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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.07.2025

Es gibt bessere Bücher von John Green

Die erste Liebe
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Das Buch war leider nicht mein Fall. Das Ende ist total vorhersehbar und die Figuren alle eher oberflächlich beschrieben. Hassan war witzig, der Rest plätscherte so dahin.

Das Buch war leider nicht mein Fall. Das Ende ist total vorhersehbar und die Figuren alle eher oberflächlich beschrieben. Hassan war witzig, der Rest plätscherte so dahin.

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Veröffentlicht am 14.07.2025

Kein Thriller

Die Haushälterin
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Von Joy Fielding ist man ja eigentlich Thriller gewohnt, das Buch war in der Buchhandlung auch in diesem Genre einsortiert - ich habe es aber eher als leicht bis mittelmäßige spannendes "Familiendrama" ...

Von Joy Fielding ist man ja eigentlich Thriller gewohnt, das Buch war in der Buchhandlung auch in diesem Genre einsortiert - ich habe es aber eher als leicht bis mittelmäßige spannendes "Familiendrama" empfunden.

Die Grundhandlung ist schnell erzählt: Jodi, Anfang 40-jährige Familienmutter, sucht eine Haushälterin für ihren alternden Vater und ihre an Parkinson erkrankte, pflegebedürftige Mutter. Elyse scheint perfekt zu sein und auch der erst wenig begeisterte Vater scheint sie zu mögen. Sie kocht, backt, putzt, kümmert sich um Mutter und Kinder, ist einfühlsam etc.

Jodi wollte ich manchmal echt schütteln, weil ich ihr Verhalten nicht nachvollziehen konnte. Eigentlich ist sie eine "Powerfrau": Erfolgreiche Maklerin, sorgt alleine für den Lebensunterhalt ihrer gesamten Familie und versucht gleichzeitig, eine gute Mutter, Ehefrau, Schwester und Tochter zu sein. Sie lässt sich aber von fast jedem in ihrem Leben schlecht behandeln, angefangen von ihrem Mann, der sie permanent gaslightet, die Realität verdreht, jammert, nörgelt und offensichtlich neidisch auf sie ist (er selbst hat vor 10 Jahren mal einen Bestseller veröffentlicht, seitdem schreibt er an Buch 2 und steuert nichts zum Einkommen bei. Das kann er offenbar nicht mit seinem fragilen Ego vereinbaren). So, wie er sie behandelt, hätte sie ihn schon längst verlassen sollen.

[Angemerkt werden muss hier, dass alls Figuren sehr stereotyp geschrieben sind.

Jodi: Unermütlich arbeitende, sich aufopfernde Familienmutter, ungeliebte Tochter, immer im Schatter der schöneren, schlankeren und von den Eltern bevorzugten Schwester.

Ihr Mann Harrison: Untreuer Ehemann, der sie anlügt, ständig runtermacht und ihre beruflichen Verpflichtungen diskreditiert.

Vater: Despotischer Narzisst, der seine Frau und Kinder kontrollieren will und vermutlich noch nie jemanden geliebt hat. Der aus unerfindlichen Gründen ständig gemein zu Jodi ist und sie bodyshamed.

Tracy: Im Gegensatz zur hart arbeitenden, besonnenen Jodi die gedankenlose Schwester, deren Leben mit Ende 40 noch komplett vom Vater finanziert wird und die nie einen richtigen Job hatte.]

Kein Wunder, dass Jodi so anfällig für jeden ist, der mal ein nettes Wort an sie richtet.

Natürlich verraten Titel und Klappentext schon, dass etwas mit Elyse nicht stimmt. Ich persönlich mag es aber nicht, wenn ständig sowas gesagt wird wie: "da wusste ich noch nicht, was passieren würde" o. ä. - das kann man sich ja denken. Und dann passiert die ersten 200-300 Seiten erstmal überhaupt nichts sonderlich spannendes. Ab Seite 350 etwa wird es langsam interessanter - ein paar gut konstruierte Verwicklungen - wirklich spannende Momente, in denen man auch nur ansatzweise mit den Figuren bangt oder Beklemmung empfindet, gibt es aber nicht. Auch keine überraschende Wendung.

Der Schreibstil ist ganz gut, das Buch lässt sich zügig lesen. Wer Thrill erwartet, ist hier aber falsch.

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Veröffentlicht am 14.07.2025

Eine vorhersehbare "Liebes"geschichte

This could be love
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Positiv zu sagen ist, dass die Umgebung sehr schön beschrieben wurde und man sich Hawaii sehr gut vorstellen kann, auch wenn man noch nie dort war. Auch der Schreibstil ist angenehm zu lesen.

Die Geschichte ...

Positiv zu sagen ist, dass die Umgebung sehr schön beschrieben wurde und man sich Hawaii sehr gut vorstellen kann, auch wenn man noch nie dort war. Auch der Schreibstil ist angenehm zu lesen.

Die Geschichte konnte mich allerdings nicht wirklich abholen. Ich hatte das Buch in zwei Tagen durch, was zum Großteil daran liegt, dass einfach wenig passiert. Die Figuren bleiben oberflächlich, es geschieht nichts spannendes und sie eiern einfach ein paar Wochen rum, obwohl der Ausgang von Anfang an klar ist.

Louisa und Vince lernen sich auf Hawaii kennen, wo er ein Hostel eröffnet und sie sich nach einer Verletzung auf ihr Tennis-Comeback vorbereitet. Mir ging die Entwicklung zwischen beiden viel zu schnell. Es ist sofort klar, dass sie sich mögen, der erste Kuss kommt auch super schnell, dann gibt es ein, zwei kleine Hindernisse, aber nichts von Tiefe oder Bedeutung. Auch über das Innenleben Louisas erfährt man erstaunlich wenig, obwohl das Buch aus ihrer Perspektive erzählt wird.

Mir war überhaupt nicht klar, was sie beiden (abgesehen von sexueller Anziehung) aneinander finden. Sie sprechen kaum miteinander, und wenn, geht es zu oft nur darum, wer wie heiß in welchen Klamotten aussieht. Ich weiß nicht, wo andere Rezensent:innen hier eine Charakterentwicklung sehen? Wenn überhaupt, entwickelt Louisa sich zurück, weil sie bereit ist, für einen Typen ihr komplettes Leben umzuwerfen.

Auch die restlichen Figuren sind alle sehr klischeehaft gezeichnet. Alle Typen sind natürlich hotte Surferboys und die Mäsels superhübsch. Individuelle Charaktere sucht man vergeblich.

Am Ende wird noch schnell eine absolut unauthentische dramatische Story des männlichen Protagonisten eingeschoben, beide sind ein paar Seiten traurig, bis sich die ach so unüberwindbar erscheinenden Probleme in Luft auflösen. Ich mag es einfach nicht, wenn die Prinzipien sofort über Bord geworfen werden, obwohl die Protagonist:innen sich erst seit ein paar Wochen kennen. Das sollte sich niemand in der Realität zum Vorbild nehmen - schon gar nicht, wenn ganze Karrieren daran hängen. Ja, (zum ersten Mal) verliebt sein ist krass. Aber es kann auch ganz schnell schiefgehen, wenn man - ohne sich richtig zu kennen - so schnell so krasse Kompromisse eingeht.

Mich konnten schon die letzten Bände aus der vorherigen Reihe der Autorin nicht überzeugen. Das Buch wirkt leider wie schnell runtergeschrieben, ohne dass die Figuren und ihre Gefühle richtig durchdacht wurden.

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Veröffentlicht am 02.07.2025

Konnte mich nicht packen

Der Stau
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Ich fand die Idee wirklich gut, aber die Story konnte mich nicht so richtig packen und las sich eher zäh. Temporeich und fesselnd (wie beschrieben) war da leider gar nichts. Ein Mord auf der Autobahn und ...

Ich fand die Idee wirklich gut, aber die Story konnte mich nicht so richtig packen und las sich eher zäh. Temporeich und fesselnd (wie beschrieben) war da leider gar nichts. Ein Mord auf der Autobahn und der/die Täter:in muss noch vor Ort sein, weil der Verkehr aufgrund der Detonation einer Autobombe in einem Tunnel komplett zum Erliegen gekommen ist. Sergeant Belinda, genannt Billy, - die nach einem halben Jahr in Australien gerade wieder in England gelandet ist - und zufällig im Stau neben dem Ermordeten landet, beginnt zu ermitteln.

Alle Fahrer:innen der umstehenden Autos scheinen irgendwie etwas verbergen zu wollen. Billys Vorgehen fand ich dafür, dass sie (wie mehrmals gesagt wurde) über 30 Jahre im Dienst ist, oft nicht nachvollziehbar und eher planlos. So ganz alleine ist sie auch bei weitem nicht. Ein alter Freund, der zufällig auch bei der Polizei arbeitet, und diverse andere Officer helfen ihr über Telefongespräche bzw. Nachrichten. Ein bisschen erfährt man nach und nach auch über ihre Vergangenheit, aber zu wenig, um sie als Charakter irgendwie greifbar oder sympathisch zu machen. Es ging auch über weite Strecken zu sehr um ihren Harndrang, da hätte sich wohl mit Decken o.ä. eine Möglichkeit gefunden, sie auch bei Helligkeit abzuschirmen.

Was mich auch extrem gestört hat: Auf der Innenseite des Buchdeckels wird einfach schon die Mordwaffe genannt. Die KOMPLETTE ERSTE HÄLFTE des Buchs dreht sich darum, dass Billy nicht weiß, womit der Typ getötet wurde. Wer schreibt diese Texte und warum spoilert man da so??

Dazu waren es einfach zu viele Personen + die jeweiligen Beschreibungen ihrer Autos und der Position, in der sie sich im Stau befinden - das konnte ich mir beim besten Willen nicht alles merken und musste ständig nachschauen, wer das nun wieder war. Vielleicht hätte hier eine Skizze geholfen. Immer wieder kommen auch neue Menschen und Nebenschauplätze dazu, die mit der eigentlichen Handlung nichts zu tun haben.

Einige "technische" Ungereimtheiten haben mich auch gestört. Es hieß, das lokale Telefonnetz sei wegen der Autobomben bzw. Terrorgefahr gesperrt. Soweit nachvollziehbar. Aber warum trifft das auch auf Onlinedienste zu? Teilweise kann Billy dann wieder WhatsApp versenden, muss aber Leute schicken, um nach einem Zeichen zu suchen, wo genau sie sich befinden, statt einfach bei GoogleMaps zu schauen und ihren Standort zu schicken.

Völlig unklar blieb am Ende, was es mit den Autobomben auf sich hatte und mit der Frau, die aus dem "Schrottauto" geflohen ist. Der Fall löst sich zwar auf, aber doch enorm konstruiert und mit zu vielen unrealistischen Zufällen.

Eine Anmerkung noch zur Übersetzung: Der Spruch "Jedem das Seine" (S. 180) ist sehr problematisch und hätte anders übersetzt werden sollen. Sowas müsste eigentlich auffallen.

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Veröffentlicht am 30.05.2025

Ein merkwürdiges Buch

Shark Heart
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Nach dem Lesen des Klappentexts habe ich eine spannende Geschichte über einen Mann, der sich in einen weißen Hai verwandelt, erwartet. Bekommen habe ich eine zähe Aneinanderreihung teilweise loser Episoden ...

Nach dem Lesen des Klappentexts habe ich eine spannende Geschichte über einen Mann, der sich in einen weißen Hai verwandelt, erwartet. Bekommen habe ich eine zähe Aneinanderreihung teilweise loser Episoden der Leben von unsympathischen Leuten. Die originelle Idee wurde denkbar langweilig umgesetzt.

Lewis und Wren lernen sich Anfang/Mitte 30 kennen und heiraten, kurz darauf bekommt Lewis die Diagnose, dass er sich in einen weißen Hai verwandelt. In der Geschichte werden solche Mutationen (zu Haien, Reptilien, Vögeln etc.) als recht alltäglich hingenommen, es gibt spezielle Abteilungen im Krankenhaus, die sich um die Menschen in den unterschiedlichen Verwandlungsstadien kümmern. Das ist ja schon merkwürdig genug, mir war aber das ganze Buch lang schleierhaft, ob das nur eine große Metapher für bestimmte Krankheiten sein soll?! Lewis vergisst nach und nach immer mehr seiner menschlichen Eigenschaften, soll das Demenz darstellen?

Als Charakter fand ich vor allem Lewis unerträglich. Er wollte mal Schauspieler in New York werden, daraus ist aber nichts geworden. Jetzt ist er Lehrer an einer High School, denkt aber die ganze Zeit, er sei etwas Besseres als alle anderen, ein verkanntes Genie und ach, so besonders. Das soll durch die eingeschobenen "Szenen" eines Theaterstücks verdeutlicht werden, das er geschrieben hat, die aber wirklich nicht bahnbrechend waren.

Wren konnte ich auch gar nicht greifen, und was sie an Lewis fand, wurde auch nicht deutlich. Sie ist quasi das Gegenteil von ihm, analytisch und rational. Dass sie angeblich eine so tiefe Liebe zueinander haben, war nicht spürbar, dazu ist der Schreibstil zu distanziert. Sie opfert sich eigentlich nur für ihn auf und muss die ganze Zeit gucken, dass alles so läuft, wie er es will/braucht.

Plötzlich wechselt die Erzählebene zur Kindheit von Wrens Mutter und erzählt super fragmenthaft und mit großen Zeitsprüngen, wie sie schwanger wurde und vom Verlauf von Wrens Kindheit. Dadurch versteht man Wrens Hintergründe natürlich besser, die ganze Passage fügt sich aber gar nicht in den Haupttext ein, das hätte man auch anders lösen können.

Auch mit dem Teil, in dem Lewis Leben im Meer beschrieben wird, konnte ich wenig anfangen. Er vergisst immer mehr und ist irgendwie in seiner eigenen Welt (was wieder zur Demenz passen würde). Ich verstehe auch, dass damit grundsätzliche philosophische Fragen wie "Was bedeutet Menschsein?" behandelt werden, gleichzeitig wird aber sein Blutdurst beschrieben und wie er andere Lebewesen bis hin zu einem frischgeborenen Walkalb frisst, als sei das total normal - hier ist für meinen Geschmack die Verbindung von Fiktion und Realität nicht nachvollziehbar.

Es ist kein Fantasybuch, aber auch keine realitätsnahe Erzählung. Bei mir bleiben einfach zu viele Fragezeichen zurück.

Am Ende des Buchs wird nochmal verdeutlicht, dass es allgemein um Verlust und Trauer geht, und wie man trotz allem wieder glücklich sein kann. Bis dahin zog sich das Buch aber, ich habe teilweise den Text seitanlang nur überflogen, weil der Inhalt so nichtssagend war. Und so bahnbrechend waren die "Weisheiten" jetzt auch nicht. Was mich persönlich gestört hat, war, dass Wren natürlich ausgerechnet schwanger war und nur durch ihre Tochter wieder glücklich werden konnte. Also nee.

Mein Eindruck war, dass das Buch sowohl sprachlich als auch inhaltlich irgendwie künstlerisch erscheinen wollte, mich hat diese Art der Erzählung aber gar nicht abgeholt. Grundsätzlich habe ich nichts dagegen, wenn eine Geschichte eher als Metapher verstanden werden soll. Hier fand ich es aber einfach nicht gut gelöst und der Schreibstil hat mir nicht gefallen.

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