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Ullap

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.06.2025

Maikäfer flieg!

Maikäferjahre
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Es sind die letzten Kriegstage 44/45 in Dresden. Dort sind die Zwillinge Anni und Tristan in einer Musikerfamilie aufgewachsen, die beiden standen sich zeitlebens sehr nah. Anni ist schwanger, ihr Mann ...

Es sind die letzten Kriegstage 44/45 in Dresden. Dort sind die Zwillinge Anni und Tristan in einer Musikerfamilie aufgewachsen, die beiden standen sich zeitlebens sehr nah. Anni ist schwanger, ihr Mann Fritz im Krieg vermisst. Mit dem jüdischen Geiger Adam entflieht sie den Kriegswirren. Währenddessen wurde ihr Bruder Tristan als Kamppflieger in England abgeschossen und wird dort hingebungsvoll von der jungen englischen Krankenschwester Rosalie gepflegt.

Wir erleben den Verlauf der Geschichte abwechselnd jeweils aus der Sichtweise von Anni und Tristan, die beiden verlieren nie die Gedanken aneinander, schreiben sich Briefe, von denen niemand weiß, ob sie den Anderen überhaupt erreichen. Die Geschichte ist so typisch für die damalige Zeit, vier junge Leute, die alle mit dem Schicksal eines schlimmen Krieges hadern, aber dennoch nie die Hoffnung auf ein besseres und vielleicht auch gemeinsames Leben verlieren. Die Autorin hat mich hier mit ihrem feinfühligen Schreibstil begeistert, tolle Beschreibungen, die einen nah an den Charakteren sein ließen. Auch die Musik, die immer weider Hoffnung spendet, hat mich hier als untermalendes Thema gut errreichen können.

Eine tolle und zu Herzen gehende Geschichte, die ich gerne weiterempfehle!

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Veröffentlicht am 29.06.2025

Das Geheimnis des violetten Tabaks

Das Erbe der Zigarrenkönigin
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Es handelt sich um den zweiten Band um die deutschstämmige Anna, die Ende des 19. Jahrhunderts auf den Spuren ihrer kubanischen Wurzeln auf der Insel mit Mann und ihrer Tochter Alana das Glück gefunden ...

Es handelt sich um den zweiten Band um die deutschstämmige Anna, die Ende des 19. Jahrhunderts auf den Spuren ihrer kubanischen Wurzeln auf der Insel mit Mann und ihrer Tochter Alana das Glück gefunden hat. Durch kurze Rückblicke ist dieser Band verständlich und kann auch für sich allein gelesen werden, ich empfehle wegen des grossen Unterhaltungswerts und des mehr als interessanten historischen Hintergrunds jedoch, zunächst das Vorgängerbuch zu lesen. 

Anna, die seinerzeit als Spross einer Bremer Tabakmanufaktur in ihrem Erbe Hinweise auf ihren kubanischen Vater und eine seltene violette Tabaksorte auf Kuba gefunden hatte, eilt in einer Nacht- und Nebel-Aktion zurück nach Deutschland ans Sterbebett ihres Großvaters und hinterlässt auf Kuba ihren Mann, der dort in Freiheitskämpfe verwickelt ist, sowie die siebenjährigen Tochter Alana. Diese wird in einer Gewitternacht von ihrem Heimatdorf getrennt und wächst seitdem als kindliche Hilfskraft bei der Inhaberin eines Freudenhauses in Havanna auf. Nur der wenige Jahre ältere Carlitos ist ihr in dieser Zeit Freund und Wegbegleiter.

Auch diesen zweiten Band habe ich wieder in kürzester Zeit verschlungen. Die ständig wechselnden Perspektiven zwischen Anna, Alana und Carlitos haben mir einen tollen Einblick in deren jeweilige Leben gegeben, und ich habe nach und nach bei allen Seiten deren Handeln verstehen und nachvollziehen können. Dabei wurde der Spannungsbogen durchgehend aufrecht erhalten, man hat quasi mit den Charakteren mitgefiebert. Interessante historische Einblicke in die kubanischen Freiheitskämpfe und das dortige Leben haben die Geschichte nochmal zusätzlich bereichert. 

Der Autorin ist hier wieder ein großartiges und außergewöhnliches Werk gelungen, sprachlich ausgefeilt und dennoch leichtgängig zu lesen, Spannung bestand bis zum Ende. Ich bin extrem begeistert von dieser tollen Geschichte und gebe daher gerne die volle Punktzahl!

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Veröffentlicht am 23.06.2025

Gelungenes Ende

Der Weg der Frauen
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Wir lesen den dritten und letzten Band der Reihe um ein privat geführtes Mädchenpensionat an der Mosel.

Die Leiterin des Pensionats, die junge Pauline, hat wieder so einige Probleme zu bewältigen, die ...

Wir lesen den dritten und letzten Band der Reihe um ein privat geführtes Mädchenpensionat an der Mosel.

Die Leiterin des Pensionats, die junge Pauline, hat wieder so einige Probleme zu bewältigen, die sich rund um das Pensionat und ihre Mädchen bewegen, aber auch höchstpersönlicher privater Natur sind.

Auch wenn man durch kurze Wiederholungen schnell der Handlung folgen kann, empfehle ich allein wegen des grossen Unterhaltungswertes die beiden Vorbände zu lesen. Die Autorin hat es durch ihren mitreissenden Schreibstil wieder bestens geschafft, mich komplett durch die Handlung zu fesseln, das Buch konnte ich kaum aus der Hand legen. Irrungen und Wirrungen, Intrigen und Missverständnisse lassen einen kaum zu Atem kommen, sind aber keinesfalls überzogen, sondern halten die Geschichte absolut spannend. Ich war wieder absolut begeistert von diesem tollen Roman, bei dem man auch interessante historische Tatsachen erfährt.

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Veröffentlicht am 16.06.2025

Die Suppe ist fertig!

Manchmal liegt das Glück auf dem Löffel
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Die junge Stella startet berufsmäßig gerade durch, die Beziehung zu ihrem Freund passt, da stirbt unerwartet ihre Oma Adele, diese wird tot vor ihrer Kelletreppe gefunden, offenbar ein schrecklicher Unfall. ...

Die junge Stella startet berufsmäßig gerade durch, die Beziehung zu ihrem Freund passt, da stirbt unerwartet ihre Oma Adele, diese wird tot vor ihrer Kelletreppe gefunden, offenbar ein schrecklicher Unfall. Adele hat dort eine Suppenküche betrieben, ein im Ort allseits beliebtes kleines Lokal, das ausschließlich Suppen anbietet. Stella eilt von Frankfurt in ihr Heimatdorf im Odenwald, um Omas Beerdigung zu regeln. Da sie Alleinerbin ist, stellt sich nun die Frage, was mit der Suppenküche geschieht. Ginge es nach ihrer Mutter und dem Stiefvater, würde das alte Gebäude abgerissen und dort ein moderner Anbau für das Hotel des Stiefvaters errichtet.

Das Buch habe ich in kürzester Zeit ausgelesen. Die Thematik hat mir super gefallen, über eine Suppenküche in einem Roman hatte ich noch nie etwas gelesen,wer da nicht beim Schmökern hungrig wird, ist selbst schuld!

Insgesamt war der Roman ein richtiges Wohlfühlbuch für mich, obwohl ich hier - im positiven Sinn - mit einem richtigen Genre-Mix überrascht wurde, eine wirklich gelungene Mischung aus Unterhaltung, Romantik und auch Krimi, gewürzt mit einer tollen Prise Humor. Die Charaktere, ob sympatisch oder auch Typ "Fiesling" sind allesamt sehr authentisch beschrieben, insbesondere Omas treue Freundin Hilde, der hier ebenfalls eine wichtige und schöne Rolle zukommt, ist mir sehr ans Herz gewachsen. Das Thema Neuanfang und zweite Chancen wurde für mich einfühlsam in die Handlung eingearbeitet, hier sind jeweils mehrere Personen betroffen.

Trotz teilweise ernsthafter Thematik insgesamt ein unterhaltsamer Sommer-Roman, den ich allen gerne ans Herz lege, wohlverdiente 5 Sterne für dieses schöne Buch!

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Veröffentlicht am 15.06.2025

Verwicklungen in der Kleingartenanlage

Der Feind in meinem Beet
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Maren ist in den 40ern, Mutter einer erwachsenen Tochter und lebt getrennt von ihrem Mann Lars. In einer Hamburger Schrebergartenkolonie bekommt die Hobbygärtnerin endlich eine der seltenen freien Parzellen ...

Maren ist in den 40ern, Mutter einer erwachsenen Tochter und lebt getrennt von ihrem Mann Lars. In einer Hamburger Schrebergartenkolonie bekommt die Hobbygärtnerin endlich eine der seltenen freien Parzellen zugeteilt, als sie feststellt, dass ihr Ex Lars ausgerechnet die Nachbarparzelle angepachtet hat. Verwicklungen sind vorprogrammiert, zumal Lars sich mit dem Ende seiner Ehe noch nicht abgefunden hat.

Diesen schönen Sommer-Roman habe ich an einem sonnigen Sonntag passend auf meiner Terrasse gelesen. Neben der humorvollen und auch romantischen Geschichte fühlte ich mich schnell in die typischen Strukturen einer Kleingartenanlage hineinversetzt und musste dabei so manches Mal lachen. Auch die oft pubertären Versuche von Lars, seine Frau zurückzugewinnen, waren sehr unterhaltsam. Ob es ihm gelingt und welche Verwicklungen es zwischendurch noch gibt, soll jeder selbst herausfinden. Eine leichtgängige Lektüre für zwischendurch, gelesen in der Natur macht es doppelt so viel Spaß!

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