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Veröffentlicht am 30.08.2025

Der große Calafati

Der Totengräber und die Pratermorde (Die Totengräber-Serie 4)
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Wien, 1896: Bei einer Zaubervorstellung stirbt eine junge Bühnendarstellerin. Ausgerechnet bei dem Zaubertrick "Die zersägte Jungfrau" wird sie vor gesamten Publikum zersägt. Inspektor Leopold von Herzfeldt ...

Wien, 1896: Bei einer Zaubervorstellung stirbt eine junge Bühnendarstellerin. Ausgerechnet bei dem Zaubertrick "Die zersägte Jungfrau" wird sie vor gesamten Publikum zersägt. Inspektor Leopold von Herzfeldt ermittelt in dem Fall. Dicht dabei ist Julia Wolf, in die er unglücklich verliebt ist. Am Wiener Prater verschwinden noch weitere junge Frauen. Es handelt sich um junge Dirnen und Dienstmädchen, die keiner groß vermisst. Sie tauchen dann tot wieder auf und jede von ihnen ist anders verkleidet. Ist es ein und der gleiche Mörder? Leo sucht sich Unterstützung bei seinem Freund Augustin Rothmayer, dem Totengräber vom Wiener Zentralfriedhof. Er schreibt gerade an seinem Buch "Was uns die Toten erzählen" und ist in Experimente vertieft. Doch nur wenn die Drei gemeinsam ermitteln, kommen sie dem Täter auf die Spur.

"Der Totengräber und die Pratermorde" ist der vierte Teil der Reihe mit dem Totengräber Augustin Rothmayer, Inspektor Leo Herzfeldt und Julia Wolf. Auch ohne Vorkenntnisse lässt sich das Buch problemlos lesen. Hintergrundinfos über die Hauptprotagonisten fließen während der Handlung nochmal rein. Wer jedoch die persönliche Entwicklung von den Dreien vollständig nachvollziehen möchte, sollte die Reihenfolge einhalten.

Die Handlung beginnt schon sehr spektakulär mit dem missglückten Zaubertrick. Anschließend wir sie aus wechselnden Perspektiven erzählt. Das sorgt für Abwechslung und die Spannung wird hochgehalten. Die Story ist spannend, wendungsreich und überrascht mit cleveren Twists. Die Auflösung ist schlüssig. Hier werden alle Fäden zusammenführt ohne konstruiert zu wirken.

Das Setting mit dem Wurstelprater, dem Zentralfriedhof und "Klein-Venedig" ist schlicht grandios. Durch die detailreichen Beschreibungen wirken die Settings als auch die Figuren sehr lebendig. Der leichte Wiener Dialekt, der in den Dialogen zwischen den Figuren eingebaut wurde, verleiht dem Roman zusätzliche Authentizität und besonderen Charme. Der Schreibstil ist sehr lebendig und bildhaft, aber sehr gut zu lesen. Es fließen genau die richtigen Details an der richtigen Stelle ein, ohne dass es überladen wirkt. Eine gewisse Prise an Humor lockert alles nochmal auf.

Die Hauptprotagonisten sind mir nach wie vor sehr sympathisch und auch ihre gemeinsame Geschichte finde ich sehr spannend. Am besten gefällt mir der Totengräber selbst durch seine schrullige Art. Schön fand ich auch, dass seine Ziehtochter Anna hier mehr Raum bekommen hat. Dadurch wurde es nochmal auf eine ganz andere emotionale Ebene gehoben.

Mein Fazit:
Dieser Krimi ist richtig gut gelungen. Er ist atmosphärisch und sehr spannend erzählt. Die Figuren sind alle detailreich gezeichnet und die Settings alle lebendig. Bin schon sehr gespannt wie die Reihe fortgesetzt wird. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 17.08.2025

Fesselnd & Realitätsnah

Loverboy – Niemand liebt dich so wie ich
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Lola freut sich als sich Vivian, ihre Mitbewohnerin, in den smarten Pascal verliebt. Bisher galt Vivian immer als eine Außenseiterin. Doch schon nach wenigen Wochen, in den sie mit ihm zusammen ist, erkennt ...

Lola freut sich als sich Vivian, ihre Mitbewohnerin, in den smarten Pascal verliebt. Bisher galt Vivian immer als eine Außenseiterin. Doch schon nach wenigen Wochen, in den sie mit ihm zusammen ist, erkennt sie Vivian nicht wieder. Sie ist unzuverlässig geworden und verstrickt sich auch immer mehr in Lügen. Nach einem Streit mit Lola verschwindet Vivian wie vom Erdboden. Für Lola ist klar, dass hier etwas nicht stimmen kann. Das befürchtet auch Elias, Vivians Halbbruder. Er und Lola beschließen auf eigene Faust Vivian zu suchen und zu helfen, da hier die Polizei scheinbar nichts machen kann. Auf ihrer Suche kommen die beiden sich immer näher, ahnen jedoch nicht welche Grenzen Vivian in ihrer Liebe schon überschritten hat.

Die Handlung wird im abwechselnd aus unterschiedlichen Perspektiven der beiden Hauptprotagonisten Lola und Elias erzählt. Hin und wieder werden Tagebucheinträge von Vivian eingeschoben. Es wird jeweils immer aus der ICH-Perspektive erzählt. Durch diese Erzählweise bekommt man intensive Einblicke in die Gedanken- und Gefühlswelt der Protagonist:innen – allen voran Lola und Elias. Außerdem macht es die Figuren greifbar und vielschichtig.

Lola wirkt verletzlich und stark zugleich, Elias ist charmant, humorvoll und dennoch tiefgründig. Ihre Beziehung zueinander ist dynamisch und lebendig: mal neckisch, mal liebevoll. Die Chemie zwischen den beiden trägt maßgeblich zur emotionalen Wirkung des Romans bei.

Es werden während der Story mehrere hochbrisante Themen wie, Zwangsprostitution und die perfide Masche der sogenannten „Loverboys“ behandelt. Gelungen dabei ist der Balanceakt zwischen Spannung und Sensibilität. Die Story ist bewegend und regt zum Nachdenken an, ohne belehrend zu wirken. Es wird aufgezeigt, wie gefährlich manipulative Beziehungen sein können und wie leicht junge Menschen in toxische Abhängigkeiten geraten. Trotz der Schwere des Themas wird an einigen Stellen auch Humor eingestreut, was dem Roman eine wohltuende Leichtigkeit verleiht und die Charaktere noch menschlicher macht.

Der Schreibstil ist recht modern und jugendlich gehalten. Er lässt sich locker, flüssig und leicht lesen. Dadurch bekommt alles eine authentische Wirkung. Unerwartete Wendungen machen die Handlungen noch spannender. Die Handlung bleibt durchgehend fesselnd und die Emotionen sind spürbar.

Mein Fazit:
Dieser New-Adult-Roman konnte mich komplett überzeugen und fesseln. Es war ein toller Mix aus Spannung und Emotionen. Es war so realistisch geschrieben, dass es authentisch wirkte. Die hochbrisanten Themen sind nichts für schwache Nerven und man sollte die Triggerwarnung ernst nehmen. Jedoch eine klare Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 27.07.2025

Der Mega-GAU

Worst Case
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Eine Tragödie - der Pilot eines Passierflugzeugs erleidet einen Herzinfarkt. Daraufhin stürzt die Maschine ab, direkt auf das Gelände eines Atomkraftwerks. Das Ausmaß der Schäden ist zunächst unklar, doch ...

Eine Tragödie - der Pilot eines Passierflugzeugs erleidet einen Herzinfarkt. Daraufhin stürzt die Maschine ab, direkt auf das Gelände eines Atomkraftwerks. Das Ausmaß der Schäden ist zunächst unklar, doch die Regierung reagiert sofort mit Evakuierungsmaßnahmen für die nahe gelegene Kleinstadt im Westen der USA. Schnell wird im Kraftwerk deutlich, dass die Kühlung auszufallen droht und eine Kernschmelze bevorstehen wird. Während am und im Kraftwerk eine bunt zusammengewürfelte Crew versucht das Worst-Case-Szenario abzuwenden, kämpfen Einsatzkräfte auf der Interstate um das Leben eines kleinen Kindes. Herumfliegende Flugzeugteile haben dort zu einer Massenkarambolage geführt. Der kleine Connor kann sich nicht alleine aus dem Auto seiner Eltern befreien.

Der Einstieg in die Handlung beginnt schon enorm spannend. Erzählt wird die Handlung in wechselnden Perspektiven der einzelnen Protagonisten. Das sorgt für Abwechslung, aber heizt die Spannung auch enorm an. Die Handlung ist so konstruiert, dass Kapitelenden immer wieder mit Cliffhangern enden, was den Wunsch weckt, unbedingt wissen zu wollen, wie es weitergeht und welches Ende es schließlich auch geben wird. Das Tempo ist durchgehend hoch. Es gibt kaum Atempausen, die einen mal durchatmen lassen. Ständig passieren neue, unerwartete Dinge, die einen kaum zur Ruhe kommen lassen. Es war einfach Nervenkitzel pur.

Durch den bildgewaltigen Schreibstil hat man das Geffühl, als würde man alles live miterleben. Szenen werden so lebendig beschrieben, dass man die Atmosphäre förmlich spüren kann. Zudem sind die Gefühle der Protagonisten deutlich spürbar und berühren den Leser auf emotionaler Ebene.

In die Handlung hat die Autorin auch interessante Informationen über den Aufbau und die Funktionsweise eines Atomkraftwerks sowie die möglichen Auswirkungen eines Atomunfalls geschickt integriert. Es wirkte zu keinem Zeitpunkt überladen, sondern man hatte dadurch ein besseres Verständnis.

Die Handlung ist gut durchdacht und wirkt insgesamt sehr stimmig. Allerdings erschien mir der Abschluss etwas unglaubwürdig bzw. unrealistisch, insbesondere im Hinblick auf die Radioaktivität nach einem solchen Unfall. Es hat meinen Gesamteindruck aber nicht getrübt.

Mein Fazit:
"Worst Case" war ein absoluter Pageturner für mich, den ich nicht aus der Hand legen wollte. Ich bin quasi so durch die Seiten geflogen, weil ich immer wissen wollte was als Nächstes passiert. Wer den Nervenkitzel liebt, muss dieses Buch einfach lesen.

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Veröffentlicht am 02.07.2025

Spannungsgeladener Abschluss

Auris. Puls der Angst
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Das Leben von Jula Ansorge wird plötzlich nochmal komplett auf den Kopf gestellt. Ihre, eigentlich, dementkranke Mutter steht auf einmal kerngesund vor ihrer Tür, die Demenz war nur vorgespielt. Auch der ...

Das Leben von Jula Ansorge wird plötzlich nochmal komplett auf den Kopf gestellt. Ihre, eigentlich, dementkranke Mutter steht auf einmal kerngesund vor ihrer Tür, die Demenz war nur vorgespielt. Auch der Phoenetiker Matthias Hegel spielt eine ähnliche Rolle. Doch warum? Noch bevor Jula Antworten auf all ihre Fragen erhält, werden Hegel und ihre Mutter von Terrorristen vergiftet. Sie machen deutlich, dass es noch genau eine Dosis von dem Gegengift gibt. Ist Jula bereit über ihre Grenzen hinaus zu gehen? Wen soll sie mit dem Gegengift retten und wen im Stich lassen? Wie kann die größte Katastrophe noch abgewendet werden? Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt.

"Auris. Puls der Angst" ist der sechste und damit auch der Abschluss der Reihe mit der Podcasterin Jula Ansorge und dem Phoenetiker Matthias Hegel. Bei dieser Reihe empfiehlt es sich wirklich die Bände nacheinander zu lesen, denn hier spielt die private Story von Jula und Matthias eine sehr tragende Rolle. Die Fälle, in denen sie ermitteln, sind quasi nur Nebenstränge.

Die Handlung wird geschickt in wechselnden Perspektiven zwischen den einzelnen Protagonisten erzählt. Dadurch erhält man Einblicke in unterschiedliche Sichtweisen und Beweggründe, was die Geschichte noch vielschichtiger und spannender macht. Das Buch ist durchzogen von unerwarteten Wendungen und „Hää-Affekten“, die den Leser immer wieder überraschen und zum Staunen bringen. Diese Überraschungsmomente sorgen dafür, dass man kaum das Buch aus der Hand legen kann. Cliffhänger an den Kapitelenden und kurze Kapitel tragen zusätzlich dazu bei, den Spannungsbogen hochzuhalten und den Lesefluss zu beschleunigen. Das hohe Tempo, innerhalb eines einzigen Tages spielen sich die Ereignisse ab, lässt die Handlung kaum zur Ruhe kommen. Es gibt kaum Luft einmal durchzuatmen, so aneinander sind die Geschehnisse gereiht. Nach dem großen Finale wurde alles schlüssig aufgelöst und alle offenen Fragen aus den Vorgängerbänden beantwortet.

Durch die recht bildgewaltige Erzählweise schafft es der Autor hier die verschiedenen Charaktere lebendig und authentisch darzustellen. Besonders hervorzuheben ist die Entwicklung der Hauptprotagonistin Jula. Sie durchläuft eine beeindruckende Wandlung. Sie wurde von Band zu Band immer mutiger, stärker und selbstbewusster. Ihre Charakterentwicklung macht sie zu einer glaubwürdigen und inspirierenden Figur.

Mein Fazit:
Auch wenn das Buch recht kurz (nur 282 Seiten) hatte und ich leicht das Gefühl hatte, dass dieser Teil nur noch dazu dagewesen ist, die Reihe zu Ende zu bringen, war es für trotzdem ein genialer Abschluss. Vincent Kliesch schafft es, den Leser durch sein packendes, temporeiches Schreiben in den Bann zu ziehen und ihn bis zur letzten Seite zu fesseln. Ein absolutes Lese-Muss für alle, die auch bereits die Vorgängerbände der Reihe kennen.

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Veröffentlicht am 02.06.2025

Absoluter Pageturner

Kodiak Echoes – Hide me
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Brynn Callahan wird ins Zeugenschutzprogramm genommen, nachdem sie bei ihrem Job als Software-Entwicklerin ein Verbrechen aufdeckt. Sie landet in der abgelegenen Kleinstadt Echo Cove auf Kodiak Island ...

Brynn Callahan wird ins Zeugenschutzprogramm genommen, nachdem sie bei ihrem Job als Software-Entwicklerin ein Verbrechen aufdeckt. Sie landet in der abgelegenen Kleinstadt Echo Cove auf Kodiak Island in Alaska. Hier bekommt sie es nicht nur mit kauzigen Einwohnern und Wildtieren zu tun, sondern der grimmige Wildhüter Archer Flint macht ihr auch das Leben schwer. Recht schnell erfährt sie, dass das ganze Dorf Archer meidet. Vor zehn Jahren wurde auf der Insel eine junge Frau ermordet und Archers Bruder ist der Hauptverdächtige. Allerdings ist dieser seitdem spurlos verschwunden. Trotz aller Warnungen kommt Brynn Archer immer näher und beginnt den alten Fall nachzuverfolgen. Dabei stößt sie auf ein tödliches Geheimnis und plötzlich steht auch ihre eigene Zukunft auf dem Spiel.

"Kodiak Echoes - Hide Me" ist der erste Band der Reihe "Secrets of Alaska". Es ist ein absolutes Lesehighlight, das mich sofort gepackt und in seinen Bann gezogen hat. Der Schreibstil ist angenehm flüssig zu lesen und ist so mitreißend, dass man direkt in die Szenen eintauchen kann.

Die Handlung ist von der ersten Seite an durchweg bis zum Ende spannungsgeladen. Es war für mich kaum möglich das Buch aus der Hand zu legen, so gefesselt war ich von der Story. Ich wollte immer wissen, was als Nächstes passiert. Die Spannung wird durch Cliffhanger am Ende der Kapitel noch verstärkt, was den Wunsch, immer weiterzulesen, nur noch mehr anheizt. So hat die Autorin eine Sogwirkung geschaffen.

Erzählt wird die Story hauptsächlich in der Ich-Perspektive von Brynn (Blair). Im späteren Verlauf kommt noch die Perspektive von Archer hinzu. So bekommt man von beiden Seiten die Eindrücke. Die Charaktere wirken lebendig sowie authentisch vor einer einzigartigen Kulisse. Die Atmosphäre wirkt stark und kalt. SIe ist passend zur fiktiven Kleinstadt in Alaska. Die lebendige Beschreibung der Umgebung lässt den Leser förmlich in die kühle, abgelegene Welt eintauchen.

Das Buch ist eine gelungene Mischung aus Romance und Thriller. Die romantischen Elemente sind zwar etwas klischeehaft, während aber die Thriller-Elemente für Nervenkitzel sorgen.

Mein Fazit:
Den Roman kann ich nur empfehlen zu lesen. Es hatte auf mich absolute Sogwirkung und war für mich ein Pagerturner vom Feinsten. Ein toller Mix aus Romance und Thriller, der absolut begeistert.

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