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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 10.07.2025

Ein Buch, das nicht laut sein muss, um zu wirken

Der Garten der kleinen Wunder
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In "Der Garten der kleinen Wunder" erzählt Patricia Koelle-Wolken von Toja, die gemeinsam mit ihrem Mitbewohner Bär in einem alten Haus lebt, das von einem geheimnisvollen, ungewöhnlichen Garten umgeben ...

In "Der Garten der kleinen Wunder" erzählt Patricia Koelle-Wolken von Toja, die gemeinsam mit ihrem Mitbewohner Bär in einem alten Haus lebt, das von einem geheimnisvollen, ungewöhnlichen Garten umgeben ist. Eines Tages kommt die 14-jährige Vica zu Besuch – ein sensibles, feinfühliges Mädchen, das sich auf leise Weise von ihrer Umwelt abhebt. Sie lebt bei ihrem Vater Florian, einem Augenarzt, doch ihre Beziehung ist nicht einfach.

Die Erzählung besticht durch ihre ruhige, einfühlsame Sprache und die liebevolle Darstellung der Figuren. Sie wirken authentisch, ihre Entwicklungen glaubwürdig und berührend. Der Garten ist ein lebendiger, ungewöhnlicher Ort und spiegelt auf wunderbare Weise das Wesen der Protagonisten wider. Gleichzeitig ist er ein Symbol für Wandel, Heilung und Hoffnung.

Die Sprache der Autorin ist voller Wärme, Bilder und leiser Kraft, ohne je kitschig zu werden. Es ist ein Buch, das nicht laut sein muss, um zu wirken. Ein wunderschöner, tiefgehender Roman, der lange nachhallt!

Veröffentlicht am 09.07.2025

Für alle, die asiatische Küche lieben

Deftig Vegan Asien
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„Deftig Vegan Asien“ ist ein inspirierendes Kochbuch für alle, die asiatische Küche lieben – ganz gleich, ob sie sich vegan ernähren oder nicht. Die Rezepte zeigen, wie vielfältig und sättigend pflanzliche ...

„Deftig Vegan Asien“ ist ein inspirierendes Kochbuch für alle, die asiatische Küche lieben – ganz gleich, ob sie sich vegan ernähren oder nicht. Die Rezepte zeigen, wie vielfältig und sättigend pflanzliche Gerichte sein können, ohne auf Geschmack oder Umami zu verzichten. Besonders für Nicht-Veganer ist der Einstieg leicht, da viele asiatische Klassiker ohnehin traditionell ohne Milchprodukte auskommen.

Das Buch bietet eine breite Auswahl: von Currys, Suppen und Nudelgerichten bis hin zu Streetfood und deftigen Klassikern. Statt Ersatzprodukten setzt Anne-Katrin Weber auf natürliche Zutaten wie Miso, Pilze oder fermentierte Saucen, die echte Tiefe und Würze bringen.

Die Gestaltung ist hochwertig, die Rezepte gut erklärt und mit etwas Kocherfahrung problemlos umsetzbar. Viele Gerichte eignen sich auch zum Vorbereiten und sind absolut alltagstauglich.

Veröffentlicht am 26.06.2025

Für große oder kleine Runden

Alles in die Mitte!
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„Alles in die Mitte!“ ist genau die Art Kochbuch, die ich liebe: unkomplizierte, aromatische Rezepte, die zum gemeinsamen Essen und Genießen einladen.

Das Konzept, viele kleine Gerichte „in die Mitte“ ...

„Alles in die Mitte!“ ist genau die Art Kochbuch, die ich liebe: unkomplizierte, aromatische Rezepte, die zum gemeinsamen Essen und Genießen einladen.

Das Konzept, viele kleine Gerichte „in die Mitte“ zu stellen, ist nicht neu, doch hier besonders liebevoll und alltagsnah umgesetzt. Die Rezepte nehmen mit auf eine Reise durchs Mittelmeer – von der Levante über die Türkei, Griechenland und Italien bis nach Spanien und Portugal. Sie lassen sich wunderbar kombinieren, um im großen Kreis mit Freunden oder Familie zu genießen. Gleichzeitig funktionieren viele Gerichte auch für kleinere Runden oder solo, wenn es mal schnell und lecker sein soll.

Besonders gefallen hat mir, dass die Rezepte meist mit einfachen Zutaten auskommen, verständliche Anleitungen geben und das gewisse Etwas haben. Auch an kleine Details wie Gewürzmischungen, eingelegte Zwiebeln oder aromatisierte Öle wurde gedacht.

Was das Buch für mich besonders macht, sind die persönlichen Texte von Onur Elci. Er erzählt nicht nur von Rezepten, sondern auch von Erinnerungen, Orten und Menschen und lässt so an seiner Leidenschaft fürs Kochen und fürs Miteinander teilhaben.

Für mich ist „Alles in die Mitte!“ ein rundum gelungenes Kochbuch, das Lust macht, zu kochen und zu genießen – egal ob zu mehreren oder auch mal ganz für sich allein.

Veröffentlicht am 26.06.2025

Kulinarische Reise mit Herz

Come a casa
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Ich liebe Kochbücher – besonders dann, wenn sie nicht nur Rezepte liefern, sondern auch Einblicke in eine Kultur, eine Familie, ein Leben geben. "Come a casa" von Serena Loddo ist genau so ein Buch: Es ...

Ich liebe Kochbücher – besonders dann, wenn sie nicht nur Rezepte liefern, sondern auch Einblicke in eine Kultur, eine Familie, ein Leben geben. "Come a casa" von Serena Loddo ist genau so ein Buch: Es entführt in die Küche Sardiniens und schafft dabei eine stimmige Verbindung aus kulinarischem Wissen, persönlichen Erinnerungen und alltagstauglichen Gerichten.

Was dieses Buch besonders macht, ist die Art, wie Serena Loddo erzählt – unaufgeregt, herzlich und mit spürbarer Verbundenheit zu ihren Wurzeln. Man hat das Gefühl, sie nimmt einen bei der Hand, führt durch die Vorratskammer ihrer Kindheit und zeigt, wie aus wenigen, guten Zutaten leckeres Essen entsteht. Besonders gelungen finde ich die Übersicht zu typischen Vorratszutaten, die nicht fehlen dürfen. Das schafft Orientierung und erleichtert den Einstieg in die mediterrane Alltagsküche.

Auch das Hintergrundwissen zu einzelnen Zutaten – sei es zur Verwendung von Pecorino, zur Bedeutung bestimmter Kräuter oder zu regionalen Varianten – ist wohldosiert und informativ, ohne belehrend zu wirken. Diese kleinen Exkurse machen das Buch nicht nur nützlich, sondern auch lesenswert.

Die Rezepte selbst sind klar strukturiert, unkompliziert und trotzdem raffiniert. Alles wirkt authentisch und sofort umsetzbar. Die stimmungsvollen, natürlichen Fotos unterstreichen diesen Eindruck – keine überinszenierten Bilder, sondern echtes Essen, das man sich sofort auf den eigenen Tisch wünscht, abgerundet mit Abbildungen der sardischen Lebensart.

"Come a casa" ist kein reines Rezeptbuch, sondern eine kulinarische Reise mit Herz. Für alle, die mediterrane Küche mögen und Lust haben, ein Stück sardische Esskultur kennenzulernen – absolut empfehlenswert.

Veröffentlicht am 24.06.2025

Klug, persönlich und sehr empfehlenswert

Sorry Tarzan, ich rette mich selbst!
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„Sorry Tarzan, ich rette mich selbst“ ist ein kluges, mutiges und sehr persönliches Buch, in dem Gesine Cukrowski die Rollenbilder von Frauen in Film und Fernsehen kritisch hinterfragt. Mit großer Offenheit ...

„Sorry Tarzan, ich rette mich selbst“ ist ein kluges, mutiges und sehr persönliches Buch, in dem Gesine Cukrowski die Rollenbilder von Frauen in Film und Fernsehen kritisch hinterfragt. Mit großer Offenheit berichtet sie über Altersdiskriminierung, stereotype Besetzungen, den Gender-Pay-Gap und die häufig unsichtbare strukturelle Benachteiligung selbst erfolgreicher Frauen in der Branche. Besonders betroffen gemacht hat mich, wie viele dieser Mechanismen offenbar von männlichen Kollegen mitgetragen oder sogar bewusst aufrechterhalten werden. Dass gerade erfolgreiche Männer Kolleginnen klein halten – womöglich, um die eigene Stellung zu sichern oder vermeintliche Stärke zu zeigen – wirkt auf mich nicht souverän, sondern eher wie ein Zeichen mangelnden Selbstwerts. Wenn ich mich selbst ernst nehme und als kompetent erlebe, kann ich doch auch einer Kollegin ihren Erfolg gönnen – zumal, wenn es sich „nur“ um eine Rolle handelt. Diese Dynamiken legt Cukrowski sehr nachvollziehbar und ohne Bitterkeit offen – und gerade das macht ihre Analyse so kraftvoll.

Persönlich habe ich mich dem Buch besonders verbunden gefühlt, da ich fast auf den Tag genau so alt bin wie die Autorin. Gleichzeitig arbeite ich im MINT-Bereich an einer deutschen Universität, wo ich – wie viele meiner Kolleginnen – zum Glück keine geschlechtsspezifische Diskriminierung erlebe. Umso deutlicher wurde mir beim Lesen, wie sehr solche Erfahrungen vom beruflichen Umfeld abhängen. Besonders gelungen finde ich die autobiografischen Abschnitte, in denen Cukrowski mit Witz, Selbstironie und Tiefe aus ihrem Berufsalltag erzählt. Die persönlichen Erlebnisse haben mich bewegt und oft zum Nachdenken gebracht. Die allgemeineren gesellschaftspolitischen Ausführungen sind inhaltlich relevant, wirkten auf mich stellenweise aber etwas zu ausführlich. Trotzdem ist das Buch eindrucksvoll und wichtig – nicht zuletzt, weil es aufzeigt, dass Diskriminierung und strukturelle Ungleichheit auch dort existieren, wo man sie vielleicht am wenigsten vermutet. Gerade jüngere Frauen, so mein Eindruck, nehmen bestimmte Formen von Ungleichbehandlung heute fast schon (wieder?) als selbstverständlich hin – umso wertvoller ist es, dass dieses Buch aufmerksam macht und ermutigt, genauer hinzuschauen. Eine kluge, persönliche und sehr empfehlenswerte Lektüre.