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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 26.09.2025

Vorhersehbar trotz Plottwists

Eine von uns
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Das Haus von Gina, ihrem Mann Matt und den beiden Kindern brennt ab, weshalb sie eine neue Bleibe brauchen. Ginas Freundin Annie ist für längere Zeit verreist und bietet ihr daher an, dass sie vorübergehend ...

Das Haus von Gina, ihrem Mann Matt und den beiden Kindern brennt ab, weshalb sie eine neue Bleibe brauchen. Ginas Freundin Annie ist für längere Zeit verreist und bietet ihr daher an, dass sie vorübergehend bei ihr unterkommen könnten. Nach kurzer Zeit steht Mary vor der Tür und stellt sich als Haushälterin vor. Gina rückversichert sich bei Annie, dass alles seine Richtigkeit hat, doch sie beschleicht von Tag zu Tag mehr das Gefühl, dass Mary irgendetwas im Schilde führt.

Samantha Hayes streut schon sehr früh Zweifel, dass Mary nicht nur die Haushälterin ist, für die sie sich ausgibt, lässt sich jedoch Zeit mit den Hinweisen, was dahintersteckt. Gleichzeitig lässt sie Gina zwar immer mehr zweifeln und Verdacht aufkommen, lässt sie sich jedoch konsequent einreden, dass ihre Wahrnehmung nicht richtig sei. Das alles hat dazu geführt, zusätzlich zu den Rückblenden, dass ich sehr schnell einen Verdacht habe, wie alles zusammenhängen könnte (das hat sich bewahrheitet) und habe denn den Rest der Lektüre darauf gewartet, dass die entsprechende Auflösung folgt und habe dann einigermaßen gespannt den Weg dorthin verfolgt. Das Streuen der Plottwists und der neuen Hinweise waren ganz gut gedacht, jedoch so konstruiert, dass sie schnell aufzeigten, auf was es hinauslaufen wird.
Der Schreibstil ist flüssig und leicht, sodass sich das Buch schnell weglesen ließ. Auf den letzten Seiten konnte mich Samantha Hayes dann noch einmal überraschen, vor allem mit dem Epilog. Da hätte ich mir über das ganze Buch hinaus einen strafferen Spannungsbogen gewünscht.
Was mir nicht gut gefallen hat, war, wie die Frauen, allen voran Gina, abgebildet wurden. Sie wirkten inkompetent, instabil, naiv und sehr leicht zu verunsichern. Ich bin mir sicher, der Plot hätte auch funktioniert, wenn es sich hier um selbstbestimmte und sichere, kluge Frauen ginge,

Veröffentlicht am 09.09.2025

Guter Start, flachte dann ab

Morbidly Yours
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Nach einem schweren Verlust in Texas sucht Lark in Galway in Irland einen Neuanfang. Sie hat als Animationsdesignerin dort einen Job und ein kleines Appartment gefunden. Als sie ein Paket mit Leichensäcken ...

Nach einem schweren Verlust in Texas sucht Lark in Galway in Irland einen Neuanfang. Sie hat als Animationsdesignerin dort einen Job und ein kleines Appartment gefunden. Als sie ein Paket mit Leichensäcken vorfindet und sich auf den tatsächlichen Empfänger macht, lernt sie den schüchternen und zurückhaltenden Bestatter Callum kennen. Schnell entwickeln die beiden Sympathien füreinander, es entsteht eine Freundschaft, aus der immer mehr wird.

Ivy Fairbanks Grundidee sowie die Thematisierung von Trauer, Verlust, Neurodivergenz und Demisexualität fand ich sehr gut. Auch den Anfang mochte ich: Ich mochte Larks offene und muntere Art, Callums Humor und den beschwingten Vibe, den die beiden miteinander hatten. Doch je mehr Gefühle entstanden, die vor allem für Lark nicht da sein sollten, desto mehr Distanz entwickelte ich zu den Figuren. Ich konnte beide Figurenentwicklungen nicht nachvollziehen, fand ihre Handlungen nicht passend zu ihren beschriebenen Eigenschaften und empfand sie auch immer unglaubwürdiger. Auch die spicy Szenen konnten mich nicht überzeugen, ich fand sie ganz gut geschrieben, aber gar nicht passend für Lark und Callum.

Der Schreibstil war leicht und munter, allerdings beinhaltete das Buch sehr viele holprige Übersetzungen und aufgrund der Distanz zu den Figuren und der fehlenden Nahbarkeit und nicht nachvollziehbarer Entwicklung, ließ mein Lesefluss immer mehr nach.

An sich eine nette Idee und eine Friends-to-Lover-Geschichte, die stark startete, dann aber immer weiter abgebaut hat.

Veröffentlicht am 02.09.2025

Mir fehlte Spannung

Der Stau
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Die Polizistin Belinda Kidd, genannt Billy und kurz vor dem Ruhestand, ist gerade aus Australien zurückgekehrt und ist auf dem Weg in die Londoner Innenstadt, als in einem Tunnel eine Autobombe hochgeht. ...

Die Polizistin Belinda Kidd, genannt Billy und kurz vor dem Ruhestand, ist gerade aus Australien zurückgekehrt und ist auf dem Weg in die Londoner Innenstadt, als in einem Tunnel eine Autobombe hochgeht. Es werden weitere Explosionen erwartet, alles staut sich und Billy sowie zahlreiche weitere Fahrerinnen hängen im entstandenen Stau fest. Als sie sich die Beine vertritt, entdeckt sie in einem der Autos eine Leiche - umgebracht mit einer Fahrradspeiche. Derdie Mörderin muss also noch unter ihnen sein, da eine Flucht über die Autobahn aufgefallen wäre. Belinda Kidd macht sich also auf eigene Faust an die Ermittlung und sammelt Informationen über die anderen Autofahrerinnen.

Den Plot, den Jo Furniss sich überlegt hat, fand ich sehr spannend und interessant. Locked-in-Thriller lese ich sowieso total gern und die Autobahn als Ort war für mich nun auch komplett neu. Während ich die ersten Seiten noch sehr fesselnd fand, ließ dieser Effekt recht schnell nach. Es gibt so viele Figuren, von denen erzählt wird, denen Billy zusätzlich zu ihren Namen noch Spitznamen gibt und die man erstmal auseinanderhalten muss. Das hat den Spannungsbogen für mich ordentlich abgeflacht. Während sich den Hauptteil über die Frage drehte, was die anderen Fahrer*innen machen und wer sie sind, fehlte mir ein Handlungsstrang, der zur Aufklärung beitrug oder zusätzliche Spannung erzeugte. Die Auflösung am Ende fand ich konstruiert, aber konnte sie gut hinnehmen. Die Längen zwischendurch haben mich jedoch beim Lesen ausgebremst.

Nette Idee, aber an Spannung wäre noch ganz schön Luft nach oben gewesen.

Veröffentlicht am 01.08.2025

Zwischen Rom-Com und Lebensgeschichte

Great Big Beautiful Life
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Ich habe schon einige Bücher von Emily Henry gelesen und sie immer als schöne Rom--Com-stories für den Sommer wahrgenommen. Dementsprechend habe ich mich auch auf "Great big beautiful life" gefreut und ...

Ich habe schon einige Bücher von Emily Henry gelesen und sie immer als schöne Rom--Com-stories für den Sommer wahrgenommen. Dementsprechend habe ich mich auch auf "Great big beautiful life" gefreut und eine seichte, sommerliche Rom-Com gefreut.

Die recht unbekannte Autorin Alice Scott hat Margaret Ives, die Tochter einer der bekanntesten und reichsten Familie Amerikas, ausfindig gemacht und angefragt, ob sie eine Biografie über sie schreiben dürfe. Was sie nicht weiß: Margaret hat auch den Pulitzer-Preis-Gewinner Hayden Anderson eingeladen, trifft sich mit beiden im Rahmen eines Probemonats und entscheidet dann, wer von beiden ihre Biografie schreiben darf. Alice und Hayden müssen eine Verschwiegenheitserklärung unterschreiben, dürfen sich nicht über ihre Gespräche mit Margaret austauschen und begegnen sich auf Little Crescent Island regelmäßig und können die gegenseitige Anziehung deutlich spüren. Dem nachzugehen kommt in dieser Konkurrenzsituation selbstverständlich nicht in Frage...

Emily Henrys Schreibstil ist wie gewohnt locker und humorvoll. Allerdings empfand ich hier die Klischees der naiven Alice und des muskulösen, attraktiven und unnahbaren Hayden als nervig. Ich konnte beiden keine Funken abnehmen, Alice hat mich streckenweise arg genervt und die Entwicklung der beiden Figuren zueinander konnte ich nicht nachvollziehen bzw. empfand sie nicht als glaubwürdig.
Die Abschnitte über Margarets Leben haben mich teilweise interessiert, allerdings habe ich nicht damit gerechnet, dass sie so ausführlich beschrieben werden und ihre Lebens- und Familiengeschichte so viel Raum einnimmt.

Leider habe ich nicht die sommerliche Rom-Com bekommen, die ich erwartet habe und war leider nicht so von Emily Henry überzeugt wie bei anderen Büchern von ihr.

Veröffentlicht am 23.06.2025

Biographische Erzählung über die Rentengestaltung

Freiheit beginnt jetzt!
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Die meisten Fernsehzuschauerinnen kennen Ulrike von der Groeben sicherlich aus "RTL aktuell", wo sie als Sportexpertin bekannt wurde. Nach 35 Berufsjahren schlägt sie ein neues Lebenskapitel auf und läutet ...

Die meisten Fernsehzuschauerinnen kennen Ulrike von der Groeben sicherlich aus "RTL aktuell", wo sie als Sportexpertin bekannt wurde. Nach 35 Berufsjahren schlägt sie ein neues Lebenskapitel auf und läutet den Ruhestand ein. Da die Arbeitszeiten, der Sender und die Kolleginnen nun nicht mehr die äußeren Strukturen vorgeben, muss sie ihren Alltag neu strukturieren und hat dennoch Zeit, sich nun auf ganz andere Dinge zu konzentrieren, für die vorher nie Zeit war. "Freiheit beginnt jetzt!" ist eine Mischung aus persönlichen Berichten und Anekdoten sowie Interviews und Geschprächen mit Expertinnen aus verschiedenen Bereichen, die für Ulrike von der Groeben und vermutlich viele andere Menschen im Ruhestand (oder auf dem Weg dahin) interessant sind.

Neben finanziellen Fragen geht es auch um die Fragen des Lebensorts, die Veränderungen innerhalb der Ehe und der Familienstruktur oder um Ehrenämter. Denn auch wenn Ulrike von der Groeben sich vorgenommen hat, erstmal "Nichts" tun zu wollen, ist das doch nicht so leicht, wie es sich sagen lässt.

Der Schreibstil ist einfach gehalten und das Buch dreht sich um das Leben und die Gedanken von Ulrike von der Groeben, sodass viele biographische Züge zu erkennen sind. Wer hier also einen Ratgeber oder einen Bericht über allgemeine Lebensentwicklungen und Ruhestandgestaltung sucht, wird hier eventuell nicht glücklich. Ich persönlich kannte zuvor weder die Autorin noch war ich mit den Abläufen oder der Moderation diverser Sendungen und den Vorgängen innerhalb des Senders RTL vertraut. Daher fand ich viele Erzählungen zu ausschweifend und zu langatmig, konnte nicht relaten und habe manchmal nicht verstanden, weshalb sie relevant für das jeweilige Kapitel sind. Wer die Autorin kennt, mehr über ihr Leben und ihre Karriere erfahren möchte und sich davon inspirieren lassen möchte, wie sie ihren Ruhestand gestalten möchte und gestaltet, kommt sicherlich auf seine
ihre Kosten!

Für mich war es eine nette Gelegenheit, mehr über die Autorin zu erfahren und einige Grundgedanken mitzunehmen, aber als gute Vorbereitung für meinen Ruhestand würde ich es jetzt nicht beurteilen.