Zwischen Anspruch und Gefühl
Der VertrauteNachdem ich bisher alle Bücher von Leigh Bardugo geliebt habe, freute ich mich unheimlich auf ihr neuestes Werk. Doch bald machte sich Ernüchterung breit. Der Einstieg war für mich verwirrend, insbesondere ...
Nachdem ich bisher alle Bücher von Leigh Bardugo geliebt habe, freute ich mich unheimlich auf ihr neuestes Werk. Doch bald machte sich Ernüchterung breit. Der Einstieg war für mich verwirrend, insbesondere da ich den historischen Kontext Spaniens jener Zeit kaum kannte. Zudem erschwerten mir die Vielzahl der Figuren und ihre zahlreichen Namen und Titel das Verfolgen der Handlung. Leider konnte ich auch keinen Zugang zu den Figuren finden. Obwohl sie außergewöhnlich und vielschichtig gezeichnet sind (was ich an Figuren liebe) und mit ihren Charakterzügen das Thema des Buches „Streben nach Macht“ verkörpern, konnten sie mich emotional kaum berühren.
Vielleicht habe ich das Buch einfach zum falschen Zeitpunkt gelesen, denn den flüssigen Schreibstil und die unterschwellig bedrohliche Atmosphäre mochte ich sehr. Allgemein bin ich auch ein großer Fan von Geschichten über Macht, Gier und Intrigen sowie der Verwebung von historischen Details mit magischen Elementen. Auch handelten die Figuren meiner Meinung nach plausibel und boten eine Vielzahl von Überraschungen und auch der rote Faden war erkennbar. Es hätte mein Highlight werden können, doch der Funke wollte einfach nicht überspringen.
Bardugo hat ein Werk geschaffen, das historische Fiktion und Fantasy miteinander verknüpft – eine ungewöhnliche Geschichte über eine Frau, die so stark nach einem besseren Leben strebt, dass sie sich und andere in Gefahr bringt. Eine Leseempfehlung für die, die genau das anspricht.