Komisch, klug und kriminell
Morden in der Menopause mit dem richtigen MindsetMit „Morden in der Menopause“ liefert Tine Dreyer einen herrlich schrägen, zugleich klugen und urkomischen Roman, der die Wechseljahre auf eine Weise thematisiert, wie man sie so noch nicht gelesen hat: ...
Mit „Morden in der Menopause“ liefert Tine Dreyer einen herrlich schrägen, zugleich klugen und urkomischen Roman, der die Wechseljahre auf eine Weise thematisiert, wie man sie so noch nicht gelesen hat: als Bühne für mörderische Verwicklungen, irrwitzige Wendungen und eine Heldin, die einem sofort ans Herz wächst.
Im Mittelpunkt steht Liv, eine Frau, die sich redlich bemüht, ihr Leben nach außen hin wieder in geregelte Bahnen zu lenken – was ihr allerdings mit bewundernswerter Konsequenz misslingt. Stattdessen stolpert sie von einer kriminellen Eskalation in die nächste, stets begleitet von innerer Unruhe, Hormonschwankungen und einer ordentlichen Portion Selbstzweifel. Was tragisch sein könnte, ist hier durchzogen von einer fast schon heilsamen Selbstironie und Situationskomik, die einen beim Lesen laut auflachen lässt.
Tine Dreyers Schreibstil ist leicht, locker und mit einem ganz feinen Gespür für Timing und Humor ausgestattet. Zwischendurch gibt es wissenschaftliche Fakten rund um die Menopause. Sie fügen sich nicht nur nahtlos in die Handlung ein, sondern liefern echtes Wissen, ohne belehrend zu wirken. So wird das Buch nicht nur zum unterhaltsamen Lesevergnügen, sondern auch zum kleinen Aha-Erlebnis.
Liv ist eine Protagonistin, mit der man sofort mitfühlt: tapfer, menschlich, liebenswert chaotisch. Die vielen unerwarteten Wendungen, gepaart mit einem positiven Mindset und einer ungeschönten, aber humorvollen Darstellung der Wechseljahre, machen diesen Roman zu einem echten Lese-Highlight.
Wer über das Älterwerden lachen und gleichzeitig spannend unterhalten werden möchte, ist bei Tine Dreyer goldrichtig.