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Bobicat

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 16.06.2025

Ein Fantasyroman, der keiner ist

Die Mitternachtsbibliothek
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Es gab wohl nicht viele Menschen, die vor dem Lesen noch nichts von diesem Buch gehört hatten. Wenn man mit so vielen Vorschusslorbeeren starten, ist die Fallhöhe meistens enorm.
Ob Matt Haig sie gemeistert ...

Es gab wohl nicht viele Menschen, die vor dem Lesen noch nichts von diesem Buch gehört hatten. Wenn man mit so vielen Vorschusslorbeeren starten, ist die Fallhöhe meistens enorm.
Ob Matt Haig sie gemeistert hat? Jedenfalls teilweise. Die Story von "Was wäre gewesen, wenn...." ist ja nun nicht neu. Allerdings geht es hier um Leben, die man lebt, eben nur parallel und nun hat man die Möglichkeit, in diese verschiedenen Universen zu springen, dank der Bücher in der Mitternachtsbibliothek, um die Frage zu klären, ob diese anderen Leben so viel besser sind als das "eigene".
Der Roman macht nicht den Fehler, sich in pseudophilosophischen Betrachtungen zu verlieren. Er ist unterhaltsam und verständlich geschrieben.
Aber ich habe mir trotzdem mehr davon versprochen, die lebensmüde Protagonistin Nora Seed auf ihrer Reise zu begleiten. Das ist eben der Fluch von Erwartungen.

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Veröffentlicht am 16.04.2026

Breaking News: Menschen sind zu allem fähig

Das Spiel
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Der Inhalt las sich wie endlich etwas ziemlich Neues: Eine Villa mitten in der Wüste, 10 Frauen, 10 Männer und jede Mange Kameras. Kommt bekannt vor? Welcome to Love Desert. Oder so. Jedenfalls wacht Lily, ...

Der Inhalt las sich wie endlich etwas ziemlich Neues: Eine Villa mitten in der Wüste, 10 Frauen, 10 Männer und jede Mange Kameras. Kommt bekannt vor? Welcome to Love Desert. Oder so. Jedenfalls wacht Lily, unsere Protagonistin, aus ihrer Bewusstlosigkeit auf und freut sich wie Bolle, Teil dieses angesagten Formats zu sein. Gerade deshalb, weil die Welt gerade in einen allumfassenden Krieg verwickelt war und Luxus für viele nur noch ein Fremdwort ist. Die Teilnehmer (uhhhh, es wird nicht gegendert. Ich schäm mich später) können in Spielen Belohnungen gewinnen, die im Laufe der Show und bei schwindender Teilnehmerzahl immer wertvoller werden. Das, was dafür gemacht weden muss, steigert sich proportional dazu aber natürlich auch. Und irgendwann bemerkt Lily, dass nicht nur die anderen bereit sind, über ihre Grenzen zu gehen, sondern dass auch die Produktion ein perfides Spiel mit ihnen treibt.

Wie oben schon erwähnt, klang der Inhalt mal endlich nach etwas, was nicht so oft in Büchern den Hauptinhalt stellt. Eine Reality Show in einer leicht apokalyptischen Zukunft. Und es geht wirklich gut los. Schon mal das Cover ist gut gewählt, der einfarbige gelbe Farbschnitt passend. Die Umgebung und die Protagonsiten werden detailleriert beschrieben, ohne, dass es unnötig langatmig wirkt. Als dann die Männer ein paar Tage später einziehen, geht die Vercoupelei los, denn die Frauen oder Männer, die alleine im Bett liegen, fliegen aus der Sendung. So weit, so gut. Im Laufe des Buches wird klar, wohin die Reise geht. Natürlich werden die Skrupel jedes Einzelnen immer weniger und Aisling Rawle will uns zeigen, dass grundsätzlich in jedem von uns ein Tier steckt, das nur in der richtigen Umgebung und bei den richtigen Gegebenheit aus uns rausbricht. Jeder ist zu allem fähig. Sehe ich auch so. Gier und Überlebensdrang steckt in jedem von uns und ist tief verwurzelt. Und dass Ruhm und Anerkennung für manche überlebensnotwendig sind, dürfte aus unserer echten Realtität hinlänglich bekannt sein. So gesehen wird die Story und deren Verlauf in der zweiten Hälfte des Buches einfach beliebig. Arm an Überraschungen sehnt man dann nur noch das Ende entgegen, denn das Buch ist auch einfach zu lang. Das trägt keine 400 Seiten. Stereotypen reichen dafür einfach nicht, den Unterhaltungswert bis zum Schluss aufrecht zu erhalten. So war es ein guter Ansatz, der aber nur oberflächlich betrachtet funktioniert.

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Veröffentlicht am 20.01.2026

Dieser Roman geht an die Nieren

Ohne ein letztes Wort
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Maggies Mann ist tot. Ermordet während eines Überfalls auf ein Flüchtlingscamp, in dem er als Arzt beschäftig war. Ihr Leben als Koryphäe der plastisches Chirurgie gerät vollends aus den Fugen, als ihr ...

Maggies Mann ist tot. Ermordet während eines Überfalls auf ein Flüchtlingscamp, in dem er als Arzt beschäftig war. Ihr Leben als Koryphäe der plastisches Chirurgie gerät vollends aus den Fugen, als ihr auch noch die Approbation entzogen wird. Bis zum Zeitpunkt, als ihr ein befreundeter Arzt, der eines der einflussreichsten Unternehmen in diesem Bereich betreibt, ein verlockendes Angebot macht. Sie soll einem russischen Oligarchen zu einem veränderten Gesicht verhelfen und in diesem Zug auch noch seiner jungen Freundin ein üppigere Oberweite verschaffen. Für Maggie ein Klacks, auch in Anbetracht dessen, dass sie dafür fürstlich entlohnt werden soll. Aber wenn was zu gut klingt, um wahr zu sein, dann ist es oftmals so. Und so dauert es nicht lange, bis sich die Ärtzin in einer Spirale aus Lug, Trug und Verrat befindet, aus der sie nur noch lebend herauskommen möchte. Aber scheinbar ist ihr verstorbener Mann und dessen Freund, mit dem Maggie früher in Auslandseinsätzen als Militärärzte zusammengearbeitet hat, ebenfalls darin verwickelt gewesen. Aber wie hängt das alles zusammen?

Wenn man bei Netflix eine Thrillerserie sucht, dann stolpert man unweigerlich über den Namen "Harlan Coben". Der Streamingdienst verfilmt seine Romane in atemberaubender Geschwindigkeit. Bei "Ohne ein letzes Wort" hat er sich nun mit Hollywoodschauspielerin Reese Witherspoon zusammengetan, die mit ihrem "Reese's Book Club" Buchempfehlungen in die Welt hinausschickt. Es lässt sich nicht beurteilen, inweiweit sie in diesen Roman mit eingebunden war, aber in Filmen geht die Handlung in der Regel etwas zügiger voran, als der Beginn hier. Die ersten paar Kapitel ziehen sich, aber spätestens mit dem Angebot, die OPs in Russland durchführen zu sollen, wird die Handlung wesentlich interessanter und auch rasanter. Als Leser taucht man tief in die Themen "Organspende" und "Moral in der medizinischen Forschung" ein. Wie weit sind Menschen bereit zu gehen, wenn sie denken, dass ihre Forschungen das Leben aller Menschen verbessern kann? Lebensverlängernde Maßnahmen im Tausch gegen das Umgehen von Regularien, die einen nur aufhalten und Geldgebern, die nicht nicht ganz den wohltätigen Zweck im Augen behalten. Man begibt sich auf ein gefährliches Terrain, denn diesen Menschen sind Leben nichts wert, sondern lediglich ihr Profit.

Sind dies alles neue Erkenntnisse? Sicherlich nicht. Maggies Hatz auf der Suche nach der Wahrheit hat viele spannende Momente. Aber oftmals ist der Inhalt einfach viel zu geschwätzig. Somit geht der Flow verloren, was schade ist, denn wenn man weniger ambitioniert an die Sache rangegangen wäre, wäre das dem Lesefluss zuträglich gewesen. Eigentlich weiß man nicht, ob das ein Thriller, eine Gesellschaftskritik oder ein Moralmanifest hätte werden sollen. Es ist am Ende alles drei geworden. Und das Ergebnis ist dann eben nur so mittelprächtig, wenn man sich für keine Seite entscheidet.

Ich könnte wetten, dass dieses Buch, wenn es dann verfilmt wird, ein Thriller wird und die oben erwähnten, anderen Komponenten eher in den Hintergrund treten werden. Und genau das wäre auch der richtige Weg für dieses Buch gewesen.

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Veröffentlicht am 17.12.2025

Mord im Orientexpress....aber mal ganz cosy

Nächster Halt: Mord. Ein Weihnachtskrimi
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Die Jungfernfahrt des "Golden Highlander" soll der Höhepunkt des Jahres für den Eigentümer werden. Zahlreiche illustre Gäste, darunter (natürlich) eine Influencerin, eine Journalistin, eine Staatssekretärin, ...

Die Jungfernfahrt des "Golden Highlander" soll der Höhepunkt des Jahres für den Eigentümer werden. Zahlreiche illustre Gäste, darunter (natürlich) eine Influencerin, eine Journalistin, eine Staatssekretärin, TV-Köchin, usw. wurden eingeladen, um den absoluten Luxus auf einer Fahrt von London nach Edinburgh zu genießen. Was anfänglich auch ohne große Probleme funktioniert. Bis dann einer der Fahrgäste tot in der Bibliothek aufgefunden wird. Das Messer in der Brust lässt eher auf keinen natürlichen Tod schließen, so dass die sechzehnjährige Millie, die von ihrer großen Schwester (die oben genannte Journalistin) zu dieser Fahrt mitgenommen wurde, zusammen mit einem Bordsteward die Ermittlungen aufnimmt. Da der Zug auf freier Strecke vor einer gewaltigen Schneewehe steht und nicht weiterfahren kann, bleibt dem Duo nur dieses bisschen Zeit, um den Mörder zu finden.

Ob das jetzt wirklich ein Weihnachtskrimi ist, sei dahingestellt. X-Mas Vibes habe ich keine bekommen, aber die Schneelandschaft war sehr gut beschrieben und sorgt dafür, dass es zumindest ein netter Winterroman geworden ist.

"Cosy" ist bei diesem Krimi wirklich sehr wörtlich zu nehmen, denn es dauert einige Zeit bis zum Mord und auch danach hatte ich öfter das Gefühl von "Ach ja, kenn ich" oder "War ja klar". Verzwickt geht anders, aber zum literarischen Berieselnlassen reicht das absolut aus. Da die Geschichte aus dem Blick von Millie erzählt wird, ist damit die Zielgruppe festgelegt, nämlich YA, wobei die oftmals ganz andere Sachen gewohnt sind und hier seitlich von der Couch kippen, ob des sehr gemächlichen Storyaufbaus. Somit werden wohl nur vorrangig Erwachsene dieses Buch lesen und dafür fehlt dann einfach die Spannung. Ja, das Ganze soll unaufgeregt daherkommen, aber trotzdem hätte es sicherlich nicht geschadet, wenn die Story etwas mehr Fahrt aufgenommen hätte. Aber gut, der Zug steckt dann irgendwann auch mal fest. So gesehen passen sich hier Beide an.

Wer ein Buch lesen möchte, das nicht wirklich Krimi und auch kein Weihnachtsroman, sondern alles so halb und vergleichbar mit Fahrstuhlmusik ist, ist hier richtig. Wir stricken uns mit Millie durch die Geheimnisse der Passagiere (ihr Hobby), aber verstricken kann sich hier niemand. Diese Masche hat man leider schon zu oft erlebt.

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Veröffentlicht am 30.10.2025

Stromberg auf Koks

Geht so
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Grundsätzlich liebe ich Ironie und Sarkasmus und ich habe mir viel von diesem Buch versprochen. Leider finde ich es völlig overhyped. Ja, die Gedanken der Protagostin sind schon ganz lustig, aber sehr ...

Grundsätzlich liebe ich Ironie und Sarkasmus und ich habe mir viel von diesem Buch versprochen. Leider finde ich es völlig overhyped. Ja, die Gedanken der Protagostin sind schon ganz lustig, aber sehr klischeemäßig, da wir uns das schon mal alle über unsere Kollegen gedacht haben (Ähm, behaupte ich mal :)

Unter dem Strich bleibt ein durchschnittlicher Roman, den man lesen kann, wenn man wissen will, wie so ein Betriebsausflug unter Drogeneinfluss enden kann.

Geht so.

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