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Veröffentlicht am 05.07.2025

Stephen King: Holly

Holly
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Hach, Holly. Ich wusste ja, dass Stephen King manchmal seine übernatürlichen Spielereien beiseitelässt – aber dass mich ein nicht-gruseliges Buch von ihm so packt, hätte ich echt nicht gedacht.

Privatermittlerin ...

Hach, Holly. Ich wusste ja, dass Stephen King manchmal seine übernatürlichen Spielereien beiseitelässt – aber dass mich ein nicht-gruseliges Buch von ihm so packt, hätte ich echt nicht gedacht.

Privatermittlerin Holly Gibney bekommt hier ihren ganz eigenen großen Auftritt, und was soll ich sagen: Sie rockt. Natürlich auf ihre zurückhaltende, zögerlich-nervöse Art – aber genau das macht sie so sympathisch. Zwischen Masken, Desinfektionsspray und Familienchaos stürzt sie sich kopfüber in einen Fall, bei dem einem wirklich der Appetit vergeht: Vermisste Menschen, ein altes Professoren-Ehepaar mit seltsamen Hobbys, und die Erkenntnis, dass das wahre Böse kein Monster mit Klauen ist – sondern ein Mensch mit einem Lächeln.

Der Schreibstil ist typisch King: ruhig aufgebaut, mit viel Tiefe in den Figuren, kleinen Ausflügen in Nebenschauplätze (hello Zigarettensucht!) und einem fiesen Spannungsbogen, der einen am Ende plötzlich nicht mehr loslässt. Die letzten 100 Seiten? Zack, durchgesuchtet.

Ja, Corona spielt eine Rolle. Eine große sogar. Und ja, King hat da eine sehr deutliche Meinung – zu Trump, zu Impfgegnern, zu allem eigentlich. Das kann man mögen oder eben nicht. Ich persönlich fand’s okay, auch wenn es manchmal ein bisschen viel war. Aber hey, wenn der Mann ein paar Seiten lang Dampf ablassen will, dann gönn ich ihm das. Zumal die eigentliche Story stark genug ist, um das zu tragen.

Was mir besonders gefallen hat: Man weiß relativ früh, wer hier der oder die Böse ist – und trotzdem bleibt’s spannend. Nicht durch „Wer war’s?“, sondern durch „Was machen die noch?“ und „Schafft Holly es, das aufzudecken, bevor es zu spät ist?“ Und genau da brilliert King mal wieder – im Spiel mit Psychologie, menschlichen Abgründen und Alltagswahnsinn.

Kein Horror à la „Shining“, aber definitiv ein King, der im Kopf bleibt. Düster, clever erzählt und mit einer Heldin, die man einfach ins Herz schließen muss. Wer Holly schon aus früheren Büchern kennt, wird sie hier noch mehr lieben – und wer neu einsteigt, bekommt einen spannenden, teils verstörenden Krimi mit Tiefgang.

Veröffentlicht am 05.07.2025

Isabelle Herzog: Obedientia

Obedientia
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Holy Sektenführer, was war das bitte für ein Ritt?! „Obedientia“ von Isabelle Herzog ist definitiv kein Buch für zwischendurch – und erst recht keins für zarte Nerven. Aber wenn du Lust auf einen dunklen ...

Holy Sektenführer, was war das bitte für ein Ritt?! „Obedientia“ von Isabelle Herzog ist definitiv kein Buch für zwischendurch – und erst recht keins für zarte Nerven. Aber wenn du Lust auf einen dunklen Trip in die Welt einer manipulativen Elite hast, wo Gehorsam Gesetz und Widerstand gleich Schmerz bedeutet, dann schnall dich an.

Die Geschichte steigt sofort tief in die düstere Realität einer Sekte ein, die komplett abgeschottet von der Außenwelt nach ihren eigenen (ziemlich kranken) Regeln lebt. Nevio – der selbsternannte Herrscher, Henker und Gott in Personalunion – führt das Ganze mit einer Mischung aus Charisma, Wahnsinn und grenzenlosem Größenwahn an. Dass er dabei auch nicht vor fragwürdigen „Liebesverhältnissen“ haltmacht (Triggerwarnung nicht ignorieren!), ist Teil des Konzepts – man muss es halt abkönnen.

Die Handlung dreht sich hauptsächlich um Linda und ihre Tochter Liliana – zwei starke Frauen, die auf ihre je eigene Art ums Überleben (und um ihre Würde) kämpfen. Die Kapitel sind angenehm kurz, der Schreibstil flüssig, manchmal brutal direkt – aber immer so, dass man irgendwie weiterlesen muss, selbst wenn man sich denkt: „Hab ich das grad wirklich gelesen?!“

Die Perspektivwechsel (vier an der Zahl) bringen ordentlich Tiefe rein. Ich fand’s super, dass man so auch mal in die Köpfe der anderen reinschauen konnte – auch wenn man danach manchmal gern wieder rausgeflüchtet wäre.

Was das Buch besonders macht? Ganz klar: Es überschreitet Grenzen. Moralisch, emotional, teilweise auch erzählerisch. Und es stellt dich als Leserin vor die Frage: Wie viel kannst du ertragen, ohne das Buch aus dem Fenster zu schmeißen – oder es im Gegenteil noch begieriger weiterzulesen?

Natürlich ist nicht alles perfekt. Ein paar Szenen waren mir persönlich zu schnell abgehandelt, einige Entwicklungen kamen recht abrupt und das Ende … nun ja, sagen wir mal so: Ich saß da mit einem offenen Mund und einem Haufen offener Fragen. Isabelle, bitte: Band 2 – jetzt sofort!

Düster, verstörend, spicy – und trotz (oder gerade wegen) der moralischen Grenzüberschreitungen ein Pageturner. Wer sich traut, wird mit einer Geschichte belohnt, die man nicht so schnell vergisst – ob man will oder nicht. Aber bitte: Triggerwarnung lesen. Ernsthaft.

Veröffentlicht am 05.07.2025

Freida McFadden: Die Kollegin

Die Kollegin – Wer hat sie so sehr gehasst, dass sie sterben musste?
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„Die Kollegin“ von Freida McFadden ist ein kleiner Thriller-Snack, bei dem man sich fragt: Was geht eigentlich in diesem Büro bitte ab?!

Im Mittelpunkt stehen zwei Frauen: Natalie – smart, ehrgeizig, ...

„Die Kollegin“ von Freida McFadden ist ein kleiner Thriller-Snack, bei dem man sich fragt: Was geht eigentlich in diesem Büro bitte ab?!

Im Mittelpunkt stehen zwei Frauen: Natalie – smart, ehrgeizig, ein bisschen zu sehr von sich überzeugt – und Dawn – Buchhalterin, Schildkrötenliebhaberin und offiziell die seltsamste Kollegin im Büro. Als Dawn plötzlich nicht zur Arbeit erscheint (was bei ihr quasi Weltuntergang bedeutet), macht sich Natalie auf den Weg zu ihrer Wohnung – und stolpert direkt in ein blutiges Desaster.

Ab da geht’s rund: anonyme Anrufe, eine verschwundene Kollegin, eine Leiche und jede Menge Fragen, die niemand beantworten will. Das Ganze wird abwechselnd aus Natalies Sicht und durch Dawns schräge E-Mails erzählt – was ziemlich clever gemacht ist, weil du als Leser ständig zwischen „Hä?“, „Was?“ und „OMG!“ hin und her schwankst.

Ja, manches ist vielleicht ein bisschen drüber und der Showdown haut ordentlich auf die Drama-Kacke. Aber genau das macht den Reiz aus. Es ist nicht deep – es ist unterhaltsam, wendungsreich und so geschrieben, dass man das Buch in einem Rutsch durchliest. Ideal für alle, die es gern spannend, ein bisschen creepy und ziemlich süffig mögen.

Veröffentlicht am 05.07.2025

Freida McFadden: Die Kollegin

Die Kollegin – Wer hat sie so sehr gehasst, dass sie sterben musste?
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„Die Kollegin“ von Freida McFadden ist ein kleiner Thriller-Snack, bei dem man sich fragt: Was geht eigentlich in diesem Büro bitte ab?!

Im Mittelpunkt stehen zwei Frauen: Natalie – smart, ehrgeizig, ...

„Die Kollegin“ von Freida McFadden ist ein kleiner Thriller-Snack, bei dem man sich fragt: Was geht eigentlich in diesem Büro bitte ab?!

Im Mittelpunkt stehen zwei Frauen: Natalie – smart, ehrgeizig, ein bisschen zu sehr von sich überzeugt – und Dawn – Buchhalterin, Schildkrötenliebhaberin und offiziell die seltsamste Kollegin im Büro. Als Dawn plötzlich nicht zur Arbeit erscheint (was bei ihr quasi Weltuntergang bedeutet), macht sich Natalie auf den Weg zu ihrer Wohnung – und stolpert direkt in ein blutiges Desaster.

Ab da geht’s rund: anonyme Anrufe, eine verschwundene Kollegin, eine Leiche und jede Menge Fragen, die niemand beantworten will. Das Ganze wird abwechselnd aus Natalies Sicht und durch Dawns schräge E-Mails erzählt – was ziemlich clever gemacht ist, weil du als Leser ständig zwischen „Hä?“, „Was?“ und „OMG!“ hin und her schwankst.

Ja, manches ist vielleicht ein bisschen drüber und der Showdown haut ordentlich auf die Drama-Kacke. Aber genau das macht den Reiz aus. Es ist nicht deep – es ist unterhaltsam, wendungsreich und so geschrieben, dass man das Buch in einem Rutsch durchliest. Ideal für alle, die es gern spannend, ein bisschen creepy und ziemlich süffig mögen.

Veröffentlicht am 05.07.2025

Freida McFadden: Die Kollegin

Die Kollegin – Wer hat sie so sehr gehasst, dass sie sterben musste?
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„Die Kollegin“ von Freida McFadden ist ein kleiner Thriller-Snack, bei dem man sich fragt: Was geht eigentlich in diesem Büro bitte ab?!

Im Mittelpunkt stehen zwei Frauen: Natalie – smart, ehrgeizig, ...

„Die Kollegin“ von Freida McFadden ist ein kleiner Thriller-Snack, bei dem man sich fragt: Was geht eigentlich in diesem Büro bitte ab?!

Im Mittelpunkt stehen zwei Frauen: Natalie – smart, ehrgeizig, ein bisschen zu sehr von sich überzeugt – und Dawn – Buchhalterin, Schildkrötenliebhaberin und offiziell die seltsamste Kollegin im Büro. Als Dawn plötzlich nicht zur Arbeit erscheint (was bei ihr quasi Weltuntergang bedeutet), macht sich Natalie auf den Weg zu ihrer Wohnung – und stolpert direkt in ein blutiges Desaster.

Ab da geht’s rund: anonyme Anrufe, eine verschwundene Kollegin, eine Leiche und jede Menge Fragen, die niemand beantworten will. Das Ganze wird abwechselnd aus Natalies Sicht und durch Dawns schräge E-Mails erzählt – was ziemlich clever gemacht ist, weil du als Leser ständig zwischen „Hä?“, „Was?“ und „OMG!“ hin und her schwankst.

Ja, manches ist vielleicht ein bisschen drüber und der Showdown haut ordentlich auf die Drama-Kacke. Aber genau das macht den Reiz aus. Es ist nicht deep – es ist unterhaltsam, wendungsreich und so geschrieben, dass man das Buch in einem Rutsch durchliest. Ideal für alle, die es gern spannend, ein bisschen creepy und ziemlich süffig mögen.