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Veröffentlicht am 26.08.2025

Der stumme Frühling

In uns der Ozean
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Ich habe bereits einige Bücher der Autorin gelesen und vor allem die Gutsherrin-Saga hat mir sehr gut gefallen. Dieser Roman ist jedoch etwas ganz anderes, auch wenn er ebenfalls in der Vergangenheit spielt. ...

Ich habe bereits einige Bücher der Autorin gelesen und vor allem die Gutsherrin-Saga hat mir sehr gut gefallen. Dieser Roman ist jedoch etwas ganz anderes, auch wenn er ebenfalls in der Vergangenheit spielt.
Theresia Graw hat sich in ihrer Romanbiografie der Ökologin Rachel Carson angenommen, die bei uns in Europa wohl eher unbekannt ist. Ich muss auf jeden Fall zugeben, dass ich noch nie von ihr gehört hatte. In den Vereinigten Staaten war ihr letztes Werk "Silent Spring" jedoch der Ausgangspunkt der US-Umweltbewegung in den 1960iger Jahren.

Der Roman spielt von 1929 bis 1963 und hat mich von der ersten Seite an in den Bann gezogen. Rachel Carson wuchs in einfachen Verhältnissen in Pennsylvania auf. Neben ihrer Mutter war sie die Einzige, die sich für die Natur interessierte und auch in der Schule hervorragende Noten schrieb. Mit Stipendien erhielt sie die Chance zu studieren und schloss mit einem Master in Zoologie ab. Ihre Liebe zum Meer fand sie während eines Aufenthaltes am Ozeanologischen Forschungsinstitut auf Cape Code.
Ihre Doktorarbeit musste sie jedoch aus familiären Gründen abbrechen und sich Arbeit suchen, um ihre Familie finanziell zu unterstützen. Sie beginnt bei der amerikanischen Fischereibehörde als Redakteurin zu arbeiten, wo ihr Talent anschauliche und poetische Geschichten schreiben zu können, auffällt. Diese werden in einer Radiosendung vorgelesen und werden schnell zum Erfolg. Namentlich wird sie jedoch nie genannt. Als einzige Frau unter Männern stieß sie immer wieder - trotz immensen Wissens in ihren Fachgebieten - auf Ablehnung. Bezeichnend dafür die Begrüßung eines Arbeitskollegen am ersten Tag bei der Daily Sun: "So eine hübsche Miss. Jammerschade eigentlich, dass sie sich hier abrackern, anstatt jemanden zu Haus glücklich zu machen." (Seite 87)

Ihr Kunst lebendig zu schreiben und ihre Liebe zum Meer und der Natur ebnen ihr den Weg zu ihrer wahren Berufung: Bücher über das Meer und seine Bewohner zu schreiben, die für jedermann verständlich sind. Sie hat damit großen Erfolg und erfüllt sich ihren Traum und kauft sich ein Häuschen am Meer.
Als ihr immer öfters auffällt, dass das sogenannte Wundermittel DDT, das über große landwirtschaftliche Nutzflächen und gegen Baumschädlinge eingesetzt wird, nicht nur Ungeziefer auslöscht, beschließt sie diese Chemikalie genauer zu untersuchen. Was sie herausfindet, lässt sie nicht mehr los. Bis ein Verlag ihr neues Buch über die Gefahr des Schädlingsmittels verlegt dauert es länger als von ihr gehofft. Damit versucht sie die Menschen darüber zu informieren, dass DDT keineswegs das harmlose Mittel ist, als das es verkauft wird.

„Eine Welt ohne Vögel, ohne Schmetterlinge, ohne Bienen. Stellen Sie sich vor, wie still es in der Natur wäre, ohne den Gesang der Drosseln und Meisen im Wald, ohne Lerchen über den Feldern. Ein stummer Frühling – wäre das nicht traurig?“ (S. 283)

Wüsste Rachel Carson, dass ihre Kampagne gegen DDT zwar nach vielen Jahren Erfolg hatte, jedoch die chemische Industrie in der Zwischenzeit viele andere Spritzmittel auf den Markt gebracht hat, wäre sie trotz ihres posthumen Erfolges entsetzt. Wir brauchen auch in der heutigen Zeit eine Rachel Carson, die uns vor den Gefahren, warnt.

Oftmals hat mich die Geschichte an Bonnie Garmus Roman "Eine Frage der Chemie" erinnert, was das weibliche Rollenbild angeht. Starke, engagierte und intelligente Frauen, die von den Männern belächelt werden und denen oftmals auch ihre Arbeiten gestohlen und unter einem anderen (männlichen) Namen veröffentlicht werden.

Fazit:
Theresia Graw hat eine wunderbare Geschichte über diese faszinierende Frau geschrieben, in der man die Liebe zur Natur und zum Meer durch jede Zeile spüren kann. Ein bildgewaltiger Roman einer faszinierenden Frau, die noch viel mehr Menschen kennenlernen sollten. Eine große Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 06.07.2025

Krönender Abschluss der Trilogie

Der Weg der Frauen
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"Der Weg der Frauen" von Marie Pierre aka Maria W. Peter ist der dritte und letzte Band der Trilogie um das Pensionat an der Mosel. Auch dieser Abschlussband reiht sich mit weiteren 5 Sternen in die Riege ...

"Der Weg der Frauen" von Marie Pierre aka Maria W. Peter ist der dritte und letzte Band der Trilogie um das Pensionat an der Mosel. Auch dieser Abschlussband reiht sich mit weiteren 5 Sternen in die Riege der Vorgängerbände ein.
Mittlerweile sind wir im Jahr 1912 angekommen und Pauline hat mit einigen Problemen zu kämpfen. Ein Anruf der Polizeidienststelle in Metz lässt sie sofort in ihre alte Heimat aufbrechen. Ihre Schülerin Sophie wurde bei einer Frauenrechtskundgebung verhaftet. Obwohl Sophie nur über Nacht im Gefängnis saß, hat es folgenreiche Konsequenzen für beide Frauen. Sophie wird aus der Schule genommen und das Pensionat kommt erneut in Verruf. Obwohl Pauline Sophie wieder als Schülerin aufnehmen darf ist diese vollkommen verändert. Aus dem lebenslustigen Mädchen ist ein blasses und verhuschtes Geschöpf geworden. Manchmal wirkt sie sogar apathisch und Pauline macht sich große Sorgen um ihre Gesundheit.
Doch das sind nicht die einzigen Sorgen, die Pauline quälen. Ein neuer Lehrer, der statt der irischen Lehrerin Rhona O'Mealy unterrichten soll, kommt an die Schule. Der sehr verkopfte Mann kann nicht glauben, dass ein Pensionat von einer Frau geführt werden kann. Zusätzlich taucht Paulines ehemaliger Verlobter Roland in Diedenhofen auf und macht ihr den Hof, was Erich von Pliesnitz gar nicht schmeckt. Doch damit nicht genug: Nach dem Vorfall mit Sophie erscheinen nacheinander aufgebrachte Eltern und nehmen ihre Töchter aus der Schule.

Diesmal nimmt sich Marie Pierre in ihrem dritten Band den Frauenrechten an. Damals unterlagen sie noch sehr großen gesellschaftlichen Beschränkungen und vor allem Pauline durfte als Lehrerin nicht an öffentlichen Plätzen mit einem Mann gesehen werden, denn als Lehrerin dufte sie nicht heiraten oder musste den Beruf aufgeben. Ehefrauen hatten keinerlei eigene Rechte und kein Mitspracherecht. Auf ihre Meinung wurde einfach kein Wert gelegt. Töchter hatten sich den Wünschen des Vaters zu fügen und wurden gewinnbringend verheiratet.
Es ist aber auch die Zeit, als die Frauen in Großbritannien erstmals für mehr Frauenrechte kämpften und sich für das Wahlrecht einsetzen.

Der Schreibstil ist wieder mitreißend und lebendig, sowie der damaligen Zeit angepasst. Man verspürt das Lokalkolorit dieser Zeit und dieser Gegend, die zwischen den Franzosen und den Preußen zerrissen ist. Marie Pierre stellt diese politische schwierige Zeit perfekt dar.
Durch Gegenspieler und einigen Verwirrungen und Irrungen bleibt der Spannungsbogen immer hoch.
Die Nebenfiguren sind hervorragend gezeichnet und spielen teilweise eine größere Rolle. Sie wachsen dem Leser genauso ans Herz, wie Pauline. Ich kann gar nicht sagen, ob es Vincent, der Hausmeister und Gärtner; Lisbeth, die Köchin; Camille, das Stubenmädchen oder die Schülerinnen sind, die mir mehr ans Herz gewachsen sind. Und natürlich unsere preußischer Offizier Erich von Pliesnitz und sein Offiziersbursche Franzl, der das Herz am rechten Fleck hat und immer hungrig ist.

Auf der Innenseite der Klappbroschur findet man eine Karte des Bezirkes Lothingen um 1912. Im ausführlichen Nachwort erfährt man weitere geschichtliche Informationen über die damalige politische Situation.
Ich kann die ganze Trilogie wärmstens weiterempfehlen!

Fazit:
Ein krönender Abschluss dieser wundervollen Trilogie, der selbst Geschichtsmuffel überzeugen kann und sie in diese spannende Zeit eintauchen lässt. Nie war die Vergangenheit so lebendig!

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Veröffentlicht am 23.06.2025

Das Sterben beginnt

Aschesommer
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Nachdem ich "Krähentod" von Benjamin Cors gelesen habe, freute ich mich schon auf seinen neuen Thriller um die Sonderermittlergruppe 4 mit Jakob Krogh und Mila Weiss. Während mich der erste Band noch nicht ...

Nachdem ich "Krähentod" von Benjamin Cors gelesen habe, freute ich mich schon auf seinen neuen Thriller um die Sonderermittlergruppe 4 mit Jakob Krogh und Mila Weiss. Während mich der erste Band noch nicht ganz für eine Höchstbewertung überzeugen konnte, hat es "Aschesommer" nun geschafft.

Über eine mysteriöse Todesanzeige mit Koordinaten zur "Trauerfeier" finden Jakob und Mila auf einem verlassenen Bauernhof eine Tiefkühlkammer mit zwei erfrorenen Leichen. An der Wand eine rätselhafte Botschaft in Asche geschrieben: "Das Sterben hat begonnen".
Weitere Todesopfer mit derselben Botschaft folgen und führen das Team zu Paläontologen Jan-Christian Bode. Der Wissenschaftler sitzt jedoch seit acht Jahren in einer psychiatrischen Einrichtung, nachdem er zwei Studenten und seine Frau brutal ermordet hat. Als er noch als Wissenschaftler gearbeitet hat, schrieb er einige Bücher über das Massensterben im Laufe der Erdgeschichte. Die Botschaften aus Asche erinnern an seine Werke, jedoch kann Bode nicht der Täter sein. Wer steckt also hinter den brutalen Morden? Und kann das Sonderermittlerteam diese stoppen?

Benjamin Cors hält sich nicht mit viel Geplänkel auf, sondern wir steigen direkt ins Geschehen ein. Die Morde und die Ausführung sind grausam und werden bildhaft beschrieben. Generell ist der Schreibstil temporeich, atmosphärisch und dialoglastig. Die brütende Sommerhitze und die Zeit, die den Ermittlern davon läuft, ist immer im Hintergrund spürbar. Atmosphärisch ist der Thriller wirklich gelungen.

Die Ermittler, die ich im ersten Band der Reihe noch mit "es gibt noch etwas Potenzial nach oben" bei der Charakterzeichnung beschrieben habe, sind mir im zweiten Band schon ans Herz gewachsen. Vor allem die quirlige IT-lerin Lucy ist eine absolute "Marke" und bringt Schwung in die Gruppe. Umso schöner wäre es, noch mehr über den Hintergrund der weiteren Teammitglieder zu erfahren.
Einige Gerüchte um den Fortbestand des Teams wecken hingegen Zweifel bei der Gruppe 4. Staatsanwalt Sattmann möchte Einsparungen treffen und die "Doppelspitze" mit nur einem Top-Ermittler ersetzen. Natürlich wird - wie immer - der männliche Part bevorzugt. Doch Jakob lehnt diesen Vorschlag kategorisch ab.

Psychopath Jan-Christian Bode wird sehr komplex und beängstigend dargestellt. Er ist ein hochintelligenter Manipulator und Planer. Beim Lesen erhält man ein sehr ungutes Gefühl, wenn er auftaucht. Immer wieder ist er den Ermittlern voraus und spielt seine Überlegenheit gekonnt aus.
Das Thema bzw. der Plot für die Mordfälle fand ich sehr interessant und ist Neuland.
Auch wenn ich Ermittler mit persönlichen Problemen, die noch immer gegen ihre eigenen Dämonen kämpfen, bei Thriller immer mehr aus dem Weg gehe, hat mich der hohe Spannungsanteil und die fesselnde Erzählweise davon abgelenkt. Trotzdem gibt es eine kleine Kritik! Die Schuldgefühle und die vorhandenen "Dämonen" müssen nicht laufend wiederholt werden. Als Leser weiß man bereits davon...

Die Spannung ist von der ersten Seite an hoch und die temporeiche Erzählweise lässt einem kaum Luft holen. Zum Ende hin gibt es noch zwei überraschende Wendungen, mit denen ich nicht gerechnet habe.
Der Fall wird logisch aufgeklärt und lässt keine Fragen offen.

Die verwelkte Sonnenblume am Cover ist absolut gelungen, denn sie passt hervorragend zum Inhalt. Da muss ich dem Verlag gratulieren!

Wer den ersten Band "Krähentage" noch nicht gelesen hat, sollte sich eher an die chronologische Reihenfolge halten, denn in "Aschesommer" werden einige Geheimnisse aus dem ersten Band preisgegeben!

Fazit:
Temporeich, spannend, grausam - ein absoluter Pageturner, den ich allen Thrillerfans gerne weiterempfehle. Ich rate jedoch zuvor den ersten Band zu lesen!

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Veröffentlicht am 13.06.2025

Wunderbarer Sommerroman mit Tiefe

Über den Wolken wohnen die Träume
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Der neue Roman von Meike Werkmeister hat mich diesmal von Beginn an begeistert. Durch das Setting in Kalifornien (anstelle der Nordsee) und zwei statt einer Protagonistin, empfand ich den neuen Roman irgendwie ...

Der neue Roman von Meike Werkmeister hat mich diesmal von Beginn an begeistert. Durch das Setting in Kalifornien (anstelle der Nordsee) und zwei statt einer Protagonistin, empfand ich den neuen Roman irgendwie anders, als ihre Vorgänger. Für mich ist es das bisher beste Buch von Meike Werkmeister.

Die nun 17-jährige Morlen wird einigen Leserinnen durchaus bekannt sein, denn sie war bereits in Meike Werkmeisters Debütroman "Sterne sieht man nur im Dunkeln" und auch bei "Über dem Meer tanzt das Licht" dabei.
Morlen hat von der Schule genug und möchte die weite Welt kennenlernen. Ihre Mutter Maria schickt sie deshalb von Norderney ins sonnige Kalifornien nach Cardiff-by-the-Sea zu ihrer Freundin Heather. Dieser ist soeben das Au Pair Mädchen abhanden gekommen und Morlen soll kurzerhand einspringen bis die Agentur jemanden neuen schickt. Maria fühlt sich mit dieser Vereinbarung sicherer, als wenn ihre Tochter alleine als Backpackerin herumreisen würde und Heather ist kurzfristig auch geholfen. Diese steckt zur Zeit in einer Krise und ist völlig überfordert. Ihr Sohn Tom hat große Schwierigkeiten in der Schule und kapselt sich völlig ab. Nesthäkchen Hazel ist leidenschaftliche Golfspielerin. Sie leidet an Diabetes und braucht besondere Aufsicht. Nur Ellie, die Älteste der drei Kinder, scheint eine Art Überflieger zu sein. Sie ist Klassenbeste, jobbt nebenher und ist allseits beliebt. Dazu kommt noch Labradoodle Curly. Vater Gary ist hingegen die meiste Zeit nicht zuhause und Heather ist mit ihrem Job und den Kindern völlig überfordert. Auch in der Ehe kriselt es gewaltig...
Morlen wird herzlich aufgenommen und freundet sich sehr schnell mit Ellie an. Ihr ist jedoch nicht ganz klar, dass sie nicht nur zum Vergnügen in Kalifornien ist, sondern auch mithelfen soll - was zu weiteren Anfangsproblemen führt...

Mit Ellie geht Morlen zum Surfen und auch Heather macht sie mit ihren Freundinnen, den "Surfing Moms" bekannt. So lernt Morlen auch den selbstbewussten Charlie kennen, den Sohn von Heathers Freundin, der mit ihr flirtet. Doch Morlen verbindet mehr mit ihrem Gastbruder Tom, der sich ähnlich alleine und unverstanden fühlt, wie sie.
Heather kämpft hingegen mit der Abwesenheit ihres Ehemannes. Alles liegt auf ihren Schultern und Gary versteht nicht, was sie bedrückt. So kommt ihr Surfer Jackson, der Freiheit und Lebensfreude versprüht, immer interessanter vor.
Man kann sich leicht in die beiden Frauen hineinversetzen, die zwar unterschiedliche Probleme haben, aber von denen man selbst einige kennen wird.

Der Roman wird abwechselnd aus der Sicht von Morlen und von Heather erzählt. Durch die beiden Frauen, die altersmäßig Mutter und Tochter sein könnten, sprechen die Themen, die Meike Werkmeister diesmal im Gepäck hat, Leserinnen vieler Altersklassen an. Es geht um Überforderung, fehlende Anerkennung, Vertrauensverlust, Selfcare, Einsamkeit und der Suche nach Glück. Beide Frauen sind auf der Suche nach sich selbst. Durch die zwei Sichtweisen kommt man der Gedanken- und Gefühlswelt von Morlen und Heather sehr nahe. Jeder einzelne Charakter ist emotional nachvollziehbar.

Trotzdem verbreitet die Geschichte auch summer-vibes mit dem Setting in Kalifornien, den Beachpartys und dem großen Thema Surfen.
Obwohl der Roman 650 Seiten hat, bin ich durch diese nur so geflogen. Ich war direkt vor Ort, spürte die Wellen und das Salzwasser auf meiner Haut und habe die im untergehenden Sonnenlicht pinkfarbigen Palmen bestaunt.

Als Bonus gibt es eine Playlist mit Songs, einem kleinen Surf-Lexikon, tollen Zeichnungen und eine Karte der genannten Locations.

Fazit:
Ein Sommerroman, den ich innerhalb kurzer Zeit verschlungen habe. Die Geschichte ist tiefgründig und spricht durch die beiden Frauen aus verschiedenen Generationen auch mehr Leser an. Ein wunderbarer Sommerroman mit Tiefe, den ich sehr gerne weiter empfehle!

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Veröffentlicht am 15.05.2025

Beginnt ruhig und wird extrem fesselnd

Sturm über den Mühlen
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Mit "Sturm über den Mühlen" ist Gabriele Popma wieder ein herausragender Spannungsroman gelungen. Was eher gemütlich beginnt, steigert sich im zweiten Drittel fast zu zu einem Thriller, der meine Nerven ...

Mit "Sturm über den Mühlen" ist Gabriele Popma wieder ein herausragender Spannungsroman gelungen. Was eher gemütlich beginnt, steigert sich im zweiten Drittel fast zu zu einem Thriller, der meine Nerven sehr strapaziert hat! Was für eine Geschichte!
Bereits der Spannungsroman "Der Fjord schweigt" der Autorin, den ich bereits vor fünf Jahren gelesen habe, war ein 5 Sterne Buch und auch dieses hier reiht sich in die Fünf-Sterne-Riege ein.
Schon der dramatische Prolog hat es in sich. Danach wird es etwas ruhiger und es werden einige Figuren eingeführt die vielleicht zu Beginn noch etwas verwirren. Es dauerte jedoch nicht lange, bis ich diese zuordnen konnte. Der Roman spielt auf zwei Zeitebenen, die sehr geschickt miteinander verwoben werden.

Im Jahr 1998 geht der 18jährige Rick auf Klassenfahrt in die Niederlande. Die Jugendlichen halten sich nicht wirklich an die vorgegebenen Regeln und Rick lernt in der nahegelegenen Bar Kim kennen. Sie geht ihm nicht mehr aus dem Kopf und er verliebt sich Hals über Kopf. Neun Jahre später steht Kim mit der gemeinsamen achtjährigen Tochter Marijke vor der Tür. Sie muss für ein halbes Jahr in die USA und hat niemanden bei dem das Kind bleiben kann. Rick, Langzeitstudent und eher sorglos unterwegs, fällt aus allen Wolken, denn von seiner Tochter hat er bis zu diesem Zeitpunkt nichts gewusst. Ab nun wird sich sein Leben von Grund auf ändern.

2024. In der Gegenwart steht Marijke vor den Trümmern ihrer Beziehung zu ihrem Freund Dominik. Kurze Zeit später lernt sie den Niederländer Arjen kennen, der sich sehr um sie bemüht. Er lädt sie für ein Wochenende in seine Heimat ein, doch Marijke ist noch nicht so weit. Außerdem war sie aus einem bestimmten Grund seit 2008 nie mehr in den Niederlanden, ihrer alten Heimat. Rick und sie haben nämlich ein gefährliches Geheimnis....

Der Schreibstil von Gabriele Popma ist ausdrucksstark, emotional und fesselnd. Die Autorin versteht es die Familiengeschichte Schicht um Schicht aufzublättern und schickt uns dabei auf eine emotionale Achterbahnfahrt, die meinen Puls in die Höhe getrieben hat. Was zuerst ruhig und amüsant beginnt, wird zu einem dramatischen Wettlauf gegen die Zeit.
Bildgewaltig sind auch die Beschreibungen der Niederlanden und ihren Sehenswürdigkeiten. In Zaansche Schaans war ich vor einer kleinen Ewigkeit, aber die vielen Windmühlen sind mir bis heute in Erinnerung geblieben.
Die Charaktere sind vielschichtig angelegt und man weiß oft nicht, wer die Wahrheit spricht oder welches Spiel generell gespielt wird. Auch die Nebencharaktere sind sehr lebendig gezeichnet und manche entpuppen sich zu einem Überraschungsei.
Die Autorin legt gekonnt falsche Fährten. Mein Instinkt war jedoch bei einer Sache richtig und ich hatte den richtigen Riecher. Das letzte Drittel des Romans ist extrem spannend und dramatisch und ich konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen.

Fazit:
Ein toller Spannungsroman, der ruhig beginnt und dann immer fesselnder wird und den man kaum mehr aus der Hand legen kann. Eine Geschichte über Liebe, Vertrauen, Verlust, Trauer, Hass und Geldgier. Von mir gibt es eine Leseempfehlung!

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