Für jeden Menschen eine Wille und die Schönheit der Quallen
Der Garten der kleinen WunderToja, eigentlich Viktoria, lebt in einem schönen alten Haus mit einem wunderschönen und individuell angelegten Garten, in dem es sehr viel zu sehen und zu erleben, nicht nur die Pflanzen sind zu bestaunen, ...
Toja, eigentlich Viktoria, lebt in einem schönen alten Haus mit einem wunderschönen und individuell angelegten Garten, in dem es sehr viel zu sehen und zu erleben, nicht nur die Pflanzen sind zu bestaunen, auch die originell hergestellten Gefährten, die den Garten auf eine außergewöhnliche Art und Weise bereichern. Toja ist Illustratorin für Buchumschläge und setzt ihre Ideen sehr gerne in der Stille ihres Gartens um. So gelingt es ihr ihre Gedanken in Bilder umzuwandeln und auszudrücken und genau das Richtige für das jeweilige Buch zu finden. In diesem Haus und und in diesem Garten hat Toja nach einer Lebenskrise wieder zu sich gefunden. Den Anstoß dazu verdankt sie Wille mit ihrem dröhnenden Lachen und deren Liebe zu der Schönheit von Quallen, was das miteinander zu tun hat, darf erlesen werden:) Neben Toja lebt auch Bär mit im Haus und bereichert es mit Musik und gesunden kulinarischen Genüssen. Bär sieht nicht aus wie ein Bär, doch er durfte auch viel von den Quallen lernen....
Eines Tages entdeckt Toja, während sie in der Stille des Gartens kreativ arbeitet, ein junges Mädchen, dass sie über den Zaun hinweg beobachtet. Das zarte Mädchen heißt Vica, eigentlich Viktoria, und das ist nicht die einzige Gemeinsamkeit, die sie miteinander teilen. Denn in Vica erkennt sich Toja wieder, sie wird an die Schatten ihrer Vergangenheit erinnert und an dieses einengende Gefühl des "Nichtrichtigseins". Sowohl Toja als auch Vica sind leise Menschen, teilweise sehr leise Menschen, die einen anderen Zugang zur Welt und anderen Menschen haben, ein besonderes Einfühlungsvermögen besitzen und wesentlich mehr wahrnehmen als sie verarbeiten können. Darum die Stille, zum Sortieren, zum Erden, zum Klarwerden um wieder hören zu können, um wieder Hoffnung und Zuversicht zu schöpfen und den eigenen Weg zu finden.
Toja und Vica erleben diesen verwunschenen Garten jeder auf seine Art und Weise, Vica beginnt aufzublühen und ihren Garten zu finden und zu bepflanzen, Toja und auch Bär genießen den Garten und die schönen und auch traurigen Erinnerungen an Wille, diesen besonderen Menschen, der bis zuletzt Leben und Freude verströmt hat. Doch auch für Vicas Vater wird dieser Garten mit seinen leisen und kraftvollen Bewohnern eine Bereicherung und ein Türöffner für ein neues Leben.
Patricia Koelle-Wolken hat einen ganz wunderbar leisen und doch kraftvollen Roman über die leisen Weltveränderer geschrieben und mich hat so vieles an dieser feinen Geschichte berührt, bewegt und bestätigt, dass ich sie einfach nur weiterempfehlen kann, denn sie öffnet den Blick und die Sinne für die leisen Menschen und auch für die lauten Menschen, die das Leise in eine Ecke geschoben haben und mit dieser Geschichte eine Chance bekommen, mal auf das Leise zu hören und zu schauen. Aber wer das nicht mag, der gehe doch einfach mal in den Zoo und schaue den Quallen zu, vielleicht mit diesem Buch in der Tasche und ein wenig Zeit die Stille zu genießen.