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Veröffentlicht am 29.08.2025

Ein Leben in Briefen

Die Briefeschreiberin
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Mit DIE BRIEFESCHREIBERIN von Virginia Evans habe ich mal wieder ein Buch gelesen, dass ein bisschen außerhalb meiner persönlichen Komfortzone liegt. Aber ich lasse mich der Abwechslung halber ja immer ...

Mit DIE BRIEFESCHREIBERIN von Virginia Evans habe ich mal wieder ein Buch gelesen, dass ein bisschen außerhalb meiner persönlichen Komfortzone liegt. Aber ich lasse mich der Abwechslung halber ja immer gerne auf Neues ein. Und gerade die Brief-Thematik hat mich in diesem Fall sehr angesprochen.
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Darum geht’s: Sybil van Antwerp ist 73 Jahre alt und leidenschaftliche Briefeschreiberin. Die Juristin im Ruhestand schreibt Briefe an Freunde, Verwandte, Schriftsteller, Service-Mitarbeiter und und und – eben an jeden, dem sie irgendetwas mitzuteilen hat. Dabei geht es um die großen wie auch um die kleinen Dinge im Leben. Sybil schreibt darüber, was sie bewegt, stört, was sie begeistert und betrauert…
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Ja, der Roman ist schön. Ja, die Geschichte ist berührend. Da kann ich nichts anderes behaupten. Das Buch hat seine Momente. Es hat mich aber nicht in Gänze so mitgenommen, wie ich es mir erhofft hatte. Ich bin hochmotiviert in die Story eingestiegen und habe anfänglich auch einiges daraus mitgenommen. Die vielen Adressaten und die damit verbundenen ganz unterschiedlichen Themen – das ist schon sehr interessant. Im Verlauf habe ich genau das dann aber als anstrengend empfunden. Die bloße Aneinanderreihung der Briefe wurde für mich schwierig. Sie sind mal kürzer, mal länger und ich bin teilweise so darüber geflogen, dass ich die Orientierung verloren habe. An wen schreibt Sybil jetzt gerade wieder? Was war genau mit dieser Person nochmal das Thema? Richtig schwierig wurde es, als zwischendurch auch noch Rücksprünge im Zeitverlauf dazu kamen. Weil ich hier immer wieder innehalten musste, um das Geschriebene ein- und zuzuordnen ist mir beim Lesen der Fluss und irgendwie dann auch der übergeordnete Zusammenhang abhandengekommen. Erst als ich am Ende angelangt war, habe ich gesehen, dass es dort ein Personenverzeichnis gibt. Das hätte ich vorher wissen sollen, denn es hätte mir echt geholfen. Mein Wunsch wäre es, so etwas vorne einzufügen. Oder wenn es unbedingt am Ende sein muss, wäre ein anfänglicher Vermerk auf die Existenz nicht schlecht. Ich für meinen Teil blättere ein Buch nämlich vor dem Lesen nicht bis zum Ende durch und weiß dann eben einfach nicht, dass es da noch ein nützliches Tool gibt, dass mir im Nachhinein leider nichts mehr nützt.
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Insgesamt kann ich sagen, dass die Geschichte schön gedacht ist. Es gibt aber eindeutig Aspekte, die mich mehr interessieren, während mir andere bloß wie Füllmaterial vorgekommen sind. Da hätte etwas mehr Fokus gutgetan – vor allem auch, um Nähe zur Hauptfigur und anderen zentralen Charakteren aufzubauen. Für meinen Geschmack ist die Geschichte viel zu sehr hin- und hergesprungen. Dadurch bin ich immer wieder aus Gedanken- und Gefühlssträngen herausgerissen worden. Da hat mir einfach der Fokus und eine gewisse Stringenz gefehlt. So hat sich für mich alles irgendwie im Nirwana verloren.
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Fazit: Schöner Schreibstil. Gute Idee. Viel Potenzial. Ich hatte aber mit der Form und Umsetzung doch so meine Probleme. Vielleicht fehlt mir einfach die Leseerfahrung mit Briefromanen, so dass ich damit nicht angemessen umgehen konnte.

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Veröffentlicht am 03.07.2025

Durchschnittlich

Eine von uns
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Seltsame Hausmädchen? Lieben wir! Spätestens seit Freida McFadden und ihrer Housemaid-Trilogie. Da ist der Thriller EINE VON UNS von Samantha Hayes bei mir auch sofort auf Interesse gestoßen.
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Darum ...

Seltsame Hausmädchen? Lieben wir! Spätestens seit Freida McFadden und ihrer Housemaid-Trilogie. Da ist der Thriller EINE VON UNS von Samantha Hayes bei mir auch sofort auf Interesse gestoßen.
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Darum geht’s: Nachdem ihr Haus abgebrannt ist, kommt Gina mit ihrer Familie im Haus ihrer Freundin Annie unter. Die ist gerade verreist. Auf einmal steht Annies angebliche Haushälterin Mary vor der Tür. Bald darauf auch ihr Sohn Tyler. Und dann häufen sich seltsame Vorkommnisse…
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Yo, das hört sich nicht schlecht an. Neugierig bin ich in die Geschichte gestartet, die auch recht stark beginnt. Da nutzt Hayes erstmal den McFadden-Effekt. Hausmädchen zieht irgendwie. Und der Einstieg ist dann auch spannend und mysteriös - wenn auch nicht auf Knaller-Ebene. Leider kann der Thriller da im Verlauf auch nichts wirklich eins draufsetzen. Die Story hat im Mittelteil einen Hänger, obwohl ich die Erzählweise aus zwei Perspektiven plus noch einem Part in der Vergangenheit generell mag. Einige Twists wirken allerdings recht gewollt und auch nicht so richtig überraschend. Die Charaktere sind mir persönlich viel zu eindimensional und ihre Handlungsweisen oft nicht nachvollziehbar, weil irgendwie naiv. Das Finale mit der Auflösung liefert neben zu erahnenden zwar auch nochmal neue Erkenntnisse, wirkt aber auch ziemlich konstruiert.
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Der Thriller ist ein typischer Fall von: Kann man lesen, muss man aber nicht. Und da entscheidet eben immer der persönliche Geschmack. Meine Meinung ist, dass man hier wirklich viel mehr hätte rausholen können. Vielleicht hätte man auch lieber auf den Hausmädchen-Aspekt verzichtet. Der kommt eh nicht so richtig zum Tragen und legt Vergleiche nahe, die dem Buch eher schaden als nutzen. Für mich ist EINE VON UNS insgesamt nur Durchschnitt.

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Veröffentlicht am 27.06.2025

Kleinstadt Second Chance Lovestory

Whispers like Summer Nights
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WHISPERS LIKE SUMMER NIGHTS ist Band 2 der Tennessee Dreams-Trilogie von Ann-Kathrin Falkenberg. Im ersten Teil hat mir der Schreibstil der Autorin gut gefallen, das Setting habe ich genossen und den Bad ...

WHISPERS LIKE SUMMER NIGHTS ist Band 2 der Tennessee Dreams-Trilogie von Ann-Kathrin Falkenberg. Im ersten Teil hat mir der Schreibstil der Autorin gut gefallen, das Setting habe ich genossen und den Bad Boy-Trope habe ich geliebt. Klar wollte ich die Reihe weiterlesen. Den Klappentext hatte ich mir da gar nicht erst angesehen…
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Darum geht’s: Amber und Caleb waren sieben Jahre lang ein Paar. Nach der Highschool verschwindet er aus ihrem Leben und bricht ihr damit das Herz. Amber hat ihr Leben gerade neu geordnet, als Caleb plötzlich wieder in Hazelwood auftaucht…
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Okay, Second Chance … Das ist nicht mein favorite Trope. Und das ist mir hier beim Lesen wieder mal sehr klar geworden. Ich mag es bei Romance eben generell gerne etwas leichter und lockerer. Second Chance bringt aber eben immer so eine gewisse Grundschwere mit sich, die mir nur selten gut gefällt...
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Die Story wird im Wechsel aus der Sicht von Amber und Caleb erzählt. Caleb will Amber zurückgewinnen, sie ist aber tief verletzt. Obwohl sie noch etwas für Caleb empfindet, will sie sich nicht mehr auf ihn einlassen. Dann tut sie es aber doch, nur um dann wieder einen Rückzieher zu machen. Und da haben wir den Salat, denn dieses Hü und Hott mag ich nicht und habe es hier auch absolut nicht verstanden und deshalb auch nicht gefühlt.. Dass bei Second Chance die Vorgeschichte, verletzter Stolz, alte Wunden und noch viele andere Nuancen einer gescheiterten Liebe mehr eine Rolle spielen und die erneute Annäherung erschweren … geschenkt. Das ist nun mal so. Das ist mir schon klar. Und Caleb mochte ich hier trotz des problematischen Tropes auch echt gerne. Amber ist mir mit ihrem Verhalten dagegen mehr und mehr auf den Keks gegangen. Außerdem ist Harvey als Sidekick und Nebenbuhler von Caleb einfach nur ein Ekelpaket. Und die teils komplizierten Verhältnisse der Protagonisten zu ihren Eltern waren mir auch irgendwie too much. Das hat meinen Lesespaß trotz guter Leseabsichten doch ziemlich eingeschränkt.
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Ich habe schon Bücher mit Second Chance-Trope gelesen, die mir gefallen und mein Herz berührt haben. WHISPERS LIKE SUMMER NIGHTS hat das leider nur bedingt geschafft. Das ist eben die berühmte Geschmackssache. Allen, die den Trope insgesamt lieber mögen als ich, empfehle ich das Buch trotzdem gerne weiter, denn auch hier kann Ann-Kathrin Falkenberg wieder mit ihrem Schreibstil, dem Kleinstadt-Feeling und auch den Charakterzeichnungen ansich punkten. Das rettet auch den dritten Stern in meiner Bewertung, sodass ich jetzt einfach hoffe, dass Band 3 wieder einen besser für mich geeigneten Trope bereithält.

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Veröffentlicht am 18.06.2025

Nicht Foleys bestes Buch

Mittsommer
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Wie verrückt habe ich mich auf den neuen Thriller von Lucy Foley gefreut. Meine Begeisterung hält sich nach der Lektüre von MITTSOMMER allerdings in Grenzen. Das Buch konnte mich nicht so richtig überzeugen. ...

Wie verrückt habe ich mich auf den neuen Thriller von Lucy Foley gefreut. Meine Begeisterung hält sich nach der Lektüre von MITTSOMMER allerdings in Grenzen. Das Buch konnte mich nicht so richtig überzeugen.
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Darum geht’s: Es ist Mittsommer, als an der englischen Küste die Eröffnung des Luxushotels The Manor gefeiert. Die Dorfbewohner rebellieren. Die Anwesenden haben etwas zu verbergen. Bevor die Nacht zuende ist, steht das Anwesen in Flammen und an den Klippen wird am nächsten Morgen eine Leiche gefunden…
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Was mir gefallen hat, ist der wieder sehr flüssig und angenehm zu lesende Schreibstil von Lucy Foley. Außerdem weiß die Autorin, wie man Atmosphäre erzeugt. Da ist der Beginn schon richtig stark und hat mich richtig neugierig gemacht, auf das, was da noch kommt. Nur leider kam dann bis zum Ende nicht mehr allzu viel. Die Handlung verliert sich in unterschiedlichen Perspektiven und Erzählzeiten, ohne darüber wirklich Spannung aufzubauen. Die Story ist für meinen Geschmack leider viel zu langatmig geraten. Weniger Seiten wären hier bestimmt von Vorteil gewesen.
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Im Verlauf der Handlung wird recht schnell deutlich, dass die Personen in einem Verhältnis zueinander stehen. Sie haben eine gemeinsame Vergangenheit. Allerdings erkennt keiner den anderen von damals wieder. Der akute kollektive Amnesie-Befall löst sich erst am Ende auf, als die Betreffenden mit der Nase auf Ähnlichkeiten und Zusammenhänge gestoßen werden. Da fällt es ihnen wie Schuppen von den Augen. Okay, das fand ich etwas blöd.
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Wie gesagt, bis Vergangenheit und Gegenwart zu einer Lösung zusammengeführt werden, zieht es sich doch ziemlich. Vor allem die Rückblenden haben mich hier diesmal überhaupt nicht gepackt. Sie haben mich eher gelangweilt. Und das hat sich dann teilweise auch auf andere Passagen übertragen. Das Ende, als dann tatsächlich endlich Identitäten und Geheimnisse gelüftet werden, fand ich zwar gut - es konnte die Durststrecke vorher aber auch nicht aufwiegen. Damit ist MITTSOMMER eindeutig das schwächste Buch, das ich bisher von Lucy Foley gelesen habe. Vor allem ABENDROT hat mir doch um Längen besser gefallen.

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Veröffentlicht am 01.06.2025

Leichte Krimi-Lektüre

Schatten über Sømarken
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„Schatten über Sømarken“ ist der 3. Bornholm-Krimi von Michael Kobr. Den kenne ich ja schon lange vom Autorenduo Klüpfel/Kobr, die die humorvollen Kluftinger-Krimis schreiben. Aber auch als Solo-Autor ...

„Schatten über Sømarken“ ist der 3. Bornholm-Krimi von Michael Kobr. Den kenne ich ja schon lange vom Autorenduo Klüpfel/Kobr, die die humorvollen Kluftinger-Krimis schreiben. Aber auch als Solo-Autor konnte Michael Kobr mich überzeugen. Das Dänemark-Setting und die Protagonisten haben mir in den ersten beiden Bänden richtig gut gefallen. Also durfte auch der nächste Teil sofort einziehen.

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Darum geht’s: Lennart Ipsen könnte seinen Urlaub genießen … wenn ihm nicht ein Mord dazwischenfunken würde. Ausgerechnet im Restaurant seiner Freundin Maren bricht ein Gast tot zusammen. Vergiftet. Falk Magnusson ist ausgerechnet Marens Ex-Freund und außerdem noch ein bekannter Star- und Fernsehkoch, der mit ihr ein gemeinsames Projekt planen wollte…

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Okay, ich sag’s direkt: „Schatten über Sømarken“ ist der bisher schwächste Band der Reihe. Während der Schreibstil wieder gut ist, bin ich inhaltlich diesmal weniger auf meine Kosten gekommen. Der Wohlfühl-Effekt der ersten beiden Bände hat sich leider nicht eingestellt. Das schöne Insel-Setting ist für meinen Geschmack nicht so gut zum Zuge gekommen. Die Charaktere finde ich in diesem dritten Fall nicht so stark gezeichnet und weiterentwickelt. Die Handlung hat mich nicht richtig mitgerissen. Die Geschichte plätschert vor sich hin. Es gibt keinen großartigen Spannungsbogen. Auch das Drumherum hat diesmal nicht herausgerissen. Alles ist eher unspektakulär. Der Plot wirkt gestreckt, obwohl die Buchlänge mit um die 400 Seiten durchschnittlich und damit eigentlich gut zu füllen ist.

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Ich habe die Reihe angefangen und ich will sie auch weiterverfolgen. „Schatten über Sømarken“ ist für mich aber ein typischer Zwischenband. Der Krimi ist in allen Punkten durchwachsen und eben schwächer als die Vorgänger. Ein erster kleiner Durchhänger, aber nicht so schlecht, dass ich der Reihe jetzt gleich abschwören würde. Das Buch ist als leichte Sommerlektüre gut geeignet. Es ist okay. Aber allzu viel sollte man hier nicht erwarten. Bei mir greift hier die klassische Reihenliebe-Hoffnung, dass der nächste Teil mich bestimmt wieder mehr begeistern kann.

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