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Veröffentlicht am 18.06.2025

Autorin hat mich total in die Irre geführt – gut gemacht

Der Weg – Jeder Schritt könnte dein letzter sein
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Julia will in zwei Wochen heiraten. Ihre ehemals beste Freundin Nicki lädt sie anstatt den Junggesellinnenabschied in einer Bar zu feiern, zu einer gemeinsamen Wanderung entlang des Kungslen, dem Königswanderweg, ...

Julia will in zwei Wochen heiraten. Ihre ehemals beste Freundin Nicki lädt sie anstatt den Junggesellinnenabschied in einer Bar zu feiern, zu einer gemeinsamen Wanderung entlang des Kungslen, dem Königswanderweg, in Schweden. Früher haben sie solche Wanderungen oft gemacht und auch genossen. Aber so kurz vor der Hochzeit noch sechs Tage wandern? Julia gibt Nickis Drängen nach und so fliegen beide nach Schweden. Bereits nach der ersten Nacht ist dann Nicki, die Erfahrene was das Überleben in der Wildnis und das Lesen von Karten betrifft, plötzlich verschwunden …..
Sehr anschaulich beschreibt die Autorin die Unwirtlichkeit der Bergregion. Abseits der Wanderwege und weil sich der Herbst, der hier viel früher kommt, ist es eine schier unlösbare Aufgabe für Julia ihre Freundin zu finden. Tagelang irrt sie durch die Wildnis. Sie kommt an ihre körperlichen Grenzen. Wegen Nahrungs- und Wassermangel, verwebt ihr Körper Fantasie und Wirklichkeit miteinander. Glaubhaft und eindringlich beschrieben, habe ich mit Julia gelitten.
Zwischendurch gibt Rebecca Russ immer wieder in kursiv eingefügten Kapiteln dem Leser Einsicht in das, was vor der Reise geschehen ist. Wie das Kennenlernen mit Lars, dem künftigen Bräutigam war, wie sich die Beziehung entwickelt hat.
Worin die Irreführung, die die Autorin sehr geschickt aufgebaut und entwickelt hat, wirklich besteht, sollte jeder selbst nachlesen. Spannende Lesestunden sind dabei garantiert. Von mir gibt’s 5 Lese-Sterne.

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Veröffentlicht am 16.06.2025

eine bewundernswert starke Frau

Wir sehen uns wieder am Meer
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In Kragero, einem Dorf in Norwegen treffen sich Birgit, Tekla und Anneliese jeden Sommer am Meer. Sie sind eingeschworene Freundinnen, die das Leben lieben und voller Hoffnung für die Zukunft sind. Während ...

In Kragero, einem Dorf in Norwegen treffen sich Birgit, Tekla und Anneliese jeden Sommer am Meer. Sie sind eingeschworene Freundinnen, die das Leben lieben und voller Hoffnung für die Zukunft sind. Während Birgit ins Krankenhaus nach Bodo als Krankenschwester geht, hat Anneliese sich entschlossen als Krankenschwester für die Besatzer zu arbeiten. Aber noch immer halten sie an ihrer Freundschaft fest.
Birgit, die Hauptfigur in diesem Roman, der so unterhaltsam wie berührend ist, habe ich bewundert. Denn ihr Mut sich dem Widerstand zusammen mit anderen Angestellten des Krankenhauses anzuschließen, ihre Beharrlichkeit, wenn es darum geht anderen zu helfen, spricht für eine starke und nach den Werten der Menschlichkeit lebende Frau.
Was musste sie alles ertragen und welche Narben hat nicht nur ihre Haut, vielmehr ihre Seele erlitten. Umso mehr hat es mich erschüttert, wie sie von geliebten Menschen hintergangen wurde und wie ihre Liebe ausgenutzt wurde und sie zwischen die Fronten der Geheimdienste gerät. Da wechselten während des Lesens bei mir sich Wut, Fassungslosigkeit und Entsetzen ab. Ja, es ist ein sehr emotionaler Roman. Auch wenn er auf die Jahre 1944 - 1953 weist, finde ich ihn, gerade was die Bespitzelung und Machtgier betrifft noch immer sehr aktuell. Von mir gibt’s 5 Lese-Sterne.

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Veröffentlicht am 16.06.2025

gefühlvoll, nachdenklich stimmend, einfach lesenswert

Die Rettung
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Shearwater Island, eine Insel im Südpolarmeer. Hier lebt Dominic, Dom, mit seinen drei Kindern. Bis vor Kurzem hielten sich hier verschiedene Forschungsgruppen auf, um die Auswirkungen des Klimawandels ...

Shearwater Island, eine Insel im Südpolarmeer. Hier lebt Dominic, Dom, mit seinen drei Kindern. Bis vor Kurzem hielten sich hier verschiedene Forschungsgruppen auf, um die Auswirkungen des Klimawandels zu erforschen, aber auch um den Saatgutbunker im Frostkeller zu überwachen und zu erweitern. Es ist ein karges Leben, das Dom hier mit seinen Kindern führt. Abgeschieden von jeglicher Zivilisation, die Versorgung erfolgt alle paar Monate per Schiff, was genaue Vorratsplanung und -haltung erfordert und stets sind sie den Urgewalten der Natur ausgeliefert. Kein einfaches Leben, aber nach dem Tod der Ehefrau und Mutter sind sie nun bereits seit acht Jahren auf der Insel und jeder von ihnen geht mit der Einsamkeit inmitten der schroffen Natur anders um. Dom redet mit seiner Frau, als wäre sie mit auf der Insel, Raff, der Älteste, versucht seine Wut und seine Emotionen am Sandsack rauszulassen, während Tochter Fen die Nähe der Tiere sucht, sogar die Nächte mit ihnen verbringt. Nachzügler Orly, erst neun Jahre, kam mir wie ein wandelndes Naturlexikon vor. Ganze Seiten vom Pflanzenlexikon zitiert er auswendig. Wen wunderts, dass er auch mit den Pflanzen auf der Insel spricht. Doch im Prinzip lebt jeder der Vier für sich. Denn dem Vater gelingt es nicht sich gegenüber seinen Kindern zu öffnen, Gefühle zuzulassen, geschweige denn über seine eigenen Gefühle zu reden. Ja, es hat mich traurig gestimmt, wie isoliert bei aller Nähe und Abgeschiedenheit hier jeder lebt. Doch dann wird in einer Sturmnacht eine Frau an den felsigen Strand gespült. Sie ist es, die auf die Kinder zugeht, mit ihnen spricht und ihre Sicht über das Leben auf der Insel hinterfragt, ihre Pläne für die Zukunft wissen will. All das was ihr Vater noch nie gemacht hat, weil er den Verlust seiner Frau bis heute nicht verarbeitet hat.
Sehr eindringlich schildert die Autorin im Buch, wie jeder Inselbewohner eine Entwicklung des Geistes und der Pläne für das weitere Leben durchmacht. Von mir gibt’s 5 Lese-Sterne und eine 100%ige Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 10.06.2025

spannend, absolute Leseempfehlung

Der unbekannte Künstler
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Auch der neue Fall die der OPE-Zentrale in Berlin übertragen wird, hat mich wieder spannend unterhalten und ans Buch gefesselt. Es geht wieder sehr blutig zu, was mich aber nicht abschreckt. Die 18jährige ...

Auch der neue Fall die der OPE-Zentrale in Berlin übertragen wird, hat mich wieder spannend unterhalten und ans Buch gefesselt. Es geht wieder sehr blutig zu, was mich aber nicht abschreckt. Die 18jährige Louise wird im Jenaer Wald abseits der Wege von einem Wanderer entdeckt. Der Anblick ist grausam und der Leichnam wirkt mit seinen vielen Verletzungen wie zur Schau gestellt. Schnell wird den Ermittlern klar, dass es nicht der letzte Mord des Täters sein wird…
Mir hat es gefallen, wie der Autor hier Stück für Stück die Ermittlungsergebnisse und die Schlussfolgerungen der Ermittler um Jan Theurer und Lisa Seifert beschreibt. Dabei wirken die Personen, die mit ihren eigenen familiären Problemen und ihrer Vergangenheit zu kämpfen haben so lebendig und lebensecht.
Eines ist allen klar: der unbekannte Künstler, denn hinter diesem Namen verbirgt sich der Täter, will mit den bestialischen Morden die Angst seiner Opfer mit der Kamera festhalten. Mehr noch, er will mit jedem weiteren Mord die Qual der Opfer und damit deren Angstausdruck im Gesicht, insbesondere in den Augen weiter steigern. Keiner ahnt anfangs, dass auch Jans Vergangenheit hier eine Rolle spielen wird. Insofern fand ich die Handlung unwahrscheinlich spannend und gut entwickelt. Ich kann den Thriller uneingeschränkt weiterempfehlen und gebe 5 Lese-Sterne.

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Veröffentlicht am 04.06.2025

die Fälle werden immer spannender

Die Toten auf Föhr
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Mit der Begründung erweiterter Suizid wird nach dem Tod von Mutter und ihrer zwei kleinen Kinder von der Flensburger Polizei recht schnell geschlossen. Doch der politisch sehr einflussreiche Vater der ...

Mit der Begründung erweiterter Suizid wird nach dem Tod von Mutter und ihrer zwei kleinen Kinder von der Flensburger Polizei recht schnell geschlossen. Doch der politisch sehr einflussreiche Vater der Toten gibt sich damit nicht zufrieden. Er glaubt nicht, dass seine Tochter sich und ihre Kinder umgebracht hat. Darum soll Lena Lorenzen und ihr Team in den Fall noch einmal Ermittlungen aufnehmen.
Also gleich zu Anfang, ich bin bei der Autorin Wiederholungstäter. Soll heißen, dass ich bisher alle Fälle von Lena Lorenzen gelesen habe. Dabei habe ich festgestellt, dass die Bücher dieser Reihe immer spannender werden. Im aktuellen Fall hat Lena ihre altbewährten Teammitglieder an ihrer Seite. Naya hat ihr Sabbatical Jahr abgebrochen und auch Johann wechselt vom Innendient wieder in den aktiven Ermittlerdienst. Man merkt, dass sie wunderbar zusammenarbeiten und doch ist diesmal etwas anders.
Ich bewundere jedes Mal, wie selbstbeherrscht Lena bei hartnäckigen Zeugen oder Verdächtigen reagiert und ihr Ziel verfolgt. Durch die Einschaltung des LKA ist sie diesmal besonders gefordert. Die Flensburger Kollegen sehen sich mit der Einschaltung des LKA auf den Schlips getreten, insbesondere dessen Einsatzleiter Enno Moormann. Aber auch andere Abteilungen des LKA versuchen Informationen zurückzuhalten. Ich fand es sehr gut, wie Lena den leitenden Ermittler der OK-Abteilung in Hamburg in die Zange genommen hat, um schlussendlich doch noch an Informationen zu kommen. Sie versteht einfach ihren Job.
Jedoch steht Lena auch privat immer mehr unter Druck. Der Spagat zwischen Mann, Kind und Job ist nicht einfach. Ich finde, dass gerade wenn auch private Probleme in die Handlung mit einfließen, wirken die Akteure nicht nur menschlicher, die Geschichte wird dadurch erst richtig rund. Ich fand diesen Band absolut gelungen und gebe daher 5 Lese-Sterne.

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