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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.02.2026

Erdrückend

Ich, die ich Männer nicht kannte
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Eine namenlose Erzählerin lebt zusammen mit 39 weiteren Frauen in einem Käfig tief unter der Erde. In dem Raum befinden sich lediglich noch ein paar Wächter. Als einziges Kind unter den älteren Frauen ...

Eine namenlose Erzählerin lebt zusammen mit 39 weiteren Frauen in einem Käfig tief unter der Erde. In dem Raum befinden sich lediglich noch ein paar Wächter. Als einziges Kind unter den älteren Frauen kennt sie nur das Leben im Käfig, die wiederum vorher normale Leben gelebt haben. Eines Tages ertönt ein Alarm und durch Zufall gelingt den Frauen die Flucht. Nach Jahren sind diese frei - was sie mit dieser Freiheit jedoch erreicht haben, ist nicht ganz das, was sie jemals zu hoffen gewagt haben.
"Ich, die ich Männer nicht kannte" wirft viele Fragen auf, die auch am Ende nicht beantwortet werden. So entsteht viel Raum für Interpretationen. Für mich hatte der kurze Roman eine regelrechte Sogwirkung und man beginnt ganz automatisch, über das Leben nachzudenken und wie man selbst in der geschilderten Situation gehandelt hätte.
Eine moderne Dystopie, die ich auf jeden Fall empfehlen kann!

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Veröffentlicht am 22.01.2026

Eine wahre Lesefreude

Niemands Töchter
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In Niemands Töchter erzählt Judith Hoersch die Lebensgeschichte von vier unterschiedlich alten Frauen, deren Leben jeweils auch untereinander miteinander verbunden sind.
Gabriele wünscht sich Anfang der ...

In Niemands Töchter erzählt Judith Hoersch die Lebensgeschichte von vier unterschiedlich alten Frauen, deren Leben jeweils auch untereinander miteinander verbunden sind.
Gabriele wünscht sich Anfang der 80-iger Jahre nach mehreren Fehlgeburten nichts so sehr wie endlich Mutter zu werden, circa 40 Jahre später fühlt sich Gabrieles Tochter Alma in ihrer eigenen Familienkonstellation nicht mehr willkommen - das Verhältnis zu ihrer Mutter hat sich grundlegend geändert.
Marie hat den Sommer ihres Lebens und ist voll mit Liebe, erlebt dann jedoch etwas tragisches und findet nicht mehr so ganz den Weg zurück und später ist Maries Tochter Isabell selbst Mutter und ist mittlerweile in ständiger Angst um ihr eigenes Kind.
Der Roman ist in viele kürzere Kapitel unterteilt, die jeweils das Leben einer der vier Frauen behandeln, was eine tolle Abwechslung reingebracht hat.
Die Mutter-Tochter Beziehungen wurden so greifbar und nachvollziehbar erzählt, dass ich richtig in der Geschichte gefangen war und den Roman kaum aus der Hand legen konnte. Der Schreibstil hat mich auch überzeugt und ich kann kaum glauben, dass dies ein Debüt ist. Freue mich auf alles weitere, was von Judith Hoersch kommt!

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Veröffentlicht am 29.09.2025

Realistische Coming of Age Story

Beste Zeiten
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Sickan lässt ihr altes Ich zurück in ihrer Kleinstadt und zieht für ihr Studium in das große Stockholm, wo ihr richtiges Leben erst so richtig beginnen soll.
In Stockholm begleiten wir Sickan bei dem Versuch, ...

Sickan lässt ihr altes Ich zurück in ihrer Kleinstadt und zieht für ihr Studium in das große Stockholm, wo ihr richtiges Leben erst so richtig beginnen soll.
In Stockholm begleiten wir Sickan bei dem Versuch, sich selbst zu finden. Sie macht Erfahrungen mit Freundschaften, der ersten Liebe, dem Gefühl Dazuzugehören, Streit, Partys, Verlust, Geldsorgen, aber auch in ihren neuen Beziehungen Grenzen zu setzen und sich selbst irgendwie treu zu bleiben.
Ihre Vergangenheit war geprägt von Ausgrenzung in der Schule und Vernachlässigung durch die Eltern, was beim Lesen nicht immer ganz leicht war. Gefallen hat mir daran aber, dass dies durch klug platzierte Einschübe erzählt wurde.
Die Charaktere, insbesondere Sickan, Hanna und Abbe waren meiner Meinung nach sehr realistisch dargestellt, gleichermaßen sympathisch und unsympathisch.
Ich denke, in "Beste Zeiten" kann sich jeder Mittzwanziger mehr oder weniger gesehen und gehört fühlen, daher von mir eine große Empfehlung!
Die Übersetzung ist außerdem auch sehr gut gelungen. Gefallen haben mir auch die schwedischen Begriffe, die immer wieder mit eingestreut wurden.

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Veröffentlicht am 15.09.2025

Playlist an und abtauchen

Deep Cuts
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Percy und Joe lernen sich zu College Zeiten Anfang der 2000er in einer Bar kennen und matchen auf Anhieb aufgrund ihrer beiden Liebe zu Musik. Zwischen ihnen entwickelt sich über die Liebe zur Musik hinaus ...

Percy und Joe lernen sich zu College Zeiten Anfang der 2000er in einer Bar kennen und matchen auf Anhieb aufgrund ihrer beiden Liebe zu Musik. Zwischen ihnen entwickelt sich über die Liebe zur Musik hinaus eine ganz eigene Dynamik, die aber auch von Neid und Eifersucht geprägt ist. Die Autorin hat die widersprüchlichen Gefühle meiner Meinung nach richtig gut und authentisch dargestellt.
Der Roman lebt von Musik - wer kein Fan von ausschweifenden Song-Analysen ist, sollte hier besser die Finger von lassen. Mir hat das persönlich aber sehr gut gefallen.
Die 2000er Vibes waren auch toll wiedergegeben und haben mich richtig nostalgisch gemacht.
Von mir eine Empfehlung, wenn man sich komplett auf die Geschichte einlassen möchte und auch die Playlist an den vorgegebenen Stellen einschaltet. Ein echt richtig gelungenes Debüt!

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Veröffentlicht am 07.07.2025

Leise und melancholisch

Die Geschichte des Klangs
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In Ben Shattucks "Die Geschichte des Klangs" erwarten den Lesenden zwei Kurzgeschichten, die für mich erstmal etwas willkürlich zusammengestellt klangen. Ich habe nämlich erst mitten im Buch herausgefunden, ...

In Ben Shattucks "Die Geschichte des Klangs" erwarten den Lesenden zwei Kurzgeschichten, die für mich erstmal etwas willkürlich zusammengestellt klangen. Ich habe nämlich erst mitten im Buch herausgefunden, dass die beiden Kurzgeschichten im Original wohl Teil von insgesamt elf Kurzgeschichten sind. Das Büchlein ist wunderschön gestaltet und sieht sehr hochwertig aus, ein wahres Schmuckstück im Regal.
Zum Inhalt: die erste Geschichte wird aus Lionels Perspektive erzählt, der auf seine Jugendzeit mit David zurückblickt und vor allem den Sommer, in dem die beiden zusammen durch die Welt gezogen sind um Volkslieder aufzunehmen. In der zweiten Geschichte findet Annie die Aufnahmen Jahre später wieder, sie finden den Weg zurück zu Lionel.
Alles ist sehr poetisch erzählt, hat mich tief berührt. Kurzgeschichten lassen natürlich immer aus und Platz für Interpretationen und Gedanken, darauf muss man sich einlassen. War etwas ganz besonderes, hat mir gut gefallen!

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