Hat meine Erwartungen nicht ganz erfüllt
The Throne of Broken Gods - Götter und Monster 2Das Buch startet mit einem kleinen Rückblick zu Band eins. Und obwohl ich den ersten Band erst kurz zuvor gelesen habe, hat die Zusammenfassung nochmal geholfen. Ich hoffe, dass solche Rückblicke zukünftig ...
Das Buch startet mit einem kleinen Rückblick zu Band eins. Und obwohl ich den ersten Band erst kurz zuvor gelesen habe, hat die Zusammenfassung nochmal geholfen. Ich hoffe, dass solche Rückblicke zukünftig immer gängiger in Büchern werden.
Während Book of Azrael schon mit 700 Seiten glänzen konnte, besitzt der Folgeband „The Throne of Broken Gods“ nun sogar über 900 Seiten.
Der zweite Band schließt fast nahtlos an den ersten an. Dianna ist zutiefst erschüttert durch den Tod ihrer Schwester Gabby und jagt all diejenigen, die sie verraten haben oder auf irgendeine andere Art Anteil am Tod ihrer Schwester hatten. Ihr Weg wird durch Leichen und Zerstörung gepflastert, während sie sich selbst immer mehr in ihrer Rachsucht verliert. Samkiel beobachtet Diannas rasendes Wüten in hilfloser Verzweiflung und versucht immer wieder zu ihr durchzudringen. Wird er es schaffen, bevor er sie ganz verliert?
Ich war so begeistert von Book of Azrael, dementsprechend hoch waren meine Erwartungen an die Fortsetzung. Amber V. Nicole hat ein Gespür für ein ausgefeiltes Worldbuildung und lässt uns ihre Figuren in all ihrer Komplexität kennenlernen. Während Charaktere in anderen Büchern traumatische Ereignisse schnell überwinden, schafft Dianna das nach dem Tod ihrer Schwester nicht. Sie verdrängt und zieht eine Spur der Vernichtung hinter sich her – wer „Female Rage“ liebt, der ist bei „The Throne of Broken Gods“ richtig.
Doch auch wenn mir eine ausführlichere Aufarbeitung von Diannas Gefühlen und ihrem tausendjährigen Leidensweg gefallen hat, bestanden die ersten 400 Seiten nur aus einer Protagonistin, die alle von sich wegstößt, sie mit Worten oder Taten verletzt und dabei zutiefst überzeugt ist, jegliches Leid verdient zu haben und nicht liebenswert zu sein. Ab einer gewissen Seitenanzahl stand das für mich einfach im Gegensatz zu der Dianna, die zwar immer wieder tief verletzt wurde, aber trotzdem weiß, was sie sich wert ist und dass mit ihr nicht zu scherzen ist.
Nachdem der Plot angezogen hat, konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen und habe die letzten 100 Seiten fast in eins durchgelesen.
900 Seiten hätte die Handlung nicht gebraucht. Gerade im Mittelteil hätte gekürzt werden können. Das Buch besteht auch aus vielen Rückblicken, an denen man merkt, dass die Autorin ihre Welt in wahnsinnig vielen Facetten ausgearbeitet hat. Trotzdem wären die Rückblicke in ihrer Ausführlichkeit ebenfalls nicht notwendig gewesen.
„The Throne of Broken Gods“ war ein Buch für mich, das durch sein Ideenreichtum begeistern konnte, Diannas Charakterentwicklung aber teilweise schwer nachvollziehbar für mich gestaltet hat.