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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.02.2026

Sommer der Veränderung

Sommer auf Perigo Island
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Mit Sommer auf Perigo Island ist Perry Chafe ein einfühlsamer und atmosphärischer Roman gelungen. Die raue, zugleich wunderschöne Kulisse der Insel bildet den perfekten Hintergrund für eine Geschichte ...

Mit Sommer auf Perigo Island ist Perry Chafe ein einfühlsamer und atmosphärischer Roman gelungen. Die raue, zugleich wunderschöne Kulisse der Insel bildet den perfekten Hintergrund für eine Geschichte über Freundschaft, Erwachsenwerden und die leisen, aber nachhaltigen Veränderungen, die ein Sommer mit sich bringen kann.

Im Mittelpunkt steht Pierce und die Suche nach der verschwundenen Anna. Über den Sommer und die Suche wird sich Pierce Beziehung zu seinen Freunden sich im Laufe der Handlung spürbar verändern. Anfangs scheint vieles selbstverständlich – alte Dynamiken, vertraute Rollen, unausgesprochene Erwartungen. Doch mit den Ereignissen des Sommers beginnen sich diese Strukturen zu verschieben. Freundschaften werden hinterfragt, Loyalitäten geprüft, und Pierce muss erkennen, dass Nähe nicht immer Beständigkeit bedeutet. Diese Veränderungen wirken nie konstruiert, sondern entstehen organisch aus der Situation heraus. Gerade diese leisen Zwischentöne machen den Roman so authentisch und berührend.

Chafes Schreibstil ist ruhig, aber intensiv. Er nimmt sich Zeit für Stimmungen und innere Konflikte, ohne dabei an Spannung zu verlieren. Die emotionale Entwicklung der Figuren – insbesondere die von Pierce – steht klar im Vordergrund und verleiht der Geschichte eine besondere Tiefe.

Der Epilog hat für mich das Buch sehr stimmig abgeschlossen. Er rundet die Geschichte erzählerisch ab und macht deutlich, wie prägend dieser Sommer für Pierce und seine Freundschaften war.

Insgesamt ist Sommer auf Perigo Island ein sensibler, kluger Roman über das Erwachsenwerden und die Veränderungen, die selbst enge Freundschaften durchlaufen können. Eine klare Leseempfehlung für alle, die charakterstarke Geschichten mit emotionaler Tiefe schätzen. Die Suche nach der verschwundenen Anna bildet dabei einen intensiven Rahmen, der einen Hauch von Kriminalroman verleiht.

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Veröffentlicht am 22.01.2026

atmosphärischer Krimi im Nachkriegsköln

Echo der Toten. Ein Fall für Friederike Matthée (Friederike Matthée ermittelt 1)
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Echo der Toten von Beate Sauer hat mich von der ersten Seite an berührt. Die Atmosphäre des Nachkriegsdeutschlands ist unglaublich dicht und eindringlich beschrieben. Besonders dem Leben der Menschen im ...

Echo der Toten von Beate Sauer hat mich von der ersten Seite an berührt. Die Atmosphäre des Nachkriegsdeutschlands ist unglaublich dicht und eindringlich beschrieben. Besonders dem Leben der Menschen im zerstörten Köln mit ihren täglichen Entbehrungen und der Last der Kriegserlebnisse ist dabei viel platz eingeräumt. Man spürt beim Lesen förmlich den Mangel, aber auch den starken Willen zum Überleben. Eigentlich habe ich die ganze Zeit beim lesen gefroren.

Die Geschichte entfaltet sich ruhig und bedacht, ohne dabei an Spannung zu verlieren. Gerade dieses langsame, gut nachvollziehbare Erzählen hat mir sehr gefallen, da es den Figuren Raum gibt. Die Charaktere sind vielschichtig, glaubwürdig und geben ihre Geheimnisse erst mit der Zeit preis.

Der historische Aspekt der weiblichen Beamten war mir völlig neu und hat mir ein Stück Geschichte näher gebracht.
Insgesamt ein atmosphärisch dichter, emotionaler Roman, der nachwirkt und den ich uneingeschränkt empfehlen kann.

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Veröffentlicht am 12.10.2025

humorvoller Roman mit guter Story

Bodenfrost
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Bodenfrost war mein erstes Buch von Andreas Föhr – und ich kann gleich vorwegnehmen: Es hat mir sehr gut gefallen. Obwohl es sich um den zwölften Band der Reihe rund um die Ermittler Wallner und Kreuthner ...

Bodenfrost war mein erstes Buch von Andreas Föhr – und ich kann gleich vorwegnehmen: Es hat mir sehr gut gefallen. Obwohl es sich um den zwölften Band der Reihe rund um die Ermittler Wallner und Kreuthner handelt, hatte ich keinerlei Schwierigkeiten, in die Geschichte hineinzufinden.

Besonders gefallen haben mir der Humor und die liebevoll gezeichneten Charaktere. Föhr versteht es, seinen Figuren eine besondere Tiefe zu verleihen – mit all ihren Eigenheiten, Ecken und Kanten. Vor allem Kreuthner sorgt mit seiner eigensinnigen, manchmal chaotischen Art immer wieder für unerwartete und witzige Momente, ohne dass es je ins Alberne kippt.

Ein weiteres Highlight war für mich die Sprache: Die Dialoge sind lebendig und authentisch, teilweise in bayerischer Mundart gehalten, was der Geschichte zusätzlichen Charme verleiht und das Lokalkolorit wunderbar unterstreicht. Dabei bleibt der Text stets gut verständlich – auch für Leser*innen, die nicht aus Bayern stammen.

Die Handlung selbst ist spannend konstruiert. Der Kriminalfall entwickelt sich Schritt für Schritt, es gibt mehrere überraschende Wendungen und die Auflösung ist schlüssig und überzeugend.

Insgesamt ein rundum gelungenes Leseerlebnis – humorvoll, spannend und atmosphärisch. Ich werde auf jeden Fall weitere Bücher von Andreas Föhr lesen!

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Veröffentlicht am 17.06.2025

Londons Nachtleben in den 1920er

Nacht über Soho
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In Nacht über Soho entführt Kate Atkinson ihre Leserinnen und Leser in das pulsierende, zugleich düstere London der 1920er Jahre – eine Welt zwischen Glanz und Abgrund.

In der britischen Metropole verschwinden ...

In Nacht über Soho entführt Kate Atkinson ihre Leserinnen und Leser in das pulsierende, zugleich düstere London der 1920er Jahre – eine Welt zwischen Glanz und Abgrund.

In der britischen Metropole verschwinden junge Frauen. Manche werden später tot aufgefunden, andere bleiben für immer verschwunden – nur wenige überleben. Inspektor Frobisher und die junge Bibliothekarin Gwendolen, die auf der Suche nach der vermissten Schwester ihrer Freundin ist, ermitteln auf ganz eigene Weise. Ihre Spuren führen sie tief in die Schattenwelt rund um Nellie Coker und deren zwielichtiges Nachtclub-Imperium.

Der Roman ist ebenso spannend wie atmosphärisch dicht erzählt. Besonders beeindruckend ist, wie sorgfältig und detailreich Atkinson recherchiert hat – das spürt man auf jeder Seite. Die eigentliche Stärke des Buches liegt jedoch in seinen vielschichtigen, glaubwürdigen Figuren, die der Geschichte Tiefe und Emotionalität verleihen.

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Veröffentlicht am 04.05.2025

Reisen auf zwei Rädern

Zwei Frauen, zwei Räder, ein Zelt
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Ich habe das Buch sehr gerne gelesen. Dank der vielen Fotos und Berichte von Erlebnissen während der Reise, fühlte es sich an als wäre ich selber unterwegs. Natürlich kann man in einem solchen Buch nie ...

Ich habe das Buch sehr gerne gelesen. Dank der vielen Fotos und Berichte von Erlebnissen während der Reise, fühlte es sich an als wäre ich selber unterwegs. Natürlich kann man in einem solchen Buch nie alles zu Papier bringen, aber ich fand den Autorinnen ist es gut gelungen gerade die Charakteristika der unterschiedlichen Länder zu thematisieren.

Am besten gefallen haben mir ehrlich gesagt die ganzen Listen und genauen Aufschlüsselungen zu praktischen Fragen der Reise. Was hatte man dabei, was wurde gebraucht? Was hat man gegessen, wie teuer war alles, wie wurden die Visa geregelt und alles weitere? Auch wenn man selber nicht gerade eine solche Reise plant ist es spannend sich damit auseinander zu setzen wie wenig man eigentlich braucht und wie so eine Reise funktioniert.

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