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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 16.06.2025

Eine klare Leseempfehlung!

Die Buchhändlerin von Königsberg
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Wenn auf einem Cover Christian Hardinghaus steht, so sind penible Recherchen und gekonnte Erzählung vorprogrammiert. So auch bei diesem historischen Roman, der während des Zweiten Weltkriegs im damaligen ...

Wenn auf einem Cover Christian Hardinghaus steht, so sind penible Recherchen und gekonnte Erzählung vorprogrammiert. So auch bei diesem historischen Roman, der während des Zweiten Weltkriegs im damaligen preußischen Königsberg, nunmehr russischen Kaliningrad, spielt.

Geschickt verknüpft Christian Hardinghaus das Schicksal der fiktiven Frieda mit den historischen Ereignissen. Friedas Traum ist es, Bibliothekarin oder Buchhändlerin zu werden. Doch nach dem Willen ihres Vaters soll sie im familieneigenen Gemischtwarenladen arbeiten, um den später zu übernehmen. Allerdings kommt ihr der Verleger Konopke, Eigentümer der (damals) größten Buchhandlung Deutschlands, dem Haus der Bücher, zu Hilfe, um ihren Traum zu verwirklichen.

Wenig später werden zahlreiche Autorinnen und Autoren von den Nazis verboten, darunter, wie man weiß auch Erich Kästner und Erich Maria Remarque sowie Hunderte andere.

„Namen wie Franz Kafka und Stefan Zweig sind Synonyme für literarische Perversion. Ihre Werke sind durch und durch jüdisch und stellen eine Gefahr für die deutsche Seele dar. Wir müssen uns ganz entschieden gegen solche Autoren und ihre Ideen wehren.“

Dieses Zitat aus der geifernden Rede des Zensors Ernst Müller, den Frieda in Leipzig bei der Bücherverbrennung erlebt, lässt in ihr Widerstand keimen. Damit ist sie auf Wellenlänge mit ihrem Chef Konopke, der sie in das Geheimnis der Buchhandlung einweiht. Jeder, der nach dem Roman Die Fliegenfischer von der Memel fragt, erhält in Konopkes Büro ein besonderes Buchpaket. Dass Frieda Bücher empfiehlt und verkauft, die dem Regime nicht genehm sind, ruft Ärger bei Kollegin Hildegard hervor, die sich dann wenig später nicht regelkonform verhält und dabei von Frieda ertappt wird. Während rund um der Zweite Weltkrieg tobt, scheint Königsberg eine Oase in der Wüste zu sein. So könnte es immer weiter gehen, oder doch nicht?

Ein Wendepunkt in Friedas Leben ergibt sich im Sommer 1943, als sie erstmals auf Urlaub geschickt wird. In Rauschen, lernt sie Hans, der sich als große Liebe entpuppt, kennen. Als Hans im Jänner 1944 wieder an die Front muss, flüchtet Frieda in Sorge um ihn, in eine Art Scheinwelt.

Das weitere Schicksal von Königsberg und seiner Bewohnern ab 1945 ist ja grundsätzlich bekannt. Die sowjetische Armee übernimmt die Stadt. Während Tausende flüchten, bleibt Frieda mit einigen anderen Frauen als Krankenschwester. Ihre Freundin aus Kindertagen Lotti ist nun Ärztin und gemeinsam versorgen sie die vor allem an Typhus Erkrankte sowie die zahlreichen Waisenkinder. Lotti ist besorgt um Frieda, die freudestrahlend vom regelmäßigen Briefverkehr mit ihrem Verlobten Hans erzählt, obwohl es seit Monaten keine Post mehr von oder nach Königsberg gibt. Ist Frieda nun zur Gänze in ihre Fantasiewelt abeglitten?

Meine Meinung:

Wie schon eingangs erwähnt, hat Autor und Historiker Christian Hardinghaus die Fakten penibel recherchiert. Wie wir es von ihm gewöhnt sind, verpackt er die geschichtlichen Details authentisch in eine fesselnde fiktionale Handlung, die sich in Teile so ähnlich zugetragen haben könnte. Er zeigt auf, dass viele Menschen durch kleine Gesten, die nicht gering zu schätzen sind, Widerstand gegen das NS-Unrechtsregime geleistet haben. Vieles davon ist unbemerkt und vor allem unbedankt geblieben.

Sehr einfühlsam ist auch der Schutzmechanismus, den sich die fiktive Frieda, stellvertretend für alle traumatisierten Frauen, zugelegt hat, beschrieben. Heute würde man ihr eine PTBS attestieren. In den 1950er Jahren sind die schmerzhaften Erlebnisse viel zu präsent und viele Menschen wollen nur vergessen, um nicht zu sagen, verdrängen. Dieses letzte Kapitel des Romans hätte meine Ansicht nach durchaus ausführlicher beschrieben werden können. Wie ist Frieda zum Psychotherapeuten gekommen? Zur Frage nach dem Verbleib von Hans, kann wohl jeder Leser selbst eine passende Antwort finden. Wenn man bedenkt, dass auch nach 1955 noch einzelne Kriegsgefangene aus Russland nach Deutschland oder Österreich gekommen sind, ist alles möglich. Dennoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass Hans überlebt haben mag, äußerst gering.

Fazit:

Gerne gebe ich diesem beeindruckenden historischen Roman 5 Sterne und eine Leseempfehlung.

Veröffentlicht am 16.06.2025

Fesselnder Krimi

Küstenmord: Spur ins Dunkel
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Dieser Krimi ist der 5. Fall aus der Reihe Küstenmord von Eva Jensen und mein erster.

Luisa, wartet nach ihrer Rückkehr aus Barbados vergeblich auf ihre Freundin Vanessa. Da Vanessa als besonders zuverlässig ...

Dieser Krimi ist der 5. Fall aus der Reihe Küstenmord von Eva Jensen und mein erster.

Luisa, wartet nach ihrer Rückkehr aus Barbados vergeblich auf ihre Freundin Vanessa. Da Vanessa als besonders zuverlässig gilt, erstattet sie Anzeige bei der Polizei. Sie trifft dabei auf die beiden Kommissare Katja Greve und Daniel Kowalski, die Luisas Sorge nachvollziehen können, zumal Katja an ihre Schulkollegin Martina denken muss, die vor rund zwanzig Jahren spurlos verschwunden ist.

Während sich Katja und Daniel in den Fall verbeißen, werden sie von der Staatsanwältin zurückgepfiffen. Dennoch ermitteln sie in ihrem eingeschränkten Spielraum weiter. Der Fall nimmt eine dramatische Wende, über die ich hier nichts verraten werde.

Meine Meinung;

Dieser Krimi fesselt durch zahlreiche unerwartete Wendungen bis zur letzten Seite. Das Team Katja und Daniel harmoniert sehr gut. Als Newcomerin gefällt mir dies sehr gut, denn konfliktreiche Arbeitsverhältnisse gibt es in Krimis sehr häufig. Auch die insgesamt gute Zusammenarbeit auf der Dienststelle hebt sich wohltuend von anderen Kriminalromanen ab. Einzig die Staatsanwältin fällt hier durch Zögerlichkeit aus dem Rahmen. Sie bekommt es dann mit der Leiterin der eilig gebildeten Soko aus Kiel zu tun, die sie recht schnell auf Trab bringt. Das entschädigt Katja und Daniel, die sich zu Stichwortträgern degradiert sehen, ein wenig.

Wir Leser wechseln mehrmals die Perspektive und schlüpfen in die Rolle der Ermittler sowie in jene des Opfers bzw. des Täters.

Schmunzeln musste ich über den ehemaligen Polizisten Birger, der nun als eine Art Einsiedler in einer selbst gezimmerten Hütte an der Schlei, von dem lebt, was seine Hühner und sein Garten hergeben. Ihm verdanken Katja und Daniel einen wertvollen Hinweis.

Das Cover ist passend zum Inhalt sehr dunkel gehalten. Ein wenig habe ich das Strand- bzw. Ostseefeeling vermisst, das ich auf Grund des Serientitels „Küstenmord“ erwartet habe. Außer dem Ufer der Schlei kommt irgendwie kein Gewässer vor. Aber das ist Jammern auf hohem Niveau. Bei Gelegenheit werde ich mich um die vier Vorgänger umsehen.

Fazit:

Gerne gebe ich diesem Krimi, der durch zahlreiche unerwartete Wendung fesselt, 5 Sterne.

Veröffentlicht am 16.06.2025

Eine gelungene Fortsetzung

Gold aus der Wiener Werkstätte
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Als in einem Wiener Hotel eine Prostituierte ermordet wird, soll die Tat auf Befehl von Oberkommissar Sobotka, Max von Krauses Vorgesetztem, vertuscht werden. Der hält sich natürlich nicht daran und entdeckt, ...

Als in einem Wiener Hotel eine Prostituierte ermordet wird, soll die Tat auf Befehl von Oberkommissar Sobotka, Max von Krauses Vorgesetztem, vertuscht werden. Der hält sich natürlich nicht daran und entdeckt, dass die Tote im Besitz einer wertvollen Halskette aus der bekannten Wiener Werkstätte rund um Josef Hoffmann ist. Ein Grund, die Werkstätte in der Lili Feigl, die er im ersten Fall kennengelernt hat, zu treffen. Lili arbeitet als Putzfrau in der WW und erkennt das Schmuckstück sofort: Es ist ihr Entwurf, den sie heimlich für einen Goldschmied angefertigt hat. Sie wird nur stutzig, dass die Signatur der Wiener Werkstätte, das doppelte W, ein wenig verfremdet ist und als Doppel M erscheint. Hat der Goldschmied entgegen der Absprache, nur Unikate herzustellen, verstoßen und gleich mehrere Colliers angefertigt? Noch bevor diese Frage beantwortet werden kann, wird eine weitere Prostituierte auf genau dieselbe Art und Weise ermordet, das Schmuckstück inklusive.

Wird es Max von Krause gelingen die beiden Frauenmorde aufzuklären? Und was hat Sobotka damit zu tun?

Meine Meinung:

Ihrem zweiten Krimi rund um Max von Krause und Liliane Feigl liegt ein wahrer Kriminalfall zu Grunde, der 1906 zu einem Skandal und Prozess führte: Die Bordellbesitzerin Regine Riehl hat jahrelang 12 bis 15-jährige Mädchen ihren Eltern abgekauft, sie in ihrem Bordell eingesperrt und zur Prostitution gezwungen. Gedeckt wurde das Treiben von zahlreichen hoch angesehenen Persönlichkeiten, darunter auch zahlreiche Polizisten, die eigentlich gegen solche Verbrechen einschreiten sollten, bei Kontrollen des Bordells wegsahen und sich der Mädchen nach Wunsch bedienen konnten.

Beate Maly beleuchtet zudem auch die Wiener Werkstätte. Männern wird Kreativität in allen Sparten zugeschrieben, während Künstlerinnen sich mit filigraner Deko wie Keramikfiguren oder Entwürfen für Stoff begnügen müssen. Selbst wenn, wie man an Hand des Colliers sieht, der Entwurf von einer Frau stammt, wird die Designerin nicht genannt und auch nicht entsprechend entlohnt. Auch die bekannte Kunstschule „Staatliches Bauhaus“ (1919-1933) von Walter Gropius in Weimar gegründet, lässt Frauen zunächst nur weben und töpfern sowie kleine kunsthandwerkliche Gegenstände anfertigen. Architektur, Tischlerei und Metallverarbeitung blieb bis auf wenige Ausnahmen eine Männerdomäne.

Schmunzeln musste ich wieder über Max von Krauses Mutter, die ihren Sohn unter die Haube bringen will, natürlich standesgemäß und vermögend. Nach wie vor ist sie mit seiner Berufswahl nicht einverstanden und zieht im Hintergrund Fäden, um ihm einen höheren Posten zu verschaffen, was Max aber so gar nicht behagt. Er will es aus eigenem schaffen, befördert zu werden. Protektionskinder gibt es ja schon genug. Interessant auch, dass sie ihm unabsichtlich einen Hinweis geben kann, der in späterer Folge zum Täter führt.

Lili ist ein starker Charakter. Trotz der eigenen Probleme kümmert sie sich um die verarmte Nachbarin und deren Kinder. Gut gefällt mir die Entwicklung von Lili, die zwar nach wie vor als Putzfrau in der Wiener Werkstätte arbeitet, aber auch eigene Entwürfe anfertigt. Das Fälschen von Dokumenten lässt Lili trotz der Schulden der ihr alkoholsüchtige Vater immer wieder macht, nun bleiben. Dafür malt sie weibliche Akte, die sie an eine zwielichtige Gestalt am Spittelberg verkauft. Bei diesem Geschäft wird sie von Reporter Herbert Rossberg begleitet, der nicht nur ein berufliches Interesse an Lili hat. Ich bin schon neugierig, wann ihr Geheimnis über ihre Herkunft auffliegen wird und ob sich Helene, die ihr eine Freundin geworden ist, sich von ihr abwendet.

Dieser historische Krimi wird aus mehreren Perspektiven erzählt. Zudem erhalten wir Einblick in das Leben der unterschiedlichen Bewohner Wiens um 1900: Reiche Bürger, verarmte Adelige und das Heer von kleinen Handwerkern und Tagelöhnern, die ein ärmliches Leben in feuchten Behausungen fristen.

Wie immer ist das Cover ein echtes Highlight. Es ist den Motiven der Wiener Werkstätte nachempfunden und wirkt durch die goldfarbenen Elemente ausgesprochen edel.

Fazit:

Gerne gebe ich diesem zweiten Krimi rund um die Wiener Werkstätte eine Leseempfehlung und 5 Sterne.

Veröffentlicht am 16.06.2025

Eine gelungene Biografie

Victor Hugo
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„Wenn ich nicht mehr bin, wird man sehen, wer ich war.“

Vielen Lesern ist Victor Hugo (1802-1885) durch seine Lyrik, Theaterstücke und Romane geläufig. Seine wohl bekanntesten Werke sind „Der Glöckner ...

„Wenn ich nicht mehr bin, wird man sehen, wer ich war.“

Vielen Lesern ist Victor Hugo (1802-1885) durch seine Lyrik, Theaterstücke und Romane geläufig. Seine wohl bekanntesten Werke sind „Der Glöckner von Notre Dame“ und „Les Miserables“.

Nur, wer ist der Mann hinter diesen Werken? Eine Persönlichkeit, die wie Walburga Hülk in der Einleitung zu ihrer Biografie, wie folgt beschreibt:

„Er erlebte im eigenen Land Napoleon Bonaparte, die Rückkehr der Bourbonenmonarchie in der Restaurationszeit, die Juli-Revolution 1830, die Juli-Monarchie, die Revolution 1848, die Zweite Republik, den Staatsstreich 1851, das Zweite Kaiserreich unter Napoleon III., den Deutsch-Französischen Krieg und die Pariser Kommune, die Dritte Republik, er überlebte drei Könige und zwei Kaiser.“

Die Autorin präsentiert uns das Leben des Dichters, der auch kritische Artikel publiziert und gegen den Staatsstreich von 1851 opponiert hat, weshalb er bis zum Ende der Herrschaft von Napoleon III. (1871), den er als „Napoléon le Petite“ bezeichnet, zuerst ins Gefängnis und dann ins Exil muss. Dies ist nicht die erste politische Stellungnahme von Victor Hugo. Schon zuvor hat er seine Meinung mehrmals geändert. Ob man ihn deshalb als Wendehals bezeichnen könnte oder sollte? Oder als Anhänger der Suche nach einer idealen Staatsform, die es sichtlich nicht gibt?

Auch Hugos Privatleben nimmt einen großen Raum ein, das so wie die Zeit, in der er lebt, ein auf und ab ist. Zahlreiche Schicksalsschläge formen den Dichter.

Meine Meinung:

Diese detaillierte Biografie von Victor Hugo habe ich sehr gerne gelesen. Walburga Hülk enthüllt neben der vielschichtigen Person Hugos die Verflechtungen der europäischen Politik sowie die gesellschaftlichen Entwicklungen des 19. Jahrhunderts. Hin und wieder ist das eine oder andere Detail für manche Leser vielleicht ein wenig zu viel.
Nicht immer müssen Autorinnen und Autoren alles, was sie zu einem Thema wissen, den Lesern auch detailgetreu näher bringen. Mir persönlich macht es nichts aus, so viel geballtes Wissen vermittelt zu bekommen. Immerhin erfahre ich Neues über den politischen und kritischen Geist des 19. Jahrhunderts.

Interessant ist die Erwähnung der Autorin, dass anlässlich des Brandes von Notre-Dame im April 2019 der Verkauf von „Der Glöckner von Notre-Dame“ sprunghaft angestiegen ist.

Zahlreiche Abbildungen sowie rund 100 Seiten Anmerkungen ergänzen diese Biografie.

Fazit:

Gerne gebe ich dieser detaillierten Biografie 5 Sterne und eine Leseempfehlung.

Veröffentlicht am 16.06.2025

Eine klare Leseempfehlung!

Fischer, Perle, Walrosszahn – Das Meer im Mittelalter
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Nikolas Jaspert nimmt uns mit auf seine Reise in das Mittelalter und dessen Beziehung zum Meer, worüber die meisten von uns wenig wissen. Je nach persönlichem Interesse haben wir in der Schule mehr oder ...

Nikolas Jaspert nimmt uns mit auf seine Reise in das Mittelalter und dessen Beziehung zum Meer, worüber die meisten von uns wenig wissen. Je nach persönlichem Interesse haben wir in der Schule mehr oder weniger über das Meer im Mittelalter gelernt. Ja, die Hanse und ihr Handel war den Lehrkräften bedeutsam genug, hing doch der Reichtum von zahlreichen (Hanse)Städten von Hamburg bis Augsburg. Aber darüber hinaus? Wer die Menschen waren, die sich aufs Meer hinausgewagt haben, wie sie das Meer betrachtet oder welchen Nutzen sie daraus gezogen haben, wurde vernachlässigt.

Diese Bildungslücken kann dieses interessante Sachbuch nun schließen. Anhand von Überlieferungen, Handels- und Zolldokumenten sowie archäologischen Artefakten und Befunden gelingt es ihm, die Bedeutung der Meere im Mittelalter abseits von Verkehrsflächen zu belegen. Auf knapp 600 Seiten erzählt über die faszinierende Beziehung zwischen Meer und Mensch.

Mir haben die Kapitel über die Schätze des Meeres (Perlen, Muscheln, Korallen, Bernstein, Ambra und Salz) am besten gefallen. Oh ja, Salz zählt auch dazu. Als Österreicherin bin ich natürlich vom Salinensalz aus den Bergen verwöhnt. Dabei haben Salzgärten in der Bretagne oder Sizilien lange zur Gewinnung des lebenswichtigen Salzes lange Tradition.

Das Buch liest sich trotz der Fülle an Informationen angenehm. Nach der Lektüre dieses Sachbuchs müssen wir unser Bild vom Mittelalter, das vor allem von Bauern, Rittern und Klöstern geprägt ist, revidieren. Auch Binnenländer wie Schweiz oder Österreich haben durch ihren Handel mit den Schätzen aus dem Meer Anteil am Mittelmeer oder Nord- und Ostsee.

Der Autor ist Professor für Mittelalterliche Geschichte an der Universität von Heidelberg und vergisst nicht, den sorgsamen Umgang mit den Meeren einzumahnen. So erwähnt er, dass Einschränkungen von Fangquoten bereits im
Mittelalter verhängt worden sind, um dem Fischbestand Erholung zu gönnen.

Fazit:

Dieser Lektüre, die den Horizont erweitert gebe ich gerne 5 Sterne und eine Leseempfehlung.