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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.08.2025

Die Online-Omi hat einen weiteren Fan gewonnen

Ihr habt es gut, ihr habt ja mich
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Buchmeinung zu Renate Bergmann – »Ihr habt es gut, ihr habt ja mich«

»Ihr habt es gut, ihr habt ja mich« ist ein Roman von Renate Bergmann, der 2025 bei Rowohlt Taschenbuch erschienen ist. Dies ist bereits ...

Buchmeinung zu Renate Bergmann – »Ihr habt es gut, ihr habt ja mich«

»Ihr habt es gut, ihr habt ja mich« ist ein Roman von Renate Bergmann, der 2025 bei Rowohlt Taschenbuch erschienen ist. Dies ist bereits der zwanzigste Band um die Online-Omi.

Zum Autor:
Renate Bergmann ist ein Pseudonym des Autors Torsten Rohde.
Torsten Rohde, Jahrgang 1974, hat in Brandenburg/Havel Betriebswirtschaft studiert und als Controller gearbeitet. Sein Social-Media-Account @RenateBergmann entwickelte sich zum Internet-Phänomen.

Zum Inhalt:
Renate Bergmann, geb. Strelemann, 82, lebt in Berlin-Spandau. Sie war Reichsbahnerin, kennt das Leben vor, während und nach der Berliner Mauer und hat vier Ehemänner überlebt. Renate Bergmann ist Haushalts-Profi und Online-Omi. Eigentlich möchte sie nur ihren Schwiegersohn in Schönweide unterstützen, aber dann will sie örtliche Probleme angehen und kandidiert für den Gemeinderat. Meist sind es alltägliche Dinge und Probleme, zu denen Renate Bergmann ihre Meinung äußert.

Meine Meinung:
Dieses Buch hat mir von Anfang an sehr gut gefallen. Die Protagonistin Renate Bergmann ist eine echte Sympathieträgerin, die zu fast allem eine Meinung hat, die sie auch kund tut. Sie agiert mit einer gewissen Bauernschläue, die auf ihren vielfältigen Erfahrungen beruht. Dabei bleibt sie immer positiv, sammelt Informationen und überlegt, was man verbessern könnte. Interessant sind ihre Gedanken, wie sie Tochter und Schwiegersohn unterstützen kann, ohne aufdringlich zu wirken. Zudem schafft sie es, Bekannte zur Mithilfe zu ermuntern. Einfach köstlich die Beschreibung des Umbaus einer ungenutzten Telefonzelle zu einer Buchstation. Doch auch ernste Dinge wie die schlechter werdende Versorgungslage auf dem Lande werden angesprochen und auch hier entwickelt Renate Bergmann eigene Ideen wie die des Kümmerers.
Manche Figuren sind bewusst überzeichnet und sorgen für lustige Szenen. Besonders ist aber vor allem die Sprache, in der moderne Dinge absichtlich falsch genannt werden. Händi und Finstergramm bringen so ein Lächeln in mein Gesicht. Handlung und Sprache sind leicht verdaulich und haben mir viel Lesevergnügen bereitet.

Fazit:
Mich hat dieser humoristisch geprägte Titel positiv überrascht und viel Lesevergnügen bereitet. Deshalb bewerte ich das Buch mit vier von fünf Sternen (80 von 100 Punkten) und spreche eine Leseempfehlung aus.

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Veröffentlicht am 07.08.2025

Atmosphärische Kurzkrimis aus dem sommerlichen Wien

Sunshine Killer
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Buchmeinung zu Franziska Waltz, Claus Schönhofer und Norbert Peter – »Sunshine Killer«

»Sunshine Killer« ist ein Sammlung von neun sommerlichen Kurzkrimis, die von Franziska Waltz, Claus Schönhofer und ...

Buchmeinung zu Franziska Waltz, Claus Schönhofer und Norbert Peter – »Sunshine Killer«

»Sunshine Killer« ist ein Sammlung von neun sommerlichen Kurzkrimis, die von Franziska Waltz, Claus Schönhofer und Norbert Peter geschrieben worden sind. Das Buch ist 2025 bei echomedia buchverlag erschienen.

Zum Autor:
Waltz, Franziska: Kommunikationswissenschaftlerin, Filmproduzentin und Buchautorin. Schreibt lieber im Winter, um im Sommer besser morden zu können. Da ist sie als Wasserliebhaberin oft auf Gelsenjagd und entwickelt dabei mörderische Hirngespinste, die sie in ihren Krimis auslebt. Schönhofer, Claus: Buch- und TV-Autor, Kabarett-Regisseur. Liebt den Sommer, weil man unterm Sonnenschirm so gemütlich seinen Mord-Fantasien nachhängen kann. Wer hatte bei 39 Grad im Schatten an einem Sonntag in einem Wiener Freibad noch keine Mordgelüste?
Peter, Norbert: Autor und Kabarettist. Ist auf Kriegsfuß mit der Sommerhitze. Folgerichtig neigen dann auch seine literarischen Figuren dazu, ihre Gefühle nicht immer unter Kontrolle zu haben. Das Ergebnis sind in Satire gegossene Verbrechen.

Zum Inhalt:
Jeder der drei Autoren hat drei Kurzkrimis beigesteuert, die alle im sommerlichen Wien spielen.

Meine Meinung:
Auf dieses Buch bin ich durch das faszinierende Cover aufmerksam geworden. Zudem mag ich Kurzgeschichten und Kurzkrimis. Die einzelnen Geschichten haben mich durch die Bank gut unterhalten und Lesevergnügen bereitet. Mal ist es die atmosphärische Schilderung, mal eine gelungene Idee, die mir gefallen hat. Die Figuren sind nicht sonderlich tief gezeichnet und extreme Spannung sucht man auch vergebens. Trotzdem entsprach das Buch meinen Erwartungen mit seiner positiven Grundstimmung, den angenehmen und leicht verdaulichen Handlungen und Erzählstilen. Stellenweise habe ich mich schwitzend vor Ort in Wien gefühlt. Was will man mehr!

Fazit:
Eine Sammlung gefälliger und leicht verdaulicher Kurzkrimis mit Atmosphäre und der ein oder anderen überraschenden Wendung. Gerne bewerte ich den Titel mit vier von fünf Sternen (80 von 100 Punkten) und spreche eine Leseempfehlung aus.

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Veröffentlicht am 05.08.2025

Dunkle Familiengeheimnisse

Not Quite Dead Yet
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Buchmeinung zu Holly Jackson – »Not Quite Dead Yet«

»Not Quite Dead Yet« ist ein Kriminalroman von Holly Jackson, der 2025 bei Bastei Lübbe in der Übersetzung von Rainer Schumacher erschienen ist. Der ...

Buchmeinung zu Holly Jackson – »Not Quite Dead Yet«

»Not Quite Dead Yet« ist ein Kriminalroman von Holly Jackson, der 2025 bei Bastei Lübbe in der Übersetzung von Rainer Schumacher erschienen ist. Der Titel der englischen Originalausgabe lautet »Not Quite Dead Yet« und ist 2025 erschienen.

Zum Autor:
Holly Jackson ist die preisgekrönte Autorin der NEW-YORK-TIMES-Bestsellerreihe A GOOD GIRL'S GUIDE TO MURDER, die mit Millionen verkaufter Exemplare weltweit für Aufsehen sorgte und auch als Netflix-Serie internationalen Erfolg feierte. Holly Jackson lebt in London.

Zum Inhalt:
Jet Marson ist 27 Jahre alt, als sie im Haus ihrer Eltern überfallen und tödlich verletzt wird. In spätestens einer Woche wird ein tödliches Aneurysma Jet umbringen. Bis dahin will sie ihren Mörder überführen.

Meine Meinung:
Zu Beginn hat mich dieses Buch begeistert mit einer grandiosen Grundidee, viel Tempo und einer besonderen Hauptfigur. Es brauchte das erste Kapitel, um die Hauptfigur Jet wenig sympathisch erscheinen zu lassen. Dann der Anschlag und alles ändert sich. Jet erwacht im Krankenhaus und erfährt, dass sie ohne Operation in etwa einer Woche sterben wird und eine Hirn-Operation bietet auch keine bessere Chance. Sie ergreift die Initiative und will nun ihren eigenen Mörder überführen.
Zusammen mit Billy, ihrem Freund aus Kindertagen macht sich Jet auf die Suche. Dies bringt einen Schuss Romantik in die Geschichte und Billy ist die einzige Person, der Jet vorbehaltlos vertraut. Bald finden sie einige dunkle Familiengeheimnisse, aber ein Motiv finden sie nicht. Sprachlich gibt es einige Häppchen Sarkasmus und schwarzen Humor, die sich aber schnell abnutzen. Im krassen Gegensatz dazu stehen einige Bilder, wenn z. B. Jet und Billy ein Fundament zerstören. Manchmal habe ich schon gestaunt, zu welchen körperlichen Leistungen Jet noch fähig war. Die Polizeiermittlungen liefern keine Ergebnisse, aber die aufgedeckten Familiengeheimnisse sind erschütternd. Nach einigen Tagen geht es Jet deutlich schlechter und auch ihr Vertrauen in Billy schwindet. In der Woche nach Jets Tod wird der Täter nachvollziehbar überführt und Jets Ermittlungen haben wesentlich dazu beigetragen.
Nahezu ausschließlich erlebt der Leser die Handlung aus der Sicht Jets. Ihre Gefühle und ihr Tun prägen die Erzählung und trotzdem bin ich ihr nicht wirklich nahe gekommen.
Mir hat die Geschichte sehr gut gefallen und die Spannung hat sich bis zum Ende gehalten. Im Laufe der Geschichte ist mir Jet mehr und mehr sympathisch geworden, während es sonst fast nur wenig sympathische Figuren gegeben hat.

Fazit:
Ein spannender Krimi mit einer faszinierenden Grundidee, der aber zum Ende hin nachlässt. Meine Bewertung für den Titel sind vier von fünf Sternen (80 von 100 Punkten) und aufgrund der Grundidee kann ich eine Leseempfehlung aussprechen.

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Veröffentlicht am 13.07.2025

Beeindruckend und doch wäre mehr möglich gewesen

Das Stinktier von Hamburg
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Buchmeinung zu Jürgen Ehlers – »Das Stinktier von Hamburg«

»Das Stinktier von Hamburg« ist ein Kriminalroman von Jürgen Ehlers, der 2025 bei BoD – Books on Demand erschienen ist.

Zum Autor:
Jürgen Ehlers, ...

Buchmeinung zu Jürgen Ehlers – »Das Stinktier von Hamburg«

»Das Stinktier von Hamburg« ist ein Kriminalroman von Jürgen Ehlers, der 2025 bei BoD – Books on Demand erschienen ist.

Zum Autor:
Jürgen Ehlers, 1948 in Hamburg geboren, hat als Geowissenschaftler gearbeitet. Interessengebiete vor allem Eiszeiten und Küstenforschung. Beamter. Sein erster Kurzkrimi (1992) trug den Titel "Flucht". Es folgten weitere Kriminalerzählungen und Romane. Ehlers ist Mitglied im "Syndikat", dem Verein für deutschsprachige Kriminalliteratur, sowie der britischen "Crime Writers' Association". Er lebt mit seiner Familie in Schleswig-Holstein.

Zum Inhalt:
Als die 23-jährige Sylvia Schröder den 35-jährigen Wissenschaftler Patrick Pauli um Hilfe bittet, ahnt dieser nicht, wie gravierend sich seine Zusage auf sein zukünftiges Leben auswirken wird.

Meine Meinung:
Dieses Buch hat mich zwiegespalten zurück gelassen. Die Story ist faszinierend, die Figuren sind mit vielen Grautönen gezeichnet und überraschende Wendungen gibt es reichlich. Und doch hatte ich das Gefühl, dass der Autor das Potential der Geschichte in Teilen verschenkt hat, weil der Erzählstil stellenweise wie eine True-Crime-Geschichte wirkt. Dabei haben Handlung, Figuren und Spannungskurve eigentlich alles, was einen großen Wurf auszeichnet. Die Geschichte wird aus mehreren Perspektiven entwickelt und bei Sylvia ist der Leser, aber auch die anderen Figuren stets im Unklaren, in wie weit ihre Geschichte stimmt. Sie wirkt meist unsympathisch, agiert oft mit Berechnung und doch ist klar, dass ihr Schlimmes widerfahren ist. Der Täter ist bekannt und auf der Jagd nach Sylvia, die aber weiterhin Informationen zurückhält. Patrick Pauli wirkt manchmal naiv und ist hoffnungslos in Sylvia verliebt. Auch der undurchsichtige Kommissar Dischler hat ein Faible für Sylvia, überprüft ihre Aussagen aber professionell. Zwischenmenschliche Beziehungen spielen immer wieder eine Rolle und die ein oder andere Nebenhandlung lockern die Handlung auf. Zum Ende hin nimmt die Spannung noch einmal deutlich zu und kumuliert in einem gelungenen Showdown. Der Fall ist vollständig und nachvollziehbar gelöst, aber wie es mit den überlebenden Figuren weitergeht, kann jeder Leser selbst entscheiden.
Mich hat die Geschichte ausgezeichnet unterhalten.

Fazit:
Ein faszinierender Kriminalroman mit herrlich gezeichneten Figuren und verwickelter Handlung, bei dem ich aber das Gefühl hatte, dass noch mehr drin gewesen wäre. Deshalb bewerte ich den Titel mit vier von fünf Sternen (85 von 100 Punkten) und spreche eine klare Leseempfehlung aus.

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Veröffentlicht am 28.06.2025

Das Geheimnis der Sekte

Echnatons Fluch
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Buchmeinung zu Constantin Schreiber – »Echnatons Fluch«

»Echnatons Fluch« ist ein Kriminalroman von Constantin Schreiber, der 2025 bei HOFFMANN UND CAMPE erschienen ist. Dies ist der zweite Band um die ...

Buchmeinung zu Constantin Schreiber – »Echnatons Fluch«

»Echnatons Fluch« ist ein Kriminalroman von Constantin Schreiber, der 2025 bei HOFFMANN UND CAMPE erschienen ist. Dies ist der zweite Band um die junge Kommissarin Theodora Constanta.

Zum Autor:
Constantin Schreiber, Jahrgang 1979, moderiert seit Januar 2021 die 20-Uhr-Nachrichten der "Tagesschau". 2016 wurde er mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet. Mit seiner 2019 gegründeten Deutschen Toleranzstiftung setzt er sich für interkulturellen Austausch im In- und Ausland ein. Er ist Autor mehrerer Bücher, die zu Spiegel-Bestellern wurden. Er lebt mit seiner Familie in Hamburg.

Zum Inhalt:
Im Umfeld einer Sekte, die der Gottheit Echnaton huldigt, verschwinden Menschen und Theodora Constanta unterbricht ihre Auszeit, um privat zu ermitteln. Ihr Kollege Fadi nimmt eine Probezeit bei der Sekte und gerät in große Gefahr.

Meine Meinung:
Nach ihrem erfolgreichen Kampf gegen einen Geheimbund nimmt sich Kommissarin Theodora Constanta eine Auszeit. Sie wird von einer Mutter um Hilfe gebeten, deren Tochter im Umfeld einer Sekte spurlos verschwunden ist. Ihr Kollege Fadi wurde sogar strafversetzt und darf Bußgeldbescheide versenden. Als Theodora ihn um Hilfe bittet, beginnt er undercover bei der Sekte zu ermitteln.
Theodora „Theo“ Constanta wirkt von Beginn an sympathisch und kompetent. Ihre geringe Erfahrung gleicht sie mit ihrer Einsatzbereitschaft. Aus. Bei Fadi merkt man den Frust über seine „Strafversetzung“ und den unbedingten Willen, etwas Sinnvolles zu tun. Die Geschichte wird aus mehreren Perspektiven erzählt, meist folgt der Leser aber der Protagonistin oder ihrem Kollegen. Ägyptens Geschichte und Kultur spielt erneut eine wichtige Rolle. Beeindruckend ist die Wirkung der Sekte auf Fadi beschrieben, der ihr Leben als positiv empfindet. Der Schreibstil ist angenehm mit Humor durchsetzt und lässt die Seiten nur so dahinfliegen. Das Erzähltempo und die Spannung sind lange Zeit moderat, ziehen aber zum Ende hin deutlich an. Nichts ist so, wie es auf den ersten Blick scheint und plötzlich ist der Geheimdienst im Spiel. Am Ende sind nahezu alle Fragen beantwortet und auch das Geheimnis der Sekte ist offenbart. Mich hat das Buch sehr gut unterhalten, auch wenn es am Ende arg wild zuging.

Fazit:
Ein Krimi, das mit seinen sympathischen Hauptfiguren und einer gelungenen Handlungsidee punktet. Noch ist Luft nach oben vorhanden, aber ich habe mich sehr gut unterhalten gefühlt. Deshalb bewerte ich den Titel mit vier von fünf Sternen (80 von 100 Punkten) und spreche eine Leseempfehlung aus.

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