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Veröffentlicht am 03.07.2025

Mord, Mindset und Menopause

Morden in der Menopause mit dem richtigen Mindset
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„Morden in der Menopause – Mit dem richtigen Mindset“ von Tine Dreyer ist bereits der zweite Band rund um Liv, 48 Jahre alt, Ehefrau, Mutter, Küchenplanerin – und seit einem fatalen Vorfall während einer ...

„Morden in der Menopause – Mit dem richtigen Mindset“ von Tine Dreyer ist bereits der zweite Band rund um Liv, 48 Jahre alt, Ehefrau, Mutter, Küchenplanerin – und seit einem fatalen Vorfall während einer Hitzewallung auch Mörderin. Schlaflose Nächte hat sie nun nicht nur wegen der Hormone, sondern auch wegen ihrer Schuldgefühle. Ins Gefängnis zu gehen kommt für sie nicht infrage, denn sie muss sich weiterhin um ihre pubertierenden Kinder, ihren Mann Jörn und die betagten Schwiegereltern kümmern. Um wieder ins Gleichgewicht zu kommen, versucht Liv, ihr Denken zu verändern. Dabei bekommt sie Unterstützung von ihrer Schwiegermutter und einer Ex-Prostituierten. Gemeinsam arbeiten sie an einem positiven Mindset, auch wenn es dabei nicht bei einem Mord bleibt.
Ich habe das Buch gern gelesen und kannte bereits den ersten Band der Reihe. Der Einstieg war für mich damals besonders originell, das frische Thema und das ungewöhnliche Setting haben mir sehr gefallen. Auch wenn ich den ersten Teil noch etwas unterhaltsamer fand, bietet auch dieser zweite Band gute Leseunterhaltung. Die Figuren sind wieder herrlich überzeichnet, und der trockene, teils schwarze Humor sorgt für viele amüsante Momente. Der Ton ist selbstironisch, der Schreibstil frech und unterhaltsam, die Geschichte eine gelungene Mischung aus Alltagschaos, Frauenpower und Gesellschaftssatire.
Manche Szenen wirkten für meinen Geschmack ein wenig überdreht oder konstruiert, und nicht jeder Witz hat bei mir gezündet. Trotzdem mochte ich das Buch insgesamt sehr gern. Es ist kein klassischer Krimi, sondern vielmehr eine humorvolle und kluge Auseinandersetzung mit den Themen Hormone, Erwartungen und dem täglichen Wahnsinn in der Lebensmitte. Wer schrägen Humor, starke Heldinnen und etwas andere Geschichten liebt, ist hier bestens aufgehoben.

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Veröffentlicht am 27.06.2025

Wieder mal auf Sylt mit Mamma Carlotta

La Paloma (Mamma Carlotta 19)
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Ich habe bereits alle Bände der Mamma-Carlotta-Reihe gehört und freue mich jedes Mal, auf „meine“ Insel zurückzukehren. Wenn man die Figuren und Orte kennt, ist man sofort wieder mittendrin – das macht ...

Ich habe bereits alle Bände der Mamma-Carlotta-Reihe gehört und freue mich jedes Mal, auf „meine“ Insel zurückzukehren. Wenn man die Figuren und Orte kennt, ist man sofort wieder mittendrin – das macht für mich den besonderen Charme dieser Reihe aus.

Auch in diesem Fall ist Mamma Carlotta zu Besuch bei ihrem Schwiegersohn Erik, der als Hauptkommissar auf Sylt arbeitet, und ihren inzwischen erwachsenen Enkelkindern. Mit ihrer typisch italienischen Herzlichkeit umsorgt sie die Familie und stürzt sich zugleich in die Ermittlungen rund um zwei rätselhafte Todesfälle: ein Mann stirbt bei Fahrerflucht, eine Sängerin scheinbar durch Suizid. Doch Mamma Carlotta hat Zweifel – und beginnt wie gewohnt auf eigene Faust zu recherchieren, unterstützt von Enkelin Carlotta, Freunden und natürlich Erik.

Die Mischung aus familiärem Alltag, kulinarischen Einblicken und Krimihandlung funktioniert wie immer gut. Auch wenn Mamma Carlotta manchmal etwas übermenschlich wirkt, was Energie und Zeit betrifft, macht gerade das ihren Charme aus.

Julia Fischer liest gewohnt souverän. Ihre Stimmenvielfalt macht jede Figur lebendig. Für mich ist das Hörbuch die ideale Begleitung beim Autofahren oder im Haushalt.

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Veröffentlicht am 27.06.2025

Frauen, Alkohol und die Folgen

Frauen und Alkohol
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Ich habe bereits viele Bücher über Alkohol gelesen, weil mich sowohl die wissenschaftlichen Hintergründe als auch der gesellschaftliche Umgang damit interessieren. Frauen und Alkohol von Nathalie Stüben ...

Ich habe bereits viele Bücher über Alkohol gelesen, weil mich sowohl die wissenschaftlichen Hintergründe als auch der gesellschaftliche Umgang damit interessieren. Frauen und Alkohol von Nathalie Stüben und Prof. Dr. Falk Kiefer hat mich besonders überzeugt, weil es gezielt auf die Auswirkungen bei Frauen eingeht.
Das Buch erklärt verständlich, wie Alkohol den weiblichen Körper beeinflusst, etwa in Bezug auf Hormone oder Wechseljahresbeschwerden. Vieles war mir bekannt, aber einiges wurde so klar und eindrücklich dargestellt, dass es mich wirklich zum Nachdenken gebracht hat.
Die Mischung aus Fakten und Fallbeispielen macht das Thema greifbar, der Schreibstil ist sachlich und angenehm zu lesen. Besonders gut gefällt mir, dass das Buch informiert, ohne zu belehren. Eine klare Empfehlung für alle, die sich mit dem eigenen Konsum auseinandersetzen oder das Thema aus weiblicher Perspektive besser verstehen möchten.

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Veröffentlicht am 11.06.2025

Spannender Psychothriller ohne blutige Szenen

Perfect Crime - Wenn niemand dir glaubt
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Claire Douglas hat mich mit „Perfect Crime“ voll überzeugt. Nachdem ich bereits „Liebste Tochter“ gelesen hatte, finde ich ihren neuen Thriller noch besser und deutlich spannender. Die Geschichte rund ...

Claire Douglas hat mich mit „Perfect Crime“ voll überzeugt. Nachdem ich bereits „Liebste Tochter“ gelesen hatte, finde ich ihren neuen Thriller noch besser und deutlich spannender. Die Geschichte rund um Emilia, die in ihrem ruhigen Vorstadtleben plötzlich von einer real gewordenen Szene aus ihrem eigenen Thriller erschüttert wird, fesselt von Anfang an. Besonders gelungen ist der raffinierte Erzählaufbau mit wechselnden Perspektiven sowie die spannende Vermischung von Fiktion und Realität. Die Figuren sind glaubwürdig und das familiäre Umfeld entwickelt sich zu einem gefährlichen Ort voller Geheimnisse. Die Grundstimmung ist beklemmend und der psychologische Druck steigt kontinuierlich, ohne dass die Autorin auf blutige oder übermäßige Gewaltszenen zurückgreift. Für alle, die einen Thriller mit spürbarer Bedrohung, aber ohne brutale Szenen suchen, ist „Perfect Crime“ eine klare Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 04.06.2025

Spannender Krimi zwischen Klasse, Gefühl und England

Denn bitter ist der Tod
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Trotz einiger Schwächen in der Konstruktion des Kriminalfalls von „Denn bitter ist der Tod“ bin ich ein großer Fan der Elizabeth-George-Reihe. Die Geschichte um den Mord an einer Studentin in Cambridge ...

Trotz einiger Schwächen in der Konstruktion des Kriminalfalls von „Denn bitter ist der Tod“ bin ich ein großer Fan der Elizabeth-George-Reihe. Die Geschichte um den Mord an einer Studentin in Cambridge entwickelt sich zwar stellenweise etwas langatmig, bietet aber eine vielschichtige und stimmungsvolle Atmosphäre, die perfekt zum nebligen November in England passt. Für mich liegt der Reiz nicht nur im eigentlichen Fall, sondern vor allem in der spannenden Dynamik des Ermittlerduos. Die sozialen Gegensätze zwischen dem adeligen Thomas Lynley und der bodenständigen Barbara Havers sorgen immer wieder für interessante Reibungen und Tiefe. Besonders beeindruckt mich die ehrliche und realitätsnahe Darstellung von Havers’ Privatleben, in dem Themen wie Tod, Demenz und Einsamkeit sensibel behandelt werden. Und nicht zuletzt fasziniert mich das typisch britische Setting – ob das traditionsreiche Cambridge, London oder andere Ecken Englands – das den Büchern ihren besonderen Charme verleiht. Diese Mischung aus Krimi, Charakterentwicklung und Atmosphäre macht „Denn bitter ist der Tod“ für mich zu einem besonderen Leseerlebnis.

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