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Veröffentlicht am 31.07.2025

Für jeden Menschen eine Wille und die Schönheit der Quallen

Der Garten der kleinen Wunder
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Toja, eigentlich Viktoria, lebt in einem schönen alten Haus mit einem wunderschönen und individuell angelegten Garten, in dem es sehr viel zu sehen und zu erleben, nicht nur die Pflanzen sind zu bestaunen, ...

Toja, eigentlich Viktoria, lebt in einem schönen alten Haus mit einem wunderschönen und individuell angelegten Garten, in dem es sehr viel zu sehen und zu erleben, nicht nur die Pflanzen sind zu bestaunen, auch die originell hergestellten Gefährten, die den Garten auf eine außergewöhnliche Art und Weise bereichern. Toja ist Illustratorin für Buchumschläge und setzt ihre Ideen sehr gerne in der Stille ihres Gartens um. So gelingt es ihr ihre Gedanken in Bilder umzuwandeln und auszudrücken und genau das Richtige für das jeweilige Buch zu finden. In diesem Haus und und in diesem Garten hat Toja nach einer Lebenskrise wieder zu sich gefunden. Den Anstoß dazu verdankt sie Wille mit ihrem dröhnenden Lachen und deren Liebe zu der Schönheit von Quallen, was das miteinander zu tun hat, darf erlesen werden:) Neben Toja lebt auch Bär mit im Haus und bereichert es mit Musik und gesunden kulinarischen Genüssen. Bär sieht nicht aus wie ein Bär, doch er durfte auch viel von den Quallen lernen....

Eines Tages entdeckt Toja, während sie in der Stille des Gartens kreativ arbeitet, ein junges Mädchen, dass sie über den Zaun hinweg beobachtet. Das zarte Mädchen heißt Vica, eigentlich Viktoria, und das ist nicht die einzige Gemeinsamkeit, die sie miteinander teilen. Denn in Vica erkennt sich Toja wieder, sie wird an die Schatten ihrer Vergangenheit erinnert und an dieses einengende Gefühl des "Nichtrichtigseins". Sowohl Toja als auch Vica sind leise Menschen, teilweise sehr leise Menschen, die einen anderen Zugang zur Welt und anderen Menschen haben, ein besonderes Einfühlungsvermögen besitzen und wesentlich mehr wahrnehmen als sie verarbeiten können. Darum die Stille, zum Sortieren, zum Erden, zum Klarwerden um wieder hören zu können, um wieder Hoffnung und Zuversicht zu schöpfen und den eigenen Weg zu finden.

Toja und Vica erleben diesen verwunschenen Garten jeder auf seine Art und Weise, Vica beginnt aufzublühen und ihren Garten zu finden und zu bepflanzen, Toja und auch Bär genießen den Garten und die schönen und auch traurigen Erinnerungen an Wille, diesen besonderen Menschen, der bis zuletzt Leben und Freude verströmt hat. Doch auch für Vicas Vater wird dieser Garten mit seinen leisen und kraftvollen Bewohnern eine Bereicherung und ein Türöffner für ein neues Leben.

Patricia Koelle-Wolken hat einen ganz wunderbar leisen und doch kraftvollen Roman über die leisen Weltveränderer geschrieben und mich hat so vieles an dieser feinen Geschichte berührt, bewegt und bestätigt, dass ich sie einfach nur weiterempfehlen kann, denn sie öffnet den Blick und die Sinne für die leisen Menschen und auch für die lauten Menschen, die das Leise in eine Ecke geschoben haben und mit dieser Geschichte eine Chance bekommen, mal auf das Leise zu hören und zu schauen. Aber wer das nicht mag, der gehe doch einfach mal in den Zoo und schaue den Quallen zu, vielleicht mit diesem Buch in der Tasche und ein wenig Zeit die Stille zu genießen.

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Veröffentlicht am 14.07.2025

Es ist nichts wie es scheint....

Zorniges Herz
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"Wenn ein Mensclh seinen Glauben verliert, verliert er ein Stück seiner Menschlichkeit."

Wieder mal nimmt uns Linda Castillo mit in die Welt der Amish-People und wir dürfen mit meiner Lieblingsermittlerin ...

"Wenn ein Mensclh seinen Glauben verliert, verliert er ein Stück seiner Menschlichkeit."

Wieder mal nimmt uns Linda Castillo mit in die Welt der Amish-People und wir dürfen mit meiner Lieblingsermittlerin und Polizeichefin Kate Burkholder wieder auf Verbrecherjagd gehen. Dabei hätte Kate jetzt echt mal Zeit für sich und ihren geliebten Tomasetti gebraucht, denn die beiden planen zu heiraten. Wie es mal wieder kommt, werden beide von schwierigen Fällen, die sie auch mit ihrer Vergangenheit konfrontieren, beschäftigt und wie sie nun mal so sind, geben sie wieder alles um diese Fälle zu lösen. Wie gut, dass Kate nach langem Hin- und Her solch einen Rückhalt in ihrer Familie gefunden hat und diese alles geben um eine wunderschöne Hochzeit vorzubereiten.

Doch vorher ist noch einiges zu lösen und dieses ungewöhnliche und brutale Verbrechen verlangt mal wieder alles von Kate. Diesmal ist ein junger Mann das Opfer, Aden Karn, der sich gerade in der Rumspringa befand und der als sehr sympathisch und hilfsbereit geschildert wurde. Da Adens Familie am Boden zerstört ist, will Kate alles daran setzen diesen Fall aufzuklären. Doch nach und nach zeigt sich, dass nichts so ist wie es scheint und Kate kommt, zwar am Anfang etwas zäh, doch dann kommt es langsam in Fahrt, dem Geheimnis immer näher und bringt sich selbst mal wieder in große Gefahr....und das alles vor ihrer Hochzeit;)

Ich liebe die Krimis von Linda Castillo mit meiner Lieblingsermittlerin Kate Burkholder und finde es mal wieder sehr spannend einen weiteren Einblick in das Leben der Amish-People zu bekommen und zu sehen wie Kate mit ihrer Vergangenheit umgeht und wie sie damit auch den Opfern helfen kann und vor allem natürlich, dass die beiden endlich heiraten. Nun freue ich mich einfach auf den nächsten Band:)

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Veröffentlicht am 07.07.2025

Die Geschichte hinter der Zeitungsannonce

Suche liebevollen Menschen
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Auf dem Cover lacht mich eine Familie an, Vater, Mutter und Kind. Ob sie auf diesem Foto schon ahnen, was ihnen bevorsteht und wo ihre Lebensreise hingeht? Der Vater ahnt es vielleicht, den Ausdruck der ...

Auf dem Cover lacht mich eine Familie an, Vater, Mutter und Kind. Ob sie auf diesem Foto schon ahnen, was ihnen bevorsteht und wo ihre Lebensreise hingeht? Der Vater ahnt es vielleicht, den Ausdruck der Mutter kann ich nicht deuten, doch der Junge lacht in die Kamera, wie Kinder in diesem Alter einfach lachen, nichtsahnend was sich in der Welt über ihnen zusammenbraut.

Julian Borger, erfolgreicher Journalist der Tageszeitung "The Guardian" und der BBC, macht sich nach dem Suizid seines Vaters Robert auf eine ganz außergewöhnliche Recherchenreise, die ihn zu den Wurzeln und ganz besonders zu der Entwurzelung seiner Familie führt und sein Leben auf eine ganz besondere Weise erschüttert und nachhaltig beeinflusst.

Robert Borger ist der kleine Junge auf dem Cover, der so fröhlich in die Kamera lacht, nichtsahnend, dass sich sein Leben bald völlig verändern wird und dass er diese Entwurzelung niemals wirklich verkraften wird. Das Verhältnis des Autors Julian Borger zu seinem Vater war immer etwas kompliziert, doch er verstand immer mehr das Warum dahinter, je mehr er während seiner Recherche herausfand.

Der Autor nimmt uns mit nach Wien im Jahr 1938 und versteht seine persönliche Familiengeschichte dank seiner journalistischen Gabe mit genügend politischen Informationen auszuschmücken, so dass dem Leser das Grauen, dem die jüdischen Menschen und ganz besonders die Familien, die sich aufgrund der gefährlichen Situation trennen mussten, sehr deutlich vor Augen geführt wird. Nach dem Anschluss im Jahr 1938 verschärft sich die Lage in Österreich für Juden und viele jüdische Familien sehen nur einen Ausweg ihre Kinder vor dem kommenden Wahnsinn zu retten. Sie setzen eine Kleinanzeige in den "Manchester Guardian" um ihren Kindern ein Überleben zu sichern. Dort preisen sie ihre Kinder mit Worten an, die jedem Leser, der Kinder hat einen kalten Schauer über den Rücken laufen lässt. Der junge Robert wird als "intelligenter Elfjähriger aus guter Wiener Familie" angepriesen, in der Hoffnung eine Familie zu finden, die ihm ein rettendes Exil bieten kann, bis die Eltern in der Lage sind, ihren Kinder nachzureisen. Wir wissen aus der Geschichte, dass es vielen Eltern nicht mehr gelungen ist zu flüchten. Roberts Eltern gelang es nach England zu kommen, doch es hatte das Leben der Familie für immer verändert und Robert ist dieses Trauma sein Leben lang nicht mehr losgeworden.

Dies passierte alles vor den sogenannten Kindertransporten und diese Kleinanzeigen waren für viele jüdische Eltern die einzige Hoffnung wenigstens ihre Kinder vor dem beginnenden Sturm zu bewahren. Julian Borger machte sich auf und fand die Anzeige seines Vaters seinerzeit und je mehr er forschte, umso näher kam er dem verstorbenen Vater und entwickelte ein neues Verständnis für ihn und wie er sein Leben geführt hat. Doch er blieb nicht bei seinem Vater stehen, sondern forschte auch nach den anderen Kindern, die durch diese Kleinanzeigen über den ganzen Globus verstreut wurden. Ob sie in England blieben, oder in kriegsgeplagten Shanghai landeten, ob sie durch die Wälder Deutschlands im Jahr 1945 irrten, im Konzentrationslager landeten oder im französischen Widerstand. Julian Borger gibt diesen Kindern ein Gesicht, ihrer Geschichte einen Raum und zeigt auf eine sehr deutliche Weise auf, welche traumatischen und unvorhersehbare Folgen Krieg auf Familien hat und wie sich dieses Trauma fortsetzt in den nachfolgenden Generationen fortsetzt.

Ein absolut lesenswertes und wertvolles Buch!

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Veröffentlicht am 05.07.2025

Weihnachten auf Sylt

Ein Weihnachtslicht über Sylt
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Wir befinden uns in der Adventszeit auf Sylt und sind unterwegs mit den beiden Kindern Ben und Mina, die fünf und acht Jahre alt sind. Sie leben in einem wunderschön umgebauten Haus mit ihrem Papa Malte, ...

Wir befinden uns in der Adventszeit auf Sylt und sind unterwegs mit den beiden Kindern Ben und Mina, die fünf und acht Jahre alt sind. Sie leben in einem wunderschön umgebauten Haus mit ihrem Papa Malte, der von Beruf Architekt ist. Der kleinen Familie fehlt schmerzlich ihre Mutter, die vor einigen Jahren verstorben ist und gerade in der Weihnachtszeit ist dieser Verlust spürbar. Ben und Mina sehnen sich schon nach einer neuen Mama, doch als Mina Papa Malte in einer romantischen Situation mit ihrer Nachbarin Cornelia beobachtet, sieht sie nur eine Möglichkeit sich und ihren Bruder vor dieser unfreundlichen Frau zu retten. Sie schreibt einen Brief an den Weihnachtsmann und wünscht sich neben einem Hund auch eine neue Mama für sich und ihren Bruder.....

Den Brief gibt sie zur Sicherheit direkt an den Inselpostboten Ole, damit er auch wirklich beim Weihnachtsmann ankommt und Ole hat da so seine eigenen Ideen, wie er nicht nur den Kinder helfen kann.....

Ines Thorn hat eine ganz wundervolle Weihnachtsgeschichte geschrieben, die in ihrer Kürze alles enthält, was eine Wohlfühlgeschichte in dieser Zeit braucht, Weihnachtsstimmung mit ein wenig Schmerz, Romantik, Humor, Verwechslung und einfach schönes weihnachtliches Inselflair, herrlich zu lesen, ganz besonders im Sommer bei hohen Temperaturen:))

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Veröffentlicht am 30.06.2025

Über innere und äußere Stürme

Auf der anderen Seite des Sturms
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Wir befinden uns im Jahr 1882. Die junge Missionarswitwe Rebekka von Sassnitz muss sich nach dem Tod ihres geliebten Mannes mit zwei kleinen Kindern schweren Herzens auf den Rückweg nach Deutschland machen. ...

Wir befinden uns im Jahr 1882. Die junge Missionarswitwe Rebekka von Sassnitz muss sich nach dem Tod ihres geliebten Mannes mit zwei kleinen Kindern schweren Herzens auf den Rückweg nach Deutschland machen. Sie kann nicht alleine als Frau und Missionarin weiterhin in China bleiben und so hat sie sich entschlossen, auch um die Versorgung ihrer Kinder zu sichern in der damaligen Zeit, eine Ehe mit einem deutschen Pfarrer einzugehen in der Hoffnung, dass sich diese zweite Ehe zum Guten hin entwickelt. Auf der Rückfahrt auf dem Schiff unter Leitung des charismatischen Kapitäns Salman macht sie sich viele Gedanken ob es wirklich klug ist, eine neue Ehe mit dem Pfarrer Friedrich Hoffman einzugehen und es fällt ihr schwer zu einer klaren Entscheidung zu gelangen. Daran wesentlich ist auch Kapitän Salman beteiligt, der sehr engagiert der jungen und attraktiven Witwe den Hof zu machen und Rebekka ist von den ungewohnten Gefühlen ziemlich aufgewühlt.

Ein schwerer Sturm auf See zieht einige heftige innere Stürme nach sich, denn Rebekka entdeckt bei der Ankunft in Berlin, dass ihre Begegnung mit dem Kapitän nicht ohne Folgen blieb. Rebekka kann sich diesem Fehltritt kaum vergeben und weiß nicht wie ihre Zukunft und die ihrer Kinder sich weiter gestalten soll, denn Friedrich, ein aufrechter Mann, jedoch gefangen in gesellschaftlichen Traditionen und in der Härte, die er selbst als Kind erfahren hat, ist zunehmend mit der Situation überfordert. Somit wird die Ehe geschlossen, doch beide, Rebekka und Friedrich, sind sowohl mit den Päckchen ihrer Vergangenheit als auch mit den Herausforderungen der Gegenwart beschäftigt und sind im Begriff ihre aufkeimende Liebe und ihren Glauben gefährlich aufs Spiel zu setzen.

Gertraud Schöpflin ist ein ganz außergewöhnlicher historischer Roman gelungen, in dem sie schafft, den Leser mit auf die Reise in die Mission in China zu nehmen und in die geistliche Welt des 19. Jahrhunderts und was die gesellschaftlichen Erwartungen und Begrenzungen, sowie die religiösen Traditionen mit den Menschen machen. Über allem steht jedoch Gott und seine Liebe und sein Geist wirkt trotz aller weltlicher und religiöser Traditionen in den Menschen und die ihn von ganzem Herzen suchen, werden ihn auch in all ihrem Herausforderungen und Stürmen finden und so dürfen wir erleben wie unterschiedlich Rebekka und Friedrich durch ihre jeweiligen Stürme mit der Hilfe Gottes kommen, was der Name und die Person des Josef damit zu tun hat und ob sie sich wieder gemeinsam im Hafen treffen. Ich habe diese Geschichte sehr gerne gelesen und liebe es, wie die Autorin die Glaubenskämpfe der Protagonisten beschreibt und wer am Ende siegt.

Sehr lesenswert!

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