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Veröffentlicht am 05.07.2025

Dan Schreiber: Waschbären, die im Dunkeln leuchten

Waschbären, die im Dunkeln leuchten
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Was für ein wildes, wunderbar absurdes Buch! Schon der Titel schreit förmlich „Ich bin anders!“ – und genau das ist „Waschbären, die im Dunklen leuchten“ auch: anders, schräg, lustig, zum Teil völlig irre, ...

Was für ein wildes, wunderbar absurdes Buch! Schon der Titel schreit förmlich „Ich bin anders!“ – und genau das ist „Waschbären, die im Dunklen leuchten“ auch: anders, schräg, lustig, zum Teil völlig irre, aber auf eine richtig charmante Art.

Dan Schreiber nimmt uns mit in eine Welt voller kurioser Ideen, exzentrischer Wissenschaftler und Theorien, bei denen man nie so ganz weiß: „Ist das jetzt Satire? Oder ist das wirklich so passiert?“ (Spoiler: Es ist oft wirklich so passiert – zumindest angeblich.)

Man begegnet Nobelpreisträgern, die Geister sehen, Pflanzen, die angeblich lügen können, und Forschern, die fest davon überzeugt sind, dass der Papst die Mondlandung inszeniert hat – oder so ähnlich. Der Stil? Locker, kurzweilig, manchmal ein bisschen britisch-schräg, aber genau das macht den Charme aus. Und wer sich je gefragt hat, wie Telepathie im Weltall funktioniert oder was genau es mit dem „Pauli-Effekt“ auf sich hat, wird hier fündig.

Aber: Wer wissenschaftlich fundierte Fakten oder tiefgehende Analysen sucht, ist hier eindeutig falsch. Das Buch ist eher ein Kuriositätenkabinett als ein Sachbuch. Es geht nicht darum, zu beweisen – sondern zu zeigen, wie bunt, seltsam und auch unterhaltsam die Welt der „Fakten“ sein kann.

Was mir besonders gefallen hat: Zwischen all dem Wahnsinn steckt doch ein bisschen Wahrheit. Die Erkenntnis, dass selbst die verrücktesten Ideen manchmal einen Funken Inspiration enthalten. Oder zumindest eine gute Story.

Also: Wer sich für abseitige Gedankengänge, skurrile Anekdoten und das bunte Treiben am Rande der Wissenschaft begeistern kann – und dabei auch mal herzlich über einen leuchtenden Waschbären lachen möchte – sollte dieses Buch unbedingt in die Hand nehmen. Es ist wie ein Abend mit einem sehr witzigen, leicht verrückten Freund, der einem die Welt erklärt … nur eben auf seine ganz eigene Art.

Veröffentlicht am 05.07.2025

Hugh Breakey: The beautiful fall

The Beautiful Fall - Die vollkommen irritierende Kettenreaktion der Liebe
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Stell dir vor, du verlierst alle 179 Tage dein Gedächtnis. Komplett. Kein Trick, kein Zaubertrank – einfach weg, zack. Genau das passiert Robert Penfold, dem Protagonisten in „The Beautiful Fall“. Damit ...

Stell dir vor, du verlierst alle 179 Tage dein Gedächtnis. Komplett. Kein Trick, kein Zaubertrank – einfach weg, zack. Genau das passiert Robert Penfold, dem Protagonisten in „The Beautiful Fall“. Damit er nicht völlig lost durch sein Leben irrt, schreibt ihm sein früheres Ich vor jedem Vergessen einen Brief – mit Verhaltensregln, Erinnerungen und dem Hinweis: „Vertrau niemandem. Und verlass bloß nicht das Haus.“ Klingt nach einem ziemlich traurigen, aber auch irgendwie spannenden Alltag, oder?

Und dann steht plötzlich Julie vor seiner Tür. Sie ist alles, was Roberts Leben nicht ist: laut, neugierig, lebendig – und definitiv nicht Teil seines strengen Plans. Natürlich bleibt sie nicht einfach draußen stehen. Und natürlich bringt sie Roberts perfekt geordnetes Leben ziemlich schnell ins Wanken.

Das Setting wirkt auf den ersten Blick wie eine Mischung aus „50 erste Dates“ und „Und täglich grüßt das Murmeltier“, aber mit deutlich mehr Tiefe. Statt auf Klamauk setzt Hugh Breakey auf philosophische Fragen: Wer sind wir ohne unsere Erinnerungen? Wie viel Kontrolle brauchen wir über unser Leben – und wann wird Kontrolle zur Last? Und kann man lieben, wenn man weiß, dass man sich morgen an nichts mehr erinnern wird?

Robert selbst ist ein spannender Charakter – aber kein einfacher. Er lebt zurückgezogen, seine Tage bestehen aus Routine, Sport und dem akribischen Aufbau eines gigantischen Domino-Parcours. Was erst seltsam wirkt, entfaltet im Laufe der Geschichte aber eine fast meditative Tiefe. Julie bringt frischen Wind – und auch ordentlich Chaos. Ihre Beweggründe werden Stück für Stück enthüllt, und plötzlich ist nicht mehr ganz klar, wer hier eigentlich wem hilft. Oder warum.

Was das Buch besonders macht, ist dieser sanfte, melancholische Ton. Es ist kein klassischer Liebesroman, sondern eher ein ruhiges, nachdenkliches Buch, das sich Zeit nimmt – für seine Figuren, für große Fragen und für die kleinen Momente dazwischen. Klar, es gibt Stellen, da plätschert die Handlung etwas vor sich hin, und man muss die Langsamkeit mögen. Aber wenn man sich darauf einlässt, entfaltet sich eine Geschichte, die leise unter die Haut geht.

„The Beautiful Fall“ ist kein lautes Buch – aber eins, das bleibt. Und vielleicht ist genau das seine größte Stärke. Ein ungewöhnlicher, gefühlvoller Roman über Identität, Vertrauen und die ganz große Frage: Was, wenn man jeden Tag wieder ganz von vorne anfangen müsste?

Veröffentlicht am 05.07.2025

Hugh Breakey: The beautiful fall

The Beautiful Fall - Die vollkommen irritierende Kettenreaktion der Liebe
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Stell dir vor, du verlierst alle 179 Tage dein Gedächtnis. Komplett. Kein Trick, kein Zaubertrank – einfach weg, zack. Genau das passiert Robert Penfold, dem Protagonisten in „The Beautiful Fall“. Damit ...

Stell dir vor, du verlierst alle 179 Tage dein Gedächtnis. Komplett. Kein Trick, kein Zaubertrank – einfach weg, zack. Genau das passiert Robert Penfold, dem Protagonisten in „The Beautiful Fall“. Damit er nicht völlig lost durch sein Leben irrt, schreibt ihm sein früheres Ich vor jedem Vergessen einen Brief – mit Verhaltensregln, Erinnerungen und dem Hinweis: „Vertrau niemandem. Und verlass bloß nicht das Haus.“ Klingt nach einem ziemlich traurigen, aber auch irgendwie spannenden Alltag, oder?

Und dann steht plötzlich Julie vor seiner Tür. Sie ist alles, was Roberts Leben nicht ist: laut, neugierig, lebendig – und definitiv nicht Teil seines strengen Plans. Natürlich bleibt sie nicht einfach draußen stehen. Und natürlich bringt sie Roberts perfekt geordnetes Leben ziemlich schnell ins Wanken.

Das Setting wirkt auf den ersten Blick wie eine Mischung aus „50 erste Dates“ und „Und täglich grüßt das Murmeltier“, aber mit deutlich mehr Tiefe. Statt auf Klamauk setzt Hugh Breakey auf philosophische Fragen: Wer sind wir ohne unsere Erinnerungen? Wie viel Kontrolle brauchen wir über unser Leben – und wann wird Kontrolle zur Last? Und kann man lieben, wenn man weiß, dass man sich morgen an nichts mehr erinnern wird?

Robert selbst ist ein spannender Charakter – aber kein einfacher. Er lebt zurückgezogen, seine Tage bestehen aus Routine, Sport und dem akribischen Aufbau eines gigantischen Domino-Parcours. Was erst seltsam wirkt, entfaltet im Laufe der Geschichte aber eine fast meditative Tiefe. Julie bringt frischen Wind – und auch ordentlich Chaos. Ihre Beweggründe werden Stück für Stück enthüllt, und plötzlich ist nicht mehr ganz klar, wer hier eigentlich wem hilft. Oder warum.

Was das Buch besonders macht, ist dieser sanfte, melancholische Ton. Es ist kein klassischer Liebesroman, sondern eher ein ruhiges, nachdenkliches Buch, das sich Zeit nimmt – für seine Figuren, für große Fragen und für die kleinen Momente dazwischen. Klar, es gibt Stellen, da plätschert die Handlung etwas vor sich hin, und man muss die Langsamkeit mögen. Aber wenn man sich darauf einlässt, entfaltet sich eine Geschichte, die leise unter die Haut geht.

„The Beautiful Fall“ ist kein lautes Buch – aber eins, das bleibt. Und vielleicht ist genau das seine größte Stärke. Ein ungewöhnlicher, gefühlvoller Roman über Identität, Vertrauen und die ganz große Frage: Was, wenn man jeden Tag wieder ganz von vorne anfangen müsste?

Veröffentlicht am 05.07.2025

Anjana Gill: Das kleine Hotel, wo Wünsche wahr werden

Das kleine Hotel, wo Wünsche wahr werden
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Was bekommt man, wenn man einen spirituellen Ratgeber mit einer Prise Wohlfühlroman mixt? Richtig – dieses Buch hier!

Die Geschichte beginnt ganz unaufgeregt: Eine Frau (deren Namen wir nie erfahren ...

Was bekommt man, wenn man einen spirituellen Ratgeber mit einer Prise Wohlfühlroman mixt? Richtig – dieses Buch hier!

Die Geschichte beginnt ganz unaufgeregt: Eine Frau (deren Namen wir nie erfahren – was irgendwie charmant ist) braucht dringend eine Auszeit. Also packt sie ihre Sachen und landet in einem kleinen, scheinbar unscheinbaren Hotel irgendwo am See. Doch dieses Hotel ist alles andere als gewöhnlich – allein der steinerne Glückselefant vor der Tür hat schon so eine magische Aura, das man selbst als Leser direkt spürt: Hier passiert gleich was besonderes.

Und dann kommt Sita. Besitzerin des Hotels. Weisheitsqueen. Aus dem Himalaya. Und ganz offensichtlich nicht zufällig im Leben der Erzählerin – denn sie hat eine Mission: Sie möchte die sieben Geheimnisse der Wunscherfüllung weitergeben. Und wie sie das tut? Ganz locker, mit einer Leichtigkeit, die einem beim Lesen fast die Sorgen aus dem Kopf pustet.

Was ich an diesem Buch besonders mochte: Es ist kein trockener Ratgeber mit „Du musst das so und so machen“-Ton, sondern eher wie ein spiritueller Roadtrip durch die Gedankenwelt. Zwischen Tee, kleinen Zetteln mit Weisheiten und Gesprächen mit Sita fühlt man sich als Leser:in wie in einem Retreat mit der besten Mentorin der Welt. Und das alles verpackt in eine liebevoll erzählte Geschichte, bei der man selbst anfängt, seine Wünsche mal zu hinterfragen – und vor allem, wie man sie formuliert.

Kleine Highlights:

Die „sieben Stufen der Wunscherfüllung“ – richtig schön erklärt
Sitas charmante Art, Weisheiten zu vermitteln
Die vielen kleinen Aha-Momente, bei denen man denkt: „Oh, das sollte ich auch mal probieren!“
Und ja, ich hab danach sofort einen Zettel an meinen Spiegel geklebt.
Dieses Buch ist wie ein Kurzurlaub fürs Herz. Es schenkt gute Laune, ein paar Denkanstöße und vielleicht sogar die Motivation, dem Universum mal wieder ein bisschen mehr Vertrauen zu schenken. Für alle, die Lust auf ein bisschen Magie, Leichtigkeit und Inspiration haben – sehr empfehlenswert.

Und ganz ehrlich: Wer hätte nicht gern ein kleines Hotel, wo Wünsche wahr werden?

Veröffentlicht am 05.07.2025

Anjana Gill: Das kleine Hotel, wo Wünsche wahr werden

Das kleine Hotel, wo Wünsche wahr werden
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Was bekommt man, wenn man einen spirituellen Ratgeber mit einer Prise Wohlfühlroman mixt? Richtig – dieses Buch hier!

Die Geschichte beginnt ganz unaufgeregt: Eine Frau (deren Namen wir nie erfahren ...

Was bekommt man, wenn man einen spirituellen Ratgeber mit einer Prise Wohlfühlroman mixt? Richtig – dieses Buch hier!

Die Geschichte beginnt ganz unaufgeregt: Eine Frau (deren Namen wir nie erfahren – was irgendwie charmant ist) braucht dringend eine Auszeit. Also packt sie ihre Sachen und landet in einem kleinen, scheinbar unscheinbaren Hotel irgendwo am See. Doch dieses Hotel ist alles andere als gewöhnlich – allein der steinerne Glückselefant vor der Tür hat schon so eine magische Aura, das man selbst als Leser direkt spürt: Hier passiert gleich was besonderes.

Und dann kommt Sita. Besitzerin des Hotels. Weisheitsqueen. Aus dem Himalaya. Und ganz offensichtlich nicht zufällig im Leben der Erzählerin – denn sie hat eine Mission: Sie möchte die sieben Geheimnisse der Wunscherfüllung weitergeben. Und wie sie das tut? Ganz locker, mit einer Leichtigkeit, die einem beim Lesen fast die Sorgen aus dem Kopf pustet.

Was ich an diesem Buch besonders mochte: Es ist kein trockener Ratgeber mit „Du musst das so und so machen“-Ton, sondern eher wie ein spiritueller Roadtrip durch die Gedankenwelt. Zwischen Tee, kleinen Zetteln mit Weisheiten und Gesprächen mit Sita fühlt man sich als Leser:in wie in einem Retreat mit der besten Mentorin der Welt. Und das alles verpackt in eine liebevoll erzählte Geschichte, bei der man selbst anfängt, seine Wünsche mal zu hinterfragen – und vor allem, wie man sie formuliert.

Kleine Highlights:

Die „sieben Stufen der Wunscherfüllung“ – richtig schön erklärt
Sitas charmante Art, Weisheiten zu vermitteln
Die vielen kleinen Aha-Momente, bei denen man denkt: „Oh, das sollte ich auch mal probieren!“
Und ja, ich hab danach sofort einen Zettel an meinen Spiegel geklebt.
Dieses Buch ist wie ein Kurzurlaub fürs Herz. Es schenkt gute Laune, ein paar Denkanstöße und vielleicht sogar die Motivation, dem Universum mal wieder ein bisschen mehr Vertrauen zu schenken. Für alle, die Lust auf ein bisschen Magie, Leichtigkeit und Inspiration haben – sehr empfehlenswert.

Und ganz ehrlich: Wer hätte nicht gern ein kleines Hotel, wo Wünsche wahr werden?