Profilbild von skymichaelis

skymichaelis

Lesejury Star
online

skymichaelis ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit skymichaelis über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.08.2025

Das Schicksal liegt in deiner Hand... oder nicht?

How to Fight Fate: Ist es wahre Liebe, wenn das Schicksal den Seelenpartner vorherbestimmt? Enemies-to-Lovers-Romantasy Young Adult Buch ab 14 Jahren mit Farbschnitt nur in der 1. Auflage (Fate Dilogie, Bd. 1)
0

Der Roman lebt von einem liebevoll und einzigartig gestalteten Worldbuilding. Zu Beginn begleiten wir Kiana bei einer Seelenzeremonie, bei der ihr ein Seelenpartner zur Seite gestellt wird – von den Göttern ...

Der Roman lebt von einem liebevoll und einzigartig gestalteten Worldbuilding. Zu Beginn begleiten wir Kiana bei einer Seelenzeremonie, bei der ihr ein Seelenpartner zur Seite gestellt wird – von den Göttern so gewollt, und doch wirkt es eher wie eine Zwangsehe. Die Alternative bedeutet allerdings, in den Krieg zu ziehen.
Nachdem Kianas Partner getötet wird, wächst sie an der Seite von Tyron und Nevin zur Schicksalsbrecherin heran.

Zwischen Tyron und Kiana herrscht von Anfang an eine dynamische Spannung, die sich in vielen Wortgefechten zeigt. Gleichzeitig entwickelt sich eine langsame Verbindung, die so gar nicht vom Schicksal vorgesehen war. Auch Nevin wuchs mir ans Herz und bildet mit seinem liebevollen Wesen einen schönen Kontrast zu dem eher zynischen Tyron.

Immer wieder stellt sich die Frage: Wie wichtig ist es eigentlich, einen Partner fürs Leben zu haben? Können wir nicht auch allein unser Glück finden? Da ich persönlich eher asexuell und aromantisch bin, empfand ich diese Herangehensweise erfrischend anders. Durch Nevin wird zudem angedeutet, dass nicht jeder eine romantische Beziehung für sich braucht.

Das Buch endet mit einem fiesen Cliffhanger, und ich bin sehr gespannt auf den zweiten Band.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 16.08.2025

Vielleicht ist Gott auch tot

Tomorrow Land
0


„Vielleicht ist Gott auch tot“, sagte Moa. „Die Menschen haben ihn umgebracht.“ (S. 219)



Tomorrow Land von Antonia Michaelis und Peer Martin entwirft ein bedrückendes Zukunftsszenario Deutschlands ...


„Vielleicht ist Gott auch tot“, sagte Moa. „Die Menschen haben ihn umgebracht.“ (S. 219)



Tomorrow Land von Antonia Michaelis und Peer Martin entwirft ein bedrückendes Zukunftsszenario Deutschlands im Jahr 2084. Die Nähe zu unserer Vergangenheit und aktuellen Politik macht die Geschichte erschreckend realistisch – viel mehr, als man es sich eingestehen möchte.



Im Mittelpunkt steht der Jugendliche Hannes, der wegen Schulden in der JVA sitzt. Als sich ihm überraschend die Möglichkeit zur Flucht bietet, wird er endgültig zum Ausgestoßenen. Auf seiner Reise trifft er Moa, einen Nigerianer, der allein wegen seiner Nationalität in ständiger Gefahr lebt. Ausländer wurden systematisch abgeschoben, die Geschichtsschreibung wurde zensiert, und Russland hat seine Macht über Deutschland ausgebreitet. Das Land verdorrt – den Klimawandel leugnet die eine Partei, die einst mit großen Versprechen für ein „besseres Deutschland“ an die Macht kam. Die Kluft zwischen Arm und Reich wächst, Ghettos entstehen.



Unterwegs begegnen Hannes und Moa der reichen „Prinzessin“ Greta-Anna. Obwohl ihr Umfeld fest hinter dem Regime steht, lässt sie sich von Neugier leiten und unterstützt die beiden Flüchtigen.



Das Thema des Romans ist hochaktuell und komplex. Manchmal hätte ich mir mehr Tiefe und „Zeit zum Atmen“ gewünscht. Gerade gegen Ende überschlagen sich die Ereignisse, was wohl auch der begrenzten Seitenzahl geschuldet ist. Dennoch bleibt die Ernsthaftigkeit spürbar und die Botschaft klar.



Warum ich dem Buch trotz kleiner Kritikpunkte 5 Sterne gebe? Weil Thematik und Handlung wichtiger sind als jede formale Schwäche. Tomorrow Land zwingt zur Auseinandersetzung mit unserer Zukunft und warnt davor, blind politischen Versprechen zu folgen. Es zeigt mögliche Folgen, die in erschreckender Weise an eine Vergangenheit erinnern, die viele verdrängen wollen.



Fazit: Dieses Buch sollte unbedingt an Schulen gelesen werden – und nicht nur von Jugendlichen. Es ist drastisch, manchmal übereilt, aber immer eindringlich. Vor allem ist es ein Diskussionsstarter für alle, die sich kritisch mit der politischen Gegenwart und einer möglichen Zukunft auseinandersetzen wollen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 13.08.2025

Mit Liebe zum Detail

Huhu und Momo – Für dich trau ich mich!
0

Das Buch "Huhu und Momo – für dich trau ich mich" ist weit mehr als nur ein Kinderbuch mit einer wundervollen Botschaft.
Es steckt voller liebevoller Details – in der Geschichte ebenso wie in ...

Das Buch "Huhu und Momo – für dich trau ich mich" ist weit mehr als nur ein Kinderbuch mit einer wundervollen Botschaft.
Es steckt voller liebevoller Details – in der Geschichte ebenso wie in den Illustrationen.

Der einzigartige Zeichenstil verleiht den Bildern besonderen Charme. Schon beim ersten Durchblättern fesseln die warmen, detailreichen Szenen. Kinder können darin viele kleine, urige Nebensächlichkeiten entdecken, während Erwachsene über subtile Anspielungen schmunzeln – etwa auf Lieferando. Jede Seite ist so fantasievoll gestaltet, dass man gern innehalten und Neues aufspüren möchte.

Die Geschichte selbst ist herzlich und einfühlsam. Sie zeigt, wie man mit schwierigen Gefühlen wie Angst oder Sorge umgehen kann – und was man gewinnt, wenn man trotzdem mutig ist. Im Mittelpunkt steht die warmherzige Freundschaft zwischen der kleinen Maus Momo und der Eule Huhu. Huhu traut sich nicht hinaus in die Welt, doch als Momo von einem Fuchs bedroht wird, springt sie über ihren Schatten. Sie stellt sich ihren Ängsten und wächst über sich hinaus – für Momo und für sich selbst.

Fazit: Ein Buch für alle, die Wert auf eine berührende Botschaft und die Kraft ausdrucksstarker Bilder legen. Meiner Meinung nach können hier sogar Erwachsene Freude finden – vorausgesetzt, sie haben sich ihre Fantasie bewahrt. Ein wundervolles Werk, das Herz und Augen gleichermaßen erreicht.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 10.08.2025

Mord ist ihre Leidenschaft

A Serial Killer’s Guide to Marriage
0

Dem Klappentext nach zu urteilen, hatte ich angenommen, nur die Ehefrau sei eine ehemalige Serienkillerin. Tatsächlich geht es jedoch um ein Paar mit mörderischer Vergangenheit, das sich der Tochter zuliebe ...

Dem Klappentext nach zu urteilen, hatte ich angenommen, nur die Ehefrau sei eine ehemalige Serienkillerin. Tatsächlich geht es jedoch um ein Paar mit mörderischer Vergangenheit, das sich der Tochter zuliebe zur Ruhe gesetzt hat.

Vor allem Haze hat Probleme mit dem durchschnittlichen Vorstadtleben – Langeweile und Gereiztheit bestimmen ihren Alltag. Ihr Versprechen, nie wieder zu morden, hält nicht lange. Allein war sie allerdings nie besonders gut darin, Spuren zu verwischen – das war immer Fox’ Job. Doch den will sie auf keinen Fall einweihen, dass sie ihren Eid gebrochen hat. Also verlässt sie sich auf ihre eigenen „Fertigkeiten“ – und damit ist einiges Chaos vorprogrammiert.

Das Ganze liest sich wie eine schwarz-humorige Vorstadtkomödie: ein bisschen Wednesday Addams trifft Desperate Housewives – nur ohne Fantasy. Ich habe mich sofort in den Schreibstil und den trockenen Humor verliebt.

Zwar gab es zwischendurch ein paar Längen, doch sie zahlten sich jedes Mal aus. Die Story ist weder übermäßig komplex noch belanglos – perfekt abgestimmt auf den sarkastischen Stil der Autorin. Besonders Haze und ihre neue Bekanntschaft Jenny sind großartig gezeichnet; ihre Dynamik entwickelt sich spannend und überraschend. Bei Fox war ich hin- und hergerissen. Einige seiner Nebenstories hätte ich nicht unbedingt gebraucht, doch zum Ende hin brachte er eine spürbare Portion Spannung ins Geschehen.

Klar ist: Weder Haze noch Fox sind die netten Nachbarn von nebenan – auch wenn sie es gern wären. Ob es ihnen gelingt? Das bleibt offen.



Mein Fazit: Wer Spaß an moralisch fragwürdigen Figuren und schwarzem Humor hat, wird hier bestens bedient. Für mich ist das genau die Art schwarzer Komödie, die ich liebe: bissig, clever und herrlich böse – mit einem Twist. Einer Fortsetzung wäre ich auch nicht abgeneigt. Dieser Roman bietet das Potenzial dafür.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 30.06.2025

Tiefgang, der sanft trägt

Das Multiversum der Menschlichkeit
0

Vorweg: Ich liebe alles an diesem Buch – aber der Reihe nach.



Schon beim Auspacken war ich positiv überrascht: Die Haptik und das Layout des Buches sind außergewöhnlich hochwertig. Die Rillenstruktur ...

Vorweg: Ich liebe alles an diesem Buch – aber der Reihe nach.



Schon beim Auspacken war ich positiv überrascht: Die Haptik und das Layout des Buches sind außergewöhnlich hochwertig. Die Rillenstruktur der Broschur gefällt mir besonders gut – sie liegt nicht nur angenehm in der Hand, sondern lädt regelrecht dazu ein, öfter darüber zu streichen. Auch das Inhaltsverzeichnis und die gesamte Struktur wirken durchdacht und übersichtlich. Türkisfarbene Akzente schaffen eine klare visuelle Trennung zwischen den Themen.



Das Buch umfasst zehn Kapitel, eine Einleitung und einen Epilog. Was mich sofort gepackt hat, war der herausragende Schreibstil und die kluge Metaphorik: Menschliches Empfinden und Handeln wird mit universellen Prinzipien verknüpft – bildhaft, tiefgründig und zugleich leicht zugänglich.



Die Kapitel widmen sich Themen wie Liebe, Selbstfürsorge, Wut, Mut, Vergebung, Empathie, Hoffnung, Geduld, Dankbarkeit und Authentizität – allem, was den Menschen als Mikrokosmos ausmacht. Jedes dieser Themen wird durch Phänomene aus dem Universum oder der Physik erklärt. Dabei bleibt alles verständlich und einprägsam – auch für Leser*innen ohne naturwissenschaftliche Vorkenntnisse.



Besonders gefallen hat mir, dass jedes Kapitel durch kurze Geschichten ergänzt wird, die ein Gefühl von Optimismus und Mitgefühl wecken – ganz ohne erhobenen Zeigefinger. Am Ende jedes Abschnitts wird der Inhalt noch einmal „auf den Punkt gebracht“, was das Nachschlagen besonders leicht macht.



Das Buch lässt sich sowohl kapitelweise als auch am Stück lesen – ich selbst habe es in einem Rutsch verschlungen. Doch ich werde es definitiv noch einmal lesen – diesmal mit Notizen zu den schönsten Stellen.



Was ich erst im Nachgang realisiert habe: Dieses Buch hat mich auf einer tieferen Ebene berührt. Ich selbst schreibe an einer Dystopie und steckte zuletzt in einer kreativen Sackgasse. Das Multiversum der Menschlichkeit hat mir geholfen zu erkennen, worüber ich eigentlich schreiben will – nicht nur inhaltlich, sondern auch in der Haltung. Es hat etwas in mir geklärt, das vorher diffus war. Und allein dafür bin ich sehr dankbar.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere