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Veröffentlicht am 28.09.2025

Du stirbst nicht

Du stirbst nicht
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"Du stirbst nicht", damit beginnt und endet das Buch und dazwischen liegen viele Seiten eines Zurückkämpfen in das Leben und die Wiederherstellung der Würde. Die Protagonistin Helene Wesenthal, erfolgreiche ...

"Du stirbst nicht", damit beginnt und endet das Buch und dazwischen liegen viele Seiten eines Zurückkämpfen in das Leben und die Wiederherstellung der Würde. Die Protagonistin Helene Wesenthal, erfolgreiche Autorin, erleidet einen Hirnschlag und landet auf der Intensivstation. Der Leser erlebt vom ersten Wimpernschlag an, wie es sich anfühlt kein selbstständiges Leben und keine Erinnerung mehr zu haben, wird mit hineingenommen in das oftmals kalte und seelenlose Klinikleben und das Gefühl hilflos ausgesetzt zu sein, sich nicht artikulieren zu können und nicht zu wissen, wer man wirklich ist und welches Leben man denn davor hatte.

In teils verstörender Art nimmt uns Kathrin Schmidt mit hinein in eine autobiografisch anmutende Geschichte einer Frau, die davon lebte Worte zu Gedichten und Geschichten zu formen und die nun nicht in der Lage ist einen vernünftigen Satz zu bilden. Helene ist mit Mattes verheiratet, doch die Ehe scheint nicht glücklich zu sein, es kommen immer mehr Erinnerungen an eine Affäre mit einer anderen Person ans Licht, die Beziehung zu ihren Kindern wird auch eher nüchtern geschildert und was interessant und nachdenklich stimmend begann entwickelte sich vermehrt zu einer sich hinziehenden und mehr und mehr verstörenden Geschichte mit einer zunehmend unsympathischeren Protagonistin.

Ein Roman, der mir zeigt, wie wichtig und gut es ist ein wahrhaftiges Leben zu führen, gute und weise Entscheidungen zu treffen, denn wir wissen nicht was geschehen kann und wie sich dann ein Leben gestaltet. Leider war diese Geschichte weder hoffnungsvoll noch in irgendeiner Art tröstend, ich fand sie einfach verstörend.

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Veröffentlicht am 21.07.2025

Ein Haus hat etwas zu erzählen...

Treppe aus Papier
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Hopeandlivevor ein paar Sekunden
Ein sehr altes Haus mitten in Berlin mit mehreren Stockwerken beginnt zu erzählen. Diese Idee hat hat mich bei der Inhaltsangabe schon fasziniert. Auch das Cover finde ...


Hopeandlivevor ein paar Sekunden
Ein sehr altes Haus mitten in Berlin mit mehreren Stockwerken beginnt zu erzählen. Diese Idee hat hat mich bei der Inhaltsangabe schon fasziniert. Auch das Cover finde ich sehr gelungen, denn es zeigt ein Zimmer, dass wie eine Matroschka-Puppe immer kleiner wird und offenbart, dass sich in einem und demselben Zimmer viele Geschichten zu verschiedenen Zeiten abgespielt haben. Das Haus mit seinen Mauern, Treppen, Dielen, Ritzen, Kanälen und Rohren ist sehr aufmerksam und hat alles gespeichert. Es gibt dem Leser einen Einblick in die verschiedenen Jahrzehnte und ihre jeweilige Geschichte.

Der Autor lässt und verschiedenen Menschen begegnen. Da ist auf der einen Seite Irma mit ihren 90 Jahren, die schon als Kind im ersten Stock mit ihren Eltern gelebt hat und die NS-Zeit als Kind miterlebte. Trägt man schon als Kind in dieser Zeit eine Verantwortung, diese Frage stellt sich Irma immer wieder und durch Nele, die ihre Pubertät mit allen Höhen und Tiefen erlebt und mit ihrem Hund und ihren Eltern im vierten Stock lebt, wird sie auf eine neue Weise damit konfrontiert. Denn Nele bekommt ein ganz spezielles Geschichtsprojekt und beginnt zu verstehen, dass die Zukunft einer Erinnerung bedarf um Vergangenheit zu verarbeiten. Nele beginnt die Stufen der Geschichte hinabzusteigen und hat doch mit den Herausforderungen der Gegenwart auf eine besondere Weise zu kämpfen.

Der Autor versucht Geschichte auf eine besondere Art und Weise lebendig werden zu lassen und phasenweise hat mir die Geschichte auch durch die besondere Sichtweise des Hauses und seine Sprache gut gefallen und in einigen Kapiteln hat er den Menschen, die dort gelebt haben noch einmal Raum und Sprache gegeben. Doch immer wieder wurde der Fluss des Lesens für mich gestört, weil er einfach zu viel reingepackt hat und dann doch zu einseitig berichtet hat. Irma, Nele und auch Ruth sind sehr treffen dargestellt, ich konnte sie mir in den Räumen vorstellen und das Haus hat mir auch sehr gut gefallen. Doch warum Nele eine Beziehung ganz gemäß des Zeitgeistes in dieser Geschichte erleben musste, fand ich überfrachtend. Leser der Political Correctness mögen es gut finden, doch ich fand es unpassend wie so einiges andere auch. Dennoch werde ich mir alte Häuser ab sofort mit einem anderen Blick anschauen.

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Veröffentlicht am 16.06.2025

Setze die Segel neu

Du hast gesagt, es ist für immer
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Wir befinden uns an einem Hafen in Florida. Anna, eine junge Frau, die vor einem Jahr ihren Freund Ben verloren hat, der sich suizidierte, steht mit gepackten Taschen vor dem Segelboot, dass ihr verstorbener ...

Wir befinden uns an einem Hafen in Florida. Anna, eine junge Frau, die vor einem Jahr ihren Freund Ben verloren hat, der sich suizidierte, steht mit gepackten Taschen vor dem Segelboot, dass ihr verstorbener Freund und bis dato große Liebe ihr vererbte. Nachdem sie ein Jahr lang nicht aus ihrer Trauer heraus fand, beschließt sie nun die mit Ben geplante Segelreise ohne Ben durchzuführen, in der Hoffnung dadurch irgendwie wieder ins Leben zu kommen.

Anna ist in allem sehr spontan und sprunghaft, ein Grund warum ich nicht so recht warm mit ihr wurde, und so erfolgt auch diese weitreichende Entscheidung sehr spontan und und sie sticht mit sehr rudimentären Segelkenntnissen ins Meer. Sehr schnell merkt sie jedoch, dass dieser sehr ehrgeizig geplante Törn ihre Kräfte und ihr Können bei weitem übersteigt und sie es als Anfängerin niemals schafft irgendwo heil anzukommen außer auf dem Meeresgrund. Doch da sie es sich und Ben versprochen hat, diese Segelreise zum Ziel zu bringen, entschließt sie sich schweren Herzens sich Hilfe zu holen.

Diese Hilfe ist schneller da als gedacht und sie heuert Keane an, einen jungen und doch erfahrenen professionellen Segler und die Segelreise verspricht sowohl für Anna und Keane als auch für den Leser interessant zu werden. Denn auch Keane hat einen schweren Verlust zu verkraften und blockt alle persönlichen Fragen zu sich und seiner Familie erstmal ab....wäre es möglich nicht nur das Segelboot, sondern auch das Leben von Anna und Keane wieder auf einen neuen und hoffnungsvollen Kurs zu lenken? Es wird sehr interessant.

Trish Doller nimmt den Leser mit auf eine Segelreise der besonderen Art. Wir lernen nicht nur die Inseln der Karibik und deren besonderen Charme kennen, sondern auch viel über das Segeln und das Leben auf dem Boot. Zu den Protagonisten habe ich gemischte Gefühle, Anna war mir am Anfang nicht so sympathisch, hat jedoch gegen Ende der Geschichte eine sehr schöne Entwicklung mitgemacht und der Leser darf erleben wie sie in der Trauerbewältigung wächst. Auch Keane hat einiges zu betrauern und er hat mir sehr gut gefallen, er wirkte reifer und mehr in sich ruhend und seine Aufarbeitung seines Traumas wirkte auf mich authentischer. Insgesamt ist es ein feines Wohlfühlbuch für zwischendurch, die Schilderungen der Karibik haben mir am besten gefallen und auch wie sich die Liebesgeschichte zwischen Anna und Keane entwickelt, dennoch hätte sprachlich auf einige vulgäre Worte verzichtet werden können, denn das hat einen Schatten auf diese eigentlich schöne Geschich

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Veröffentlicht am 14.06.2025

Schwer und sehr romantisiert

Das geheime Glück
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Robbie und Emily sind ein älteres Paar und die ersten Seiten lassen vermuten, dass sie sehr um ihre Liebe kämpften und glücklich gemeinsam sind. Doch dieses vermeintliche Glück hat seine Schattenseiten, ...

Robbie und Emily sind ein älteres Paar und die ersten Seiten lassen vermuten, dass sie sehr um ihre Liebe kämpften und glücklich gemeinsam sind. Doch dieses vermeintliche Glück hat seine Schattenseiten, denn Robbie steht eines Morgens auf und geht aus ihrem gemeinsamen schönen Haus an der Küste geradewegs ins Meer und kommt nicht wieder......

So beginnt diese Geschichte und dem Leser stockt erstmal der Atem und es kommt die Frage auf, warum hat sich der ältere Mann denn suizidiert und welches Geheimnis umgibt, was gilt es zu schützen und warum darf niemand davon erfahren.

Sehr kunstvoll gelingt es der Autorin, den Leser auf eine Reise rückwärts erzählt mitzunehmen, die den Leser immer mehr in die Wahrheit führt, die es zu verschleiern gilt, in die Abgründe, die Menschen erleben, versuchen zu vergessen und die sie dennoch auf tragische Weise einholen, wenn sie sie nicht anschauen, bearbeiten und loslassen.

Ein Familiendrama bahnt sich an und viele auch unschuldige Menschen werden von der so "romantisch" erzählten Geschichte betroffen und für die wenigsten geht sie gut aus. Alle leiden unter den Folgen, auch Emily und Robbie, zu denen ich nicht wirklich eine Beziehung aufbauen konnte, da war mir so mancher Nebendarsteller wesentlich sympathischer.

Die Autorin beschreibt eine verbotene Liebe, die sich vor allem durch Leidenschaft auszeichnet und dennoch auf mich recht schwülstig wirkte. Es werden Gefühle beschrieben, gegen die man sich nicht wehren kann und das ist für mich nicht die Wahrheit. Gelungen fand ich jedoch den Erzählaufbau, das war wirklich spannend und das hat die Geschichte in ihrer Schwere wieder abgemildert. Sehr schön sind auch die Orte in England und an der Ostküste Amerikas beschrieben, doch der Eindruck blieb, das insgesamt großes Leid verursacht wurde und fast alle Protagonisten in ihrer Verlorenheit blieben.

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Veröffentlicht am 05.05.2025

Auf der Flucht....

Straße nach Nirgendwo (Sheridan-Grant-Serie 2)
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Die siebzehnjährige Sheridan Grant verlässt am Weihnachtsmorgen die elterliche Farm irgendwo in Nebraska. Nachdem es zu einem Familienstreit am Vorabend kam und das lang gehütete Familiengeheimnis ans ...

Die siebzehnjährige Sheridan Grant verlässt am Weihnachtsmorgen die elterliche Farm irgendwo in Nebraska. Nachdem es zu einem Familienstreit am Vorabend kam und das lang gehütete Familiengeheimnis ans Licht, wer denn nun wirklich Sheridans wahre Mutter ist, hält sie es auf der Farm nicht mehr aus. Den Vater, Vernon, hat die Wahrheit fast zerbrochen, und der Hass ihrer Adoptivmutter Rachel bricht sich nun ungezügelt Bahn und auch für Esra kommen Wahrheiten ans Licht, die sein faules und von der Mutter beschütztes Leben völlig auf den Kopf stellen. Doch Sheridan will nun endlich ihrem Traum folgen um in New York ein neues Leben anzufangen und endlich Sängerin zu werden.

Der blutige Amoklauf ihres Adoptivbruders Esra macht jedoch alle Träume von Sheridan zunichte. Kurzfristig kehrt sie auf die elterliche Farm zurück, doch sieht sie dort keine Zukunft für sich und flieht weiter vor den hasserfüllten Anschuldigungen ihrer Adoptivmutter und der unerbittlichen Presse, die es schafft, so gut wie das ganze Dorf gegen Sheridan aufzubringen. Sheridan bemüht sich verzweifelt ein neues Leben aufzubauen, doch ein merkwürdiges Geschehnis folgt dem anderen...

Währenddessen begegnen wir einem neuen Protagonisten, dem Detective Jordan Blystone, der unter anderem auch ein dreißig Jahre altes Familiengeheimnis aufdeckt und Sheridans Adoptivmutter Rachel Grant vor Gericht bringt. An ihm geht dieser Fall nicht spurlos vorbei, er kommt ebenfalls durch einen Zufall seinem Familiengeheimnis auf die Spur und die Begegnung mit dem Rodeoreiter Nicolas, bekannt aus dem ersten Band, stellt sein Weltbild völlig auf den Kopf....

Sheridan will nichts mehr mit ihrer Familie zu tun haben und lernt auf ihrem Weg wieder verschiedenste Männer kennen, die es nicht immer gut mit ihr meinen, doch als sie Dr. Paul Sutton in Massachusetts kennenlernt, schöpft sie Hoffnung....

In dieser Fortsetzung geht es spannend weiter, leider ist der Funke bei mir immer noch nicht übergesprungen, wobei ich diesen Band etwas besser fand, was auch der Entwicklung von Vernon und auch Jordan zu verdanken ist. Sheridan ist älter, vermeintlich reifer geworden, doch immer wieder tappt sie in alte Muster hinein und es werden wieder einige Klischees benutzt, was ich sehr schade fand.

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