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Veröffentlicht am 20.06.2025

Zu viel gewollt

Diviners – Aller Anfang ist böse
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Ich bin zunächst mit hohen Erwartungen in die Geschichte gestartet. Leider konnte mich "Diviners" von Libba Bray schlussendlich nicht überzeugen.
Dabei hat die Idee definitiv Potential: New York in den ...

Ich bin zunächst mit hohen Erwartungen in die Geschichte gestartet. Leider konnte mich "Diviners" von Libba Bray schlussendlich nicht überzeugen.
Dabei hat die Idee definitiv Potential: New York in den 1920ern, übernatürliche Ritualmorde und eine junge, lebenshungrige Protagonistin, die mit ihren eigenen übernatürlichen Fähigkeiten in die Ermittlungen involviert wird. Dazu wird eine Slow-Burn Enemies-to-Lovers Romance versprochen.

Nach dem ersten Einfinden in die Geschichte gab es leider immer wieder Aspekte, die mich aus der Geschichte geworfen haben: in Teilen unsensible Sprache, Längen in zu vielen Nebenplots, inkonsistente Handlungen der generell schwach ausgearbeiteten Charaktere und Szenen, deren Nutzen mir gänzlich unerklärlich bleiben.
Nach etwa 230 Seiten habe ich das Buch erstmal für ein paar Monate zur Seite gelegt. Ohne Rezensionsexemplar hätte ich es dort sicherlich auch belassen. So habe ich dem Buch jetzt eine zweite Chance gegeben, die es leider nicht ganz verdient hat.

Evie als Protagonistin fand ich mit ihrer aufgeweckten, frechen Art zunächst erfrischend. Das hat sich aber schnell gewandelt, sodass sie mich immer stärker genervt hat. Sie handelt unbedacht, impulsiv, naiv, trotzig und dazu häufig egoistisch. Das möchte ich einer 17-Jährigen auch gerne zugestehen. In Anbetracht der zum Teil lebensbedrohlichen Umstände hätte ich aber eine Charakterentwicklung erwartet, die ich nicht erkennen konnte.
Andere Charaktere bleiben zunächst eher blass, bekommen im Verlauf der Geschichte aber auch etwas mehr Charakter. Insgesamt hat mit das aber nicht gereicht, um eine engere Verbindung zu ihnen aufzubauen.

Durch die vielen Längen und Nebenplots hat die Hauptgeschichte nicht wirklich an Spannung aufnehmen können. Ich habe die ganze Zeit gewartet, endlich in die Ermittlungen einzusteigen und mehr über die Rituale und deren Hintergründe zu erfahren. Auch jetzt nach Beendigung des Buchs habe ich nicht wirklich das Gefühl, dass tatsächlich Ermittlungsarbeit stattgefunden hat.
Außerdem musste ich einen erheblichen Mangel an Kommunikation zwischen den Charakteren feststellen, sodass sich auch hierdurch die Handlung gezogen hat und die Ermittlungen gehemmt wurden. Weniger Seiten, die den Hauptplot stärker fokussieren, hätten dem Buch sehr gut getan.

Auch der Romance-Aspekt ist mir viel zu kurz gekommen. Ich liebe Slow-Burn und bin da auch wirklich geduldig, aber leider habe ich in dem Buch gar nichts fühlen können. Das liegt zum einen daran, dass ich generell keine starke Bindung zu den Charakteren hatte, zum anderen habe ich aber auch keine Zeichen wahrgenommen, die eine romantische Annäherung erklärt hätten. Dadurch war die romantisch angedachte Szene am Ende für mich eher befremdlich. Dazu kommt noch ein Vertrauensbruch, den ich nicht weiter ausführen kann, da er spoilern würde.

Der letzte Punkt meiner Kritik betrifft konkrete Szenen, bei denen ich die Entscheidung, diese in die Geschichte einzubauen, nicht nachvollziehen kann. Das ist einmal beispielsweise das Geheimnis, das Jerichos Vergangenheit mit sich bringt, was meiner Meinung nach für die Geschichte gänzlich unpassend ist. Aber auch beispielsweise eine Szene am Ende, in der Gewalt an einer Katze dargestellt wird, empfinde ich als überflüssig.

Der Schreibstil und die Atmosphäre waren in dem Buch für mich die Highlights. Leider reicht das neben den vielen Kritikpunkten nicht aus, um mich von einer Geschichte zu überzeugen. Und auch dieser Aspekt war in meiner subjektiv gefärbten Wahrnehmung nicht gleichbleibend stark.

Somit kann ich persönlich "Diviners" nicht weiterempfehlen und werde die Reihe auch nicht weiter verfolgen. Anderen Teilnehmenden der Leserunde hat das Buch aber gut gefallen, weswegen es sich lohnen kann, auch andere Rezensionen zu lesen.

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Veröffentlicht am 17.03.2026

Verworren

Illusion – A Lie Worth Believing
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Leider konnte ich in den Auftakt der Illusion-Dilogie von Janine Ukena nicht hineinfinden. Auch wenn der Schreibstil flüssig war und an einigen Stellen ins Poetische mäandriert, war die Story für mich ...

Leider konnte ich in den Auftakt der Illusion-Dilogie von Janine Ukena nicht hineinfinden. Auch wenn der Schreibstil flüssig war und an einigen Stellen ins Poetische mäandriert, war die Story für mich insgesamt zu verworren. Zwischen den abstrakt beschriebenen Illusionen und dem geheimnisvollen, verworrenen Suspense-Anteil blieb mir zu wenig, was mich durch die Geschichte geführt hat, sodass sie mich leider immer wieder verloren hat. Die Lovestory konnte ich dadurch, dass ich nicht in der Geschichte angekommen bin, leider auch nicht greifen und hat mich unberührt gelassen. Mehrfach habe ich deswegen darüber nachgedacht, das Buch abzubrechen und bin schließlich auf das Hörbuch umgestiegen.

Auf die abstrakten Illusionen konnte ich mich nicht einlassen. Für mich wirkten sie schon eher magisch, was in mir Verwirrung ausgelöst hat. Als Fantasy-Titel hätte mich die Geschichte vielleicht mehr abholen können. Ich habe mich generell stark an Glory of Broken Dreams von Ruby Braun erinnert gefühlt, wo ich ähnliche Anmerkungen hatte, diese aber besser akzeptieren konnte. Die Shows konnte ich somit leider auch nicht genießen und habe mich eher durch die Beschreibungen durchgequält. Stellas Gesang war mir dabei am zugänglichsten.
Ich kann mir gut vorstellen, dass dieser Aspekt, den ich kritisiere, genau so gewollt ist und für viele Lesende auch funktioniert.

Später in der Geschichte wird ein Aspekt kritisch reflektiert, den ich aus Spoilergründen nicht nennen kann, der mir aber sehr gefallen hat und mein kleines Highlight war.

Nach dem Ende, das noch etwas Spannung ausgelöst hat, habe ich trotzdem kein Interesse daran, die Dilogie zu beenden und kann auch keine Empfehlung aussprechen.

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