Interessantes Buch zum Thema Wechseljahre mit Schwerpunkt Hormontherapie
Die neue MenopauseIn ihrem Sachbuch "Die neue Menopause", hat sich die US-amerikanische Gynäkologin Mary Claire Haver das Ziel gesetzt, Frauen über die Menopause, die damit möglicherweise verbundenen Symptome und empfohlene ...
In ihrem Sachbuch "Die neue Menopause", hat sich die US-amerikanische Gynäkologin Mary Claire Haver das Ziel gesetzt, Frauen über die Menopause, die damit möglicherweise verbundenen Symptome und empfohlene Behandlungsmöglichkeiten aufzuklären.
Sie hatte schon lange Jahre als Gynäkologin gearbeitet, bis sie durch eigene Erfahrung mit ihrer Menopause für das Thema sensibilisiert wurde und erkannte, dass es in diesem Bereich wenig Aus- und Fortbildung für Medizinerinnen und Mediziner gab und viele Frauen mit ihren Symptomen nicht ernst genommen, diese zu Unrecht allein psychischen Ursachen zugeschrieben wurden und die Frauen keine adäquate Behandlung erfuhren. Nachdem die Medizinerin das Thema auch auf Social Media thematisiert hatte, bekam sie unzählige Zuschriften und Kommentare von Frauen, die ähnliches erlebt hatten.
In dem sehr gut verständlichen und klar strukturierten Sachbuch geht die Autorin auf alle relevanten Bereiche rund um die Wechseljahre ein. Zuerst geht es um eine Definition von Perimenopause, Menopause und Postmenopause. Auch die damit verbundenen hormonellen Umstellungen werden erklärt.
Dann ist ein sehr ausführliches Kapitel der Geschichte der Hormonbehandlung rund um die Menopause gewidmet, die nach Meinung der Autorin zu Unrecht in Verruf geraten ist.
Sehr gut gefällt mir, wie die Autorin genau die möglichen Vorteile, aber auch Nebenwirkungen dieser Behandlung aufschlüsselt, darauf eingeht, wann das beste Altersfenster ist, um damit zu beginnen und auch, welche Frauen individuell besonders davon profitieren oder auch mit erhöhten Nebenwirkungen rechnen könnten.
Schließlich gibt es ein langes Register möglicher wechseljahresbezogener Beschwerden (gegliedert nach hormonellen und sonstigen Gemeinsamkeiten), genauere Erklärungen dazu und Möglichkeiten der Behandlung. Im Zentrum steht dabei immer die Hormontherapie, deren Befürworterin die Autorin ist. Am Rande finden sich auch noch alternative Interventionen, etwa im Bereich Ernährung, Bewegung und Entspannung.
Insgesamt ist es ein sehr interessantes Buch über die Wechseljahre, durch dessen Lektüre ich viel gelernt habe. Besonders interessant habe ich gefunden, wie ganz verschiedene Symptome mit den hormonellen Veränderungen während dieser Zeit zusammen hängen können: deutlich mehr, als die allgemein bekannten Hitzewallungen. Es ist ein wichtiges Buch, das für ein bedeutendes Thema sensibilisiert, das immer noch viel zu wenig diskutiert wird. Möge es dazu beitragen, dass mehr Frauen mit Wechseljahresbeschwerden adäquate Behandlung erhalten.
Empfehlen kann ich das Buch allen am Thema Interessierten, die der Möglichkeit einer Hormonbehandlung zumindest offen gegenüberstehen. Wer hingegen, aus welchen Gründen auch immer, dieses Thema komplett ablehnt und sich für alternative Wege interessiert, ist mit anderen Werken besser beraten.