Virtuelle Rätsel, reale Bedrohung
Erebos 3Erebos 3 ist ein Thriller, der mich direkt mit seinem Klappentext neugierig gemacht hat – auch wenn ich die beiden Vorgänger gar nicht gelesen habe. Autorin Ursula Poznanski zählt zu den bekanntesten deutschsprachigen ...
Erebos 3 ist ein Thriller, der mich direkt mit seinem Klappentext neugierig gemacht hat – auch wenn ich die beiden Vorgänger gar nicht gelesen habe. Autorin Ursula Poznanski zählt zu den bekanntesten deutschsprachigen Jugendbuch- und Thrillerautorinnen, hat mit dem ersten Erebos-Band 2010 den Deutschen Jugendliteraturpreis gewonnen und ist seitdem Stammgast auf den Bestsellerlisten. Ihre Fähigkeit, packende Geschichten an der Schnittstelle von Realität und digitalen Welten zu erzählen, prägt auch diesen Band.
Worum geht’s genau?
Nick Dunmore kennt Erebos – das Spiel, das mehr ist als nur ein Spiel – nur zu gut. Zweimal ist er ihm schon entkommen. Doch plötzlich erwacht die virtuelle Welt erneut auf seinem Computer. Wieder muss er in die Rolle des Dunkelelfen Sarius schlüpfen, Rätsel lösen, Aufträge erfüllen – ohne zu wissen, wozu. Klar ist nur: Es steht mehr als ein Leben auf dem Spiel, und die Uhr tickt. Zusammen mit alten und neuen Verbündeten beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit, bei dem nicht nur der Ausgang des Spiels, sondern auch das Schicksal der realen Welt auf dem Spiel steht.
Meine Meinung
Ich kenne Ursula Poznanski bisher nur aus ihren Krimis (für Erwachsene) – und war gespannt, wie sie Gaming-Setting, KI und Thriller-Spannung verbindet. Das Cover spricht mich weniger an, auch wenn es perfekt zum Inhalt passt; der Farbschnitt dagegen ist ein echtes Highlight im Regal. Was mir direkt positiv auffiel: Die Handlung im Computerspiel bekommt viel Raum, die Grafik und Atmosphäre sind so lebendig beschrieben, dass ich mich fast selbst wie ein Teil des Spiels gefühlt habe.
Die Grundthematik rund um Daten, Überwachung und Kontrolle ist genau mein Ding, und das Setting bleibt durchgehend spannend. Trotzdem: Bis zur zentralen Erkenntnis und der Lösung dauert es lange, und in dieser Zeit zog sich die Handlung für mich etwas. Weniger Seiten hätten der Spannung gutgetan. Das Finale dagegen hat mich wirklich überrascht – ein realistischer Twist, den ich so nicht kommen sah.
Was die Serie angeht: Auch wenn am Ende das endgültige Ende von Erebos versprochen wird, wirkt es doch so, als könnte noch eine Fortsetzung drin sein – immerhin hat das Spiel uns schon dreimal überrascht. Stellenweise hatte ich jedoch das Gefühl, für die Story etwas zu alt zu sein. Erst später habe ich gecheckt, dass es ja eigentlich ein Jugendbuch ist – hätte ich wohl vorher genauer lesen sollen. Wahrscheinlich hätte ich auch insgesamt stärker mitgefiebert, wenn ich die ersten beiden Bände gelesen hätte. So blieb für mich trotz flüssigem, leichtem Schreibstil und cooler Atmosphäre immer eine kleine Distanz zu den Figuren.
Fazit
Ein spannender Thriller mit starkem Setting, der Gaming-Elemente und reale Bedrohung gekonnt verbindet – für mich aber eher ein gutes Jugendbuch als ein packender All-Ager. Wer Erebos schon kennt, wird hier sicher mehr emotionales Gewicht finden; Neueinsteiger:innen wie ich müssen sich darauf einlassen, dass der Weg zur Auflösung etwas Geduld erfordert.
Danke jedenfalls an lovelybooks.de und den Loewe Verlag für das Rezensionsexemplar :)