr Nonno von hier. Seine Familie hat Oliven ...

Julia Matthiesen ist Goldschmiedin und reist zum ersten Mal in die Toskana. Dort in Lucignano in der Toskana gefällt es ihr sofort, außerdem stammt ja auch ihr Nonno von hier. Seine Familie hat Oliven angebaut, doch über seine Vergangenheit hat er nie gesprochen. Julia wandelt auf den Spuren ihres Großvaters und wird dabei von dem attraktiven Matteo unterstützt. Ihre Suche führt sie in die 40er Jahre. Zeit der Resistenza, als italienische Partisanen gegen die Faschisten kämpften. Sie führt zu zwei Brüdern, Vito und Gianni , und zu einer tragischen Liebesgeschichte…

Meine Meinung
Das Buch ließ sich leicht und flüssig lesen, denn es gab keine Unklarheiten im Text, die meinen Lesefluss gestört hätten. Ich war auch schnell in der Geschichte drinnen, die auf zwei Zeitebenen spielt. Zum einen Ende der neunziger Jahre, zum anderen in den letzten Kriegsjahren ab 1943. Ich konnte mich auch gut in die Protagonisten hineinversetzen. Gianni Conti musste praktisch als italienischer Zwangsarbeiter (auch wenn die anders genannt wurden, aber im Grunde waren sie nichts anderes) in Hamburg arbeiten. Er hatte es zum Glück noch einigermaßen gut getroffen was seine Arbeit betraf. Die Nazis gingen sehr brutal mit den Italienern um. An der Arbeitsstelle wurde er jedoch geschätzt. Aber das nützte ihm eben nur dort etwas. Im Lager ging es ihm genauso schlecht wie allen anderen. Giulias Mut hätte ich wohl nicht gehabt. Und Anna, seine kleine Schwester war wohl zu mutig, obwohl sie nicht durfte, denn sie war ja noch viel zu jung. Ich habe vieles gelesen, was ich vorher nicht wusste. Uns hatte in der Schule damals keiner beigebracht, dass die Italiener zu den Alliierten übergegangen waren, was ich ihnen nicht verübeln kann. Den die beiden Staatschefs von Italien und Deutschland standen sich in nichts nach. Und der italienische ist wohl von den Alliierten gefangen gesetzt worden und daher konnten die Italiener diesen folgen. Und von Massakern in italienischen Dörfern habe ich auch zum ersten Mal etwas gehört bzw. gelesen. Ich weiß, dass die Autorin gut recherchiert und von daher bin ich ihr dankbar, dass ich auf diese Weise über einen Teil des zweiten Weltkrieges aufgeklärt worden bin. Das Ende war nicht unbedingt überraschend, denn damit hatte ich gerechnet. Ich wusste nur nicht wie bzw. wer es war. Das hört sich jetzt mysteriös an, aber der geneigte Leser wird es verstehen, wenn er das Buch gelesen hat. Auf jeden Fall gefiel mir das Ende ausnehmend gut und im empfehle dieses spannende und fesselnde Buch gerne weiter, denn es hat mich auch noch gut unterhalten. Von mir fünf Sterne.

Veröffentlicht am 20.05.2025

Wo ist Opa?

Die Akte Schneeweiß
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1963 wächst Katja Schilling in einfachen Verhältnissen auf. Sie möchte gern Ärztin werden, doch nur ihr Opa glaubt an sie. Eines Tages verschwindet er einfach und sein Name darf in der Familie nicht mehr ...

1963 wächst Katja Schilling in einfachen Verhältnissen auf. Sie möchte gern Ärztin werden, doch nur ihr Opa glaubt an sie. Eines Tages verschwindet er einfach und sein Name darf in der Familie nicht mehr genannt werden. Katja bleibt mit ihren Fragen allein. Ein paar Jahre später erfährt sei etwas, das alles erschüttert.
1936 beginnt Mathilde Schneeweiß ihre Arbeit als Sprechstundenhilfe. Bei Dt. Bönisch. Sie verliebt sich in ihn und wird in ein gefährliches Unterfangen hineingezogen. Sie helfen Frauen in Not, aber das bleibt nicht unbemerkt. Mathilde muss eine Entscheidung treffen, die sie das Leben kosten könnte. Doch der Kampf für die Frauen muss weitergehen.

Meine Meinung
Das Buch ließ sich leicht und flüssig lesen, denn keine Unklarheiten störten meinen Lesefluss. In die Geschichte, die auf zwei Zeitebenen aufgebaut ist, bin ich gut hineingekommen und konnte mich auch in die Protagonisten gut hineinversetzen. Eine der Zeitebenen spielt ab 1936, die zweite ab dem Jahr 1963. 1936 eine Zeit mit vielen Schrecken. Mit Folter und Tod für die, die dem Nazi-Regime nicht passten. Mit Menschen die anderen halfen und die, wurden sie erwischt, dafür bestraft wurden, oft oder sogar meistens mit dem Tod. Um mit Menschen die auch dafür sorgten, dass diese Taten den Alliierten bekannt wurden, die dabei ein hohes Risiko eingingen. Aber auch wieder Menschen die aus Angst vor Repressalien in Form von Bedrohung der Freunde, der Familie Dinge taten, die sie gar nicht wollten. Später, in den 60ern, konnten die Frauen, sobald volljährig, selbst über sich entscheiden. Doch leicht geriet man an den falschen Mann. Das Buch ist sehr interessant, spannend und hat mir gefesselt. Ich erlebte mit Katja und Heidi, ihrer Schwester Höhen und Tiefen. Es hat mich sehr gut unterhalten und erhält daher eine Leseempfehlung sowie 5 Sterne.