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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 23.06.2025

Es wird immer spannender

Royal Institute of Magic, Band 3 - Der Angriff der Dunkelelfen
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Immer öfter machen Wesen aus den verborgenen Königreichen die sichtbaren Königreiche unsicher und kündigen dabei an, dass in einer bestimmten Anzahl Tagen etwas geschehen wird. Was das genau sein soll, ...

Immer öfter machen Wesen aus den verborgenen Königreichen die sichtbaren Königreiche unsicher und kündigen dabei an, dass in einer bestimmten Anzahl Tagen etwas geschehen wird. Was das genau sein soll, verraten sie nicht, doch im Institut ist man sicher, dass am Ende das Countdowns ein Angriff der Dunkelelfen erfolgen wird. Nun ist es umso dringender, dass Ben und seine Freunde den nächsten Rüstungsteil Queen Elizabeths und seine:n Hüter:in schnell finden.

Der dritte Teil der Reihe ist in meinen Augen der bisher spannendste. Es passiert sehr viel, Ben und Charlie wechseln auf eine andere Schule, neue Personen kommen ins Spiel, Ben muss einiges unter einen Hut bekommen und gleichzeitig weiterhin seine Ausbildung im Blick haben. Zudem wird die Gefahr durch die Dunkelelfen immer konkreter, und keiner weiß, wem man wirklich vertrauen kann. Außerdem erfährt man wieder ein bisschen mehr über das Institut und die verborgenen Königreiche und ihre Wesen.

Victor Kloss‘ hat eine gut ausgearbeitete Welt entworfen, die er mit jedem Band erweitert. Auch die Charaktere entwickeln sich, vor allem die Protagonist:innen, sie werden älter, lernen dazu, auch aus Fehlern, und entdecken zusammen mit den Leser:innen nach und nach mehr von dieser Welt. Ich bin immer wieder traurig, dass dieser begabte Autor schon so jung verstorben ist, umso schöner, dass diese Reihe zu seinem Vermächtnis gehört.

Band 3 der Reihe ist für mich der bisher beste, vor allem, weil er von vorne bis hinten sehr spannend ist, und man mehr und mehr Entwicklung erkennen kann. Ich freue mich schon sehr auf die weiteren Bände der Reihe, die man unbedingt in der richtigen Reihenfolge lesen sollte, und die mir auch als Erwachsener gut gefällt.

Veröffentlicht am 16.06.2025

Eine wunderbare Geschichte aus der Welt der Königsmörder-Chroniken

Der Weg der Wünsche
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Patrick Rothfuss widmet nach „Die Musik der Stille“ einen weiteren Roman einem der Nebendarsteller seiner Köngismörder-Chronik. Dieses Mal erlebt man einen Tag im Leben des Fae Bast mit.

Der Roman ist ...

Patrick Rothfuss widmet nach „Die Musik der Stille“ einen weiteren Roman einem der Nebendarsteller seiner Köngismörder-Chronik. Dieses Mal erlebt man einen Tag im Leben des Fae Bast mit.

Der Roman ist ein erweiterte Fassung der Kurzgeschichte „Der Blitzbaum“, die bereits in der Anthologie „Der Bruder des Königs“ erschienen ist. Auch wenn man diese, wie ich, schon kennt, lohnt es sich, den Roman zu lesen, die Neubearbeitung ist sehr gelungen.

Basts Tag beginnt mit der Morgendämmerung und endet um Mitternacht. Dazwischen erlebt er viele interessante, spannende und manchmal auch lustige Geschehnisse, und macht eine Menge Tauschgeschäfte. Denn bei Bast können Kinder sich Rätsel, Antworten, oder auch einmal eine Lüge ertauschen, für die der Fae natürlich immer etwas verlangt, manchmal eine Bezahlung in Naturalien, manchmal eine Gefälligkeit, manchmal auch ein Geheimnis. Ein Tausch an diesem Tag bringt ihn in Verlegenheit, und man kann gespannt sein, wie er sich herauswindet. Neben verschiedenen Tauschtätigkeiten erlebt Bast aber noch einiges mehr.

Erzählt wird sehr bildhaft und oft auch humorvoll aus Basts Perspektive, und zwar wunderbar zu dieser passend, Patrick Rothfuss trifft hier genau den richtigen Ton dafür.

Die Geschichte ist in die jeweiligen Tageszeiten eingeteilt, und bringt zu jeder eine passende Illustration mit. Der Autor steuert zudem eine Vorbemerkung und ein Nachwort bei, wobei beide schon ein bisschen eigen sind, aber irgendwie auch zum Roman passen.

Ja, wir wünschen uns alle den nächsten Band der Königsmörder-Chronik, aber solange wir warten müssen, sind die Novellen über die Nebencharaktere eine schöne Ablenkung, ach, eigentlich viel mehr, denn Patrick Rothfuss zeigt hier anschaulich, wie gut er schreiben kann, und wie gerne man ihn liest. Ich denke, dass auch Leser:innen, die seine anderen Romane noch nicht kennen, Freude an diesem Roman haben können.

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Veröffentlicht am 13.06.2025

Hatte einen Wow-Effekt auf mich

Lyneham
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In einer nicht näher bezeichneten Zukunft müssen die Menschen die Erde verlassen, da sie unbewohnbar wurde, nur noch in wenigen Biomen warLeben möglich gewesen. Ziel ihrer Reise ist Perm, ein Mond, der ...

In einer nicht näher bezeichneten Zukunft müssen die Menschen die Erde verlassen, da sie unbewohnbar wurde, nur noch in wenigen Biomen warLeben möglich gewesen. Ziel ihrer Reise ist Perm, ein Mond, der sich nur begrenzt als habital erweist.

Erzählt wird aus zwei verschiedenen Perspektiven und in zwei Zeitebenen jeweils in Ich-Form. Der zwölfjährige Henry ist mit seinem Vater und zwei Geschwistern gerade im Anflug auf Perm, als es Probleme gibt, die zu einem Absturz führen. In kursiv erzählt eine Forscherin, die mit der sogenannten Impulsmission mit als Erste auf Perm gelandet ist, über ihre Bemühungen, Perm bewohnbar zu machen.

Nils Westerboer konnte mich schon mit „Athos 2643“ überzeugen, mit „Lyneham“ hat er bei mir sogar ein regelrechtes Wow-Gefühl ausgelöst. Der Roman ist vielleicht nicht immer leicht zu lesen, man muss sich schon ein bisschen darauf einlassen, auch auf die wissenschaftlichen Hintergründe, im Anhang gibt es übrigens ein Glossar, aber zu wissenschaftlich wird es meiner Meinung nach nicht, und ist auch leichter zu lesen als der oben schon erwähnte Roman.

Einen zwölfjährigen als Protagonisten in einem Science Fiction-Roman für Erwachsene zu wählen, ist schon ein bisschen mutig, aber aus Henrys kindlicher Sicht, und im Kontrast zu der anderen Perspektive, passt das ganz gut. Nicht immer konnte ich die Gedanken und Handlungen der Protagonist:innen gutheißen, aber verstehen, warum sie so handeln, schon.

Nils Westerboer hat die fremde Welt interessant, phantasievoll und bildreich gestaltet, zu Beginn gibt es zwei Karten, so dass man Wege nachvollziehen kann. Die Charaktere empfinde ich als gelungen, auch die nicht-menschlichen. Es gibt spannende Momente, ein paar Überraschungen und Aha-Effekte. An einem gewissen Punkt war ich kurz davor enttäuscht zu sein, die weitere Entwicklung passte dann doch gut, so dass ich auch mit dem Ende zufrieden war.

Der Roman hat mich nicht nur gut unterhalten, ich bekam auch Gründe zum Nachdenken geliefert, er hatte sogar schnell einen Wow-Effekt auf mich. Welt und Charaktere sind gelungen, gerne empfehle ich den Roman Science Fiction Fans und freue mich auf weitere Werke des Autors.

Veröffentlicht am 04.06.2025

Hat mich schnell gepackt

Vorsehung
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Viele der Passagier:innen des verspäteten Fluges von Hobart nach Sydney sind sowieso schon gestresst, als eine ältere Dame anfängt durch die Reihen zu gehen und allen verkündet, in welchem Alter und aus ...

Viele der Passagier:innen des verspäteten Fluges von Hobart nach Sydney sind sowieso schon gestresst, als eine ältere Dame anfängt durch die Reihen zu gehen und allen verkündet, in welchem Alter und aus welchem Grund sie sterben werden.

Was passiert dann? Werden sich die die Vorhersagen bewahrheiten? Wie gehen die Menschen damit um, nicht nur die direkt Betroffenen, sondern auch ihr Umfeld? Wer ist diese Frau und was war ihre Intention? Solche Fragen machen mich immer neugierig, ebenso wie die Frage, wie ich wohl damit umgehen würde. Und so war für mich schnell klar, dass ich diesen Roman lesen wollte.

Erzählt wird aus verschiedenen Perspektiven, so verfolgt man einige der Passagier:innen nach dem Flug, vor allem solche, deren Todestag nahe scheint, erfährt, wie es ihnen weiter ergeht. Und auch die Weissagende erhält eine Stimme, sie darf sogar in Ich-Form erzählen, allerdings erfahren wir erst einmal nicht den Grund ihres Handelns, sondern viel über ihr bisheriges Leben. Mich hat es überrascht, dass sie so viel Platz im Roman bekam, ich erwartete den Fokus vor allem auf den anderen Passagier:innen, doch je mehr ich las, umso besser hat es mir gefallen. Und dann gibt es tatsächlich die ersten Tode, und alle müssen die Vorhersagen ernster nehmen.

Mich hat der Roman sofort gepackt, ich fand ihn sehr spannend, für mich wurde er zum Pageturner. Es ist nicht so, dass die Spannung durch die Erzählung sehr hochgeschraubt wird, es ist vielmehr das Wissenwollen, was passiert und was dahintersteckt, und auch das Mitfühlen mit den einzelnen Charakteren. Außerdem lässt sich der Roman zügig lesen. Hin und wieder hat man auch gewisse Erwartungen, was die Todesursache angeht, so wird Ethan zum Beispiel Tod durch einen Angriff angekündigt, und man kann sich irgendwann vorstellen, dass das tatsächlich passieren wird. Auch über die anderen Weissagungen kommt man schnell ins Spekulieren.

Die Auflösung war mir hier sehr wichtig, sie sollte schon logisch sein, ich hätte auch mit einem offenen Ende leben können, wenn es gepasst hätte. Und tatsächlich war ich mit dem Ende zufrieden, mehr möchte ich dazu gar nicht sagen.

„Vorsehung“ ist für mich ein sehr spannender Roman, mit überzeugenden Charakteren und der Möglichkeit zum Spekulieren, der mich gefesselt hat und mitfühlen ließ, und am Ende zufrieden entlassen hat. Zudem bin ich nun neugierig auf weitere Werke der Autorin. Alle, die jetzt auch neugierig sind, sollten zuschlagen.

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Veröffentlicht am 02.06.2025

Ein Stück deutscher Geschichte - aus Frauensicht

Im Wind der Freiheit
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Louise Otto verliert ihre Eltern als Siebzehnjährige, dennoch gelingt es ihr, einen Vormund zu vermeiden und selbst über ihr Leben und ihr Vermögen verfügen zu können. Sie wird Schriftstellerin, veröffentlicht ...

Louise Otto verliert ihre Eltern als Siebzehnjährige, dennoch gelingt es ihr, einen Vormund zu vermeiden und selbst über ihr Leben und ihr Vermögen verfügen zu können. Sie wird Schriftstellerin, veröffentlicht Bücher und in Zeitungen, unter anderem auch bei Robert Blum. Sie denkt fortschrittlich und setzt sich auch für Frauenrechte ein.

Susanne Grabasch kommt aus prekären Verhältnissen, muss schon als Kind Gewalt von Männern erdulden und schuftet schließlich in einer Textilfabrik. Ihr erstes Zusammentreffen mit Louise Otto endet letztlich nicht gut für sie, sie landet auf der Straße.

Tanja Kinkel war für mich schon immer eine Garantin für interessante und gut recherchierte Romane, und so habe ich auch hier bedenkenlos zugegriffen. Erzählt wird ein Stück deutscher Geschichte, nämlich die Geschehnisse rund um die Revolution 1848/1849. Im Fokus stehen bei ihr allerdings Frauen, reale und fiktive, deren Leben davon beeinflusst wurde, die aber auch aktiv gehandelt haben. Man trifft im Laufe der Handlung auf einige historische Persönlichkeiten, sowohl weibliche als auch männliche. Auch Louise Otto hat wirklich gelebt, Susanne allerdings ist stellvertretend für alle weiblichen Arbeiterinnen anzusehen, deren Leben noch schwieriger war als das der männlichen Arbeiter.

Im Groben kannte ich die damaligen Ereignisse, dieser Roman hat sie mir umfassender nahegebracht. Ich finde vor allem den Fokus auf die Sicht der Frauen wichtig und gut gelungen, die leider von den Revolutionären kaum mitgedacht wurden, wurde dort von allen Menschen und Gleichheit gesprochen, meinte man in der Regel die Männer. Daran konnten auch Frauenrechtlerinnen wie Louise Otto leider wenig ändern, auch wenn sie bei einigen der Abgeordneten Gehör fanden.

Für mich ist der Roman neben einer anschaulichen Geschichtsstunde auch sehr spannend gewesen. Ich habe mitgefühlt mit den Protagonist:innen, aus deren Sicht erzählt wird. Darunter ist übrigens auch ein Mann, Lukas Brandstetter ist Soldat der preußischen Armee, und wird immer wieder in Brandherde geschickt, dabei lernt er auch Susanne kennen, so dass sich ihrer beider Schicksale verknüpfen. Manches stand natürlich von Anfang an fest, da es tatsächlich passiert ist, doch so tief war mein Wissen vorher nicht, dass es für mich nicht doch einige Überraschungen gegeben hätte. Und auch das Leben der oben genannten Frauen, vor allem das Susannes, bietet einige Möglichkeiten, zum Daumen drücken.

Erzählt wird eingängig, bildhaft und atmosphärisch, ich fühlte mich immer mittendrin. Die Charaktere sind sehr gut gezeichnet, auch sie hat man regelrecht bildlich vor Augen. Tanja Kinkel ist es wieder gelungen, die damalige Zeit und ihre Akteur:innen lebendig werden zu lassen. Ein Personenverzeichnis und vor allem ein Nachwort der Autorin hätten den Roman noch zusätzlich aufgewertet, leider wurde darauf verzichtet.

Tanja Kinkel hat es wieder geschafft mich Neues zu lehren, mich zu unterhalten und mich interessiert lesen zu lassen. Das Thema finde ich wichtig, die Protagonist:innen gut gezeichnet, die Erzählung spannend, sehr gerne empfehle ich diesen interessanten Roman weiter.

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