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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 28.07.2025

Sehr atmosphärisch

Brackwasser - Stille Wasser sind tief. Und manche sogar tödlich …
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❓️Warum wollte ich das Buch lesen?

Als mir dieses Buch vorgeschlagen wurde, hat mich sofort das düstere Cover angesprochen. Auch der Klappentext über die vor Jahren verschwundene Freundin machte mich ...

❓️Warum wollte ich das Buch lesen?

Als mir dieses Buch vorgeschlagen wurde, hat mich sofort das düstere Cover angesprochen. Auch der Klappentext über die vor Jahren verschwundene Freundin machte mich neugierig.

🔎 Worum geht’s?

Vor über 20 Jahren verschwand Sveas beste Freundin spurlos. Jetzt wurde ihre Leiche gefunden. Für Svea steht fest: Der Täter ist ihr Schwager Eric. Doch es fehlen die Beweise. Widerwillig kehrt sie an die Schlei zurück, fest entschlossen, ihre Schwester und deren Kinder vor dem Mann zu schützen, den sie für einen Mörder hält. Ein düsteres Kapitel ihrer Vergangenheit holt sie ein und diesmal will sie die Wahrheit ans Licht bringen.

🧠 Meine Meinung:

Wie durch dichten Nebel betrat ich diese Geschichte. Anfangs etwas orientierungslos, aber fasziniert. Doch mit jeder Seite lichtete sich der Schleier. Beziehungen wurden klarer, Verbindungen deutlicher. Stück für Stück setzte sich das Puzzle zusammen, bis ich erkannte, wer hier Freund, Familie oder vielleicht doch Feind ist.
Die Autorin erschafft ein Setting, das so intensiv und atmosphärisch ist, dass es beinahe fremdartig wirkt. Besonders Torges Welt und die Lebensweise seiner Familie hinterließen bei mir ein seltsames, leicht verstörendes Gefühl.
Von Anfang an wirft die Geschichte Fragen auf, die einen nicht mehr loslassen.
Was ist mit Julia passiert?
Und wem gehören die Hände, die im Prolog so gnadenlos zupacken?
Die kurzen Kapitel und wechselnden Perspektiven sorgen dafür, dass man regelrecht durch das Buch fliegt. Jeder Charakter wirkt auf seine Weise undurchschaubar und rätselhaft. Der Verdacht wechselt deswegen ständig, genau das macht den Reiz aus.
Zum Ende hin zieht das Tempo spürbar an. Ereignisse überschlagen sich, und man wirbelt beinahe atemlos durch die letzten Seiten. Ob ich mich an das Finale noch längerfristig erinnern werde, weiß ich noch nicht, aber das Leseerlebnis selbst war intensiv und absolut mitreißend.


✅️ Fazit:

Ein fesselnder, atmosphärischer Thriller mit Figuren, die allesamt fragwürdig und lange undurchsichtig bleiben. Das Ende glich einem Schleuergang, war aber dennoch spannend bis zur letzten Seite.

  • Einzelne Kategorien
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  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 27.07.2025

Nicht das, was erhofft, aber ein genialer Twist am Ende

Hello Stranger
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❓️Warum wollte ich das Buch lesen?

Gesichtsblindheit, ein Thema, das mich sofort neugierig gemacht hat und auch der Grund war, warum ich mich für dieses Buch interessiert habe. Gewünscht habe ich mir ...

❓️Warum wollte ich das Buch lesen?

Gesichtsblindheit, ein Thema, das mich sofort neugierig gemacht hat und auch der Grund war, warum ich mich für dieses Buch interessiert habe. Gewünscht habe ich mir eine tiefgründige, interessante Story, die mich aber auch mal zum Lachen bringt. Vor allem aber mir Charakteren, die mein Herz erobern.

🔎 Worum geht’s?

Als die talentierte Malerin Sadie das Finale des renommierten North American Portrait Society Wettbewerbs erreicht, trifft sie ein harter Schicksalsschlag. Im Krankenhaus erhält sie die Diagnose Prosopagnosie, - sie kann keine Gesichter mehr erkennen. Während sie kämpft, ihren Traum dennoch nicht aufzugeben, treten gleich zwei Männer in ihr Leben. Der einfühlsame Tierarzt ihres Hundes und ihr charismatischer Nachbar. Doch wer hilft ihr wirklich, sich selbst und die Liebe neu zu erkennen?

🧠 Meine Meinung:

Ich hatte mir eine tiefgründige Geschichte erhofft, die ein bislang, für mich, wenig beleuchtetes Phänomen in den Mittelpunkt stellt. Was ich bekommen habe, war allerdings etwas anderes. Nicht unbedingt schlechter, nur überraschend anders.
Der Einstieg fiel mir zunächst leicht, und obwohl die Charaktere durchaus sympathisch waren, blieb die emotionale Nähe leider aus. Es fehlte mir das gewisse Etwas, das Figuren unvergesslich macht. Vielleicht lag es auch daran, dass mich der Mittelteil nicht vollständig gepackt hat. Ich griff seltener zum Buch, als ich es ursprünglich gedacht hätte.
Was das Buch jedoch rettet und sogar noch aufwertet, ist das letzte Drittel. Der Twist kam unerwartet, war clever konstruiert und gab der Geschichte genau den Kick, der zuvor fehlte. Plötzlich war ich wieder mittendrin, überrascht und begeistert von der Wendung, die vieles in neuem Licht erscheinen ließ.
Insgesamt ist es eine charmante Rom-Com mit originellem Aufhänger, die unterhält und stellenweise zum Schmunzeln bringt. Wer jedoch auf der Suche nach Tiefe und komplexen Figuren ist, könnte ein wenig enttäuscht werden. Für mich war es letztlich ein nettes Leseerlebnis. Kein Highlight, aber auch keine allzu große Enttäuschung. Nur eben nicht ganz das, was ich erwartet hatte.

✅️ Fazit:

Eine romantische Komödie, deren Charakteren es zwar etwas an Tiefe fehlt, die aber mit einem überraschend genialen Twist am Ende dann doch noch überzeugt.

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Veröffentlicht am 21.07.2025

Moralisch aufwühlend

Trophäe
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❓️Warum wollte ich das Buch lesen?

Wie ich beim Lesen manchmal meine Komfortzone verlasse, suche ich hin und wieder auch die Herausforderung. Dieses Cover ist mir auf Instagram häufig begegnet, doch nie ...

❓️Warum wollte ich das Buch lesen?

Wie ich beim Lesen manchmal meine Komfortzone verlasse, suche ich hin und wieder auch die Herausforderung. Dieses Cover ist mir auf Instagram häufig begegnet, doch nie habe ich mich näher damit beschäftigt. Erst als mir eine Freundin von einem Buch erzählte, das von einer Jagd in Afrika handelt und dabei moralische wie ethische Fragen aufwirft, wurde ich neugierig. So stieß ich erneut auf das gelbe Cover mit dem ehrwürdigen Nashorn. Ob ich Angst davor hatte? Ja, aber genauso groß war meine Neugier.

🔎 Worum geht’s?

Hunter, ein steinreicher Amerikaner und begeisterter Jäger, verfolgt ein letztes großes Ziel, um die "Big Five" zu vollenden, - ein Nashorn. Doch Wilderer durchkreuzen seine Pläne. Wut und Enttäuschung treiben ihn an, und plötzlich stellt sich die Frage, ob er bereit ist für die "Big Six"?

🧠 Meine Meinung:

Die Jagd als Thema war für mich die große Herausforderung. Ich kann dem Ganzen wenig abgewinnen und stehe "Jagdtrophäen" eher kritisch gegenüber. Doch kaum hatte ich zu lesen begonnen, zog mich Afrika mit seiner gewaltigen Flora und Fauna in den Bann. Was zunächst wie eindrucksvolle Naturbeschreibungen wirkt, entpuppt sich schnell als tiefgehende Auseinandersetzung mit der umstrittenen Welt der Trophäenjagd.
Hunter White, schon sein Name bedient kolonialistische Klischees. Er ist eine provokante Figur voller Widersprüche, genauso wie sein Freund, der Jagdleiter Van Heeren.
Sätze wie: „Es ist Gott, der bestimmt, wer der Jäger ist und wer die Beute.“ (S. 152) lösen gleichermaßen Nachdenken wie Beklemmung aus. Das Thema ist brisant und für viele schlicht ein sinnloses Gemetzel. Für Van Heeren und Hunter jedoch dient die Jagd angeblich dem Artenschutz. Doch ist das wirklich so?
Obwohl ich meine kritische Haltung beibehalte, hat das Buch etwas in mir ausgelöst und genau das schätze ich sehr an der Autorin. Als sich die Geschichte mit der Idee der „Big Six“ weiterentwickelt, werden die moralischen Kontraste noch deutlicher. Die Fragen nach Ethik und Verantwortung stehen plötzlich im Raum. Ich war vollkommen gefesselt.
„Das hier ist Afrika. Das Menschenleben hat hier einen anderen Wert.“ (S. 155) Ein Satz, der verstört, provoziert und nachhallt, sodass ich das Echo immer noch höre.
Das Buch stellt unbequeme Fragen und fordert heraus, aber genau das war ja mein Ziel, und genau das macht es auch so lesenswert.
Gegen Ende jedoch verlor die Geschichte für mich etwas an Reiz. Vielleicht lag es an der anfänglichen Faszination für das Neue, das Unbekannte, vielleicht am Reiz des Verbotenen, der zu Beginn noch so stark war. Mein Interesse ließ jedenfalls nach und das, obwohl der Showdown ja noch folgte. Dennoch habe ich etwas Wesentliches mitgenommen, - Dankbarkeit. Dafür, wie ich leben darf, und dafür, dass dieses Buch es geschafft hat, meine Überzeugungen zumindest für einen Moment zu erschüttern.

✅️ Fazit:

Ein moralisch aufwühlendes Buch über Macht, Jagd und Menschlichkeit. Es fordert heraus, provoziert und hat mich nicht kaltgelassen. Auch wenn es für mich gegen Ende etwas an Reiz verliert, bleibt es ein intensives Leseerlebnis, das zum Nachdenken anregt.

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Veröffentlicht am 12.07.2025

Unterschwellig spannend

Das Geflüster
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❓️Warum wollte ich das Buch lesen?

Die liebe Katrin (lineslieblingsbuecher auf Insta) war der Meinung, dass dieses Buch etwas für mich sein könnte, weshalb sie es mir auch hat zukommen lassen. Ganz lieben ...

❓️Warum wollte ich das Buch lesen?

Die liebe Katrin (lineslieblingsbuecher auf Insta) war der Meinung, dass dieses Buch etwas für mich sein könnte, weshalb sie es mir auch hat zukommen lassen. Ganz lieben Dank dafür! Ich war gespannt, ob es mich genauso begeistern kann wie dich.

🔎 Worum geht’s?

Das Geflüster begann lange vor dem Unfall in der Harlow Street.
War es, als Whitney auf der Party die Beherrschung verlor?
Als Blair heimlich ihr Haus durchsuchte?
Oder als Rebeccas und Bens Ehe zu zerbrechen drohte?
Nach jener Nacht wird das Geflüster lauter. Fragen tauchen auf. Geheimnisse kommen ans Licht und niemand bleibt unberührt.

🧠 Meine Meinung:

Eine ruhige Straße, scheinbar heile Nachbarschaft, doch hinter den Fassaden brodelt es. Im Mittelpunkt stehen vier Frauen, deren Leben von Mutterschaft, Kinderwunsch, Fehlgeburten, Ehekrisen, Selbstzweifeln und Verlust geprägt ist. Die Autorin schildert das schonungslos und intensiv. Ich mochte die Einblicke sehr. Es fühlte sich an, als würde man heimlich durchs Schlüsselloch schauen. Mich hat das stark an Big Little Lies erinnert, - mehrere Frauen, ein rätselhafter Vorfall, und nach und nach erfährt man, was wirklich passiert ist. Diese Art von unterschwelliger Spannung mag ich sehr und hat mir hier auch gut gefallen.
Im letzten Drittel hätte ich mir allerdings etwas mehr Tempo gewünscht. Hier flachte der Spannungsbogen für mich kurz ab. Gut gelungen fand ich dagegen den Einstieg, der direkt neugierig macht, und das überraschende Ende, das mich doch noch einmal packen konnte. Lediglich der Klappentext hat meine Erwartungen etwas zu hoch geschraubt, vor allem mit dem Satz: „Das Ende ist ein derartiger Hammer, dass Sie es zweimal lesen müssen, um es zu glauben.“ Da hatte ich natürlich mit einem noch größeren Twist gerechnet, der mich einfach vom Hocker hauen würde.

✅️ Fazit:

Eine ruhige Straße, ein düsteres Geheimnis und vier Frauen, deren Geschichten fesseln. Trotz kleiner Schwächen ein Buch, das ich gern gelesen habe. Besonders für Fans von Big Little Lies.

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Veröffentlicht am 06.07.2025

Starkes und emotionales Ende, aber ein zäher Mittelteil

Ihr werdet sie nicht finden
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❓️Warum wollte ich das Buch lesen?

Die Bücher von Andreas Winkelmann begleiten mich nun schon seit Jahren. Mein absolutes Highlight bleibt „Tief im Wald und unter der Erde“, ein Thriller, der mir bis ...

❓️Warum wollte ich das Buch lesen?

Die Bücher von Andreas Winkelmann begleiten mich nun schon seit Jahren. Mein absolutes Highlight bleibt „Tief im Wald und unter der Erde“, ein Thriller, der mir bis heute Schauer über den Rücken jagt, jedes Mal, wenn ich an einer Schranke stehen muss. Seine Werke gehören deshalb zu meinen persönlichen Must-Reads, und so fiebere ich jedes Jahr dem neuen Thriller entgegen. „Ihr werdet sie nicht finden“, ein Titel, der mir zumindest schon mal einen Ohrwurm beschert, da der mich an Falcos „Jeanny“ erinnert.

🔎 Worum geht’s?

Zwei Fälle - einer davon ist ein Cold Case aus der Vergangenheit. Vor sieben Jahren verschwand Isabell, die Tochter von Jonas, damals noch Polizist. Obwohl es einen Verdächtigen gab, nahm Jonas das Schicksal selbst in die Hand und landet darauf im Gefängnis. Heute wird erneut ein junges Mädchen vermisst, - Silvia. Ihre Großmutter beauftragt die Privatdetektivin Franka, die bald herausfindet, dass beide Fälle auf unheimliche Weise miteinander verbunden sind. Was ist damals wirklich geschehen? Und findet Jonas nach all den Jahren doch noch seinen Frieden?

🧠 Meine Meinung:

Der Einstieg in die Geschichte fiel mir leicht, auch dank der klar gekennzeichneten Zeitebenen „Vor sieben Jahren“. Die kurzen Kapitel sind unverkennbar und auch die bevorzuge ich sehr. Franka war mir von Beginn an sympathisch, während ich mit Jonas noch nicht gleich warm wurde. Doch je mehr man ihn kennenlernt, desto deutlicher spürt man die verletzte Seele dahinter, voller Wut und Schmerz.
Im Mittelteil geriet die Handlung für meinen Geschmack etwas ins Stocken. Die Spannung flaute ab, und ich ertappte mich dabei, nicht mehr so gerne zum Buch zu greifen. Ich kann immer noch nicht genau sagen, woran das lag, aber ich fürchtete schon, dass mich das Buch am Ende enttäuschen würde. Glücklicherweise nahm die Geschichte dann wieder Fahrt auf, und die Ereignisse überschlugen sich fast. Eine gleichmäßigere Spannungsverteilung hätte hier sicher gutgetan.
Was mir besonders naheging, war Jonas’ Schicksal. Gegen Ende war ich wirklich gerührt und musste fast ein paar Tränen verdrücken. Das hat mich wirklich nicht kaltgelassen. Auch wenn dieser Thriller für mich nicht zu Winkelmanns stärksten Werken gehört, war es dennoch ein Buch, das man gut lesen kann. Und es wird mich definitiv nicht davon abhalten, auch künftig nach seinen Neuerscheinungen zu greifen.

✅️ Fazit:

Ein Thriller, der zunächst ruhig beginnt, dann aber ein emotionales Finale liefert. Den Mittelteil empfand ich etwas zäh. Für Fans von Winkelmann auf jeden Fall lesenswert!
Und nun noch einen Ohrwurm gefälligst?
🎵 Jetzt hör' ich sie, sie kommen,
sie kommen dich zu holen,
sie werden dich nicht finden,
niemand wird dich finden,
du bist bei mir! 🎶


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