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Veröffentlicht am 03.07.2025

wunderbarer Erzählstil, einfach zum Abtauchen

Das Pestmädchen und der Medicus
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Lina lebt, nachdem ihr Mann Gernot, der Henker, bei einem Feuer vor 6 Wochen ums Leben gekommen ist und ihr Wohnhaus auf dem Bartshof ein Opfer der Flammen wurde, allein im Wundhaus. Das ist zum Glück ...

Lina lebt, nachdem ihr Mann Gernot, der Henker, bei einem Feuer vor 6 Wochen ums Leben gekommen ist und ihr Wohnhaus auf dem Bartshof ein Opfer der Flammen wurde, allein im Wundhaus. Das ist zum Glück nicht auch noch abgebrannt und so kann sie, wie Gernot es ihr beigebracht hat, hier selbst Wundsalben und Kräuterextrakte herstellen, um diese auf dem Markt zu verkaufen und ihren Lebensunterhalt verdienen.
Ich muss gestehen, dass ich die vorherigen Bände um das Pestmädchen nicht gelesen habe. Deshalb ist es mir anfangs etwas schwergefallen einen Einstieg in die Geschichte zu finden. Also mein Rat an dieser Stelle: Reihenfolge beachten.
Mir hat es unwahrscheinlich gefallen, wie die Autorin die Rechtlosigkeit der Frauen im 15. Jahrhundert beispielgebend an Linas Schicksal beschreibt. Beim Lesen habe ich einige Dinge aus der damaligen Zeit erfahren, die mir bisher noch nicht bekannt waren. Man merkt, wie intensiv die Autorin sich mit den historischen Hintergründen auseinandergesetzt hat und wie tief ihr Wissen ist. Ich fand diesem Band nicht nur unterhaltsam, sondern auch sehr spannend. Ich fühlte mich in eine vergangene Zeit zurückversetzt. Die Kraft des Glaubens mit dem einige versuchen der Pest zu begegnen, die eingeschränkten medizinischen Möglichkeiten der damaligen Zeit und auch die Machtgefüge durch Stadträte und Kirche, sind hier in einem sehr lesenswerten Roman verwebt. Dabei haben die Figuren auf mich sehr lebendig und authentisch gewirkt. Insbesondere Isegrim, der Bettlerkönig, auf dessen Hilfe man nur bauen kann, wenn es ihm selbst nützt, hat mir als Romanfigur gefallen. Er ist es in meinen Augen auch, der Spannung in die Handlung bringt. Denn über allem steht ja die Frage, was Linas Wurzeln sind. Warum sie ins Waisenhaus gegeben wurde. Und Isegrim behauptet mehr zu wissen. Ich freue mich jetzt schon auf die Fortsetzung und gebe diesem Teil 4,5 Lese-Sterne.

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Veröffentlicht am 13.02.2025

gespenstisch gut

Haus der Geister
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Auch wenn ich den ersten Band um Kriminalrat Gustav Heller nicht gelesen habe, ist mir der Einstieg in den neuen Fall leichtgefallen. Das liegt sicher daran, dass der Autor die Figuren so lebendig beschreibt ...

Auch wenn ich den ersten Band um Kriminalrat Gustav Heller nicht gelesen habe, ist mir der Einstieg in den neuen Fall leichtgefallen. Das liegt sicher daran, dass der Autor die Figuren so lebendig beschreibt und auftreten lässt. Heller lernt man als engagiert, dabei aber auch fordernd und oft auch aufbrausend kennen. Ganz anders dagegen sein Assistent Adelbert Schrumm. Der junge Mann, der unbedingt eine Frau kennenlernen möchte, den Pfennig immer zweimal umdreht und irgendwie im Schatten von Heller zu stehen scheint, fand ich sympathisch. Dabei erscheint er auf den ersten Blick als kauziger Typ, gottesfürchtig und trotzdem glaubt er an Gespenster. Doch mitunter zeigt er sehr überraschend was in ihm steckt. Das muss selbst Heller anerkennen.
Ja, Gespenster sind der Kern dieser Geschichte, woran ich mich am Anfang erst gewöhnen musste. Doch was der Autor daraus in diesem historischen Krimi entwickelt, war für mich sehr spannend zu lesen. Denn der Fall ist sehr verzwickt und Heller erscheint nicht nur einmal recht ratlos. Wie er es am Ende sich selbst eingesteht, kam er mir vor, als würde er in Ermangelung von Ermittlungsansätzen alles von unten nach oben kehren. Dem Autor gelingt es sehr gut, die damaligen medizinischen Möglichkeiten und beginnende wissenschaftliche Tendenzen aufzuzeigen und mit Hellers neuesten Fall zu verflechten. Gleiches gilt, für die alten Denkweisen. Auf den ersten Blick Unerklärliches wird Geistern zugeordnet statt näher hinzusehen und die Logik dahinter zu suchen. Denn das ist Hellers Motto.
Sehr gut gefallen hat mir, wie Hellers Frau es versteht mit ihrem mitunter cholerischen und ausfallend werdenden Mann umgeht. Man merkt, dass sie Erfahrung damit hat und es versteht ihn wieder auf die richtige Bahn zu lenken.
Ich fand diesen neuen Band um Kriminalrat Heller sehr lesenswert und gebe 4,5 Lese-Sterne.

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Veröffentlicht am 31.01.2025

was für ein Verwirrspiel

Die Tochter des Serienkillers
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Aus Jane wird Jenny. Sie will mit ihrer Familie nichts mehr zu tun haben. Der Vater, den sie innig geliebt hat, ist ein überführter Serienmörder und ihre Mutter hat sich nach seiner Verhaftung aus Angst ...

Aus Jane wird Jenny. Sie will mit ihrer Familie nichts mehr zu tun haben. Der Vater, den sie innig geliebt hat, ist ein überführter Serienmörder und ihre Mutter hat sich nach seiner Verhaftung aus Angst vor der Schmach eingekapselt - mit Jane. Sie darf nicht mehr aus dem Haus, keine Freundinnen haben. Sie fühlt sich wie in einem Gefängnis. Seit damals sind 11 Jahre vergangen. Jane, nun Jenny, ist geflohen und hat sich ein eigenes Leben ausgebaut, ist verheiratet, erfolgreiche Tierärztin und hat zwei zauberhafte Kinder, die sie liebt. Hört sich nach Familienidylle an. Und sich holt sie, seit Marks Seitensprung ihr altes Leben zunehmend wieder ein. Sie hat nachts Alpträume, wandelt herum und hat Blackouts nach denen sie verdreckt an den seltsamsten Orten aufwacht. Das Schlimmste, sie kann sich dann an nichts mehr erinnern. Nachdem Marks Seitensprung Olivia nun auch noch vermisst wird, ist Jenny völlig am Ende.
In meinen Augen hat die Autrin die innere Zerrissenheit von Jenny sehr gut herausgearbeitet. Jenny weiß einfach nicht einmal, ob sie sich selbst noch trauen kann. Was passiert während der Zeit ihrer Blackouts? Ist sie selbst es, die die schwarzen Tüten mit den Tierkadavern vor ihr Haus stellt oder hat jemand das Geheimnis um ihre Vergangenheit herausbekommen?
Jennys Sorgen und Ängste konnte ich gut nachvollziehen. Denn zusätzlich zu den Selbstzweifeln kam auch die Unsicherheit, ob vielleicht ihre Kinder in Gefahr geraten könnten. Ich habe mit Jenny gelitten und habe sie auch manchmal dafür bewundert, wie beharrlich sie versucht die Wahrheit herauszubekommen. Leider geht sie dabei ihren eigenen Weg, vertraut sich selbst ihrem Ehemann nicht an. So wundert es wenig, dass die Eheleute sich immer mehr voneinander entfernen. Von mir bekommt dieser Thriller, den in seiner Entwicklung so verwirrend wie spannend empfunden habe, 4,5 Lese-Sterne.

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Veröffentlicht am 09.09.2024

empfehlenswert

Die Berghebamme – Hoffnung der Frauen
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Maria Roßacker hat in München als Jahrgangsbeste die Hebammenausbildung abgeschlossen. Dabei hatte sie, aufgewachsen als Findelkind im kleinen Brannenburg in Oberbayern nicht unbedingt die besten Lebensvoraussetzungen. ...

Maria Roßacker hat in München als Jahrgangsbeste die Hebammenausbildung abgeschlossen. Dabei hatte sie, aufgewachsen als Findelkind im kleinen Brannenburg in Oberbayern nicht unbedingt die besten Lebensvoraussetzungen. Überall im Dorf war sie nur das Bankert. Ohne ihre nun bereits verstorbene Ziehmutter Gerti, hätte sie es nie geschafft so weit zu kommen. Obwohl sie nach der erfolgreichen Ausbildung in München eine Anstellung bei der Stadthebamme bekommen hat, kommt sie der Bitte ihres Jugendfreundes, Max Antretter, nach und kehrt als Berghebamme an den Ort ihrer Kindheit zurück.
Was Maria hier erwartet, hat sie bereits vor ihrer Entscheidung zur Rückkehr geahnt. Noch immer ist sie für viele hier der Bankert und neue Methoden wie Maria sie einführt, gehen schonmal gar nicht. Sehr unterhaltsam erlebt man Marias Kampf um Vertrauen und gegen Misstrauen. Aber vor allem Alma, die alte Hebamme, die an ihren alten Methoden hängt, von Desinfektion nie gehört hat und die die Konkurrentin unbedingt aus dem Dorf haben will, macht Maria das Leben schwer. Wie gut, dass es auch noch andere Denkweisen unter den Frauen im Dorf gibt und darum wirft auch Maria nicht gleich das Handtuch. Der Autorin gelingt es wunderbar Marias Liebe zu ihrem Beruf zu vermitteln. Es sind die kleinen und großen Entscheidungen, Freude und Enttäuschungen, Marias schwankende Gefühle auch ihr großes Engagement bei der Betreuung der Frauen, die dieses Buch so kurzweilig und unterhaltsam machen. Darum freue ich mich auch schon jetzt auf die Fortsetzung. Von mir gibt’s 4,5 Lese-Sterne.

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Veröffentlicht am 27.06.2024

kann ich uneingeschränkt empfehlen

Totenhändler
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Es ist mein erstes Buch dieses Autors, das ich lese. Ich kann nur sagen, er hat mich als Autor überzeugt. Die Geschichte ist spannend, wendungsreich und zeigt dem Leser menschliche Abgründe verpackt in ...

Es ist mein erstes Buch dieses Autors, das ich lese. Ich kann nur sagen, er hat mich als Autor überzeugt. Die Geschichte ist spannend, wendungsreich und zeigt dem Leser menschliche Abgründe verpackt in spannender Handlung auf. Es ist ein Buch, das ich uneingeschränkt weiterempfehlen kann.
Doch nun zum warum. Den Ermittlern stellt sich in diesem Fall die Frage, ob die beiden Opfer durch ein und denselben Täter umgebracht wurden. Beiden Frauen wurden Organe entnommen, einer eher professionell, bei der anderen metzgermäßig. Und dann ist da ja auch noch diese Münze in der Luftröhre bei der einen gefunden worden. Genau das stellt eine Parallele zu einem bislang ungeklärten Kieler Mordfall. Jana Bringhorst und ihr Team stellen sich nun die Frage, ob Satanisten am Werk waren oder gar Organhandel auf Bestellung. Ich fand es sehr spannend zu lesen, wie die Hamburger Ermittler Stück für Stück die Wahrheit ans Licht bringen. Daher gibt’s von mir 4,5 Lese-Sterne.

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