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Veröffentlicht am 28.10.2018

Solider Regionalkrimi

Totenweg
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Die Geschichte hat ihren Ursprung im Sommer 1998. Mariet Ott, 14 Jahre, wird in einem alten Viehstall tot aufgefunden. Zur Ermittlung kommt aus Hamburg der Kriminalhauptkommissar Bjarne Haverkorn und es ...

Die Geschichte hat ihren Ursprung im Sommer 1998. Mariet Ott, 14 Jahre, wird in einem alten Viehstall tot aufgefunden. Zur Ermittlung kommt aus Hamburg der Kriminalhauptkommissar Bjarne Haverkorn und es fällt ihm auf, dass Frida Paulsen, die Busenfreundin der Toten, ihm etwas verheimlicht. Es gelingt ihm nicht, ihr dieses Geheimnis zu entlocken. Da ihre Eltern mit ihr mitten in der Pubertät nicht mehr fertig werden, kommt sie in ein 500 km entferntes Internat und verliert jeglichen Kontakt zur Familie und Freunden. Dieser Fall wird zum persönlichen Waterloo von Bjarne Haverkorn.

Frida Paulsen ist mittlerweile 31 Jahre, hat nach 10 Jahren Streifendienst die Akademie für den höheren Polizeidienst besucht. Nach langer Zeit kehrt sie in ihr Heimatdorf zurück, weil ihr Vater zusammengeschlagen im Straßengraben gefunden wurde. Frida, mittlerweile selbstbewusst und tough, hat sich jetzt eine große Bürde aufgeladen. Sie kümmert sich um die verzweifelte Mutter, den desolaten Apfelhof, die Erntehelfer und die Finanzen der Eltern. Immer wieder steht ihr der Jugendfreund und mittlerweile erfolgreiche Apfelbauer Jesper zur Seite. Und, um die Spannung zu steigern, kommt Bjarne Haverkorn zurück ins Dorf, um diesen Mordanschlag aufzuklären. Ganz so einfach gestaltet sich dies nicht, es geht Feuer auf und es werden weitere Leichen gefunden.

Bei dem vorliegenden Krimi handelt es sich um den ersten Band einer neuen Reihe. Die Autorin hat Bjarne Haverkorn und sein problematisches Privatleben detailliert und nachvollziehbar beschrieben. Frida und Jesper konnte ich mir sowohl in ihrer Jugend als auch in der Gegenwart sehr gut vorstellen. Der Neuankömmling in der Gemeinde, Heinrich Schuchten, und seine Grundstücksspekulationen gaben der Story einen gewissen Pfeffer. Gestört bzw. unrealistisch fand ich die Tatsache, dass immer wieder in einer wichtigen Phase Handys im Auto oder der Wohnung vergessen wurden und keine Verstärkung oder Hilfe gerufen werden konnte. Die Autorin hat verschiedene Spuren gelegt, einige liefen ins Leere und haben den Leser in die Irre geführt, aber schlussendlich konnte der Fall geklärt werden.

Der Schreibstil liest sich flüssig, durchaus spannend und war für mich ein solider Regionalkrimi mit Potenzial für weitere Bände.

Veröffentlicht am 12.06.2025

Cosy-Krimi mit Schauplatz Norderney

Inselnächte
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Es handelt sich bereits um den 8. Band dieser Reihe und wir befinden uns auf Norderney. Dort warnt der Dienststellenleiter Martin Ziegler einen Vater, daß dieser seine Tochter und den Welpen von den Dünen ...

Es handelt sich bereits um den 8. Band dieser Reihe und wir befinden uns auf Norderney. Dort warnt der Dienststellenleiter Martin Ziegler einen Vater, daß dieser seine Tochter und den Welpen von den Dünen zurückrufen soll. Dieser, ein aufgebrachter Tourist weigert sich und kurze Zeit später geschieht das Unglück - Dünenbruch. Die Tochter wird gerettet, der Hund überlebt nicht. Kurz darauf findet ein Insulaner mit Hund bei einem weiteren Dünenbruch die Leiche von Kevin Jansen. Allerdings bestehen gleich Zweifel, ob dies ein Unfall gewesen sein könnte, denn ihm wurde ein Zahn ausgeschlagen und das Hemd ist zerrissen. Kevin war drogensüchtig und Mitglied einer reichen Großfamilie mit noch fünf Geschwistern. Sie hatten als Kinder unter den geizigen und strengen Eltern zu leiden, von Tante Ella hatten sie ein doch fragwürdiges Erbe erhalten. Im Ernstfall jedoch halten die Geschwister zusammen – Schweigegebot! Aber dann kommt es zu einer zweiten Toten in der Familie.

Außer den Ermittlern Martin und seinem Kollegen Gerd aus Aurich werden sehr viele Personen eingeführt, die teilweise mehr schmückendes Beiwerk sind. Den Fall um den Tod von Kevin können sie am Ende natürlich lösen.


Als Süddeutsche lese ich sehr gerne Regionalkrimis und hier vor allem von der Nord- und Ostsee. Ich hatte von dieser Reihe schon den ersten Band gelesen und es war überhaupt kein Problem in den aktuellen 8. Fall einzusteigen. Routiniert schreibt die Autorin auch diesen Band. Mir persönlich fehlte die Spannung, dafür gab es einiges zum Schmunzeln. Der Schreibstil war flüssig zu lesen, mir in seiner Ausführlichkeit etwas zu viel und brachte die Sache nicht vorwärts. Für mich hätte dieser Band sehr gut gekürzt werden können. Die Figuren fand ich authentisch und liebevoll (mit einem gewissen Augenzwinkern) beschrieben.

Und auch hier hat der Verlag wieder ein tolles Cover gewählt.
Fans von Cosy-Krimis werden bestimmt unterhaltsame Lesestunden verbringen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 28.05.2021

Der grüne Reiter

Bluteiche
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Schauplatz Tornaby/Schweden

In der Walpurgisnacht wurde nahe des Schlosses Bokelund durch einen Ritualmord ein sog. Frühlingsopfer gebracht. In diesem vorliegenden Fall hat die 16jährige Elita Svart im ...

Schauplatz Tornaby/Schweden

In der Walpurgisnacht wurde nahe des Schlosses Bokelund durch einen Ritualmord ein sog. Frühlingsopfer gebracht. In diesem vorliegenden Fall hat die 16jährige Elita Svart im Jahr 1986 einige Kinder eingespannt, um diese Sage nachzuspielen, wobei sie selbst zum Opfer wurde. Ihr eigener Stiefbruder Leo hat sie umgebracht, er wurde verhaftet und hat seine Strafe abgesessen. Wollte Elita sterben und hat ihren Tod absichtlich so inszeniert? Was steckte dahinter? Ihre Angehörigen sind kurz nach dem Mord spurlos verschwunden.



In der Gegenwart haben Thea und David kürzlich geheiratet und sind neu in Schonen angekommen bzw. er ist zurück in den Ort seiner Kindheit. Er möchte ein Nobelrestaurant auf Schloß Bokelund eröffnen und sie wird Bezirksärztin. Theas Hund Emee findet auf einem ihrer Ausflüge in der sog. Galgeneiche eine Dose mit einem Foto und Thea ist fasziniert davon und möchte mehr über den Mord an Elita erfahren. Leider stößt sie in ihrem Umfeld auf Unverständnis und kämpft gegen eine Mauer des Schweigens. Thea läßt das alles keine Ruhe, sie fühlt sich an die eigene Vergangenheit erinnert und sie will wissen was tatsächlich geschah, vor allem inwieweit ihr Mann und seine Kindheitsfreunde darin verstrickt sind. Und wer legt heute noch frische Blumen auf das Grab von Elita?



Die Geschichte wird parallel auf zwei Zeitebenen erzählt – 1986 und in der Gegenwart.



Zuerst das Positive - das Cover finde ich passend. Ich kannte bisher kein Buch des Autors. Die Kurzbeschreibung und der Plot klangen interessant. Leider hat mich dann dieser Krimi nicht so richtig gepackt. Für mich las sich der Anfang zäh, erst bei der Hälfte nahm das Buch an Fahrt auf. Die Örtlichkeiten wurden gut geschildert. Die Figuren allerdings waren durch die Bank unsympathisch, die Charakterisierung ging nicht sehr in die Tiefe und keiner konnte bei mir punkten. Jeder hatte hier etwas zu verbergen und ein Geheimnis. Angefangen bei Thea selbst. Sie hat erst kürzlich geheiratet, besondere Liebesbezeugungen mit ihrem Ehemann scheint es nicht zu geben, keine Gespräche etc. nichts. Interessant fand ich bei ihr, daß sie vorher als Pathologin und bei Ärzte ohne Grenzen gearbeitet hat und dann aufs Land als Bezirksärztin gezogen ist. Der Hintergrund wird erst mit der Zeit aufgedeckt bzw. die Gespräche mit Margeaux erst am Ende. Ingrid, die dominante Schwiegermutter, die ihre Finger überall im Spiel hatte hat mich eigentlich nur aufregt. In die von ihr geleitete Stiftung sind offensichtlich alle wichtigen Einwohner des Ortes eingebunden. Das Geheimnis Theas wird erst auf den letzten Seiten endgültig geklärt.



Die Vorgängerbände werde ich vermutlich nicht mehr lesen.

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Veröffentlicht am 10.02.2021

Ein Krimi mit viel Kulinarik

Limoncellolügen
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Schauplatz Limone/Gardasee
Im Hotel Magdalena fällt der Koch wegen eines gebrochenen Arms aus und die Schwiegertochter der Besitzerfamilie Rinaldi ruft ihre Freundin Doro Ritter aus München zu Hilfe. Doro ...

Schauplatz Limone/Gardasee
Im Hotel Magdalena fällt der Koch wegen eines gebrochenen Arms aus und die Schwiegertochter der Besitzerfamilie Rinaldi ruft ihre Freundin Doro Ritter aus München zu Hilfe. Doro wollte gerade mit ihrem Freund Vincent Urlaub machen, unterstützt dann aber die Familie von Greta. Gleich am ersten Tag wird ein Toter am Pool gefunden. Es handelt sich um einen Gast, den Stuttgarter Julian Weigel. Weshalb wurde er Opfer? Wer sind die seltsamen Gestalten rund ums Hotel, auf wen oder was lauern sie? Und was steckt hinter dem Verschwinden des Hilfskochs mit Mia? Und was hat es mit dem Immobilienprojekt auf sich? Und dann noch eine Leiche. Was geht hier vor? Doro verbeißt sich in die Aufklärung und dies nicht unbedingt zur Freude der Besitzerfamilie, denen das Wohl und die Erholung ihrer Gäste sehr am Herzen liegt und die keine Aufregung möchten. Auch der örtliche Carabinieri ist nicht begeistert von der Einmischung der Deutschen.



Für mich war es das erste Buch der Autorin und der 2. Fall für die 26jährige Köchin Doro Ritter. Der Schreibstil ist unkompliziert, kurzweilig und läßt sich flüssig lesen. Man merkt, daß die Autorin Italien, die Menschen, ihre Mentalität und vor allem die italienische Küche liebt. Sie beschreibt die Urlaubsregion am Gardasee bildhaft und auch das Leben der Hoteliersfamilie, die vom Tourismus abhängig ist, kann man gut nachvollziehen, ebenso die Hierarchie innerhalb der italienischen Familie. Mindestens die Hälfte des Buches behandelte italienisches Essen und Trinken und deren Zubereitung. Der Krimianteil war mir persönlich zu gering und hier war trotz einiger Wendungen für mich etliches vorhersehbar. Doro als Figur hat mir gut gefallen, sie war engagiert, hat sich für Schwächere eingesetzt und auf der anderen Seite zielgerichtet ermittelt.

Wer einen unterhaltsamen, kulinarischen Italienkrimi mit Urlaubsfeeling lesen möchte, ist hier gut bedient.

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Veröffentlicht am 29.09.2019

Wer sagt die Wahrheit?

Todeslügen
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Schauplatz Irland/Dublin

Detective Chief Superintendant Frankie Sheehan wird von ihrer Schwägerin, der Strafverteidigerin Tanya West, um ein Gespräch gebeten. Tanya strebt für ihren Mandanten Sean Hennessy, ...

Schauplatz Irland/Dublin

Detective Chief Superintendant Frankie Sheehan wird von ihrer Schwägerin, der Strafverteidigerin Tanya West, um ein Gespräch gebeten. Tanya strebt für ihren Mandanten Sean Hennessy, der nach 17 Jahren aus der Haft entlassen wurde, ein Wiederaufnahmeverfahren an und ein Dokumentarfilm ist in Vorbereitung. Sean wurde verurteilt wegen des Mordes an seinen Eltern und des versuchten Mordes an seiner Schwester, Sean beteuert seine Unschuld.

Gleichzeitig werden in einer Kirche die Leichen des Ehepaars Alan und Geraldine Shine gefunden. Alan war in Priesterzivil gekleidet. In seiner Hand befand sich ein Messer, in welches OPFER eingeritzt war. Die Ermittlungen beginnen und es besteht ein Anfangsverdacht gegen Sean, denn auch dieser Ehemann war gewalttätig und die Leichen waren genauso arrangiert wie damals seine Eltern. Und dann wird am Strand auch noch die Leiche von Sheridan Conor gefunden, er hatte damals einen viel beachteten Zeitungsartikel über die Morde an dem Ehepaar Hennessey geschrieben. Im Sand steht das Wort MÖRDER.

An den Ermittlungen sind sehr viele Figuren beteiligt. Es mangelt auch nicht an Querelen innerhalb des Polizeiapparates und nicht alles läuft rund. Es sind Aktenteile verschwunden, die dann aber auf unbürokratische Weise an Frankie gelangen. Es werden Details bekannt, die früher unter den Teppich gekehrt wurden, selbst Frankies Chef scheint nicht ganz unbeteiligt und am Ende geraten auch noch einige Familienmitglieder von Frankie in den Fokus des Täters.

Die Kurzbeschreibung fand ich interessant, deshalb wollte ich diesen Krimi lesen. Es ist der zweite Fall für Frankie, aber ich hatte als Neueinsteigerin keine Probleme in die Geschichte einzusteigen. Positiv fand ich die bildhafte Beschreibung der Örtlichkeiten und der Atmosphäre. Leider konnte er mich die Story schlussendlich nicht so recht begeistern. Es waren sehr viele Figuren beteiligt, verschiedene sind nur einmal kurz erwähnt worden und kaum eine davon wurde näher beleuchtet. Sie blieben mir durch die Bank bis zum Ende distanziert, ich konnte mit keiner mitfiebern und fühlte mich nicht mitgenommen in die Geschichte. Der Plot und die Auflösung waren mir persönlich zu konstruiert – schade.