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Veröffentlicht am 27.07.2025

Emotionale Geschichte über zweite Chancen

In Case We Forget
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Ich bin beim Cover etwas zwiegespalten, weil es perfekt zur Geschichte passt, indem es wie eine Akte für einen Gerichtsprozess aussieht. Allerdings sind sich die Cover bei allen Teilen so ähnlich, dass ...

Ich bin beim Cover etwas zwiegespalten, weil es perfekt zur Geschichte passt, indem es wie eine Akte für einen Gerichtsprozess aussieht. Allerdings sind sich die Cover bei allen Teilen so ähnlich, dass ich jedes Mal nachgucken musste, welches welches ist.

Die Story war da schon außergewöhnlicher: Jude Darling hat es als Neffe einer der Partnerinnen bei Gold, Bright & Partners nicht leicht, er muss sich doppelt so hart beweisen und liegt im Ranking trotzdem weit hinten. Eine letzte Chance hat er noch, als er in einer Kneipe eines Abends auf Nathan trifft und betrunken zustimmt, ihn bei seiner Scheidung zu vertreten. Obwohl er sich eigentlich auf Wirtschaftsrecht spezialisieren wollte, beginnt sich Jude in die Details des Familienrechts einzulesen, um seinen Mandanten, der sich zudem noch auf seiner Couch einquartiert hat, bestmöglich zu vertreten. Doch dann trifft er die Anwältin der Gegenseite, bei der es sich ausgerechnet um seine Ex-Freundin Nora handelt, die ihn damals ohne ein Wort verlassen hat. Während intensiver Verhandlungen der Scheidung kommen sich die beiden wieder näher, doch dabei reißen auch alte Wunden wieder auf und diesmal könnte es die beiden endgültig zerstören.

Ich mochte die vorherigen Bücher der Reihe und vor allem die Geschichte von Laurel und Aaron wirklich gerne, aber ich habe trotzdem recht lange gebraucht, um dieses Buch anzufangen. Als ich dann aber die ersten Seiten gelesen hatte, habe ich das echt bereut, weil mich die Geschichte direkt gefesselt hat. Das liegt auch an dem wirklich guten Schreibstil, der zwar ebenso ruhig ist wie in den anderen Teilen, aber durch die Dynamik der Geschichte schnell an Fahrt gewinnt und ich nur so durch die Geschichte geflogen bin.

Ich mochte Jude schon in den ersten beiden Teilen, weil klar war, dass hinter seinem Verhalten deutlich mehr steckt, als dass er einfach gemein ist. Außerdem hat er sowohl gegenüber Gracie als auch Laurel schon bewiesen, dass er anders kann. Das wird in diesem Buch einmal mehr deutlich. Man merkt deutlich, wie tief er in seiner Kindheit immer wieder verletzt wurde und dass er sich davon nie erholt hat. Es tat weh, mitzuerleben, wie wenig er sich selbst mag. Ich habe gehasst zu sehen, wie er sich immer wieder selbst verletzt, indem er andere ausschließt und es ihnen so gar nicht möglich macht, ihn zu mögen. Gerade deswegen war ich so froh zu erleben, als er langsam auftaut. Nathan zwingt ihn durch seine bloße Anwesenheit natürlich förmlich dazu, aber ich mochte zu sehen, wie er immer wieder seine Mauern durchbricht und dafür sorgt, dass Jude auch anderen Menschen wieder zugänglicher wird. Bei Nora ist es anders, weil sie ihn schon aus ihrer gemeinsamen College Zeit kennt und mehr über ihn weiß, aber trotzdem hat er sie nie wirklich an sich herangelassen. Ich konnte gut verstehen, warum sich beide so schwer damit getan haben, wieder aufeinander zuzugehen, obwohl von Anfang an klar war, dass sie einander nie aufgehört haben zu lieben. Ich habe die ganze Zeit gehofft, dass sie es schaffen, ihre Dämonen zu überwinden und zusammen glücklich zu werden.

Die Geschichte hat mich ebenfalls mehr gefesselt, als ich zu Beginn erwartet habe. Ich wollte unbedingt wissen, was zwischen Nora und Jude damals vorgefallen ist, aber mindestens ebenso sehr hat mich die Scheidung von Nathan und Lilah gefesselt, weil ich wirklich nicht wusste, was ich beiden gewünscht habe. Es hat gezeigt, wie wichtig es ist, dass es auch im Familienrecht Anwälte gibt, die sich für ihre Mandanten einsetzen und dafür kämpfen, dass ihre Rechte durchgesetzt werden.

Alles in allem habe ich das Buch deutlich mehr geliebt, als ich es zu Beginn erwartet hättet, was vor allem an Jude und Nora als Charakteren liegt, die ich direkt fest in mein Herz geschlossen habe und mit denen ich verzweifelt auf ein Happy End hingefiebert habe.

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Veröffentlicht am 22.07.2025

Mitreißende Geschichte mit tollen Charakteren

Variation – Für immer oder nie
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Die Gestaltung des Buches trifft nicht so ganz meinen Geschmack. Ich finde, dass die Abbildung eines Seerosenteichs mit schwimmenden Fischen irgendwie so gar nicht zur Geschichte passt. Ich habe mir das ...

Die Gestaltung des Buches trifft nicht so ganz meinen Geschmack. Ich finde, dass die Abbildung eines Seerosenteichs mit schwimmenden Fischen irgendwie so gar nicht zur Geschichte passt. Ich habe mir das Buch ehrlich gesagt nur genauer angesehen, weil es von Rebecca Yarros ist und ich ihre Art eine Geschichte zu erzählen sehr gerne mag. Zudem passt der Titel hervorragend zu der Geschichte, allerdings hätte man auch das Cover eher in die Ballett-Richtung gestalten oder anstatt des Teichs das Meer abbilden können.

Die Story hat mich da schon mehr gereizt: Als Allie Rousseau nach einer schweren Ballett-Verletzung in ihr Haus an der Küste von Cape Cod zurückkehrt, ist sie am Ende. Sie versucht, sich ganz auf ihre Genesung zu konzentrieren, während sie sich immer mehr zurückzieht. Das ändert sich, als eines Tages Juniper vor der Tür steht und ihre leibliche Mutter sucht. Dabei handelt es sich ausgerechnet um die Nichte ihres ehemaligen besten Freundes Hudson, der sie im Stich gelassen hat, als sie ihn am meisten gebraucht hätte. Nun muss sie widerwillig mit Hudson zusammenarbeiten, denn Juniper möchte nichts lieber als ebenso wie Allie und ihre drei Schwestern Ballett tanzen, ihre Mutter ist aber strikt dagegen. Um sie überzeugen zu können, schlägt Hudson vor, dass Allie sich als seine Freundin ausgeben und ihn auf Familienfeste begleiten kann. Um Junipers Willen stimmt sie zu und stellt im Laufe der Zeit fest, wie viel ihr Hudson noch immer bedeutet. Doch nach und nach kommen Geheimnisse ans Licht, die die zarte Verbindung der beiden auf eine harte Probe stellen.

Ich war mir nicht so richtig sicher, was ich von dem Buch erwarten sollte, weswegen es mir vermutlich deutlich besser gefallen hat, als ich zunächst erwartet hätte. Das liegt auch an dem wirklich tollen Schreibstil von Rebecca Yarros, der mich von den ersten Seiten komplett in die Geschichte gezogen hat und ich wirklich förmlich durch sie hindurch geflogen bin.

Dazu tragen auch die Charaktere einen erheblichen Teil bei. Ich mochte Hudson und Allie schon ab ihrem ersten Aufeinandertreffen und habe sie im Laufe der Geschichte nur umso mehr in mein Herz geschlossen. Ich habe mit Allie mitgelitten, als sie sich durch die Aufführung ihrer wichtigsten Rolle trotz großer Schmerzen quält und letztlich sogar ihre Achillessehne reißt. Viel schlimmer fand ich aber, wie enttäuscht ihre Mutter ist und wie viel wichtiger dieser der Erfolg ihrer Töchter ist, als dass sie glücklich sind. Es tat wirklich weh zu sehen, dass dies Allie immer irgendwie quält und wie sehr sie versucht, wieder fit zu werden, obwohl ich mir nie sicher war, ob sie das Tanzen wirklich liebt oder es mehr aus Gewohnheit macht und weil sie gut darin ist. Gerade deswegen mag ich Hudson auch so gerne. Er fordert sie immer wieder heraus, sich ihren Gefühlen zu stellen, ihre Emotionen rauszulassen und ihre Entscheidungen doch zu hinterfragen. Natürlich war es nicht gut, dass er Allie nach ihrem furchtbaren Unfall alleine gelassen hat, aber es gefiel mir, wie er ihr immer wieder zur Seite steht, dass er immer ehrlich damit ist, wie viel sie ihm bedeutet und sich selbst von ihren hohen Mauern nicht abschrecken lässt. Auch die Nebencharaktere mochte ich recht schnell. Vor allem Juniper fand ich unglaublich unterhaltsam, sie ist zwar erst zehn, weiß aber ganz genau, was sie will und wie sie es bekommt. Ich fand faszinierend mit was für einer Präzision sie die Umsetzung ihrer Pläne verfolgt und damit erstaunlich oft Erfolg hat. Ich finde zwar auch, dass Hudson und Allie viel früher mit Junipers Mutter Caroline über deren Pläne hätten sprechen müssen, schließlich sucht sie ihre leiblichen Eltern und dabei sollten ihre Adoptivmutter definitiv mit eingebunden sein. Gleichzeitig verstehe ich aber auch, dass Caroline seit dem Tod ihres Mannes übervorsichtig ist und Allie sehr wahrscheinlich jede Chance verwehren würde, mehr Zeit mit ihrer Nichte zu verbringen. Bei Allies Schwestern fiel es mir ein wenig schwerer, sie in mein Herz zu schließen. Anne mochte ich noch recht gerne, auch wenn ich es mir nicht gefiel, dass sie Allie so wenig gegen ihre Mutter unterstützt, aber Eva hat es mir schon sehr schwer gemacht. Ich habe verstanden, warum sie auf bestimmte Arten handelt, aber das bedeutet nicht, dass es gut geheißen habe, besonders wenn sie die Gefühle ihrer Schwestern mal wieder übergangen hat.

Alles in allem habe ich die Geschichte wirklich gerne gelesen. Ich mochte den fesselnden Schreibstil ebenso wie die Charaktere, die ich von Anfang an in mein Herz geschlossen habe. Die Story ist vielleicht nicht außergewöhnlich, aber das braucht das Buch auch gar nicht, weil die Verbindungen zwischen den verschiedenen Personen komplett ausreichend sind, um die Spannung aufrecht zu erhalten.

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Veröffentlicht am 19.07.2025

Extrem spannende Geschichte

Not Quite Dead Yet
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Das Cover gefiel mir auf den ersten Blick nicht besonders gut, weil es einfach nicht aus der Masse heraussticht. Beim zweiten Blick allerdings wurde mir bewusst, wie perfekt es zum Inhalt der Geschichte ...

Das Cover gefiel mir auf den ersten Blick nicht besonders gut, weil es einfach nicht aus der Masse heraussticht. Beim zweiten Blick allerdings wurde mir bewusst, wie perfekt es zum Inhalt der Geschichte passt. Die Darstellung von eine Gehirnscan und den Verletzungen, die scheinbar langsam größer werden, spielen in der Geschichte eine so große Rolle, dass es eine perfekte Wahl fürs Cover ist.

Die Geschichte fand ich auf den ersten Blick spannend: Jet Mason ist die Tochter einer der einflussreichsten Familien in Woodstock, Vermont und weiß mit 27 Jahre noch nicht so richtig, was sie mit ihrem Leben anfangen soll. Seit sie wieder zuhause eingezogen ist, versucht sie ihren Platz im Leben zu finden, bis sie am Abend der großen Halloween-Kirmes brutal angegriffen und niedergeschlagen wird. Als sie wieder erwacht, teilen ihr die Ärzte mit, dass sie höchstens noch eine Woche hat, bis sie an einem Aneurysma sterben wird. Doch Jet will ihre letzten Tage auf keinen Fall im Krankenhaus verbringen, sondern sie setzt alles daran, ihren eigenen Mord aufzuklären. Zusammen mit ihrem besten Freund aus Kindheitstage Billy nimmt Jet keine Rücksicht auf die Befindlichkeiten anderer, sondern beginnt nach und nach die dunklen Geheimnisse der Menschen in dem kleinen Ort aufzudecken, wobei sie auch vor nicht vor denen ihrer Familie zurückschreckt.

Ich liebe den Schreibstil von Holly Jackson. Sie hat einfach eine besondere Art, den Leser direkt in die Geschichte zu ziehen und die Spannung während des gesamten Buches hochzuhalten. Das ist auch bei dieser Geschichte so, allerdings habe ich diesmal, anders als bei den Jugend-Thrillern, etwas länger gebraucht, um so richtig in die Geschichte zu finden. Das mag auch daran liegen, dass er nicht ganz so leicht und locker ist, was aber den Fluss der Story, wenn man erst einmal drin ist, keinen Abbruch tut.

Mit den Charakteren hatte ich zu Beginn auch ein bisschen meine Probleme. Ich musste mich wirklich erst daran gewöhnen, wie direkt und gnadenlos Jet gegenüber den Menschen um sich herum ist und keinerlei Rücksicht auf deren Gefühle nimmt. Dazu kommt, dass man vor dem Mordanschlag nicht wirklich Zeit hatte, Jet als Person kennenzulernen und schwierig ist, zu beurteilen, ob sie schon immer so war oder das erst dadurch kommt, dass sie nun einfach keine Zeit mehr hat, Rücksicht zu nehmen. Dadurch hatte ich etwas Schwierigkeiten, mir ein klares Bild von ihr zu machen. Im Verlauf des Buches habe ich sie aber mehr und mehr ins Herz geschlossen. Zwar fand ich sie manchmal unnötig gemein, vor allem gegenüber Billy, der ihr wirklich immer nur helfen will. Ich konnte aber mit der Zeit immer besser verstehen, sie will einfach nicht, dass die Menschen um sie herum sie vermissen, wenn sie dann wirklich stirbt. Während Jet es langsam durch ihren unerschütterlichen schwarzen Humor in mein Herz geschafft hat, ging das bei Billy deutlich schneller. Man merkt von Anfang an, dass Jet ihm viel bedeutet und ich fand es bewundernswert, was er alles tut, damit sie ihren eigenen Mord aufklären kann.

Die Story als Ganze fand ich ebenfalls ziemlich gelungen. Ich habe schon lange (vielleicht noch nie) eine Geschichte gelesen, in der eine Person ihren eignen Mord aufklären will, sich mit der Auflösung aber sehr wahrscheinlich nicht selbst retten kann. Ich saß, nachdem ich das Buch zu Ende gelesen habe, noch eine Weile da und habe über die Handlung und die Charaktere nachgedacht, weil ich mich gefragt habe, was hätte passieren müssen, damit man manches hätte verhindern können.

Alles in allem mochte ich die Geschichte richtig gerne, auch wenn ich mich erst daran gewöhnen musste, dass es sich diesmal um einen Thriller mit erwachsenen Protagonisten handelt und nicht um Teenager. Holly Jacksons Schreibstil ist aber auch in diesem Buch mitreißend, unterhaltsam und fesselnd, sodass ich nur so durch die Seiten geflogen bin und nach und nach die Charaktere fest in mein Herz geschlossen habe, sodass ich das Ende des Buches gar nicht erreichen wollte, um sie nicht loslassen zu müssen.

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Veröffentlicht am 06.07.2025

Emotionale Liebesgeschichte über Vergebung und Neuanfänge

Beyond Shattered Moons
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Spoiler für alle, die den ersten Teil noch nicht gelesen haben.

Ich liebe die Gestaltung der kompletten Reihe und da bildet dieser Teil keine Ausnahme. Das dunkle Cover bildet einen gelungenen Kontrast ...

Spoiler für alle, die den ersten Teil noch nicht gelesen haben.

Ich liebe die Gestaltung der kompletten Reihe und da bildet dieser Teil keine Ausnahme. Das dunkle Cover bildet einen gelungenen Kontrast zum ersten Band und passt in seiner Farbgebung hervorragend zum Inhalt. Außerdem ist es ein echtes Schmuckstück im Regal.
Die Geschichte geht direkt da weiter, wo der erste Teil aufgehört hat: Nach dem Unfall ist nichts mehr so wie es vorher war und Madelyn weiß nicht, wie sie weitermachen soll, also stürzt sie sich Hals über Kopf in die Arbeit. Doch dann taucht Adam wieder auf und Maddies Leben wird erneut auf den Kopf gestellt. Denn er ist so anders als damals und gleichzeitig noch immer der Mensch, der sie am besten versteht. Nach und nach öffnet sie sich ihm wieder und erfährt, was damals passiert ist. Doch sie weiß nicht, ob sie ihm wirklich vertrauen kann oder doch nur wieder verletzt wird.

Ich gebe zu, ich musste, bevor ich dieses Buch angefangen habe, noch einmal die letzten fünf Kapitel des ersten Teils lesen, weil ich mich zwar grob erinnern konnte, aber eben nicht mehr an alle Einzelheiten und besonders für das Gefühl des Buches fand ich das aber wichtig. Das liegt auch daran, dass dieser Band wirklich nahtlos an den ersten anknüpft und es zwar kurze Rückblenden gibt, aber im Großen und Ganzen kommt die Geschichte ohne aus. Das sorgt auch dafür, dass sie mich schon auf den ersten Seiten wieder gefesselt hat. Der leicht, aber einfühlsame Schreibstil von Anna Savas hat dafür gesorgt, dass ich das Buch am liebsten an einem Stück durchgelesen hätte, wenn ich die Zeit dafür gehabt hätte.

Dazu tragen auch die Figuren bei. Ich hatte in der Mitte des Buches manchmal das Gefühl, dass gar nicht so viel an Handlung passiert, aber das hat mich gar nicht gestört, weil die Charaktere und ihre Gefühle mich so mitgerissen haben, dass diese Art der Erzählung perfekt dazu passt. Es war einfach notwendig, die Charaktere und deren Entwicklung in den Mittelpunkt zu stellen, damit sie heilen und endlich glücklich werden können. Ich mochte, dass man in diesem Band auch Adam besser kennenlernen kann, weil er schon im ersten Teil eine unglaubliche Präsenz hatte, ohne dass er selbst eine Stimme hatte. Nun kann man auch seine Sicht der Ereignisse noch besser verstehen und ich habe ihn nach und nach wirklich ins Herz geschlossen. Ich habe verstanden, warum er weggehen musste, obwohl es ihn seine Freundschaft mit Maddie gekostet hat, obwohl er sie vermisst. Ich mochte es zu sehen, wie die beiden langsam wieder zueinander finden und an alte Verbundenheit anknüpfen, sich aber gleichzeitig wieder neu kennenlernen müssen. Manchmal fand ich die Entwicklungen ein bisschen abrupt und hätte mir gewünscht, dass beide sich mehr Zeit geben, um sich mit der neuen Situation anzufreunden. Manchmal wirkte es ein bisschen, als hätten sowohl Adam, als auch Maddie und Wes kaum Zeit sich daran zu gewöhnen, was sich alles in ihrem Leben geändert hat.

Alles in allem habe ich das Buch ebenso wie den ersten Teil geliebt, auch wenn ich mir vielleicht einen anderen Ausgang erhofft hätte, mochte ich dennoch die Dynamik der Geschichte, die Einblicke in die Verlagswelt und freue mich sehr auf den nächsten Teil, der das ganze sehr sicher noch einmal abrunden wird.

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Veröffentlicht am 10.06.2025

Mitreißende Liebesgeschichte

Great Big Beautiful Life
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Das Cover hat mich auf den ersten Blick nicht so richtig überzeugen können, vor allem weil mir die Farbgestaltung nicht so richtig gefiel. Nachdem ich aber die Geschichte gelesen habe, denke ich etwas ...

Das Cover hat mich auf den ersten Blick nicht so richtig überzeugen können, vor allem weil mir die Farbgestaltung nicht so richtig gefiel. Nachdem ich aber die Geschichte gelesen habe, denke ich etwas anders darüber. Zum einen passen die dargestellten Charaktere perfekt zu meiner Vorstellung von Alice und Hayden, zum anderen nimmt das orangefarbene Mosaik im Hintergrund eine größere Rolle in der Geschichte ein, als ich zunächst erwartet habe. Außerdem passt die Gestaltung perfekt zu den anderen Büchern von Emily Henry, sodass ich sie letztlich wirklich mochte.

Die Story hat mich ebenfalls direkt begeistert: Alice Scott ist begeisterte Journalistin und als sie auf der kleinen Insel Little Crescent Island die ehemalige High Society Lady Margaret Ives findet, die vor Jahren auf mysteriöse Art aus dem Scheinwerferlicht verschwand, versucht sie sie zu überzeugen, ein Buch über ihr Leben zu schreiben. Doch sie hat nicht die Rechnung mit dem Pulitzer Preisträger Hayden Anderson gemacht, der das gleiche Ziel verfolgt. Beide haben einen Monat Zeit, um sich gegenüber der exzentrischen Frau zu beweisen und dabei kommt die unerschütterliche Optimistin Alice dem zurückhaltenden Hayden langsam näher, als sie erwartet hat, doch sie will unbedingt über Margarets aufregendes Leben schreiben und Hayden hat nicht vor, zurückstecken. Doch als beide erkennen, dass Margaret ihnen nicht die ganze Wahrheit erzählt, versuchen sie trotz einer Verschwiegenheitserklärung zusammenzuarbeiten.

Ich habe die vorherigen Bücher von Emily Henry sehr geliebt und zum Glück stellt dieses keine Ausnahme dar. Ich liebe einfach, wie sie Geschichten erzählen kann. Sie schafft es wieder einmal, mich schon auf den ersten Seiten in den Bann zu ziehen und mich so gut zu unterhalten, dass ich nur so durch die Seiten geflogen bin.

Das liegt aber auch an den Charakteren, die viel mehr Tiefe und vor allem mehr Herz haben, als ich das zu Beginn gedacht habe. Bei Alice habe ich das sehr schnell gemerkt, ich habe geliebt, wie uneingeschränkt positiv sie war und dass sie sich das auch von niemandem ausreden lässt. Sie glaubt immer an das Gute in allen Menschen und liebt es mit anderen in Kontakt zu kommen, was sie zu einer hervorragenden Journalistin macht. Ich habe es geliebt, wie sie immer wieder versucht, Hayden aus seinem Schneckenhaus zu holen, hat aber gleichzeitig auch immer ein gutes Gespür dafür, wenn sie eine Grenze erreicht. Bei Hayden habe ich etwas länger gebraucht, aber als deutlich wurde, dass seine abweisende Art eher an seiner Unsicherheit liegt, habe ich mich so langsam auch für ihn erwärmt und ihn dann wirklich fest in mein Herz geschlossen. Er ist wirklich ein guter Kerl, den Alice zunächst vor allem irritiert, der aber auch schnell erkennt, wie viel sie ihm bedeutet und wie gut sie ihm tut. Ich mochte dabei auch ihre Dynamik untereinander, vor allem dass sie so ehrlich zueinander sind. Sie dürfen zwar über ihre Arbeit nicht reden und gerade Hayden besteht auch penibel auf der Einhaltung von Regeln, aber sie kommunizieren immer deutlich darüber, wie sie zueinander stehen und wie sich ihre Beziehung entwickelt.

Auch die Story hat mich überzeugen können. Ich fand die Familiengeschichte von Margaret unglaublich spannend und hätte darüber an manchen Stellen gerne noch mehr erfahren, wie es für sie war in einer so berühmten, aber auch schwierigen Familie aufzuwachsen. Vor allem zum Ende hin hatte ich das Gefühl, dass man nur Teile der Geschichte erfahren hat. Ich habe verstanden, warum das so war, aber wahrscheinlich hätte ich einfach noch gerne mehr darüber gelesen.

Alles in allem habe ich das Buch wirklich geliebt, weil es eine angenehme, leichte Geschichte ist, der es aber nie an Tiefgang oder Emotionen fehlt, sondern mich vielmehr ab den ersten Seiten fesselt und mich die Geschichte von Alice und Hayden bis zum Ende mitreißt.

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