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Veröffentlicht am 05.07.2025

Mac P. Lorne: Captain Nelson – Unter der Flagge des Königs

Captain Nelson – Unter der Flagge des Königs
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Als Geschichtsfan und Liebhaber von Abenteuern auf hoher See hat mich Captain Nelson – Unter der Flagge des Königs von Mac P. Lorne richtig begeistert. Wer hätte gedacht, dass das Leben des berühmten Horatio ...

Als Geschichtsfan und Liebhaber von Abenteuern auf hoher See hat mich Captain Nelson – Unter der Flagge des Königs von Mac P. Lorne richtig begeistert. Wer hätte gedacht, dass das Leben des berühmten Horatio Nelson so spannend, dramatisch und manchmal auch ein wenig chaotisch war? Ganz ehrlich, der Mann hatte es echt nicht leicht: Feinde in der Karibik, Rivalen in England und dann noch die Französische Revolution – als hätte er nicht schon genug am Hals!

Der Einstieg in die Geschichte ist sofort fesselnd. Nelson, jung, ehrgeizig und unglaublich pflichtbewusst, bekommt den undankbaren Job, das Handelsverbot in den englischen Kolonien zu überwachen. Natürlich läuft nichts nach Plan, denn der Gouverneur von Antigua drückt beide Augen zu, wenn es um Schmuggel geht. Nelson? Nicht so sehr. Das führt natürlich zu Spannungen und macht ihm ordentlich Feinde. Aber genau das macht den Reiz aus – Nelson bleibt standhaft und zieht sein Ding durch, auch wenn er dabei auf die eine oder andere Nase stößt.

Was mir besonders gefallen hat, ist, wie Mac P. Lorne die historische Genauigkeit mit einem angenehmen Erzählstil verknüpft. Es ist eine fesselnde Mischung aus Abenteuer, politischen Intrigen und persönlichen Schicksalen.

Warum keine vollen 5 Sterne? Nun, ab und zu hat sich die Handlung für meinen Geschmack ein wenig in zu vielen Details verloren – besonders, wenn es um die taktischen Beschreibungen der Seeschlachten ging. Das war zwar gut recherchiert, aber an einigen Stellen hätte ich mir ein bisschen mehr Tempo gewünscht. Trotzdem, das ist meckern auf hohem Niveau.

Alles in allem: Captain Nelson – Unter der Flagge des Königs ist eine packende Lektüre für alle, die historische Romane und Abenteuer auf hoher See lieben. Mit viel Herz und Spannung führt Mac P. Lorne den Leser durch Nelsons turbulentes Leben. Ich bin schon gespannt auf den nächsten Band!

Veröffentlicht am 04.07.2025

Leeanne Slade: Frag mich später nochmal

Frag mich später noch mal
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Stell dir vor, du kriegst einen Heiratsantrag – aber statt rosaroter Wolken und Freudentränen bekommst du eine Panikattacke. Genau da findet sich Kitty, die Protagonistin von Frag mich später noch mal, ...

Stell dir vor, du kriegst einen Heiratsantrag – aber statt rosaroter Wolken und Freudentränen bekommst du eine Panikattacke. Genau da findet sich Kitty, die Protagonistin von Frag mich später noch mal, wieder. Verständlich, denn nach der Scheidung ihrer Eltern hat sie sich geschworen, nie zu heiraten. Aber dann kommt Archie mit einem Antrag um die Ecke und plant auch noch eine pompöse Verlobungsfeier. Für Kitty ist das der Startschuss, um mal ordentlich die Reißleine zu ziehen: Drei Monate Beziehungspause, um sich über ihre Gefühle klarzuwerden – und hey, was könnte da schon dagegensprechen, ein bisschen Zeit mit dem attraktiven Kollegen Leo zu verbringen?

Kitty war für mich eine sympathische Protagonistin, deren Unsicherheiten und Ängste echt greifbar sind. Sie steht vor der Frage, ob sie wirklich ihr Leben mit Archie verbringen will, oder ob sie vielleicht nur versucht, einer Erwartung gerecht zu werden. Inmitten ihrer Selbstfindung steht Leo, der ganz andere Facetten ins Spiel bringt. Leo ist nicht nur ein charmanter Kollege, sondern auch jemand mit eigenen Herausforderungen, was der Geschichte eine schöne Tiefe verleiht.

Ich mochte den Humor in diesem Buch. Kitty stolpert von einer witzigen Situation in die nächste, aber gleichzeitig sind die ernsten Töne nicht zu überhören. Es geht nicht nur um Liebe, sondern auch darum, alte Glaubenssätze und Ängste zu überwinden. Besonders der Umgang mit dem Thema Selbstfindung hat mir gefallen, denn Kitty entwickelt sich im Laufe des Buches wirklich weiter.

Archie, der verlobungsfreudige Freund, bleibt während der dreimonatigen Pause nicht völlig aus dem Bild, und das ist ein weiterer Pluspunkt. Kitty macht es sich nicht leicht, und die emotionale Spannung zwischen ihrer langjährigen Beziehung und dem aufregenden Neuen bringt das gewisse Knistern in die Geschichte.

Warum nicht fünf Sterne? Vielleicht, weil das Ende ein bisschen märchenhaft daherkommt. Nicht falsch verstehen – es ist schön und befriedigend, aber es fühlt sich ein kleines bisschen zu glatt an, nachdem Kitty sich so durch ihre inneren Konflikte gewühlt hat. Doch wer will nicht mal ein Happy End, das man sich vielleicht selbst nicht immer gönnt?

Insgesamt hat mir Frag mich später noch mal richtig gut gefallen. Es ist ein erfrischender Roman mit einer charmanten Mischung aus Selbstfindung, Humor und einer Liebesgeschichte, die einem ein gutes Gefühl gibt. Eine perfekte Sommerlektüre für ein paar unbeschwerte Stunden – vier Sterne von mir!

Veröffentlicht am 04.07.2025

Leeanne Slade: Frag mich später nochmal

Frag mich später noch mal
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Stell dir vor, du kriegst einen Heiratsantrag – aber statt rosaroter Wolken und Freudentränen bekommst du eine Panikattacke. Genau da findet sich Kitty, die Protagonistin von Frag mich später noch mal, ...

Stell dir vor, du kriegst einen Heiratsantrag – aber statt rosaroter Wolken und Freudentränen bekommst du eine Panikattacke. Genau da findet sich Kitty, die Protagonistin von Frag mich später noch mal, wieder. Verständlich, denn nach der Scheidung ihrer Eltern hat sie sich geschworen, nie zu heiraten. Aber dann kommt Archie mit einem Antrag um die Ecke und plant auch noch eine pompöse Verlobungsfeier. Für Kitty ist das der Startschuss, um mal ordentlich die Reißleine zu ziehen: Drei Monate Beziehungspause, um sich über ihre Gefühle klarzuwerden – und hey, was könnte da schon dagegensprechen, ein bisschen Zeit mit dem attraktiven Kollegen Leo zu verbringen?

Kitty war für mich eine sympathische Protagonistin, deren Unsicherheiten und Ängste echt greifbar sind. Sie steht vor der Frage, ob sie wirklich ihr Leben mit Archie verbringen will, oder ob sie vielleicht nur versucht, einer Erwartung gerecht zu werden. Inmitten ihrer Selbstfindung steht Leo, der ganz andere Facetten ins Spiel bringt. Leo ist nicht nur ein charmanter Kollege, sondern auch jemand mit eigenen Herausforderungen, was der Geschichte eine schöne Tiefe verleiht.

Ich mochte den Humor in diesem Buch. Kitty stolpert von einer witzigen Situation in die nächste, aber gleichzeitig sind die ernsten Töne nicht zu überhören. Es geht nicht nur um Liebe, sondern auch darum, alte Glaubenssätze und Ängste zu überwinden. Besonders der Umgang mit dem Thema Selbstfindung hat mir gefallen, denn Kitty entwickelt sich im Laufe des Buches wirklich weiter.

Archie, der verlobungsfreudige Freund, bleibt während der dreimonatigen Pause nicht völlig aus dem Bild, und das ist ein weiterer Pluspunkt. Kitty macht es sich nicht leicht, und die emotionale Spannung zwischen ihrer langjährigen Beziehung und dem aufregenden Neuen bringt das gewisse Knistern in die Geschichte.

Warum nicht fünf Sterne? Vielleicht, weil das Ende ein bisschen märchenhaft daherkommt. Nicht falsch verstehen – es ist schön und befriedigend, aber es fühlt sich ein kleines bisschen zu glatt an, nachdem Kitty sich so durch ihre inneren Konflikte gewühlt hat. Doch wer will nicht mal ein Happy End, das man sich vielleicht selbst nicht immer gönnt?

Insgesamt hat mir Frag mich später noch mal richtig gut gefallen. Es ist ein erfrischender Roman mit einer charmanten Mischung aus Selbstfindung, Humor und einer Liebesgeschichte, die einem ein gutes Gefühl gibt. Eine perfekte Sommerlektüre für ein paar unbeschwerte Stunden – vier Sterne von mir!

Veröffentlicht am 04.07.2025

Kati Stephan: Aussicht auf ein neues Morgen

Aussicht auf ein neues Morgen
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Manchmal findest du ein Buch, das dich in eine vergangene Zeit mitnimmt und dir die Höhen und Tiefen des Lebens in einer anderen Ära nahebringt. Genau das hat Aussicht auf ein neues Morgen bei mir geschafft. ...

Manchmal findest du ein Buch, das dich in eine vergangene Zeit mitnimmt und dir die Höhen und Tiefen des Lebens in einer anderen Ära nahebringt. Genau das hat Aussicht auf ein neues Morgen bei mir geschafft. Die Geschichte spielt in den 70er Jahren in Ost-Berlin und dreht sich um drei junge Frauen – Hanna, Trudi und Babs – die alle aus unterschiedlichen Gründen in die Großstadt ziehen und dort ihre ersten Schritte ins Erwachsenenleben machen.

Hanna, die schüchterne und zurückhaltende Fotografin, zieht mich sofort in ihren Bann, vor allem, als sie den rebellischen Musiker Peter kennenlernt. Aber natürlich wird’s kompliziert, denn die Staatssicherheit hat überall ihre Finger im Spiel, und so steht schnell ihre aufblühende Liebe unter einem ziemlich düsteren Stern. Peter, ein Freiheitsliebender, gerät in Schwierigkeiten, und ich konnte förmlich mitfühlen, wie Hanna sich fragt, ob es klug ist, sich in ihn zu verlieben – das Risiko, alles zu verlieren, war allgegenwärtig.

Babs, die vom Dorf nach Berlin flieht, um der Enge ihrer Familie zu entkommen, hat es da nicht viel leichter. Ihr Heimweh macht sie verletzlich, aber als sie den Gastarbeiter Miro trifft, beginnt sie, sich mehr und mehr zu Hause zu fühlen. Ihre Geschichte bringt eine süße, fast naive Romantik in das Buch, die aber von der schwierigen Realität in der DDR immer wieder eingeholt wird.

Trudi hingegen hat ganz andere Ziele: Sie will in den Westen und scheut nicht davor zurück, moralisch fragwürdige Entscheidungen zu treffen. Ihre Ambitionen und ihr trockener Humor haben mich oft zum Schmunzeln gebracht, aber man spürt auch den Druck, den die politische Situation auf alle Charaktere ausübt.

Was mich an diesem Buch besonders fasziniert hat, ist die Mischung aus Freundschaft, Liebe und der ständigen Präsenz der Staatssicherheit, die über allem schwebt. Die drei Frauen kämpfen um ihre Freiheit und ihre Träume, während das System sie gleichzeitig einsperrt. Das hat der Geschichte einen spannenden und emotionalen Kern verliehen.

Ein kleines Manko für mich war, dass das Buch ruhig etwas tiefer in die einzelnen Handlungsstränge hätte eintauchen können. Es fühlte sich manchmal so an, als würden einige Entwicklungen zu schnell abgehandelt, vor allem, weil die Autorin auf nur 271 Seiten viele Themen unterbringen wollte. Das ist zwar keine große Schwäche, aber ein paar Seiten mehr hätten den Figuren und ihren Geschichten etwas mehr Raum zum Atmen gegeben.

Alles in allem hat mir Aussicht auf ein neues Morgen wirklich gut gefallen. Es war ein kurzweiliger, historischer Roman, der mich durch die packende Erzählweise und die sympathischen Protagonistinnen überzeugt hat. Vier Sterne – ein gelungener Ausflug in die DDR der 70er Jahre!

Veröffentlicht am 04.07.2025

Helene Falk: Abgrundtiefer Hass

Abgrundtiefer Hass
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Wenn du auf der Suche nach einem Thriller bist, der dir die Nerven ordentlich strapaziert, dann ist „Abgrundtiefer Hass“ genau das Richtige für dich. Stell dir vor: Ein Kind verschwindet mitten beim Einkaufen ...

Wenn du auf der Suche nach einem Thriller bist, der dir die Nerven ordentlich strapaziert, dann ist „Abgrundtiefer Hass“ genau das Richtige für dich. Stell dir vor: Ein Kind verschwindet mitten beim Einkaufen – und plötzlich steckt Hauptkommissar Mik Kohonen, der eigentlich nur zufällig vor Ort ist, mitten in einem Albtraum, der schlimmer wird, je mehr man darüber nachdenkt.

Kohonens Fall beginnt schon aufregend genug, als er den kleinen Yanis dank einer GPS-Uhr aus einem verlassenen Brunnen rettet. Man könnte jetzt meinen, das Happy End ist in Sicht, aber weit gefehlt: Neben dem Jungen wird ein jahrzehntealtes Kinderskelett gefunden. Ja, richtig gelesen. Die Erleichterung über die Rettung verwandelt sich blitzschnell in eine düstere Mordermittlung. Und als wäre das nicht genug, spricht Yanis seitdem kein Wort mehr und zeichnet obsessiv schwarze Vögel. Gruselig, oder?

Hier kommt die Psychologin Sofia Eriksson ins Spiel, die versucht, Yanis wieder zum Sprechen zu bringen – was sich als schwieriger erweist, als sie dachte. Denn kurz darauf verschwindet ein weiteres Kind, und Mik steht unter Hochdruck: Wer oder was ist „der Vogel“, der in Yanis’ Zeichnungen auftaucht?

Was ich an diesem Buch besonders mochte, sind die verschiedenen Perspektiven und Erzählstränge, die sich wie ein Puzzle Stück für Stück zusammenfügen. Es gibt auch Rückblicke in die Vergangenheit, die das Mysterium um das alte Kinderskelett langsam aufklären. Auch die eingeflochtenen Tagebucheinträge tragen zu dieser beklemmenden Atmosphäre bei – hier möchte man unbedingt wissen, was vor so vielen Jahren passiert ist.

Kohonen selbst ist ein angenehm bodenständiger Charakter. Man erfährt nicht nur viel über den Fall, sondern auch über seine persönliche Geschichte, die ihn als Menschen greifbar macht. Dabei schafft es Helene Falk, die Handlung trotz all der emotionalen Spannung leicht und flüssig zu halten – die kurzen Kapitel tragen ihren Teil dazu bei, dass man immer „nur noch ein Kapitel“ lesen möchte, bis man plötzlich das ganze Buch verschlungen hat.

Die Auflösung des Falls? Überraschend, aber absolut schlüssig. Es gibt ein paar Wendungen, die mich kalt erwischt haben – und ich liebe es, wenn ein Thriller das schafft! Alles in allem ist „Abgrundtiefer Hass“ ein fesselnder Thriller, der dich bis zur letzten Seite in Atem hält. Wenn du auf nervenaufreibende Geschichten mit menschlicher Tiefe stehst, dann schnapp dir dieses Buch und mach dich bereit, selbst einen Blick in den Abgrund zu werfen.