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Veröffentlicht am 17.01.2026

Eine spannende Story, ein ungewöhnlicher Ermittler – Jo Nesbø, wie wir ihn lieben

Minnesota
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Im neuen Kriminalroman „Minnesota“ von Jo Nesbø ermittelt der psychisch angeschlagene Ermittler Bob Oz in einer Verbrechensserie, die ihren Ursprung in der Vergangenheit zu haben scheint.

Um was geht ...

Im neuen Kriminalroman „Minnesota“ von Jo Nesbø ermittelt der psychisch angeschlagene Ermittler Bob Oz in einer Verbrechensserie, die ihren Ursprung in der Vergangenheit zu haben scheint.

Um was geht es?
Der Ermittler Bob Oz wird zu einem Tatort gerufen. Das vermeintliche Opfer: Marco Dante, illegaler Waffenhändler, der die Gangs in Minnesota beliefert. Vor Ort entdeckt Bob nicht nur, dass Dante noch lebt, sondern auch, dass hier ein Profi mit einem Scharfschützengewehr am Werk gewesen sein muss. Ist der legendäre Auftragskiller Lobo wieder aktiv? Zumindest sagt Bob Oz untrügerischer Polizeiinstinkt, dass mehr hinter dem Attentat stecken muss. Und schon geschieht das nächste Verbrechen.

Protagonist im Krimi „Minnesota“ ist Ermittler Bob Oz – engagiert und genial in seinem Job. Gleichzeitig trinkt er zu viel, ist unfreundlich bis unverschämt, schleppt reihenweise Frauen ab und hat definitiv ein Problem mit seiner Impulskontrolle. Da verwundert es kaum, dass er nach einem Gewaltausbruch in der Polizeiwache suspendiert wird. Doch er kann nicht anders – er muss trotzdem in seinem aktuellen Fall weiterermitteln, auch wenn das seine Probleme noch verschlimmert. Ganz nebenbei erfahren wir im Verlauf der Hauptstory auch nach und nach die persönliche Geschichte von Bob, entwickeln Mitleid und Verständnis für ihn und drücken ihm die Daumen, dass er den „Bogen kriegt“. Ob er das schafft, wird hier nicht verraten. Aber wir erleben viele spannende Interaktionen mit seinen Mitmenschen. Von Fremdschämen bis überraschend Positives ist hier alles dabei. Ich persönlich liebe das.

Nesbø treibt seine Geschichte über mehrere Handlungsstränge voran. Da ist zum einen ein Autor, der ein True Crime Buch über den Fall aus 2016 schreiben möchte, um den es schwerpunktmäßig in „Minnesota“ geht. Er besucht „nur“ einige Orte, gibt der Geschichte aber auf diese Weise Erzähl-Struktur. Das Jahr 2016, in dem die Hauptstory spielt, erleben wir aus zwei verschiedenen Perspektiven: einmal aus Sicht des Ermittlers Bob Oz und einmal aus Sicht des rachsüchtigen Attentäters. Zusätzlich gibt es noch Rückblenden in die persönliche Geschichte von Bob Oz – eine spannende Nebenhandlung, die aber nie die Hauptstory stört, sondern eher unterstützt. Scheinen die psychischen Probleme von Bob Oz ähnlich denen des Attentäters in einem früheren Stadium zu sein. Obwohl wir diese unterschiedlichen Handlungsstränge und Zeitschienen haben, ist das Buch so clever aufgebaut und strukturiert, dass man sich als Leser leicht zurechtfindet und die Spannung dadurch gesteigert wird, bis man das Buch nicht mehr weglegen will.

Schön fand ich auch das abschließende Kapitel, in dem das weitere Leben der wichtigsten Personen des Buches beschrieben wird. Das lässt mich zu dem Schluss kommen, dass wir es hier mit einem Stand-Alone und nicht mit dem Auftakt einer Reihe zu tun haben.

Fazit:
Bei „Minnesota“ handelt es sich um einen typischen Krimi à la Jo Nesbø – gut strukturiert, eine spannende Story, ein düsterer Ermittler. Wer Nesbø mag, wird „Minnesota“ lieben. Aber auch generell werden Krimifans auf ihre Kosten kommen und viele spannende und schöne Lesestunden mit dem Buch verbringen. Besonders schön fand ich die Nebenhandlung mit Bob Oz persönlicher Geschichte, die aber keinesfalls die Haupthandlung gestört hat. Wer Nebenhandlungen oder psychisch instabile Ermittlertypen nicht mag, sollte vielleicht besser die Finger von dem Buch lassen oder seine Erwartungen etwas reduzieren.

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Veröffentlicht am 02.08.2025

Nichts ist so, wie es scheint

Das heimliche Zimmer: Thriller
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In „Das heimliche Zimmer“ ermittelt Laura Kern im Mord an einem Jugendlichen, der nicht so leicht aufzuklären ist, wie es zuerst wirkt.

Um was geht es?
Der 16-jährige Finn wird tot in einer verlassenen ...

In „Das heimliche Zimmer“ ermittelt Laura Kern im Mord an einem Jugendlichen, der nicht so leicht aufzuklären ist, wie es zuerst wirkt.

Um was geht es?
Der 16-jährige Finn wird tot in einer verlassenen U-Bahn-Station gefunden – mit Kabelbindern gefesselt und erstochen. Er hat dort mit ein paar Freunden eine illegale Party gefeiert, unter anderem mit seinem Kumpel Leon. Dieser kämpft mit einem Filmriss, doch seine Erinnerungsfragmente verheißen nichts Gutes. Hat er im Drogenrausch seinen Freund wegen 100 Euro ermordet? Doch dann geschieht ein weiterer Mord, im Umfeld der Freundes-Clique. Steckt wirklich Leon dahinter oder ist alles anders als es auf den ersten Blick scheint?

Wieder ein bewährter Thriller aus der Laura-Kern-Reihe und doch irgendwie anders. Protagonistin ist natürlich unsere Ermittlerin Laura Kern. Gewohnt engagiert ermittelt sie in dem schrecklichen Mord an Finn und stellt wie immer ihre Arbeit über das Privatleben. Ihre privaten Dämonen in Form ihres Kindheitstraumas und daraus resultierender Eifersucht und Selbstzweifeln begleiten sie auch dieses Mal, sind aber weniger als sonst im Vordergrund. Das gilt auch für die Eheprobleme ihres Partners Max. Dieses Mal gibt es aber noch einen weiteren Hauptcharakter – Leon. Der Junge mit Blackouts wegen Drogenkonsums, der fürchtet, dass er während seines Filmrisses zum Mörder geworden ist. Dazu gibt es zahlreiche Nebencharaktere aus der gesamten Freundesclique inklusive der zugehörigen Teenager-Probleme, Obdachlose, Drogendealer und Lehrer. So ergeben sich jede Menge Spannungsfelder, Konflikte und weitere Tatverdächtige. Und wer Catherine Shepherd kennt, weiß, dass am Ende nichts ist, wie es zunächst scheint.

Die Kapitel sind allesamt kurz, was ich persönlich immer sehr schätze. Denn man kann auch mal weiterlesen, wenn man nur ein kurzes Zeitfenster hat – insbesondere, wenn es spannend ist. Die Kapitel sind primär aus der Sicht von Laura Kern und Leon geschrieben. Aber es gibt auch kurze Kapitel aus Sicht der Opfer. Die Geschichte ist gut konstruiert. Selten war ich so lange so ratlos, wer der Mörder sein könnte. Aber was sage ich – wie immer wartet Catherine Shepherd auch dieses Mal mit einer großen Überraschung zum Schluss auf und macht alles Rätselraten zunichte. Trotzdem ist das Ende absolut logisch.

Was ich ein bißchen schade finde: Der Titel passt für mich nicht wirklich zum Buch. Zwar lässt Titel und Klappentext darauf schließen, dass das heimliche Zimmer einen wichtigen Part einnimmt. Aber es kommt nur ganz am Rande vor und spielt keine Schlüsselrolle.

Fazit:
Auch der 10. Band der Laura-Kern-Reihe liefert wieder gewohnte Thrillerspannung à la Catherine Shepherd. Eine gut konstruierte Story, ein überraschendes, aber logisches Ende und eine besondere Note durch die Kapitel aus Sicht des möglichen Mörders. Ich habe mich gut unterhalten gefühlt. Alle Catherine-Shepherd-Fans werden wieder voll auf ihre Kosten kommen und auch die Einsteiger werden sich gut unterhalten fühlen 😊

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Veröffentlicht am 06.07.2025

Düstere, finnische Thrillerspannung in Schwarz und Weiß

Blindspiel
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„Blindspiel“ von Max Seeck. ist der Auftakt einer neuen Thrillerreihe rund um den finnischen Profiler Milo Perho – düster, kraftvoll, schwermütig.

Um was geht es?
An der Brücke zur Insel Seurasaari wird ...

„Blindspiel“ von Max Seeck. ist der Auftakt einer neuen Thrillerreihe rund um den finnischen Profiler Milo Perho – düster, kraftvoll, schwermütig.

Um was geht es?
An der Brücke zur Insel Seurasaari wird die Leiche einer jungen Frau entdeckt – komplett mit weißer Farbe bedeckt. Die finnische Kriminalpolizei steht vor einem Rätsel. Doch aufgrund der „Gestaltung“ des Opfers, rufen sie sofort den Profiler Milo Perho hinzu. Spätestens als im Hals des Opfers eine Schachfigur entdeckt wird und am nächsten Tag ein Brief mit einer Schachnotation, vermutet die leitende Ermittlerin Minka Laine, dass es sich um einen Serientäter handelt und Milos Täterprofil Gold wert sein kann. Denn der nächste Zug ist sicher schon geplant. Werden sie den Täter rechtzeitig stoppen können?

Protagonist des Thrillers ist der Profiler Milo Perho. Aus dem aktiven Polizeidienst ausgeschieden, betreibt er nun eine kleine Kunstgalerie und ist als externer Berater für die finnische Kripo tätig. Als ehemaliger Undercover-Polizist und durch sein Studium bringt er viel Erfahrung und strategisches Denken mit. Gleichzeitig kämpft er privat mit den Dämonen seiner Vergangenheit, einem unerfüllten Kinderwunsch und einer beginnenden Depression bzw. düsteren Gedanken. Man merkt ihm an, dass das Verhindern von Verbrechen immer noch oberste Priorität bei ihm genießt, auch wenn er das selbst nicht wahrhaben möchte. Seine Kollegin Minka, leitende Ermittlerin, hat ein gutes Gespür für Hinweise, scheint wesentlich gefestigter als Milo in ihrem Leben zu sein – vielleicht auch durch ihre beiden Kinder – und ist sehr vorurteilsfrei. Deswegen funktionieren sie und Milo auch so gut miteinander, wohingegen Milo sich mit anderen Kollegen der Kripo, aber auch im privaten Umfeld in einem ständigen Spannungsverhältnis zu befinden scheint, dass mal stärker, mal schwächer ausgeprägt ist.

Der Thriller besticht durch viele kurze Kapitel, die immer wieder aus der Perspektive anderer Haupt- und Nebencharaktere oder der Opfer geschrieben sind. Mehrheitlich sind sie aber aus Sicht von Milo geschrieben, bei dem es gleichzeitig Rückblenden in seine Vergangenheit gibt. Trotz der vielen Wechsel ist einem als Leser aber immer klar, aus welcher Perspektive das jeweilige Kapitel geschrieben ist. Da es sich um den Auftakt einen Thrillerreihe handelt, lernen wir zu Beginn des Buches erst alle Charaktere, insbesondere Milo, ausführlich kennen. Das mag für den einen oder anderen Leser zu viel Privates sein, mich persönlich hat das aber nicht gestört. Das ist typisch Reihenauftakt. Relativ bald übernimmt die eigentliche Thrillerhandlung und man bekommt den erwarteten Pageturner.

Wie viele finnische Thriller ist auch dieser sehr dunkel geschildert und ruft durchweg eine schwermütige und düstere Atmosphäre hervor. Mir gefällt das sehr gut und ich mag auch diese depressiv angehauchten, problembeladenen Ermittlertypen sehr gerne. Die Schachanalogien waren mal etwas anderes und haben mir persönlich sehr gut gefallen – vielleicht weil ich früher selbst viel Schach gespielt habe. Ich glaube aber, dass man auch als Nicht-Schachspieler der Handlung sehr gut folgen kann.

Schön fand ich, dass man als Leser super miträtseln konnte, weil die Hinweise einen gut durch die Ermittlungen geführt haben. Die überraschende Wendung zum Schluss war gut nachvollziehbar, allerdings hätte ich persönlich einen anderen Täter als wahrscheinlicher empfunden. Mehr kann ich dazu aber leider nicht verraten, sonst spoilere ich. Leider werde ich nie erfahren, ob es Euch nach Lesen des Thrillers ähnlich geht wie mir 😉

Fazit:
Wer düstere Thriller mit schwermütigen Charakteren und dunkle Settings mag und sich nicht an privaten Schilderungen stört, wird dieses Buch lieben und vermutlich auch weitere Bände der Reihe sehr schätzen. Ich freue mich auf jeden Fall darauf, in einem neuen Fall mit Milo und Minka auf Verbrecherjagd zu gehen. Für mich persönlich ein Pageturner mit einer tollen Story.

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Veröffentlicht am 06.07.2025

Alte Freundschaften, alte Geheimnisse und die Suche nach der Wahrheit

Eine von uns
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In „Eine von uns“ entführt uns die Autorin Samantha Hayes in die Welt einer alten Vierer-Mädchen-Clique, deren Vergangenheit durch ein düsteres Geheimnis überschattet wird, das in der Gegenwart nach Aufklärung ...

In „Eine von uns“ entführt uns die Autorin Samantha Hayes in die Welt einer alten Vierer-Mädchen-Clique, deren Vergangenheit durch ein düsteres Geheimnis überschattet wird, das in der Gegenwart nach Aufklärung schreit.

Um was geht es?
Gina kehrt mit ihrer Familie in ihre Heimatstadt zurück. Denn ihr Haus ist abgebrannt und ihre erfolgreiche Freundin aus Jugendtagen, Annie, die sich gerade auf Reisen befindet, überlässt ihr kostenlos ihr frisch renoviertes Haus für einige Wochen. Gina kann ihr Glück kaum fassen. Trotzdem verbindet sie mit ihrer Heimat nicht nur schöne, sondern auch schreckliche Erinnerungen. Als Annies Haushälterin Mary vor der Tür steht und täglich ihrer Arbeit nachgeht, beschleicht Gina zunehmend ein ungutes Gefühl. Sie fühlt sich beobachtet, bedroht und verfolgt. Ist Mary der Grund oder ist es das uralte Geheimnis – jene schicksalhafte Nacht vor so vielen Jahren, als aus den vier Freundinnen drei wurden?

Protagonistin des Buches ist die junge Mutter Gina. Verstört und gestresst davon, dass das Zuhause ihrer Familie in Flammen aufgegangen ist, versucht sie in ihrer alten Heimatstadt zur Ruhe zu kommen. Gina ist ein ambivalenter Charakter. Zum einen scheint sie ein gutes Radar für Gefahr zu haben, sie fühlt sich aber auch schnell bedroht und ihre Ängste wirken zeitweise regelrecht übertrieben und nicht nachvollziehbar. Zum anderen ist sie schon fast zu nett und erschreckend naiv, sodass man sie als Leser nur schütteln und „Wach auf“ schreien möchte. Die zweite Protagonistin ist die Haushälterin Mary, die zwar nett wirkt, aber die nicht ehrlich ist und von der man als Leser von Anfang an fürchtet, dass sie nichts Gutes im Schilde führt. Sie ist zielgerichtet und eine sehr gute Schauspielerin: nach Außen nett, nach Innen voller Hass und Rachegedanken. Die Interaktionen der beiden mit den Nebencharakteren und deren Reaktionen darauf sind unglaublich interessant, denn dadurch entstehen mehr oder minder große unterschwellige Spannungen, die die Geschichte vorantreiben.

Das Buch liest sich schnell und flüssig und weist angenehm kurze Kapitel auf. Die Kapitel sind aus den Perspektiven der beiden Protagonistinnen Gina und Mary verfasst – immer wieder unterbrochen durch Rückblenden in die Vergangenheit. Das macht das Buch unglaublich dynamisch und der Leser hat einfach Lust, immer weiterzulesen. Nach und nach wird dem Leser so die ganze Geschichte und ihre Tragik offenbart. Weite Teile des Buches haben mir außerordentlich gut gefallen, doch im letzten Viertel hätte man alles wesentlich schneller auflösen können. Es gab so viele Hinweise, die Gina gar nicht übersehen konnte. Das hat mich tatsächlich etwas gestört und mir kam das Buch dadurch künstlich in die Länge gezogen vor. Deswegen gibt es von mir auch nur 4 Sterne anstatt der ursprünglich angedachten 5 Sterne.

Fazit:
„Eine von uns“ ist ein spannender, düsterer Thriller, dessen Plot durch ein schlimmes Ereignis in der Vergangenheit geprägt ist, das an die Oberfläche drängt. Durch die kurzen Kapitel und die Rückblenden wird einem die spannende Story häppchenweise serviert und man rast in weiten Teilen förmlich durch das Buch. Das letzte Viertel ist allerdings etwas langatmig. Trotz vieler überraschender Wendungen ist die komplette Story in sich stimmig. Ich kann das Buch Thriller-Fans nur empfehlen 😊

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Veröffentlicht am 25.05.2025

Die dunklen Seiten des Paradieses

The Island - Auf der Flucht
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In „The Island – Auf der Flucht“ entführt uns Nicola Martin auf eine luxuriöse Urlaubsinsel, die von dunklen Machenschaften und seltsamen Todesfällen überschattet wird.

Um was geht es?
Lola – Hotelmanagerin ...

In „The Island – Auf der Flucht“ entführt uns Nicola Martin auf eine luxuriöse Urlaubsinsel, die von dunklen Machenschaften und seltsamen Todesfällen überschattet wird.

Um was geht es?
Lola – Hotelmanagerin aus Hongkong – muss weg. Egal wohin. Denn ein Blutbad an ihrem ehemaligen Arbeitsplatz lässt sie keine ruhige Minute mehr finden. Da kommt ihr das Angebot ihres alten Kollegen Mike Moxham, den sie aus Hongkong kennt, ganz gelegen. Stellvertretende Ressort-Managerin auf Keeper Island – der luxuriösen Ferieninsel des Milliardärs Kip Clement. Kaum angekommen, treibt Moxham tot im Meer. Ein Unfall? Lola möchte dies nicht glauben und beginnt zu ermitteln, Und schon bald erkennt sie, wie viel Lug, Betrug und dunkle Geheimnisse hinter dem schönen Schein stecken – nicht nur bei den reichen Gästen, sondern auch bei den Angestellten.

Protagonistin ist Hotelmanagerin Lola, die völlig verstört auf der Insel Keeper Island ankommt. Sie ist entsetzt, was ihr Freund bereit ist aus Liebe für sie zu tun und das, obwohl sie selbst eine Person ist, die aus Liebe zu ihrer Familie, ihre eigenen Wünsche und Träume zurückstellt. Trotzdem ist sie ein Mensch mit Gewissen und einem hohen Ehrenkodex. Sie möchte nicht erpresserisch tätig sein oder ihre eigenen Überzeugungen verraten, nur um ihre Ziele zu erreichen. Vermutlich schließt man sie deshalb als Leser schnell ins Herz und möchte sie bei manch gefährlicher Aktion am liebsten zurückhalten. Auf Keeper Island trifft sie im Kollegen- und illustren Gästekreis auf die unterschiedlichsten Charaktere, mit unterschiedlichen Ansichten bis hin zur absoluten Gewissenlosigkeit. Es macht Spaß zu beobachten, wie die Interaktion mit diesen Charakteren Lolas Überzeugungen ins Wanken bringen und sie sich an der einen oder anderen Stelle innerlich weiterentwickelt.

Das Buch liest sich angenehm und flüssig, ist verständlich geschrieben und man rast nur so durch. Mir hat es sehr viel Lesefreude bereitet, auch wenn ich mir gewünscht hätte, es an einem Traumstrand im Urlaub zu lesen. Trotz all der Spannung und der düsteren Entwicklungen, hat sich dieser Thriller nämlich ein bisschen wie ein Kurzurlaub angefühlt. Und ich weiß, das klingt verrückt 😉 Einzig der Epilog hat meine Lesefreude ein wenig getrübt. Diesen hätte es für mich nicht gebraucht. Soll das ein Cliffhanger auf „The Island 2“ sein? Soll uns das sagen, dass noch mehr hinter Moxhams Tod steckt als nach Abschluss des Buches bekannt ist? Für mich persönlich war der Epilog tatsächlich unnötig und hat meinen Gesamteindruck zum Buch leider negativ beeinflusst. Sehr schade ☹

Fazit:
Der Thriller ist mal wieder etwas anderes, was sicher auch an dem ungewöhnlichen Setting liegt – einem Luxus-Urlaubsressort mit ungewöhnlichen, steinreichen, teils skrupellosen Gästen, aber auch nur bedingt charakterlich besseren Mitarbeitern. Mir hat es großen Spaß gemacht, mit Lola „zu ermitteln“. Da war Lesespannung garantiert. Lediglich der Epilog am Ende war für mich überflüssig und hat die Lesefreude etwas getrübt.

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