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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 18.06.2025

Spannender Gerichtsthriller

Die feindliche Zeugin
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"Die feindliche Zeugin" ist ein hochspannender Gerichtsthriller der mich von Anfang bis Ende gefesselt hat. Rosa bekommt als Anwältin den Fall des schwarzen Jugendlichen Emmett zugeteilt, der ...

"Die feindliche Zeugin" ist ein hochspannender Gerichtsthriller der mich von Anfang bis Ende gefesselt hat. Rosa bekommt als Anwältin den Fall des schwarzen Jugendlichen Emmett zugeteilt, der im Park einen Weißen erstochen haben soll. Die Zeugenaussagen und Beweise gegen ihn sind erdrückend, er beteuert jedoch seine Unschuld. Rosa glaubt ihm und nimmt den Kampf um seine Freiheit auf.
In fesselndem Schreibstil erzählt Alexandra Wilson nicht nur die Geschichte Emmetts, sondern sie gibt auch eine Einführung in das britische Justizsystem, die ich sehr interessant finde. Auch Rosas Privatleben kommt nicht zu kurz, wodurch man guten Zugang zu ihr als Person bekommt. Sehr gut gelingt es der Autorin, die Angst deutlich zu machen, die der Grund ist, dass Emmett mauert und die spätere Zeugin nicht aussagen will. Außerdem ist es ihr gelungen, mich bis zur letzten Seite über den wahren Tathergang und die Tatperson auf eine falsche Fährte zu führen. So blieb es sehr spannend bis zum Schluss und ich konnte das Buch kauf aus der Hand legen.
Mein Fazit: Unbedingt empfehlenswert.

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Veröffentlicht am 10.05.2025

Ein echter Pageturner

Aschesommer
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Mit diesem zweiten Teil der Reihe um Jakob Krogh, Mila Weiss und ihre Gruppe 4 hat es Benjamin Cohrs endgültig auf die Liste meiner Lieblingsautoren geschafft. Was für ein rasanter Thriller!

Durch ...

Mit diesem zweiten Teil der Reihe um Jakob Krogh, Mila Weiss und ihre Gruppe 4 hat es Benjamin Cohrs endgültig auf die Liste meiner Lieblingsautoren geschafft. Was für ein rasanter Thriller!

Durch eine Todesanzeige wird die Gruppe 4 auf einen verlassenen Bauernhof beordert, wo sie in einem Eiskeller zwei aneinander geschmiegte Leichen und eine kryptische Botschaft an der Wand entdecken. Schnell führen die Hinweise zu einem verurteilten Dreifachmörder. Der kann es aber nicht gewesen sein, denn er sitzt sicher verwahrt in der geschlossenen Psychiatrie. Für die Ermittler der Gruppe 4 beginnt eine fieberhafte Jagd, denn weitere Opfer sind angekündigt.

Der Schreibstil von Benjamin Cohrs ist mitreißend. Es gelingt ihm spielend, von Beginn an Spannung zu erzeugen und diese im Verlauf der Story ins Unermessliche zu steigern. Er hat hier einen eigentlich absurden Fall ausgesprochen genial in eine glaubhafte, nachvollziehbare Geschichte gepackt. Es gibt einige unvorhersehbare Entwicklungen, immer wenn man denkt die Auflösung rückt näher gibt es eine unerwartete Wendung und es geht quasi von vorne los. Besonders gut gefällt mir allerdings, dass auch das zwischenmenschliche im stark belasteten Ermittler-Team nicht zu kurz kommt und mir die Ermittler damit nahe gebracht werden. So werden ihre Handlungen nachvollziehbarer und sie wirken authentisch.
Diesen packenden Thriller habe ich in einem Rutsch verschlungen, er ist für mich bis jetzt das Buch des Jahres. Für schwache Nerven ist er nichts, dafür sind die Morde zu brutal. Aber für "abgebrühte" Thrillerfans kann ich "Aschesommer" wärmstens empfehlen, ebenso wie den ersten Teil "Krähentage".

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Veröffentlicht am 05.05.2025

Schatten der Vergangenheit

Die Inselschwimmerin
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Lorraine Kelly erzählt die Geschichte der 38-jährigen Evie, die 20 Jahre nach ihrer überstürzten Flucht von den Orkneys nach London zurückkehrt, um sich von ihrem sterbenden Vater zu verabschieden. Sie ...

Lorraine Kelly erzählt die Geschichte der 38-jährigen Evie, die 20 Jahre nach ihrer überstürzten Flucht von den Orkneys nach London zurückkehrt, um sich von ihrem sterbenden Vater zu verabschieden. Sie kommt zu spät, beschließt aber zu bleiben und sich endlich ihrer Vergangenheit zu stellen. Die Geschichte spielt auf drei Zeitebenen. Da ist zunächst das Kennenlernen und die ersten gemeinsamen Jahre der Eltern und Evies Kindheit ab den 1960-er Jahren. Der zweite Strang spielt 2004 und handelt von den dramatischen Ereignissen, die zu Evies Flucht geführt haben. 2024 begleiten wir Evie ein Stück in ihrem Leben in London und bei ihrer Rückkehr und der Konfrontation mit ihren alten Freunden, ihrer feindseligen Schwester Liv und den Geheimnissen, die sie zurückgelassen hat.

Der einfache, einfühlsame Schreibstil gefällt mir gut, obwohl er an manchen Stellen etwas antiquiert anmutet. Evies seelische Nöte, ihre Schuldgefühle und Ängste sind gut spürbar, aber auch Livs Verletzungen kann ich ein Stück weit nachvollziehen. Der gute Geist des Buches ist Freya, eine alte Freundin von Evies Vater und auch Evie liebevoll zugetan. Ihre Herzensgüte und ihre Bereitschaft, für andere da zu sein zieht sich wie ein roter Faden durch die Geschichte. Hier liegt für mich auch die eigentliche Botschaft des Romans: Er ist eine Aufforderung, in einer Gemeinschaft füreinander da zu sein, immer offen für die Nöte der Mitmenschen zu bleiben.
Die zentrale Frage, was Evie in die Flucht getrieben hat, ist der Motor der Geschichte und führt zu großer Spannung. Nach Aufklärung dieses Geheimnisses flacht die Spannung gegen Ende des Buches ein wenig ab, was dem Lesevergnügen aber keinen Abbruch tut. Einige kleine Unstimmigkeiten könnte man noch hinterfragen, sie spielen aber keine allzu große Rolle für die Handlung.
Für mich ist dieses Buch rund mit all seinen Facetten, ich habe es von Anfang bis Ende gerne gelesen und kann es aus ganzem Herzen weiter empfehlen.

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Veröffentlicht am 13.04.2025

Potential zum Lieblingsbuch

Maikäferjahre
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Dresden 1944/45: Anni lebt mit ihren Eltern in Dresden und bekommt ihr erstes Kind. Ihr Mann Fritz ist an der Ostfront, sie hat schon lange nichts von ihm gehört. Ihr Zwillingsbruder Tristan ...

Dresden 1944/45: Anni lebt mit ihren Eltern in Dresden und bekommt ihr erstes Kind. Ihr Mann Fritz ist an der Ostfront, sie hat schon lange nichts von ihm gehört. Ihr Zwillingsbruder Tristan kämpft als Bomberpilot an der Westfront, mit ihm tauscht sie ständig Briefe, bis auch er als vermisst gilt. Als Dresden zerbombt wird, muss sie mit ihrer kleinen Tochter Clara und dem Halbjuden Adam, einem Schützling ihres Vaters, fliehen. Auf einer zweiten Handlungsebene begleiten wir Tristan durch seine Kriegsgefangenschaft in England, wo er sich in die englische Krankenschwester Rosalie verliebt und sich der Anfeindungen der Engländer erwehren muss.

Die sehr einfühlsam erzählte Geschichte der Zwillinge, die immer durch ein unsichtbares Band verbunden sind, hat mich sehr berührt. Ich hatte das Gefühl Anni auf ihrer Flucht und Tristan bei seiner Genesung zu begleiten, ich war immer mittendrin. Personen und Geschehnisse werden authentisch dargestellt, ich kann mir gut vorstellen, das solche Geschichten genau so passiert sind. Besonders gut gefallen hat mir, dass das Buch zeigt, dass man den Hass, der aus einer solchen kriegerischen Auseinandersetzung, wie es der zweite Weltkrieg war, entstehen kann, überwinden kann - und muss. Außerdem zeigt dieses Buch einmal mehr die Sinnlosigkeit von Kriegen, die nichts als Zerstörung und Elend bringen. Kann die Menschheit - besonders der regierende Teil - das nicht endlich mal begreifen?

Ich finde es schade, dass ich nur fünf Sterne geben kann, dieses Buch hätte definitiv mehr verdient.


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Veröffentlicht am 07.04.2025

Gelungener 20. Fall

Ostseedämmerung
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Beim verbotenen Spiel in einem Teich entdecken zwei Kinder ein historisches Artefakt, das mit dem Verschwinden der Studentin Mira Schneider vor eineinhalb Jahren in Verbindung gebracht wird. Pia und ihr ...

Beim verbotenen Spiel in einem Teich entdecken zwei Kinder ein historisches Artefakt, das mit dem Verschwinden der Studentin Mira Schneider vor eineinhalb Jahren in Verbindung gebracht wird. Pia und ihr Team rollen daraufhin den alten Fall wieder auf. Dieser Cold Case gibt ihnen eine harte Nuss zu knacken, denn die Dorfbewohner hüten ebenso viele Geheimnisse wie Miras Kollegen. Stück für Stück muss diese Mauer des Schweigens abegtragen werden.

Eva Almstädt schreibt einfach toll. Von Anfang an hält sie die Spannung hoch und lässt den Leser miträtseln. Sie präsentiert relativ schnell mindestens einen Hauptverdächtigen, kommt dann aber mit einer überraschenden Wendung um die Ecke und kommt in einem aufregenden Showdown zu einer Auflösung, mit der überhaupt nicht zu rechnen war. Hinterher denkt man dann „Ja, klar! Der oder die hat sich auch verdächtig verhalten.“
Pia und ihr Team gefallen mir als Ermittler gewohnt gut, sie sind authentisch dargestellt, ihre Handlungen sind nachvollziehbar und schlüssig. Bei den Ermittlungen im Dorf ist das Misstrauen und die Zurückhaltung der Dorfbewohner und Gutsherren deutlich spürbar, bei manchen Protagonisten treibt es mir einen kalten Schauer über den Rücken.
Das ist wie erwartet wieder ein gelungener Krimi von Eva Almstädt. Von Anfang bis Ende war er so spannend, das ich das Buch zwischendurch nur sehr ungern aus der Hand gelegt habe. Ich freue mich schon auf den nächsten Band der Korritki-Reihe. Ganz klar fünf Sterne und eine uneingeschränkte Empfehlung.

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