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Veröffentlicht am 16.04.2026

Charakterlich gruselig

Bachelorette Party
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Camilla Sten, die Tochter von Viveca, ist auf dem deutschen Buchmarkt nicht unbekannt, aber den großen Durchbruch à la Mama hatte sie sicherlich noch nicht. Nun wurde „Bachlorette Party“ angekündigt. Mit ...

Camilla Sten, die Tochter von Viveca, ist auf dem deutschen Buchmarkt nicht unbekannt, aber den großen Durchbruch à la Mama hatte sie sicherlich noch nicht. Nun wurde „Bachlorette Party“ angekündigt. Mit einem Cover, das auf jeden Fall ins Auge sticht. Dazu muss ich auch sagen, dass sich der Klappentext sehr nach Lucy Clarke lesen ließ. Da hatte ich dann zwei Argumente, um Camilla mal kennenzulernen. Hat es sich gelohnt?

Wenn ich bei den beiden Damen bleibe, die ich für einen Vergleich hinzugezogen habe, dann ergeben sich ganz klare Bilder. Camilla schreibt nicht wie ihre Mutter Viveca. Letztere ist keinesfalls Cozy Crime, aber sie schreibt klassische Krimis, in denen der Schwerpunkt mehr auf den Ermittler und dem Ermittlungsprozess mit allen Wendungen liegt. Dadurch ist der Vergleich zu Clarke schon deutlich besser geeignet, denn beide schreiben Thriller, wobei Clarke für mich auch eher im psychologischen Thrillerbereich zuhause ist, wohingegen Camilla sich gerade zum Ende echt brutal ausgetobt hat. Da musste ich sogar fast etwas an Horror denken. Ich bin da zum Glück nicht empfindlich, aber mit der Härte der Handlung hatte ich nicht gerechnet. Das kann sie also als sehr individuell verbuchen. Aber die anderen Teile von „Bachlorette Party“, da muss ich leider einfach sagen, das war für mich ein schwacher Versuch, die Besten aus dem Genre zu matchen.

Gerade der Klappentext mit dem Junggesellinnenabschied hat mich eher vermuten lassen, dass wir die Handlung durch die Sicht der verschiedenen Gästinnen erleben werde. Damit war aber nichts. Stattdessen haben wir nur zwei Perspektiven, die auf zwei Zeitschienen angeordnet sind. Denn auf der Insel, auf der die Auszeit stattfindet, gab es einen Cold Case vor zehn Jahren. So haben wir dann Matildas Geschichte, die vor zehn Jahren ein traditionelles Wochenende mit ihren engsten Schuldfreundinnen hatte. Hier sprangen die Kapitel für mich sehr in der Zeit hin und her, was ich etwas seltsam fand. Dann haben wir wiederum die Gegenwart, die nur aus Tessas Perspektive erzählt wurde. Gerade weil die Geschichte von extrem vielen Figuren lebt, ist für mich das bedauerlichste, dass aus den Charakteren nicht mehr gemacht wurde. Ich habe weder die Gruppe rund um Matilda, noch Matilda selbst, geschweige denn die ganze Gruppe rund um Tessa richtig zu packen bekommen. Tessa muss ich ausnehmen. Mit ihr verbringen wir sehr viel Zeit, aber keine unbedingt positive.

In solchen Genres ist die Aufgabe nicht, eine total sympathische Rolle zu schaffen, aber auch nicht eine so unsympathische. Sie hat nur in Selbstmitleid gebadet. Sie hat zwar auf eine neue Story gehofft und dabei auch Antrieb gezeigt, aber auch dabei wirkte sie wie ein Gefühlstrampel. Jetzt hat Sten als Autorin auch nicht ausgeholfen, weil sie die Beziehungen zu den anderen nicht ausgeleuchtet hat. Da ist die Schwester mit auf der Reise, aber die Beziehung habe ich null verstanden. Lena hat sie mal verteidigt, aber ansonsten hätten sie auch entfernte Bekannte sein können. Anneliese selbst war die wichtigste Bezugsperson, aber auch da wurde nichts ergründet. Die anderen hatten dann nur eine untergeordnete Rolle, aber es ist schade, dass nichts da richtig definiert wurde. Als Charakterstudie war das Dargebotene so wirklich extrem schwach.

Jetzt haben wir dann noch die Verbindung von Vergangenheit und Gegenwart. Es war nicht alles durchschaubar, einiges ließ sich aber gut als Puzzleteil zusammensetzen, vielleicht sogar, weil die Vergangenheitskapitel nicht chronologisch waren. So gab es dann Formulierungen, die mir klar gemacht haben, was kommen könnte. Letztlich finde ich die Auflösung zwar nicht schlecht, aber auch nicht konsequent. Spätestens mit der brutalen Ausartung habe ich dann irgendwann auch nicht mehr verstanden, was eigentlich erzählt werden sollte. Im Grunde hat sich in der Täterpsychologie dann die große Schwäche des ganzen Buchs durchgesetzt: Charaktertiefe gleich Null. Die Atmosphäre mag durchgängig gestimmt haben, aber dafür alleine greife ich in dem Genre nicht zu. Ich habe keine Ahnung, wie die ersten Werke von Camilla Sten waren, aber die Charakterarbeit schreckt mich für die Zukunft echt ab.

Fazit: Ich war sehr gespannt, Camilla Sten auch endlich mal zu entdecken und das auffällige und anziehende Cover von „Bachlorette Party“ war nun Argument genug. Aber eigentlich bereue ich es doch. Ich finde es eigentlich gut, dass die Tochter so anders als die große Mutter Viveca schreibt, aber die Atmosphäre und die Brutalität des Endes gleichen nicht aus, dass es ansonsten eine Zusammenstellung schlecht ausgearbeiteter Charaktere ist, deren Psychologie völlig unterging. Ich kann „Bachlorette Party“ leider nicht empfehlen.

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Veröffentlicht am 27.08.2025

Zu wenig überspringende Buchliebe

Storybook Ending - Bis ans Ende aller Seiten
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Zu „Storybook Ending“ hat mich vor allem das süße Cover hingezogen, denn als jemand, der Bücher so liebt, Läden, in denen man stundenlang stöbern kann und weiß, wozu Bücher Zugang darstellen, da ist die ...

Zu „Storybook Ending“ hat mich vor allem das süße Cover hingezogen, denn als jemand, der Bücher so liebt, Läden, in denen man stundenlang stöbern kann und weiß, wozu Bücher Zugang darstellen, da ist die Idee hinter dem Cover wirklich süß. Ich kannte die Autorin Moira Macdonald nicht, sodass ich ansonsten völlig offen war, was mich wohl alles erwarten wird.

Ich habe die Hörbuch-Variante gehabt und hatte damit Viola Müller als Erzählerin im Ohr. Angesichts der Art, wie sich die ganze Geschichte entwickelt hat, dass wir nicht nur April, Laura und Westley als Perspektiven hatten, sondern hier noch wen und dort noch wen, fand ich das ehrlich gesagt etwas wenig. Müller hat eine tolle Stimme, das war nicht das Problem. Aber ich habe mehrfach gemerkt, wenn die Gedanken beim Hören nur kurz wegdriften, dann ist es schon gefährlich gewesen, weil ich dann vielleicht schon wieder eine neue Perspektive verpasst hatte. Es wäre zwar auch absurd gewesen, für alle eine Stimme zu haben, aber ich finde, dass zumindest ein Stimmwechsel automatisch die Aufmerksamkeit zieht. Vielleicht wäre da eine clevere Lösung möglich gewesen.

Kommen wir jetzt aber zum Inhalt, der wohl auch nochmal näher erklären wird, warum das Hörerlebnis recht komplex war. Angesichts des Klappentextes war das Missverständnis mit den Briefen bereits angedeutet und ich habe mich gefragt, ob sich vielleicht ein Liebesdreieck entwickelt oder was genau die Absicht des Inhalts ist. Letztlich würde ich resultieren, dass die Autorin leider sehr lange verschleiert, was eigentlich ihre Aussage sein sollte. Am Anfang war es sehr interessant, April, Westley und Laura nach und nach kennenzulernen. Sie sind jeweils sehr unterschiedliche Menschen, in diversen Lebenssituationen. Ich habe erstmal alles aufgesaugt und war dann gespannt, wie sich das Missverständnis um die ausgetauschten Briefe in der Buchhandlung aufbaut und wie es aufgelöst wird. Aber irgendwann habe ich sehr deutlich gemerkt, wie die Geschichte mich verloren hat. Das liegt in einem ersten Punkt an den drei genannten Charakteren. Wir bekommen zu allen dreien wirklich viele Infos, aber Laura etwas ausgenommen, fand ich die anderen beiden zunehmend langweilig und monoton. Westley fand ich richtig persönlichkeitslos. Er hat da einen Job in der Buchhandlung, der ihn sicherlich nicht unglücklich macht, aber er wirkt einfach wie jemand, der immer nur wartet, dass ihm etwas passiert. Das wurde zunehmend anstrengend, vor allem weil auf der anderen Seite immer wieder betont wurde, wie gut er aussieht und wie viel ihm zufällt. Ich fand ihn einfach nicht sympathisch.

April fand ich nicht unsympathisch, auch weil ich im Gegensatz zu Westley finde, dass sie sehr aktiv ist, aber auch sie war in ihrem Handeln sehr wiederholend. Erst am Ende ist über Laura und sie etwas möglich gewesen, was ich als Möglichkeit für eine finale Lösung des Buchs im Kopf hatte. Das hat mir auch am besten gefallen. Es hat gebrochen mit Erwartungen an einen klassischen Liebesroman, aber es hat trotzdem mit schönen Beziehungsmomenten geendet. Aber es war alles in allem sehr schwer zwischendurch mit den Charakteren mitzufiebern. Erschwerend kamen dann die immer mal eingeworfenen Perspektiven hinzu. Auch wenn es die Buchhandlung mit all seinen Angestellten so in den Blick nimmt, aber ich habe den Sinn einfach nicht verstanden. Denn ein Kapitel jeweils ist mehr als nichts, aber irgendwie auch ein Spoiler auf etwas, was dann nie aufgelöst wird. Ich lerne doch nicht Figuren kennen, um sie dann wieder zu verlieren. Vor allem durch den Nebenplot, dass die Buchhandlung als Setting für ein Film genutzt wird, wurde der Geschichte auch etwas genommen. Mir hätte es wirklich besser gefallen, wenn man das gar nicht gehabt hätte und dann mehr in die Buchwelt eingetaucht wäre.

Fazit: „Storybook Ending“ hat für mich leider nicht die Hoffnungen erfüllt, die ich rein vom Cover her hatte. Ich habe mir im weitesten Sinne eine romantische Geschichte (Buchliebe, Liebe in Form von Partnerschaft, Freundschaft etc.) erhofft, aber die Charaktere waren teilweise einfach langweilig und ich habe in den Botschaften zu selten einen roten Faden entdeckt.

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Veröffentlicht am 16.06.2025

Erzählerisch und inhaltlich mit Defiziten

The Summer We Fell
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Ich habe zuletzt doch einiges gelesen, was entweder schon vom Titel her Summervibes mitgibt, oder es mit dem Cover oder Klappentext geschafft hat. Bei „The Summer We Fell“ war es das Gesamtpaket und ich ...

Ich habe zuletzt doch einiges gelesen, was entweder schon vom Titel her Summervibes mitgibt, oder es mit dem Cover oder Klappentext geschafft hat. Bei „The Summer We Fell“ war es das Gesamtpaket und ich konnte nebenbei auch noch eine neue Autorin kennenlernen.

Ich habe relativ früh bei „The Summer We Fell“ gemerkt, dass ich das vor acht bis zehn Jahren vermutlich viel mehr gemocht hätte. Es hat mich ein wenig an Abbi Glines erinnert, die mit zu den ersten gehörte, die über NA den deutschen Buchmarkt beherrscht hat. Es war keinesfalls eine Kopie, aber gerade diese Naivität der Protagonistin und sich selbst immer wie der Putzlappen zu fühlen und das auch zu verdienen, das hat mich daran erinnert. Ich fand es auch ein wenig schade, dass der Glaube hier so fanatisch dargestellt wurde. Im Grunde war jede Figur, die als strenger gläubig dargestellt wurde, irgendwie unsympathisch. Sie haben immer viel gepredigt, aber überhaupt nicht danach gelebt. Ich weiß, dass es das gibt, das steht außer Frage. Aber ich finde, dass es da doch immer ein Gegengewicht geben sollte, denn Glaube ist keinesfalls so schwarz-weiß.

Kommen wir jetzt aber zur genaueren Art, wie „The Summer We Fell“ erzählt wird. Wir springen immer vor und zurück in der Zeit. Das fand ich zunächst auch sehr angenehm, denn wenn dadurch ein gewisses Mysterium in der Luft liegt, weil man weiß, ein bisschen muss noch von uns als Lesern herausgefunden werden, dann ist es spannend. Nur irgendwie waren manche Dinge viel zu schnell klar und ich würde auch sagen, dass die zwei Zeitperspektiven Fragen aufgeworfen haben, die für mich nie beantwortet wurden. Ganz eklatant kann man das wohl an Luke festmachen. Auch wenn der männliche Protagonist des Buchs, habe ich ihn gar nicht richtig kennenlernt. Ich mochte sicherlich die Seite, wo er es gehasst hat, was die anderen über Juliet gedacht und wie sie mit ihr umgegangen sind. Aber bei ihm mündete so viel in Gewalt, das fand ich als Botschaft nicht so gut. Es hat sicherlich auch mit seiner Vergangenheit zu tun, aber die wird gar nicht richtig aufgearbeitet. Auch bei Juliet bekommen wir oftmals nur Andeutungen. Da sind die Lücken bis zu einem gewissen Grat auch okay, denn es ist eine verdammt heftige Art groß zu werden, aber bei ihm kenne ich nicht mal die Lücken, es ist ein einziges riesiges Loch.

Zudem finde ich auch, dass in der Gegenwart nicht viel passiert. Es gibt wenig ehrliche Gespräche, es gibt immer ein paar ein paar Arbeiten am Haus, dann nächtliches Geplänkel und fertig. Und das beste dabei, dass das Thema Verhütung zunächst gar keine Rolle spielt, nur um es dann später doch noch aufzugreifen, aber auf eine Art, die auch überhaupt nicht passte, weil es wenig mit Verantwortung zu tun hat, sondern wie ein Mittel zum Zweck wirkte. Aber wie ist Juliet überhaupt die erfolgreiche Sängerin geworden, warum diese toxische Beziehung mit einem Kollegen? Das könnte ich ewig für einige Figuren fortführen. Ich hatte so viele Fragen, aber leider viel zu wenig Antworten. Ich finde zwar, dass am Ende alles gut zusammengekommen ist. Es gab gute Konsequenzen, es gab endliche Gespräche, es gab Hoffnung, aber der Weg dorthin war doch sehr zäh. Ich würde auch nicht sagen, dass Juliet und Luke zusammen bei mir viel ausgelöst haben. Sie mussten einander treffen, auf jeden Fall, aber es war für mich dennoch keine Chemie, die mich richtig anfixt. Ich finde dann auch, dass Juliet, die so viel Raum in der Geschichte einnimmt, keine richtige Entwicklung durchmacht. Die junge Juliet und die ältere Juliet sind im Grunde dieselbe und ich hätte da einfach gerne verschiedene Versionen gesehen, die aber dennoch gerne beide hätte gebrochen sein können, aber bitte aus verschiedenen Gründen. Hier war es aber einfach zu ähnlich.

Fazit: „The Summer We Fell“ hat mir letztlich nur wenig von den locker-leichten Gefühlen gegeben, die ich mir erhofft hatte. Es gab zu wenig Highlights, es gab viele Lücken, es gab auch viel richtig Kritisches. Dementsprechend werde ich Elizabeth O’Roark wohl erstmal nicht weiter auf meinem Schirm halten.

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Veröffentlicht am 07.05.2025

Kein Funke ausgelöst

Great Big Beautiful Life
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Emily Henry gehört ohne Frage zu den Neuentdeckungen für mich in den letzten Jahren. Zuletzt las man dann ständig auch, dass einige ihrer Bücher adaptiert werden und das wohl auch zurecht, weil man sich ...

Emily Henry gehört ohne Frage zu den Neuentdeckungen für mich in den letzten Jahren. Zuletzt las man dann ständig auch, dass einige ihrer Bücher adaptiert werden und das wohl auch zurecht, weil man sich ihre Geschichten echt perfekt als Film vorstellen kann. Charmante Wohlfühlfilme einfach. Aber jetzt gibt es erstmal Büchernachschub, nämlich „Great Big Beautiful Life“.

Die neue Welt von Emily Henry wurde mir diesmal durch die Stimme von Christiane Marx erschaffen und damit begleitet. Sie ist als Hörbuchsprecherin eine Bank, aber ich habe mich aufgrund des Inhalts zwischendurch doch gefragt, ob es nicht cleverer gewesen wäre, noch auf eine zweite Frauenstimme zu setzen. Auch wenn die Familiengeschichte von Margaret über die verschiedenen Generationen hinweg unpersönlicher erzählt wurde, als das, was wir durch Alice direkt erleben, aber es wäre so einfach stimmlich nochmal klarer abzutrennen gewesen. Aber wie Marx der Geschichte Leben verliehen hat, da war nichts dran zu meckern.

Kommen wir jetzt zur eigentlichen Bewertung des Buchs und ich muss leider sagen, „Great Big Beautiful Life“ ist bislang das Werk, was mir am wenigsten zugesagt hat. Ich bin schon nicht richtig reingekommen. Alice wirkte für mich sehr überdreht, zu sehr wie ein Fangirl, einfach sehr anstrengend. Dazu war es anfangs auch schwer, mich richtig in der Geschichte zu situieren. Hayden als Gegenspieler, woraus irgendwann die Liebesgeschichte beginnt, das war durch den Klappentext bereits geklärt, aber was ist das Faszinierende an Margaret und den Ives? Es war alles zunächst sehr undurchsichtig und ich habe mich damit gefragt, was eigentlich wohl alles erzählt wird. Nachdem dann irgendwann klar ist, dass wir die Geschichte der Ives ergründen, da war das der nächste Dämpfer. Ich musste zwar kurz auch an Rebecca Yarros mit „The Things We Leave Unfinished“ denken, aber sie hat mit diesem Buch bewiesen, wie es richtig geht. Denn auch wenn wir auf beiden Zeitebenen eine Liebesgeschichte hatten, aber die hätte es nicht mal gebraucht, mir geht es vielmehr um die Tiefe. Aber in Margarets Familie da gab es sehr viele, sehr unsympathische Menschen und ich fand es sehr zäh, Details zu deren Leben zu erfahren. Man ist das Produkt seiner eigenen Geschichte, ja, und das, was andere über einen erzählen, entspricht nie dem, wie man es selbst erlebt hat, all das ist wahr und das vermittelt die Geschichte von Henry auch. Aber ich hätte mitgelitten, wenn es mehr charakterliche Tiefe gegeben hätte.

Es wird später etwas besser, spätestens dann, als wir in Margarets Zeit selbst sind und sie von ihren jungen Jahren erzählt. Da merkt man deutlich, dass es nicht mehr um Hörensagen, sondern um echte Geschichten und Gefühle geht, aber es ist doch schwer, noch einen Funken zu spüren, wenn es vorher einfach so trocken war. Wir haben durch die Vergangenheit aber noch einen weiteren Aspekt. Es wird deutlich, dass „Great Big Beautiful Life“ noch einige Überraschungen parat hat. Das ist von Anfang an so angelegt worden von der Autorin. Und auch wenn es dann einige Aspekte gab, die mich überrascht haben, so sind die besseren Sequenzen aber dennoch nichts gewesen, was für mich die Geschichte ab dem Punkt noch richtig hätte retten können.

Denn wir haben schließlich auch noch die Gegenwart und die Geschichte von Alice und Hayden. Alice wurde mir zum Glück im Verlauf sympathischer, aber weil die Geschichte so zweigeteilt war, muss ich einfach sagen, dass es mir zu oberflächlich geblieben ist. Auch wenn ich es eigentlich mag, wenn ein Charakter offen und der andere zugeknüpft ist, aber es ging mir dann in die umgekehrte Richtung viel zu schnell. Auch wenn es um mehrere Wochen geht, aber es kam mir viel zu schnell vor. Dazu werden angesichts des Ausgangs der Handlung auch viele Infos zu Hayden zurückgehalten. Wir haben Alices Geschichte, die ich mit ihrer Mutter auch sehr emotional fand, aber Hayden bleibt eher mysteriös. Sowas macht eine Liebesgeschichte auch schwierig, denn sie verliebt sich in jemanden, der noch so viel verbirgt.

Fazit: Der Funken für „Great Big Beautiful Life“ wollte leider auf keiner Ebene überspringen. Wenn ich Henry sonst schon echt lieben gelernt habe, dann muss ich einfach klar sagen, das war hier eine Enttäuschung. Zäh, oberflächlich und undurchsichtig in der Intention. Ich kann mir umgekehrt aber vorstellen, dass Henry-Neulinge sich auf jeden Fall unterhalten fühlen können. Denn es war kein schlechtes Buch, aber definitiv keines, das Emily Henry und ihrem Potenzial gerecht wird.

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Veröffentlicht am 28.04.2025

Zu wenig nordische Mythologie

A Fate inked in Blood (Skaland-Saga 1)
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Als Fan von Matthias Hirst, der sich schon vielfältig mit den Wikingern und damit auch den nordischen Göttern auseinandergesetzt hat, habe ich dann mal einen genaueren Blick auf „A Fate Inked in Blood“ ...

Als Fan von Matthias Hirst, der sich schon vielfältig mit den Wikingern und damit auch den nordischen Göttern auseinandergesetzt hat, habe ich dann mal einen genaueren Blick auf „A Fate Inked in Blood“ von Danielle L. Jensen geworfen. Das Cover zog natürlich auch an, aber wenn ich zuletzt vor allem Drachen und der griechischen Mythologie begegnet bin, so schien mir etwas im hohen Norden als Abwechslung.

Ich habe den ersten Band als Hörbuch gehabt und damit hatte ich Leonie Landa im Ohr. Sie habe ich jetzt wohl mit am häufigsten gehabt und sie hat die ideale Stimmfarbe für die Altersgruppe. Alles in allem eine clevere Wahl und ich würde mit ihr nahezu alles hören. Auch wenn sie sehr ähnliche Frauenrollen zu Freya spricht, aber dennoch ist jede Figur immer für sich zu identifizieren. Doch diesmal hat Landa mit Freya eine Rolle gesprochen, die es mir leider einfach nicht angetan hat. Wir lernen sie in einer zugegeben schwierigen Situation kennen. Ihre Ehe wäre auch für mich total weit weg von einem Ideal. Dementsprechend habe ich sie zunächst auch bewundert. Dann brauchte es aber nur die erste Begegnung mit Bjorn und ich merkte direkt einen Widerstand: nicht nur gegen die Rolle, sondern auch den Schwerpunkt, den Jensen offenbar für ihre Dilogie gewählt hat. Wenn ich Fantasy lese, dann möchte ich auch in erster Linie Fantasy haben und nicht eine Liebesgeschichte, dafür greife ich zu NA. Bitte nicht falsch verstehen, ich mag Liebesgeschichten in Fantasy-Geschichten, aber keinesfalls als Schwerpunkt, denn dann brauche ich Fantasy nicht.

Genau das wurde hier aber zum Problem. Wenn schon die erste Begegnung von Freya und Bjorn rein von Oberflächlichkeiten geprägt ist, dann verrät mir das leider auch früh, dass es auch die restliche Geschichte viel Raum einnehmen wird. Und das Ergebnis war auch so. Auch wenn Jensen sich prinzipiell kein kompliziertes World Building ausgedacht hat, weil es um einige Kinder mit einem göttlichen Tropfen Blut, ansonsten aber um typische Machtkämpfe geht, hätte man es trotzdem viel größer aufziehen können. Ich weiß nicht, wie das ganze gelesen auf mich gewirkt hätte, aber speziell angesichts des Hörerlebnisses habe ich gedacht, dass es alles etwas dünn ist. Wir haben liebestrunkene Szenen, wir haben ein bisschen Kampf und wir haben Freya, die völlig ausflippt. Das ist die durchgängige Struktur der Geschichte und wiederholt sich dabei mehrfach. Auch wenn ich Bjorn von Kern her sehr interessant finde, gerade angesichts der Enthüllungen gegen Ende, aber Freya ist so dominant und dabei leider einfach anstrengend. Sie ist auf der einen Seite sehr naiv und dann wiederum ist sie unglaublich im Einklang mit ihren Gefühlen, was viel impulsives Verhalten zur Folge hat. Wenn man beispielsweise „Vikings“ gesehen hat, dann weiß man, dass die Schildmaiden extrem wichtig waren. Ohnehin sind Frauen in dieser Zeit sehr angesehen gewesen, weil sie nicht nur zuhause die Kinder erzogen haben. Dementsprechend habe ich mir für Freya eine Persönlichkeit versprochen, die dazu passt, aber nein, das kann ich nicht bejahen.

Wenn es nicht gerade nur um das Eine ging, was Freya das Denken erschwert hat, dann hat sie einige undenkbare Dinge getan und war dann auch noch so stur. Aber auch abseits von ihr gab es einige unsympathische Figuren. Manche sollten bewusst suspekt wirken, das war klar, aber es fiel mir in dieser Handlung echt sehr schwer, jemanden zum Andocken zu finden. Bjorn setze ich wie gesagt etwas in Klammern, aber angesichts des Handlungsverlaufs fällt es schon schwer, ihn richtig individuell zu betrachten. Ich war nach dem ersten Band schon sehr enttäuscht und werde die Reihe daher nicht weiterverfolgen.

Fazit: Auch wenn die Ausgangssituation von „Fate Inked in Blood“ vielversprechend wirkte, so bleibe ich enttäuscht zurück. Ich bin durch Leonie Landas Stimme zwar wunderbar durch die Handlung geleitet worden, aber ich habe mich schon sehr an Hauptfigur Freya gestört. Angesichts der Mythologie und den Legenden rund um Schildmaide hätte ich mir etwas anderes ausgemalt. Es war mir auch zu einseitig in der Handlung, auch weil die Liebesgeschichte zu dominant war. Für mich ist die Reihe damit abgeschlossen.

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