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Veröffentlicht am 29.06.2025

Das Mädchen und das Fädchen

Die kleine Schneiderei der großen Träume
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Als Marielles Chefin ihre Secondhand Boutique schließen muss, sorgt sie dafür, dass Marielle es ermöglicht wird, einen lange gehegten Traum zu erfüllen. Ihr Weg führt sie ins beschauliche Courleon, auf ...

Als Marielles Chefin ihre Secondhand Boutique schließen muss, sorgt sie dafür, dass Marielle es ermöglicht wird, einen lange gehegten Traum zu erfüllen. Ihr Weg führt sie ins beschauliche Courleon, auf das dortige Schloss. Ziemlich schnell wird sie in die Dorfgemeinschaft integriert und nicht nur diese empfängt sie mit offenen Armen.

Heimat muss kein Ort sein, Heimat können auch Menschen sein. Diese Botschaft vermittelt Claire Bonnett mit „Die kleine Schneiderei der großen Träume“, dem vierten Band ihrer Reihe „Ein Wohlfühlroman im Loiretal“.
Ich liebe die Romane der Autorin, weil sie einfach zum wohlfühlen kitschig und familiär sind, verbunden mit einer großen Portion Bodenständigkeit und Liebe. So hebt sich dieser Roman zwar von den drei vorherigen ab, da hier nicht Elodie und Nicolas im Mittelpunkt stehen, aber dennoch befindet sich der Leser wieder auf dem Château in Courleon. Es ist ein Wiedersehen mit den beiden bereits genannten, aber auch mit dem Rest der etwas skurrilen, aber dennoch äußerst liebevollen Dorfgemeinschaft und nicht nur die warten wieder auf, sondern auch eine beliebte Figur aus Band 1.
Auch wenn es sich bei dem Band um den vierten handelt, kann man ihn auch unabhängig von den Vorgängern lesen, da mit Marielle und auch Robin zwei völlig neue Figuren die Hauptpersonen bilden.
Der Roman besitzt eine gewisse Vorhersehbarkeit, enthält aber auch etliche kleinere Überraschungen.
Robin und Marielle sind zwei ungewöhnliche, vor allem unnahbare Personen, die es aber schnell schaffen, sich in die Herzen der Leser zu schleichen. Einen kleinen Herzensbrecher hat die Autorin auch mit Maurice geschaffen.
Mit ihren liebevollen Beschreibungen schafft es die Autorin bei mir auch immer wieder, dass ich mich über einen Folgeroman freuen würde. Es ist einfach spannend zu erleben, wie alle Beteiligten das Château weiterentwickeln. Damit schafft sie es auch, dass man sich in die Welt der Schlossbewohner und auch der Dorfbewohner träumen kann und sich beim Lesen fallen lassen kann.

Mein Fazit: Ein ganz toller und liebevoller Roman mit Wohlfühlatmosphäre einer sehr sympathischen Autorin. Diese schafft es, liebevolle und skurrile Bewohner näher zu bringen und mit ihren metaphorischen Beschreibungen des Dorfes und seiner Umgebung eine Art Heimat zu schaffen, in die man immer wieder gerne zurückkehrt.
Für alle Fans kitschiger Wohlfühlromane eine Empfehlung!

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Veröffentlicht am 09.06.2025

Gib niemals auf

Hotel Vier Jahreszeiten – Ein Traum in Gold
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Luise lebt bei einer vermeintlichen Tante in den Hinterhöfen Hamburgs und ist schiere Armut gewohnt. Doch sie hat ein Ziel - Der Armut und dem Elendsviertel entkommen. Durch eine Unpässlichkeit von Tante ...

Luise lebt bei einer vermeintlichen Tante in den Hinterhöfen Hamburgs und ist schiere Armut gewohnt. Doch sie hat ein Ziel - Der Armut und dem Elendsviertel entkommen. Durch eine Unpässlichkeit von Tante und dem selbstbewussten Pagen Hans scheint sie den Grundstein dafür legen zu können und das im Hamburger Nobelhotel „Vier Jahreszeiten“.

Anja Marschall hat sich mit „Hotel Vier Jahreszeiten - Ein Traum in Gold“ in die Geschichte des berühmten Hamburger Hotels begeben und nimmt die Leser mit in die Welt von Glanz und Glamour, aber vor allem hinter die Kulissen der schillernden Herberge. Das Buch ist der Beginn einer Dilogie.

Ich habe dieses Buch von der ersten Seite an genossen. Luise ist so ein liebevolles und strebsames Mädchen, dass Genügsamkeit lebt. Luise zeigt auf, was man mit ehrlicher und harter Arbeit erreichen kann. Sie ist dabei eine Art Sinnbild für das beginnende 20. Jahrhundert und die Dinge, die man erreichen kann, wenn man für Träume kämpft.
Dennoch bleibt eine Seite von hier im Buch verborgen bzw. wird sie nur an der Oberfläche aufgezeigt, sodass das Buch auch mit einem gemeinen Cliffhanger endet.
Hans ist Luises Säule. Die beiden verbindet eine einzigartige Freundschaft, die die Autorin liebevoll beschreibt. Hans und auch Luises Vorgesetzte sehen das Potential, das in der jungen Frau steckt. Sie sind ihre Förderer.
Die Atmosphäre des Hotels mit ihrer familiären Ader wird dem Leser hier nahegebracht, was aufzeigt, dass man vor einem so mondänen Hotel nicht nur aufgrund seiner Einrichtung Respekt haben muss, sondern vor allem vor den Menschen, die dieses Haus zu diesem gediegenen Hotel machen.
Anja Marschall zeigt aber nicht nur die schillernden Seiten. Sie zeigt die Intrigen hinter den Kulissen, aber vor allem die harten Zeiten des ersten Weltkrieges. Hier bangt der Leser von Seite zu Seite um das Überleben des Hauses, aber vor allem auch um die Arbeitsplätze der Figuren, die einem ans Herz gewachsen sind.

Fazit: Ein toller Start über ein Haus, das den meisten von uns immer verborgen bleiben wird. Ein Buch über die Geschichte eines Hotels, aber vor allem der Menschen dahinter, die hier zwar fiktiv sind, aber dennoch die Stellvertreter des „echten“ Personals von damals sind, die aber in vielen Bereichen vermutlich auch noch heute durch Nachfolger zu finden sind.
Wer historische Romane und die Seiten hinter Glanz und Glamour mag, ist hier also genau richtig!

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Veröffentlicht am 31.05.2025

Quadratisch, praktisch, gut

Ritter Sport - Ein Traum von Schokolade
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Als die kleine Clara ein Stück Schokolade geschenkt bekommt, beschließt sie, Süßwarenhändlerin zu werden. Gesagt, getan, durch die Verbindung ihrer Eltern hat sie die Möglichkeit Handelsmamsell zu werden, ...

Als die kleine Clara ein Stück Schokolade geschenkt bekommt, beschließt sie, Süßwarenhändlerin zu werden. Gesagt, getan, durch die Verbindung ihrer Eltern hat sie die Möglichkeit Handelsmamsell zu werden, der Grundstein für die Umsetzung ihres Traums und die Erschaffung einer Schokolade, die uns allen bis heute bekannt ist.

Quadratisch, praktisch, gut, so kann man die Ritter Sport Schokolade am besten beschreiben. Was dahinter steckt und wie es dazu gekommen ist, damit hat sich das Autorenduo Eva-Maria Bast und Jørn Precht als Romy Herold beschäftigt. In „Ritter Sport - Ein Traum von Schokolade“ stellen sie die Firmengründerin Clara Götlle und deren Mann Alfred Ritter vor. Der Leser lernt Clara von Kindheit an kennen und wird sozusagen mit ihr älter.
Schon das Cover des Buches erinnert an die bekannte Schokolade.
Das Buch ist in drei Zeitteile unterteilt. Jeder Kapitel hat eine Nummer, die in der Form der typischen Ritter Sport Schokolade dargestellt wird. Das hat mir ausnehmend gut gefallen.
Auch im allgemeinen konnte mich das Autorenduo von der ersten Seite an mitnehmen und die Seiten flogen auch nur so dahin.
Mir gefällt, dass die Autoren die Geschichte nicht unnötig in die Länge gezogen haben und das Buch als Einzelbuch erschienen ist. Allerdings wird der Anfang ausführlicher erzählt, während das Ende dann roch recht schnell erzählt wird. Da hat mir allerdings gefallen, dass dies meist in Form einer Art Rückblende erfolgt ist, die jeweils ein Protagonist vollzogen hat.
Clara Göttle kommt als sehr sympathische und strebsame Frau rüber, der die Familie alles bedeutet. 
Was oftmals als negativ angesehen wird, ich aber sehr authentisch fand, war die Sprache der Eltern. Die Darstellung des Dialekts hat mir wirklich gut gefallen. Allerdings hat es mir bei Sofie Mannheimer nicht wirklich gefallen. Hat sie zum Anfang noch hochdeutsch gesprochen, kam zum Ende hin immer mehr der Dialekt durch, was für mich nicht passend war. Ähnliches fiel mir am Ende bei Clara auch hin und wieder auf.

Das Nachwort mit den Erklärungen fand ich auch sehr gelungen, da man hier wieder nachvollziehen konnte, was nun fiktiv und was richtig ist, aber vor allem gibt es einen Überblick über die weitere Entwicklung der Firma Ritter.

Mein Fazit: Wie immer haben Romy Herold hier meinen Geschmack getroffen. Sie stellen hier mal wieder die Firmengeschichte eines allen bekannten Schokoladenherstellers mitreißend dar.
Wer also sowohl die Romane des Autorenduos, als auch die von Eva-Maria Bast mag oder sich für die Geschichte erfolgreicher Unternehmen interessiert, ist hier absolut richtig.

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Veröffentlicht am 30.05.2025

Sonnenblumen

Aschesommer (Gruppe 4 ermittelt 2)
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Eine Traueranzeigen, Koordinaten und eine Gruppe von Sonderermittlern - Jakob und Mila erhalten diese mysteriöse Traueranzeige und folgen den Koordinaten, ohne zu ahnen, dass sie gerade erst am Anfang ...

Eine Traueranzeigen, Koordinaten und eine Gruppe von Sonderermittlern - Jakob und Mila erhalten diese mysteriöse Traueranzeige und folgen den Koordinaten, ohne zu ahnen, dass sie gerade erst am Anfang einer Mordserie stehen. Sie müssen es schaffen, dem Täter voraus zu sein. Das Problem ist nur, dass der Hauptverdächtige seit acht Jahren in einer geschlossen forensischen Psychiatrie einsitzt.

„Aschesommer“ aus der Reihe „Gruppe 4 ermittelt“ ist der zweite Band der Reihe von Benjamin Cars.
Das Hörbuch wird von Oliver Siebeck gesprochen.
Für mich war es der erste Band der Reihe und ich bin dennoch gut gestartet, obwohl ich keinerlei Vorwissen hatte. Die Figuren werden so gut erklärt, dass man sie versteht und auch noch ihre Vergangenheit kurz beleuchtet bekommt.
Die Geschichte ist wirklich spannend. Der Spannungsbogen zieht sich von der ersten bis zur letzten Seite und bleibt auch noch vorhanden, da es noch so einiges über die Ermittler zu erzählen gibt, was über diesen Thriller hinausreicht.
Der Autor hat sich eines wirklich interessanten Themas bedient und ich bin immer wieder überrascht, wie man auf solch eine Idee kommt und diese dann so realitätsnah umsetzen kann. Vor allem steckt hier m.E. eine enorme Recherchearbeit dahinter und obwohl es ein eigentlich trockenes Thema ist, wird es absolut faszinierend herübergebracht.
Die Umsetzung der Mordserie war zwar schnell vorauszuahnen, aber das tat der Spannung keinen Abbruch, weil man ja nicht wusste, wie die Umsetzung erfolgt.
Während ich der Geschichte gefolgt bin, erinnerte mich diese an eine Mischung aus „Illuminati“ und „Das Schweigen der Lämmer“. Aber gerade das letztere machte mich etwas stutzig, denn der Hauptverdächtige kommt ja aus dem Bereich der Geologie. Ich finde, dass er aber eher rüberkommt, wie ein Wissenschaftler aus dem Bereich der Psychologie, eben wie Hannibal Lecter. Das war das, was für mich nicht so ganz in die Story passte.
Das Ermittlerteam gefällt mir richtig gut. Die Ermittler sind extrem unterschiedlich, aber das Team harmoniert richtig super. Diese Vielfalt macht die Gruppe aus und auch die kleinen Kämpfe untereinander lockern das Ganze etwas auf.
Ich finde es immer schade, dass irgendwie alle Polizisten ein kaputtes Privatleben haben. Leider ist das auch hier wieder der Fall. Dennoch verspricht gerade das noch eine Menge Potential für Folgeromane.

Mein Fazit: Ein super spannender Thriller, der mich von der ersten Seite gepackt hat, der aber auch recht brutal ist. Prägend ist das Team inkl. des Staatsanwalt. Der Höhepunkt ist jedoch die Geschichte, von der man als Leser auch noch was lernen kann. 
Eine absolute Empfehlung für all jene, die Spannung lieben und brauchen!

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Veröffentlicht am 24.05.2025

Enthüllungen

Die Stunde des Widerstands
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Während sich für Wilhelmine die Ereignisse in München überschlagen und sie die Folgen ihres Handelns tragen muss, macht Ferdinand auf Gut Falkenbach eine schreckliche Entdeckung.

„Die Stunde des Widerstands“ ...

Während sich für Wilhelmine die Ereignisse in München überschlagen und sie die Folgen ihres Handelns tragen muss, macht Ferdinand auf Gut Falkenbach eine schreckliche Entdeckung.

„Die Stunde des Widerstands“ ist Band 12 von 16 der „Die Falkenbach-Saga“ von Ellin Carsta.
Ich habe die vergangenen Bände zügig hintereinander gelesen, da ich die Saga erst recht spät für mich entdeckt habe. Auf diesen habe ich nun warten müssen. Dadurch war aber das Leseerlebnis für mich viel spannender. Sicher musste ich mich wieder in die Geschichte reinfinden, aber das ging recht schnell. Dennoch habe ich das Buch dadurch als viel spannender empfunden.
Die Charaktere haben sich im Laufe der Zeit ungemein verändert. Gerade in diesem Buch merkt man das an Wilhelmine, aber auch an ihrem Vater Paul-Friedrich. Während Paul-Friedrich langsam wie ein gebrochener Mann wirkt, stärkt ihm Wilhelm den Rücken.
Käthe und Else stärken sich ebenfalls gegenseitig den Rücken und gerade an Käthe merkt man, dass die Ereignisse im Hause Lehmann nicht spurlos an ihr vorbeigehen. Gerade nach dem Verlauf dieses Buches bin ich gespannt, wie sie die nächste Zeit verleben wird.
Alles in allem ist momentan alles schwer abschätzbar. Jeder Charakter hat seine Geheimnisse, kaum einer redet noch mit dem anderen die Wahrheit und die Zwietracht ist gesät, aber auch die Abschiede scheinen näher zu kommen. Es wirkt also als ob sich die Saga langsam ihrem Höhepunkt nähert. Es bleibt die Ungeduld, aufgrund der ungewissen Zukunft beider Familien.

Fazit: Für mich eines der spannendsten Bücher der Reihe, das viele Fragen hinterlässt.
Damit wieder eine Empfehlung für alle Falkenbach-Fans!

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