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Veröffentlicht am 12.04.2026

Ein Schloss - Ein Koch - Ganz viel Magie - Psychologisches Drama - Intensive Dialoge

The House Witch 1
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Finley Ashowan tritt im Schloss des Königreichs Daxaria seine neue Stelle als Koch an. Neben vielen extravaganten Rezepten bringt er auch ein Geheimnis mit. Er ist eine Haushexe.

Wer Action und epische ...

Finley Ashowan tritt im Schloss des Königreichs Daxaria seine neue Stelle als Koch an. Neben vielen extravaganten Rezepten bringt er auch ein Geheimnis mit. Er ist eine Haushexe.

Wer Action und epische Schlachten sucht, ist hier falsch. Wer aber ein gut konzipiertes Kammerspiel schätzt, ist genau richtig. Hautnah begleitet man Finlay, den faszinierenden Hauptcharakter, in der Schlossküche. Mit seiner ungehobelten Art eckt er schnell an. Hinter der harten Schale verbirgt sich jedoch ein sehr verletzlicher, mitfühlender Kern. Seinen Schutzbefohlenen eilt er stets zu Hilfe. Obwohl impulsiv und kämpferisch, wendet er Vieles einfühlsam zum Guten. Alle, die hinter seine Fassade blicken, akzeptieren sein Wesen und stehen ihm hilfreich zur Seite. Das psychologische Drama entfaltet sich zwischen den unterschiedlichen Bewohnern des Schlosses. Die intensiven Dialoge zwischen Koch, König, Königin, Adligen, Rittern, Hausangestellten, Magiern und Hexen sind immer tiefgründig und teilweise humorvoll. Aktuelle Themen werden angesprochen. Die intime Atmosphäre, die durch den begrenzten Schauplatz und Fins Kräfte, die nur in seinem „zu Hause“ wirken, entsteht, verstärkt dies. Das Schloss als Handlungsort ist eine perfekte Wahl. Überschaubar, aber groß genug, um Fins Magie genügend Spielraum zu lassen. Als Haushexe ist der Ausgangspunkt seiner Kraft die Küche. Mit seinen Kochkünsten wirkt er Wunder, auch ohne Magie, nach dem Motto: „Liebe geht durch den Magen“. Seine Speisen fördern die Gesundheit, machen krank und beeinflussen Gefühle. Fin kocht Rezepte aus aller Welt, besonders aufgefallen ist mir eines aus Korea. Insgesamt spielt die Geschichte in einer fiktiven Welt, in der verschiedene Königreiche im Wettstreit miteinander stehen. Diese Welt ist frei von Technik und ähnelt dem späten Mittelalter. Es existiert erlernte oder angeborene Magie, die mit den Elementen Erde, Wasser, Luft oder Feuer verbunden ist. Standesunterschiede, Streben nach Macht, Geheimnisse und Intrigen prägen das Geschehen. Die Konflikte, die aufgezeigt werden, bleiben bis zum Ende des Buches ungelöst. Geheimnisvolle Andeutungen lassen den Leser rätseln, was als Nächstes im Leben von Finlay passieren wird. Deshalb bin ich sehr gespannt auf den zweiten Band. Außerdem möchte ich unbedingt mehr über den jungen Kronprinzen Eric und den liebenswerten Kater Kraken erfahren.

Cosy Fantasy vom Feinsten für alle Freunde von ruhigen Geschichten und psychologischem Drama im Stile eines Kammerspiels. Das Setting fühlt sich nach Mittelalter an und enthält viel Magie, schmackhafte Gerichte, aber auch hochaktuelle Fragestellungen. Die spannungsgeladene, überraschende und geheimnisvolle sowie familiäre Atmosphäre macht den Reiz der Geschichte aus.

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Veröffentlicht am 13.10.2025

tolle, neue Fantasie-Welt im viktorianischen England - mutige Protagonisten - niedliche Tierwesen

Nelly Emberwing (1). Die verbotenen Wesen von Rustgate
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Mehrere unvorhersehbare Ereignisse führen zu großen Veränderungen für Dienstmädchen Nelly. Mit Mut nimmt sie die Herausforderungen an und gemeinsam mit ihren Mitstreitern erkennt sie, was wirklich wichtig ...

Mehrere unvorhersehbare Ereignisse führen zu großen Veränderungen für Dienstmädchen Nelly. Mit Mut nimmt sie die Herausforderungen an und gemeinsam mit ihren Mitstreitern erkennt sie, was wirklich wichtig ist im Leben.

Wow - was für eine Geschichte!
So ein quirliges und spannendes Abenteuer mit zahlreichen, außergewöhnlichen fantastischen Wesen hätte ich aufgrund des sehr schönen, aber ruhigen, freundlichen und beschaulichen Covers nicht erwartet.
Das Setting in einem fantasievoll veränderten England während der Herrschaft von Queen Victoria ist etwas ganz Besonderes. Durch die Stadt Rustgate zieht sich ein aktiver Erdgraben, der gefüllt ist mit einem seltsamen Nebel. Ein Riss zieht sich ebenfalls durch die ansässige Gesellschaft, sei es zwischen Arm und Reich, Dienstpersonal und Adligen oder zwischen „normalen“ Menschen und magischen Wesen, die zu Leibeigenen oder Ausstellungsstücken werden. Diese Chimären mit ganz unterschiedlichen Fähigkeiten und Aussehen werden bestaunt oder gefürchtet, aber stets nicht verstanden und ausgegrenzt.
Alle Hauptcharaktere waren mir auf Anhieb sympathisch. Für Nelly ist es nicht leicht und es kommt noch schlimmer. Aber sie trifft auf Camou, das niedliche Wesen, das auf dem Cover abgebildet ist. Dieser kleine Chamäleon-Drache stellt ihr Leben auf den Kopf. Während Nelly versucht ihrem Findelkind zu helfen, wächst sie über sich hinaus und erhält Unterstützung von ganz unerwarteten Seiten.
Die angesprochenen Themen drehen sich um Freundschaft, Familie, Herkunft, Vertrauen, Heimweh, Freiheit, Verantwortung übernehmen und Anderssein. Sie werden aus ganz unterschiedlichen Blickwinkeln betrachtet. Gemeinsam mit Nelly und ihren Freunden, besonders dem magiebegabten Grayson, können junge, gute Leser im Alter ab 10 Jahren entdecken, welche Dinge im Leben wichtig sind und begeben sich auf eine abenteuerliche Achterbahnfahrt. Nebenbei vermittelt der Text einen Eindruck des historischen Alltags im viktorianischen Zeitalter. Die Gesellschaftsstrukturen und der industrielle Fortschritt werden gut herausgearbeitet. Auch die Sprache vermittelt einen Eindruck der damaligen Zeit. Der Klang der Sätze und die Wortwahl versetzen die Leserschaft ins historische Bild.
An vielen Stellen im Buch sind schwarz-weiße Zeichnungen eingefügt, die den Inhalt der Geschichte verdeutlichen und sich auch schon mal wiederholen. Sie zeigen zum Beispiel: Alltagsgegenstände, Kleidungsstücke, Ornamente, Straßenzüge, technische Geräte oder fantastische Tierwesen und Personen.
Auf den letzten Seiten wartete ein kleiner Wermutstropfen auf mich. Denn das Ende der Geschichte ist offen. Das hatte ich so nicht erwartet. Jeder Leser darf sich nun ausmalen, wie es weitergehen könnte. Hoffentlich erfahren wir im nächsten Band mehr über die Protagonisten, die man lieb gewonnen hat. Ich kann es kaum erwarten.

Klare Leseempfehlung für alle Fans von abenteuerlichen Fantasy-Geschichten, besonders wenn sie niedliche Tierwesen mögen. In einem historisch angehauchten, fantasievoll veränderten England erleben die Hauptpersonen spektakuläre Abenteuer und bleiben trotz widriger Umstände stets hilfsbereit. Die jungen Leserinnen und Leser ab 10 Jahren sollten keine Scheu vor wirkungsvollem Satzbau und nicht so gebräuchlichen Wörtern haben.

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Veröffentlicht am 27.06.2025

magisches Schulleben - düstere Stimmung - bedrohliche Situationen -überraschende Wendungen - kraftvolles Finale - ungewisses Ende

Magisterium - Das 3. Jahr
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Nach unbeschwerten Sommerferien kehren Call, Aaron und Tamara zurück ins Magisterium. Neben neuen Schulstunden warten jede Menge Schwierigkeiten auf sie. Jemand verübt Anschläge und bedroht das Leben der ...

Nach unbeschwerten Sommerferien kehren Call, Aaron und Tamara zurück ins Magisterium. Neben neuen Schulstunden warten jede Menge Schwierigkeiten auf sie. Jemand verübt Anschläge und bedroht das Leben der Freunde.

Mit Freude habe ich die ersten Seiten gelesen. Call und Aaron verbringen die Ferien bei Calls Vater. Dort genießen sie eine normale freundschaftliche Zeit. Auch der Humor kommt in diesem Teil der Geschichte nicht zu kurz. Dies ändert sich mit Beginn des neuen Schuljahrs. Es wird bedrohlich, düster und sehr spannend. Der rote Faden „wem Call trauen kann“ zieht sich auch durch dieses Buch. Erneut existieren Personen, die nicht das sind, was sie vorgeben zu sein. Der Leser fiebert mit und rätselt, wer der Attentäter sein könnte. Die erzeugte Stimmung ist etwas anders als in den ersten beiden Bänden. Immer noch bedrückend, ungewiss und unheimlich, aber Call hat sich trotz dunkler Vorahnungen verändert. Er kämpft nicht mehr gegen sich selber, sondern ist selbstbestimmter und selbstbewusster geworden. Außerdem scheint er langsam zu akzeptieren, wie und was er ist. Auf der Suche nach seiner Identität erinnert er nun einfach an einen Jungen auf dem Weg erwachsen zu werden. Auch seine Klassenkameraden sind in der Pubertät. Erste Liebe und Eifersucht werden in realitätsnahen oder auch ulkigen Szenen thematisiert. Weitere Themen sind Freundschaft, Familie, Eigenverantwortung, Vertrauen, Geheimnisse, Gerüchte, Verlust und Tod. Obwohl die Handlung hauptsächlich im unterirdischen Magisterium spielt, werden kaum Unterrichtsstunden erteilt. Dafür gilt es, viele abenteuerliche Aufgaben zu bewältigen. Das schnell, aber sehr wirkungsvoll erzählte Finale birgt einige Überraschungen und hat ein ungewisses Ende. Somit bleiben sich die Autorinnen treu, denn die Zukunft bleibt vage, offene Fragen unbeantwortet und neue Fragezeichen tauchen auf. Ich bin total gespannt, wie es weitergehen wird und womit sie uns noch überraschen werden.

Mit diesem Band wurde die Reihe sehr überzeugend fortgeführt. Weiterhin düster, ungewiss, kraftvoll und faszinierend wird das außergewöhnliche Schulleben vom etwas anderen magischen Hauptcharakter, der kein strahlender Held ist, beschrieben. Das spektakuläre und ungewisse Ende macht nachdenklich. Was wird die Zukunft bringen? Die Antwort erhalten wir hoffentlich in den weiteren Bänden. Diesen dritten dürft ihr auf keinen Fall verpassen.

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Veröffentlicht am 16.06.2025

spannende Zeitreise mit italienischem Flair - durch den besonderen Stil hautnah erfahrbar gemacht - sensationell

Time Shifters
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In Bologna explodiert eine Bombe. Agentin Michaela reist zurück in die Vergangenheit, um das Attentat zu verhindern. Innerhalb von 24 Stunden muss sie erfolgreich sein. Allerdings ist bei diesem Auftrag ...

In Bologna explodiert eine Bombe. Agentin Michaela reist zurück in die Vergangenheit, um das Attentat zu verhindern. Innerhalb von 24 Stunden muss sie erfolgreich sein. Allerdings ist bei diesem Auftrag nicht nur die Zeit ihr Gegner.

Im ersten Kapitel wird detailliert und aufregend beschrieben, was zum Zeitpunkt der Explosion passiert. Dieses spezielle Ereignis ist gleichzeitig die „Stunde null“. Alle folgenden Kapitel werden definiert durch eine Zeitangabe in Stunden und Minuten nach oder vor „Stunde null“. Dies ist anfangs etwas verwirrend, aber später kein Problem mehr. Der Autor entführt abwechselnd in die Vergangenheit bzw. Gegenwart. Dadurch fühlt sich der Leser quasi selber wie ein Zeitreisender. Hinzu kommt, dass jedes Kapitel aus dem Blickwinkel eines anderen Charakters erzählt wird. Im Wechsel schildern Agentin Michaela, die jugendlichen Schüler Ron und Enrico sowie Gauner Giovanni Grande ihre Erlebnisse. Hautnah verfolgt man jeden ihrer Schritte und darf ihre Gefühle miterleben. Es müssen also nicht nur verschiedene Zeitabschnitte, sondern auch parallel verlaufende Leben in Einklang gebracht und zum großen Bild zusammensetzt werden. Alle Charaktere sind detailliert beschrieben. Ihre unterschiedlichen Emotionen, auch romantischer Art, familiäre Probleme und seelische Abgründe werden authentisch und nachvollziehbar dargestellt. Gut gelungen sind die Beschreibungen von Bologna und der italienischen Lebensart. Kein Wunder, denn der Autor lebt und arbeitet in dieser Stadt.

Sehr beeindruckend war der eigentliche Vorgang der Zeitreise, der erst nach und nach ans Licht kommt. Von Anfang an herrscht das Gefühl vor, dass solche Zeitreisen sehr anstrengend und nicht wirklich gut für den menschlichen Körper sind. Diese außergewöhnliche Idee hat mich gleichzeitig fasziniert und sprachlos gemacht. Wie schafft Michaela es, damit fertig zu werden?

Dem Autor ist eine wirklich herausragende und ganz und gar nicht alltägliche Umsetzung des Zeitreise-Themas gelungen. Einzig ein, zwei Kleinigkeiten bei der Auflösung am Ende haben mir ein klein wenig Kopfzerbrechen bereitet. Vielleicht sollte ich das sehr spannende Buch ein zweites Mal lesen.

Du magst Science Fiction mit Hochspannung und bist 14 Jahre alt oder älter? Dann ist dieser Zeitreise-Thriller genau das Richtige für dich.
Emotional, überraschend, vielschichtig, mit detailreichen Charakteren und gelungenem italienischem Flair sowie sprachlich hervorragend erzählt der Autor aus unterschiedlichen Blickwinkeln und springt gemeinsam mit dem Leser durch die Zeit.

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Veröffentlicht am 30.05.2025

Spannend bis zur letzten Seite - ungewöhnliche Hobbyermittler - Meisterstück nach Hitchcock-Art

Marchfield Square
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In einem vornehmen Londoner Wohnkomplex wird eine Leiche gefunden. Celeste beauftragt ihre Mieter Audrey und Lewis mit den Ermittlungen. Während ihrer Tätersuche raufen sie sich zusammen und entdecken ...

In einem vornehmen Londoner Wohnkomplex wird eine Leiche gefunden. Celeste beauftragt ihre Mieter Audrey und Lewis mit den Ermittlungen. Während ihrer Tätersuche raufen sie sich zusammen und entdecken das ein oder andere Geheimnis.

Was für ein sensationelles Finale - spannend, überraschend, unerwartet und geheimnisvoll enden die Ermittlungen. Es bleibt die Hoffnung, dass wir alle originell gezeichneten Charaktere in einer weiteren Geschichte wiedersehen. Im Mittelpunkt stehen ein ungewöhnliches Ermittler-Duo, das aus einer tatkräftigen einfühlsamen Putzfrau mit schwieriger Vergangenheit und einem introvertierten menschenscheuen Schriftsteller mit Schreibblockade besteht, sowie die verwitwete Vermieterin samt Butler, beide sehr interessiert am Leben ihrer Nachbarn. Mit dieser Personenkonstellation sind humorvolle Szenen vorprogrammiert. Durch viele außergewöhnliche Nebencharaktere und interessante Side Couples wird es sehr lebendig am Setting in London. Abgesehen davon, dass sie gemeinsam im Marchfield Square wohnen, haben die Personen unterschiedliche Lebensweisen und Ansichten. Oftmals trügt der Schein und hinter einer aufgebauten Fassade verbirgt sich etwas ganz Anderes. Deshalb bleibt das Miträtseln spannend von der ersten bis zur letzten Seite. Jedes kleinste Detail im Buch ist wichtig und mündet im Gesamtbild der Auflösung. Der Autorin ist ein Meisterstück gelungen, das mich an Filme von Alfred Hitchcock erinnert. Der abwechslungsreiche Schreibstil hat mir imponiert. Die Hinweise zur Lösung des Kriminalfalls finden sich im Erzähl-Text, in der wörtlichen Rede, im Chat-Verlauf und in einigen Passagen schaut der Leser dem Schriftsteller Lewis beim Schreiben über die Schulter. In dieser Geschichte in der Geschichte skizziert er seine Beobachtungen zum Mord und fasst das Erlebte zusammen. So werden Teile des Puzzles für den Leser in Erinnerung gerufen oder in einen Kontext gesetzt. Trotzdem wirkt es nicht repetitiv oder langweilig, sondern sehr amüsant und hilfreich. Gerne würde ich mehr über die Bewohner des Marchfield Square lesen.

Allen Krimi-Fans wärmstens empfohlen. London Liebhaber, Freunde von „Alfred Hitchcock“, Slice-Of-Life-Leser und Puzzleteile-Sammler kommen voll auf ihre Kosten. Aktuell, unterhaltsam, voller Humor, ein wenig „Cosy“, extra viel „Crime“, sehr spannend und unerwartet.

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