Wikinger-Romance mit historischen Bezügen
Yrsa. Die Liebe der Wikingerin"Yrsa – die Liebe der Wikingerin" hat mich mit dem Cover, Klappentext und dem Thema Wikinger angesprochen. Mir war erst nicht bewusst, dass es ein Folgeband ist und ich habe den ersten nicht gelesen.
Meine ...
"Yrsa – die Liebe der Wikingerin" hat mich mit dem Cover, Klappentext und dem Thema Wikinger angesprochen. Mir war erst nicht bewusst, dass es ein Folgeband ist und ich habe den ersten nicht gelesen.
Meine Angst, daher nicht in die Geschichte zu kommen hat sich zum Glück nicht bewahrheitet. Man kann durchaus gut auch einzeln diesen Teil lesen. Die Handlung setzt zwar nahtlos an den ersten Band an, die wichtigsten Details werden aber erklärt und nach und nach erwähnt. Hätte ich den ersten Band gelesen, wäre es mir sogar etwas viel gewesen denke ich. Grundsätzlich gab es immer wieder Passagen, die etwas wiederholend oder sehr ausschweifend beschrieben wurden, hier hätte man an Umfang sparen können oder die Seiten für andere Stellen nutzen, die dafür etwas kurz gefasst waren. So wurden zum Beispiel Kampfszenen nicht weiter ausgeführt oder Probleme zum Teil dann recht plötzlich in einem Gespräch gelöst. Auch der mystische Faktor hätte für meinen Geschmack mehr Raum einnehmen dürfen.
Der Schreibstil war aber gut zu lesen, sehr beschreibend und atmosphärisch. Die Perspektive aus der Gegenwart und in der dritten Person war leider auch nicht ganz vorteilhaft. Der Historische Faktor war spürbar, das war recht neu und spannend für mich, wirkte aber leider dann im Zusammenspiel mit den Dialogen, die dafür dann wieder zu "modern" wirkten leider nicht ganz stimmig, auch wenn ich eher moderne Sprache lieber mag.
Das Setting wirkt sehr passend und ist gut beschrieben, die Atmosphäre war toll! Das passte unheimlich gut zur Wikingerwelt, wie ich es mir vorgestellt hätte.
Die Protagonistin Yrsa hat mir sehr gut gefallen, ich mag starke weibliche Hauptfiguren. Ihre Konflikte vor allem als Frau im Umgang mit den Männern an Board des Schiffes und auch als Kämpferin waren nachvollziehbare und spannende Herausforderungen.
Die Liebesgeschichte mit Avidh ist bodenständig und ohne viel Kitsch erzählt, was gut zur Zeit passt, für mich als Romantasy-Girl, darf es aber auch etwas mehr Romance-Anteil sein.
Insgesamt hat mich das Buch gut unterhalten, aber kleine Schwächen in Stil und Tempo trüben das Lesevergnügen ein wenig. Wer historische Romane mit starken Frauenfiguren und viel Atmosphäre mag, kann ruhig zugreifen – ich würde gute 3,5 Sterne geben.