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Veröffentlicht am 03.06.2026

Ältere Devney Perry-Werke nicht zu empfehlen

Coach - Gegen alle Regeln
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Devney Perry gehört auch zu den Autoren, die wahrlich nicht mit dem Erstlingswerk den internationalen Durchbruch hatte. Das bedeutet nach ihrer Liebesromanreihe und ihrer Fantasy, dass sie noch einiges ...

Devney Perry gehört auch zu den Autoren, die wahrlich nicht mit dem Erstlingswerk den internationalen Durchbruch hatte. Das bedeutet nach ihrer Liebesromanreihe und ihrer Fantasy, dass sie noch einiges Älteres im Köcher hat, das nun auf den deutschen Buchmarkt gebracht werden kann. Dazu gehört auch die Treasure State Wildcats-Reihe, die jetzt mit „Coach“ gestartet ist.

Ich habe „Coach“ als Hörbuch konsumiert und war da nicht ideal zufrieden. Pia Rhona-Saxe habe ich schon echt öfters als Stimme gehabt und mal passt sie für mich besser, mal schlechter. Hier war es nun so, dass ich die Stimme von Frederic Böhle das erste Mal gehört habe und ich fand den Unterschied einfach zu gravierend. Bei Böhle habe ich mir eine deutlich ältere Person im Kopf gehabt, bei Rhona-Saxe eine deutlich jüngere, dabei ist es keine Age Gap-Geschichte. Das hat mich beim Hören schon sehr gestört, weil ich dachte, ich höre zwei Liebesgeschichten in einem. Ich halte hier aber eher zu Rhona-Saxe, aber im Grunde ist mein Kritikpunkt, dass die beiden Stimmen nicht zueinander passten.

Zeitlich gesehen ist es so, dass „Coach“ vor „Garnet Flats“ erschienen ist und so könnte man meinen, dass Perry ein wenig bei sich selbst abgekupfert hat, denn ich hatte schon das Gefühl, dass die beiden Bücher einiges miteinander gleich haben. Single Dad, komplizierte Vergangenheit mit der Mutter des Kindes, viele verletzte Gefühle und eine erhoffte zweite Chance. „Coach“ ist nur in einer Sports Romance gebettet, während „Garnet Flats“ das Kleinstadtgefühl hervorhebt. Natürlich waren es keine völligen Kopien, aber die hohe Vergleichbarkeit hat für mich auch deutlich gemacht, dass Perry sich als Autorin verbessert hat. Sie hat auch heute noch Bücher, in denen mir nicht alles immer gleich gut gefällt, aber sie hat sich insofern entwickelt, dass mir ihre Geschichte inzwischen emotional etwas geben. „Coach“ hat mir nämlich nichts gegeben, ich fand es einfach nur langweilig. Und das lag sicherlich nur bedingt an den miteinander kombinierten Hörbuchstimmen.

Ich finde auch den Klappentext nicht clever, weil er gewisse Dinge andeutet, die für mich mit der Handlung dann wenig bis gar nichts zu tun hatte. Zudem fand ich Ford relativ trottelig. Als Single Dad hat er gut funktioniert, weil er da auch gegenüber seine Ex leichtes Spiel hat, aber als Partner für Millie passte das nicht. Sie wiederum mochte ich eigentlich und ich fand auch ihren Weg, sich langsam da an der Uni zu etablieren, auch bei den Männern, beeindruckend. Aber kaum ging es um Ford war sie mir dann zu kindisch und hormongesteuert. Also habe ich mich über beide mehr geärgert als mitgefiebert. Ich habe auch Tiefgang vermisst, weil alles etwas vor sich hinplätscherte. Als Hindernisse fielen offenbar nur Ex-Partner ein, aber die Figuren hatten nicht wirklich etwas, was sie entscheidend geprägt hat.

Fazit: Ich werde wohl eher nicht mehr die Übersetzungen von alten Devney Perry-Büchern verfolgen. „Coach“ war nämlich Welten von ihrer heutigen Arbeit weg. Auf allen Ebenen belanglos und gerade als Hörbuch leider nicht zu empfehlen, weil die gewählten Sprecher für mich nicht zusammenpassten.

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Veröffentlicht am 20.04.2026

Erfolgsformeln kopiert

Summer Heat
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Willkommen zu „Summer Heat“ von Solveig-Marie Kastner. Es ist das Debüt der deutschen Autorin, das als geeignet für White Lotus-Fans beworben wurde. Ich habe die preisgekrönte HBO-Serie noch nie gesehen, ...

Willkommen zu „Summer Heat“ von Solveig-Marie Kastner. Es ist das Debüt der deutschen Autorin, das als geeignet für White Lotus-Fans beworben wurde. Ich habe die preisgekrönte HBO-Serie noch nie gesehen, aber ich habe natürlich schon viel über sie mitbekommen. Aber das war für mich ohnehin nicht das Verkaufsargument, es war eher das Cover, das wirklich gut zum Titel passt. Auch wenn der Sommer noch nicht unmittelbar vor der Tür steht, aber die einzelnen schon schönen Tagen haben definitiv Lust darauf gemacht, sodass ich gerne mal reingelesen habe.

Nachdem ich „Summer Heat“ nun beendet habe, bin ich etwas konsterniert. Obwohl ich doch einige Kritikpunkte habe, muss ich dem Buch doch zugute halten, dass ich es fix gelesen habe. Das hätte auch sehr zäh werden können, war es aber nicht. Das mag aber auch daran liegen, dass sich Kastner sehr viel woanders abgeguckt hat, sodass sie viele gut funktionierende Stile zwar parat hat, die aber nicht richtig zueinander passten, sodass eine löchrige Handlung zusammengekommen ist. Für mich sind am meisten Anleihen an Freida McFadden zu erkennen. Da geht es vor allem um die Entscheidung, zunächst nur eine Perspektive anzubieten, um es dann später auszuweiten. Und natürlich würde ich generell die Motivation von Protagonistin Mia sowie die Darstellung der Geschlechter noch nennen, die starke Parallelen evozieren. Das Setting wiederum passt dann eher zu anderen Thrillerautoren, da würde ich vor allem an Lucy Clarke denken. Man sieht also, hier sind einige gute Erfolgsformeln im Blick, aber durch verschiedene Aspekte hat sich die Geschichte von Kastner so nicht nach einer eigenen Erzählstimme angehört.

Ihre eigene Stimme hätte die Autorin vor allem in der Gestaltung der Figuren finden können. Aber es ist schon etwas stressig mit Mia in die Handlung zu starten. Ich fand sie zwar nicht unsympathisch, zumal wir mit ihr in einem Boot sitzen und so das Mobbing und andere Rückschläge mitbekommen, was Empathie erzeugt, aber sie war auch auf eine Art sehr anstrengend. Gleichzeitig hat sich Kastner natürlich bemüht, nicht alles über Mia zu teilen. So gab es erstmal nur Andeutungen, die auch tatsächlich gewisse falsche Annahmen bei mir ausgelöst haben (das war gut!). Aber es war kein Bild, was in der Darstellung von Mia geholfen hätte. Irgendwann ließ dann auch die Empathie nach, denn das was Mia widerfahren hat, so ging sie selbst durch die Welt. Sie war an vielen Stellen sehr voreingenommen und so wurde eine sehr toxische Atmosphäre erzeugt. Das kann sogar genau Kastners Absicht gewesen sein, aber ich brauche gerade für das Nachhallen und Mitfiebern etwas Emotionales, Familiäres und da gab es hier nichts von.

Nachdem sich die Geschichte mit den Perspektiven geweitet hat, wurde es aber auch nicht reicher, denn Yanis ist als Figur schwer zu ertragen. An der Stelle hat dann sehr geholfen, dass die Autorin zunehmend auf kurze Kapitel setzt. Damit war der Schrecken zu ihm dann wenigstens auch schnell vorbei. Zudem setzen aber hier dann für mich auch gewisse logische Lücken ein. Gerade bei vielen Nebenfiguren war überhaupt nicht ersichtlich, warum sie was tun, warum sie was fühlen. Zumal auch keine Person richtig aktiv ist, die man hinter alles vermutet. Manches wirkt einfach nur zufällig, aber da bin ich mir nicht sicher, ob es überhaupt so beabsichtigt war. Irgendwann offenbart sich dann endlich das Hauptanliegen der Geschichte, aber da hat mich die Handlung dann leider endgültig verloren. Denn warum Mia sich in solche Gefahr begeben hat, warum sie generell manche Sichtweisen hatte und warum so ein Himmelfahrtskommando uns logisch erscheinen sollte, alles unklar. Dass quasi am Ende noch alles ‚gut‘ ausgeht, das wirkt dann unrealistisch.

Fazit: Ich hatte wirklich Lust auf „Summer Heat“ und ich gebe neuen Autoren, gerade aus Deutschland, gerne eine Chance. Aber hier hat sich das nicht gelohnt. Es war ein wilder Mischmasch gut funktionierender Stile, aber die passten nicht ideal zusammen und Solveig-Marie Kastner hat es in meinen Augen verpasst, ihre eigene Stimme zu finden. Mir ist bewusst, dass der Buchmarkt oft nach Trends abläuft und man nur so Verträge bekommt, aber auch einem Trend kann man seinen eigenen Stempel aufdrücken.

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Veröffentlicht am 16.04.2026

Charakterlich gruselig

Bachelorette Party
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Camilla Sten, die Tochter von Viveca, ist auf dem deutschen Buchmarkt nicht unbekannt, aber den großen Durchbruch à la Mama hatte sie sicherlich noch nicht. Nun wurde „Bachlorette Party“ angekündigt. Mit ...

Camilla Sten, die Tochter von Viveca, ist auf dem deutschen Buchmarkt nicht unbekannt, aber den großen Durchbruch à la Mama hatte sie sicherlich noch nicht. Nun wurde „Bachlorette Party“ angekündigt. Mit einem Cover, das auf jeden Fall ins Auge sticht. Dazu muss ich auch sagen, dass sich der Klappentext sehr nach Lucy Clarke lesen ließ. Da hatte ich dann zwei Argumente, um Camilla mal kennenzulernen. Hat es sich gelohnt?

Wenn ich bei den beiden Damen bleibe, die ich für einen Vergleich hinzugezogen habe, dann ergeben sich ganz klare Bilder. Camilla schreibt nicht wie ihre Mutter Viveca. Letztere ist keinesfalls Cozy Crime, aber sie schreibt klassische Krimis, in denen der Schwerpunkt mehr auf den Ermittler und dem Ermittlungsprozess mit allen Wendungen liegt. Dadurch ist der Vergleich zu Clarke schon deutlich besser geeignet, denn beide schreiben Thriller, wobei Clarke für mich auch eher im psychologischen Thrillerbereich zuhause ist, wohingegen Camilla sich gerade zum Ende echt brutal ausgetobt hat. Da musste ich sogar fast etwas an Horror denken. Ich bin da zum Glück nicht empfindlich, aber mit der Härte der Handlung hatte ich nicht gerechnet. Das kann sie also als sehr individuell verbuchen. Aber die anderen Teile von „Bachlorette Party“, da muss ich leider einfach sagen, das war für mich ein schwacher Versuch, die Besten aus dem Genre zu matchen.

Gerade der Klappentext mit dem Junggesellinnenabschied hat mich eher vermuten lassen, dass wir die Handlung durch die Sicht der verschiedenen Gästinnen erleben werde. Damit war aber nichts. Stattdessen haben wir nur zwei Perspektiven, die auf zwei Zeitschienen angeordnet sind. Denn auf der Insel, auf der die Auszeit stattfindet, gab es einen Cold Case vor zehn Jahren. So haben wir dann Matildas Geschichte, die vor zehn Jahren ein traditionelles Wochenende mit ihren engsten Schuldfreundinnen hatte. Hier sprangen die Kapitel für mich sehr in der Zeit hin und her, was ich etwas seltsam fand. Dann haben wir wiederum die Gegenwart, die nur aus Tessas Perspektive erzählt wurde. Gerade weil die Geschichte von extrem vielen Figuren lebt, ist für mich das bedauerlichste, dass aus den Charakteren nicht mehr gemacht wurde. Ich habe weder die Gruppe rund um Matilda, noch Matilda selbst, geschweige denn die ganze Gruppe rund um Tessa richtig zu packen bekommen. Tessa muss ich ausnehmen. Mit ihr verbringen wir sehr viel Zeit, aber keine unbedingt positive.

In solchen Genres ist die Aufgabe nicht, eine total sympathische Rolle zu schaffen, aber auch nicht eine so unsympathische. Sie hat nur in Selbstmitleid gebadet. Sie hat zwar auf eine neue Story gehofft und dabei auch Antrieb gezeigt, aber auch dabei wirkte sie wie ein Gefühlstrampel. Jetzt hat Sten als Autorin auch nicht ausgeholfen, weil sie die Beziehungen zu den anderen nicht ausgeleuchtet hat. Da ist die Schwester mit auf der Reise, aber die Beziehung habe ich null verstanden. Lena hat sie mal verteidigt, aber ansonsten hätten sie auch entfernte Bekannte sein können. Anneliese selbst war die wichtigste Bezugsperson, aber auch da wurde nichts ergründet. Die anderen hatten dann nur eine untergeordnete Rolle, aber es ist schade, dass nichts da richtig definiert wurde. Als Charakterstudie war das Dargebotene so wirklich extrem schwach.

Jetzt haben wir dann noch die Verbindung von Vergangenheit und Gegenwart. Es war nicht alles durchschaubar, einiges ließ sich aber gut als Puzzleteil zusammensetzen, vielleicht sogar, weil die Vergangenheitskapitel nicht chronologisch waren. So gab es dann Formulierungen, die mir klar gemacht haben, was kommen könnte. Letztlich finde ich die Auflösung zwar nicht schlecht, aber auch nicht konsequent. Spätestens mit der brutalen Ausartung habe ich dann irgendwann auch nicht mehr verstanden, was eigentlich erzählt werden sollte. Im Grunde hat sich in der Täterpsychologie dann die große Schwäche des ganzen Buchs durchgesetzt: Charaktertiefe gleich Null. Die Atmosphäre mag durchgängig gestimmt haben, aber dafür alleine greife ich in dem Genre nicht zu. Ich habe keine Ahnung, wie die ersten Werke von Camilla Sten waren, aber die Charakterarbeit schreckt mich für die Zukunft echt ab.

Fazit: Ich war sehr gespannt, Camilla Sten auch endlich mal zu entdecken und das auffällige und anziehende Cover von „Bachlorette Party“ war nun Argument genug. Aber eigentlich bereue ich es doch. Ich finde es eigentlich gut, dass die Tochter so anders als die große Mutter Viveca schreibt, aber die Atmosphäre und die Brutalität des Endes gleichen nicht aus, dass es ansonsten eine Zusammenstellung schlecht ausgearbeiteter Charaktere ist, deren Psychologie völlig unterging. Ich kann „Bachlorette Party“ leider nicht empfehlen.

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Veröffentlicht am 27.08.2025

Zu wenig überspringende Buchliebe

Storybook Ending - Bis ans Ende aller Seiten
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Zu „Storybook Ending“ hat mich vor allem das süße Cover hingezogen, denn als jemand, der Bücher so liebt, Läden, in denen man stundenlang stöbern kann und weiß, wozu Bücher Zugang darstellen, da ist die ...

Zu „Storybook Ending“ hat mich vor allem das süße Cover hingezogen, denn als jemand, der Bücher so liebt, Läden, in denen man stundenlang stöbern kann und weiß, wozu Bücher Zugang darstellen, da ist die Idee hinter dem Cover wirklich süß. Ich kannte die Autorin Moira Macdonald nicht, sodass ich ansonsten völlig offen war, was mich wohl alles erwarten wird.

Ich habe die Hörbuch-Variante gehabt und hatte damit Viola Müller als Erzählerin im Ohr. Angesichts der Art, wie sich die ganze Geschichte entwickelt hat, dass wir nicht nur April, Laura und Westley als Perspektiven hatten, sondern hier noch wen und dort noch wen, fand ich das ehrlich gesagt etwas wenig. Müller hat eine tolle Stimme, das war nicht das Problem. Aber ich habe mehrfach gemerkt, wenn die Gedanken beim Hören nur kurz wegdriften, dann ist es schon gefährlich gewesen, weil ich dann vielleicht schon wieder eine neue Perspektive verpasst hatte. Es wäre zwar auch absurd gewesen, für alle eine Stimme zu haben, aber ich finde, dass zumindest ein Stimmwechsel automatisch die Aufmerksamkeit zieht. Vielleicht wäre da eine clevere Lösung möglich gewesen.

Kommen wir jetzt aber zum Inhalt, der wohl auch nochmal näher erklären wird, warum das Hörerlebnis recht komplex war. Angesichts des Klappentextes war das Missverständnis mit den Briefen bereits angedeutet und ich habe mich gefragt, ob sich vielleicht ein Liebesdreieck entwickelt oder was genau die Absicht des Inhalts ist. Letztlich würde ich resultieren, dass die Autorin leider sehr lange verschleiert, was eigentlich ihre Aussage sein sollte. Am Anfang war es sehr interessant, April, Westley und Laura nach und nach kennenzulernen. Sie sind jeweils sehr unterschiedliche Menschen, in diversen Lebenssituationen. Ich habe erstmal alles aufgesaugt und war dann gespannt, wie sich das Missverständnis um die ausgetauschten Briefe in der Buchhandlung aufbaut und wie es aufgelöst wird. Aber irgendwann habe ich sehr deutlich gemerkt, wie die Geschichte mich verloren hat. Das liegt in einem ersten Punkt an den drei genannten Charakteren. Wir bekommen zu allen dreien wirklich viele Infos, aber Laura etwas ausgenommen, fand ich die anderen beiden zunehmend langweilig und monoton. Westley fand ich richtig persönlichkeitslos. Er hat da einen Job in der Buchhandlung, der ihn sicherlich nicht unglücklich macht, aber er wirkt einfach wie jemand, der immer nur wartet, dass ihm etwas passiert. Das wurde zunehmend anstrengend, vor allem weil auf der anderen Seite immer wieder betont wurde, wie gut er aussieht und wie viel ihm zufällt. Ich fand ihn einfach nicht sympathisch.

April fand ich nicht unsympathisch, auch weil ich im Gegensatz zu Westley finde, dass sie sehr aktiv ist, aber auch sie war in ihrem Handeln sehr wiederholend. Erst am Ende ist über Laura und sie etwas möglich gewesen, was ich als Möglichkeit für eine finale Lösung des Buchs im Kopf hatte. Das hat mir auch am besten gefallen. Es hat gebrochen mit Erwartungen an einen klassischen Liebesroman, aber es hat trotzdem mit schönen Beziehungsmomenten geendet. Aber es war alles in allem sehr schwer zwischendurch mit den Charakteren mitzufiebern. Erschwerend kamen dann die immer mal eingeworfenen Perspektiven hinzu. Auch wenn es die Buchhandlung mit all seinen Angestellten so in den Blick nimmt, aber ich habe den Sinn einfach nicht verstanden. Denn ein Kapitel jeweils ist mehr als nichts, aber irgendwie auch ein Spoiler auf etwas, was dann nie aufgelöst wird. Ich lerne doch nicht Figuren kennen, um sie dann wieder zu verlieren. Vor allem durch den Nebenplot, dass die Buchhandlung als Setting für ein Film genutzt wird, wurde der Geschichte auch etwas genommen. Mir hätte es wirklich besser gefallen, wenn man das gar nicht gehabt hätte und dann mehr in die Buchwelt eingetaucht wäre.

Fazit: „Storybook Ending“ hat für mich leider nicht die Hoffnungen erfüllt, die ich rein vom Cover her hatte. Ich habe mir im weitesten Sinne eine romantische Geschichte (Buchliebe, Liebe in Form von Partnerschaft, Freundschaft etc.) erhofft, aber die Charaktere waren teilweise einfach langweilig und ich habe in den Botschaften zu selten einen roten Faden entdeckt.

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Veröffentlicht am 16.06.2025

Erzählerisch und inhaltlich mit Defiziten

The Summer We Fell
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Ich habe zuletzt doch einiges gelesen, was entweder schon vom Titel her Summervibes mitgibt, oder es mit dem Cover oder Klappentext geschafft hat. Bei „The Summer We Fell“ war es das Gesamtpaket und ich ...

Ich habe zuletzt doch einiges gelesen, was entweder schon vom Titel her Summervibes mitgibt, oder es mit dem Cover oder Klappentext geschafft hat. Bei „The Summer We Fell“ war es das Gesamtpaket und ich konnte nebenbei auch noch eine neue Autorin kennenlernen.

Ich habe relativ früh bei „The Summer We Fell“ gemerkt, dass ich das vor acht bis zehn Jahren vermutlich viel mehr gemocht hätte. Es hat mich ein wenig an Abbi Glines erinnert, die mit zu den ersten gehörte, die über NA den deutschen Buchmarkt beherrscht hat. Es war keinesfalls eine Kopie, aber gerade diese Naivität der Protagonistin und sich selbst immer wie der Putzlappen zu fühlen und das auch zu verdienen, das hat mich daran erinnert. Ich fand es auch ein wenig schade, dass der Glaube hier so fanatisch dargestellt wurde. Im Grunde war jede Figur, die als strenger gläubig dargestellt wurde, irgendwie unsympathisch. Sie haben immer viel gepredigt, aber überhaupt nicht danach gelebt. Ich weiß, dass es das gibt, das steht außer Frage. Aber ich finde, dass es da doch immer ein Gegengewicht geben sollte, denn Glaube ist keinesfalls so schwarz-weiß.

Kommen wir jetzt aber zur genaueren Art, wie „The Summer We Fell“ erzählt wird. Wir springen immer vor und zurück in der Zeit. Das fand ich zunächst auch sehr angenehm, denn wenn dadurch ein gewisses Mysterium in der Luft liegt, weil man weiß, ein bisschen muss noch von uns als Lesern herausgefunden werden, dann ist es spannend. Nur irgendwie waren manche Dinge viel zu schnell klar und ich würde auch sagen, dass die zwei Zeitperspektiven Fragen aufgeworfen haben, die für mich nie beantwortet wurden. Ganz eklatant kann man das wohl an Luke festmachen. Auch wenn der männliche Protagonist des Buchs, habe ich ihn gar nicht richtig kennenlernt. Ich mochte sicherlich die Seite, wo er es gehasst hat, was die anderen über Juliet gedacht und wie sie mit ihr umgegangen sind. Aber bei ihm mündete so viel in Gewalt, das fand ich als Botschaft nicht so gut. Es hat sicherlich auch mit seiner Vergangenheit zu tun, aber die wird gar nicht richtig aufgearbeitet. Auch bei Juliet bekommen wir oftmals nur Andeutungen. Da sind die Lücken bis zu einem gewissen Grat auch okay, denn es ist eine verdammt heftige Art groß zu werden, aber bei ihm kenne ich nicht mal die Lücken, es ist ein einziges riesiges Loch.

Zudem finde ich auch, dass in der Gegenwart nicht viel passiert. Es gibt wenig ehrliche Gespräche, es gibt immer ein paar ein paar Arbeiten am Haus, dann nächtliches Geplänkel und fertig. Und das beste dabei, dass das Thema Verhütung zunächst gar keine Rolle spielt, nur um es dann später doch noch aufzugreifen, aber auf eine Art, die auch überhaupt nicht passte, weil es wenig mit Verantwortung zu tun hat, sondern wie ein Mittel zum Zweck wirkte. Aber wie ist Juliet überhaupt die erfolgreiche Sängerin geworden, warum diese toxische Beziehung mit einem Kollegen? Das könnte ich ewig für einige Figuren fortführen. Ich hatte so viele Fragen, aber leider viel zu wenig Antworten. Ich finde zwar, dass am Ende alles gut zusammengekommen ist. Es gab gute Konsequenzen, es gab endliche Gespräche, es gab Hoffnung, aber der Weg dorthin war doch sehr zäh. Ich würde auch nicht sagen, dass Juliet und Luke zusammen bei mir viel ausgelöst haben. Sie mussten einander treffen, auf jeden Fall, aber es war für mich dennoch keine Chemie, die mich richtig anfixt. Ich finde dann auch, dass Juliet, die so viel Raum in der Geschichte einnimmt, keine richtige Entwicklung durchmacht. Die junge Juliet und die ältere Juliet sind im Grunde dieselbe und ich hätte da einfach gerne verschiedene Versionen gesehen, die aber dennoch gerne beide hätte gebrochen sein können, aber bitte aus verschiedenen Gründen. Hier war es aber einfach zu ähnlich.

Fazit: „The Summer We Fell“ hat mir letztlich nur wenig von den locker-leichten Gefühlen gegeben, die ich mir erhofft hatte. Es gab zu wenig Highlights, es gab viele Lücken, es gab auch viel richtig Kritisches. Dementsprechend werde ich Elizabeth O’Roark wohl erstmal nicht weiter auf meinem Schirm halten.

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