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Veröffentlicht am 15.06.2025

Locker und leichte Unterhaltung

Ein Sommer in Salerno
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Der locker und leichte Sommerroman "Ein Sommer in Salerno von Serena Giuliano" ist in einem guten Schreibstil verfasst, so dass die Leserschaft sich wenig Gedanken machen muss und einfach entspannen kann. ...

Der locker und leichte Sommerroman "Ein Sommer in Salerno von Serena Giuliano" ist in einem guten Schreibstil verfasst, so dass die Leserschaft sich wenig Gedanken machen muss und einfach entspannen kann. Bereits das Cover mit seinen kräftigen Farben, einer Straße in Salerno und Südfrüchten weist darauf hin, dass wir beim Lesen ins südliche Europa, in diesem Fall nach Italien, reisen.
Zu Beginn plätschert die Geschichte ein wenig dahin, und es entsteht zunächst ein großes Fragezeichen. Zum Ende der einzelnen Tage, die tagebuchartig wirken, gibt es kursiv verfasste Texte, die völlig aus dem Zusammenhang wirken, was sich jedoch zum Ende des Buches aufklärt. Die Hauptprotagonistin Éléonore hat an fünf Wochentagen bei fünf unterschiedlichen Familien oder Singles einen Reinigungsjob, den sie gewissenhaft ausübt. Als Mutter hat sie ihre Kinder sehr gut erzogen und die Liebe, die sie schenkt, ist beim Lesen spürbar - und wird erwidert. Nach einer Trennung, die sie sehr belastet, kann sie nicht loslassen und leidet sehr, was ihren Kunden teilweise nicht verborgen bleibt. Sie kümmert sich um alles und jeden und gibt tagein und tagaus ihr Bestes. Trotzdem vergisst sie dabei etwas sehr Entscheidendes. Und: Ein großer Wunsch soll nicht unerfüllt bleiben.
Die Charaktere bleiben dabei oftmals oberflächlich und es wird nicht zu viel preisgegeben. Das macht jedoch im Nachging Sinn und hat seine bestimmte Funktion. Somit bleibt der Fantasie Tür und Tor geöffnet, um die Charaktere mit Leben zu füllen - oder auch nicht.
Mein Fazit: Die Geschichte hat durchaus ihre "Momente" und Komik, so gibt es an diversen Stellen die Möglichkeit, die Lachmuskeln zu trainieren. Sie ist auch recht nett und überschaubar. Wer jedoch hofft, ein wenig mehr Atmosphäre zu spüren, lebhafte Charakterbeschreibungen zu finden oder sich ein wenig Tiefgang wünscht, wird nicht ganz zufriedengestellt.

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Veröffentlicht am 02.06.2025

Bist du noch in der Midlife Crisis oder bereits Lebenskünstler?

Einfach, liebenswert, vollständig
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Das Sachbuch "Einfach, liebenswert, vollständig" von Martin Erdmann ist für den anspruchsvollen Leser gut geeignet. Um dem Titel gerecht zu werden, geht es zunächst um die Wissenschaft, die Musik, das ...

Das Sachbuch "Einfach, liebenswert, vollständig" von Martin Erdmann ist für den anspruchsvollen Leser gut geeignet. Um dem Titel gerecht zu werden, geht es zunächst um die Wissenschaft, die Musik, das Binärsystem. Anhand von Zahlen und Modellen, welche uns die Seele und den Geist abstrakt erklären wollen. Auch ist das Universelle, die Einheit, Gott und die Ewigkeit sowie die Dreifaltigkeit beispielhaft auf den Inhalt des Buches abgestimmt. Zahlreiche Erklärungen und Belege geben Einblick in die Hintergründe, die uns als Antriebsfeder dienen, um zu verstehen, woraus Martin Erdmann seine Erkenntnisse zieht.

Am Anfang steht hier jedoch nicht das Wort, denn hier geht es grundsätzlich um die Frage sowie die Erkenntnis, aus der sich eine Bilanz in der Lebensmitte ziehen lässt. Wie mag diese Bilanz aussehen, welche wir in unserer eigenen Lebensmitte ziehen? Die einen stecken tief in der viel zitierten "Midlife Crisis" und wissen nicht, was jetzt das Leben für sie noch bereithalten kann, da sie ihren persönlichen Zenit bereits überschritten haben, während andere sich gedrängt und außer Atem fühlen, da sie nicht wissen, wie sie all die Möglichkeiten, die das Leben bietet, nutzen können. Es geht darum, sich nicht ausgebremst zu fühlen und andererseits darum, zu hektisches Handeln zu vermeiden. Wie bekommt man den nötigen Abstand zu all den Zwängen, immer mehr erreichen zu wollen sowie auf der anderen Seite, Abschied zu nehmen von der Resignation, nichts mehr erreichen zu können und einfach Lebenskünstler zu werden? Anhand von diesen Gedanken hat der Autor unterschiedliche sowie hilfreiche Übungen zur Selbsterkenntnis und -reflexion veröffentlicht, die uns in einem Prozess aus reflektierten Erkenntnissen, ebenfalls zu Lebenskünstlern machen, was das eigentliche Ziel ist.

Das Buch ist keine kleinkarierte Wissenswiedergabe über Probleme der Lebensmitte und auch keine Anhäufung von "to do“- Listen. Im Gegenteil: Der Autor grenzt dieses Buch von wissenschaftlichen Studien ab, auch wenn es beim Lesen manchmal anders wirkt. Er stellt auch keinen Anspruch auf Vollständigkeit und verweist auch auf andere Autoren, die über dieses Thema geschrieben haben. Es geht herbei um die Einbeziehung von Denken und Kreativität als ganzheitlichem Ansatz. Die Intention des Buches ist, dass jeder selbst die Verantwortung für sein Leben und Handeln trägt. Er stellt fest, dass Eigenleistung gefordert ist, das Wesentliche für sich selbst zu erkennen, und dass die Fähigkeit, unterschiedliche Methoden und Gedankenansätze für sich selbst zusammenzufügen, vorhanden sein sollte. Dann sind die Übungen zur Selbstreflexion eine wirkliche Hilfe.

Menschen, welche die Lebensmitte erreicht haben, sind die Zielgruppe dieses Buches. Es empfiehlt sich, die einzelnen Kapitel mit Abstand zu lesen, sich ganz darauf einzulassen und nach einer Zeit des "Sacken Lassens" fortzufahren. Ich empfehle es weniger für die Leserschaft, die schnell neue Erkenntnisse gewinnen möchte, als vielmehr der intellektuellen Zielgruppe, die sich privat oder aus beruflichen Gründen damit auseinandersetzen möchte, um für sich selbst oder ihre Klientel eine wertvolle Bereicherung zu erfahren.

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