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Veröffentlicht am 10.09.2025

Besser als Kino

Kiss Me Once: Die Graphic Novel (Kiss the Bodygard, 1)
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Nicht nur Stella Tack, auch ihr Roman Kiss me Once war mir schon bekannt und zu beiden besteht eine gewisse Art von Liebe. Stella Tack hat einen einzigartigen Sinn für Humor, den man immer wieder in ihren ...

Nicht nur Stella Tack, auch ihr Roman Kiss me Once war mir schon bekannt und zu beiden besteht eine gewisse Art von Liebe. Stella Tack hat einen einzigartigen Sinn für Humor, den man immer wieder in ihren Büchern oder auch Kurzgeschichten wiederfindet. Gegenüber der von Olga Andriyenko gestalteten Graphic Novel war ich daher sehr skeptisch und wurde aufs Positivste überrascht.

In Kiss me Once geht es um Ivy, die aus einem sehr reichen Hause kommt und trotz ihres privilegierten Lebens gerne einer normalen Uni und den Privilegien entfliehen möchte. Um ihre Sicherheit zu gewährleisten, soll ihr deshalb ein Bodyguard zur Seite stehen. Als sie an ihrem chaotischen ersten Tag den attraktiven Ray kennenlernt, ahnt sie nicht, dass ausgerechnet er ihr Mann für Sicherheit sein wird. Dabei sprühen von vornherein die Funken.

Das Cover unterscheidet sich nur durch die gemalten Charaktere der Graphic Novel vom Roman und ist ebenso schön in einem pinken Glitzerton gehalten. Die Charaktere sind von Olga Andriyenko genauso gestaltet worden, wie man sie sich auch im Roman vorgestellt hat. Ivy wird dabei durch Rosatöne passend im gesamten Werk unterstützt. Nicht nur an ihr auffindbare pinke Merkmale, wie ihre Haarspitzen, auch ihre Gedanken werden durch die Farbe hervorgehoben, was dem Ganzen noch einen extra Charakter verleiht. Ryan ist als Grumpy Badboy passend gezeichnet und es wurden nicht an Details wie Piercings oder Tätowierungen gespart. Hatte ich Sorge, es könnte einfach zu viel fehlen, wurde ich dahingehend eines besseren belehrt. Jegliche Schlüsselmomente sind vorhanden, die Zeichnungen perfekt, aber nicht linear angeordnet, und selbst die kleinsten Details, die man braucht, um der Szene den bekannten Stella Tack Humor zu verleihen, werden perfekt in Szene gesetzt.

Die Geschichte zwischen der recht überbehüteten, aus reichem Hause stammenden Ivy, die ihre ersten alleinigen Erfahrungen außerhalb ihres Elternhauses machen möchte, wie jeder normale Mensch in ihrem Alter auch, und dem frechen, sexy und geheimnisvollen Bodyguard Ryan hat auch beim wiederholten Mal mein Herz berührt. Durch die grafische Gestaltung und Stellas Humor wurde man geradezu lebensnah in die Geschichte gezogen.

Als kleinen Bonus gibt es am Ende des Buches noch Einblicke von Olga, wie sie den Roman zur Graphic Novel gemacht hat, die sie geworden ist. Diese Einblicke waren ebenfalls super interessant und weckten Lust auf noch mehr ihrer Werke.

Mein Fazit:
Diese Graphic Novel ist besser als jeder Kinofilm. Olga Andriyenko hat es mit ihrem gestalterischen Talent geschafft, den Roman von Stella Tack auf ein neues Niveau zu heben. Man fühlt sich regelrecht in der Geschichte um Ivy und ihren Bodyguard Ryan gefangen, sodass man das Buch kaum aus der Hand legen und immer wieder von vorn lesen möchte.

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Veröffentlicht am 07.07.2025

Zurücklehnen und wohlfühlen

The One I Stood Beside
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Piper Rayne, das Autorenduo, welches für mich für Wohlfühlbücher, Smalltown Romance und humorvolle, süße Geschichten steht, hat mich auch dieses Mal nicht enttäuscht. Mit ihrem gewohnt lockeren und flüssigen ...

Piper Rayne, das Autorenduo, welches für mich für Wohlfühlbücher, Smalltown Romance und humorvolle, süße Geschichten steht, hat mich auch dieses Mal nicht enttäuscht. Mit ihrem gewohnt lockeren und flüssigen Schreibstil entführen sie uns in "The One I Stood Beside", den zweiten Band ihrer Plain Daisy Ranch Reihe. Man kann die Bücher der Reihe auch unabhängig voneinander lesen, empfohlen ist jedoch, um Zusammenhänge zu verstehen, sich an die Reihenfolge der Bände zu halten.

Das Cover halten sie auch im zweiten Band eher ruhig, in einem sanften Lilaton, mit einem Bild der Protagonisten. Dies nimmt jedoch etwas die Fantasie, die man durch die Beschreibungen der Charaktere bekommt, sie passen aber genauestens dazu – ebenso wie die sanfte Ranch im Hintergrund.

Beste Freunde, das waren Jude und Sadie bereits seit klein auf. Als Sadie nach dem plötzlichen Tod ihres Vaters kurz vor dem Nichts steht, fackelt Jude nicht lang und steht ihr zur Seite. Zur Not auch als Fake-Ehemann, um die Farm von Sadies Familie zu retten. Was alle anderen wissen und sehen, ist den beiden jedoch nicht bewusst. Zwischen ihnen herrscht schon immer mehr als Freundschaft.

Jude, den ältesten Bruder der Noughton Brüder, und auch seine beste Freundin Sadie hat man bereits im ersten Band der Reihe ("The One I Left Behind") kennengelernt. Während Sadie ihr Herz auf der Zunge zu tragen scheint, ist Jude eher der wortkarge und verschlossene Typ. Nur mit Sadie zusammen erlebt man ihn mit all seinen Facetten. Mich hat dennoch seine liebevolle Art Sadie gegenüber sofort gepackt. Sadie scheint teils sehr unscheinbar, aber unglaublich liebevoll ihrer Familie gegenüber – wie sie zum Beispiel all ihre Träume aufgibt, um sich um ihre kranke Mutter zu kümmern. Dabei ist sie eine echte Macherin, die sehr intelligent ist, jedoch leider durch den Vater recht klein gehalten wurde. Schnell wird einem beim Lesen klar, zwischen Jude und Sadie herrscht mehr als nur Freundschaft. Aus Angst davor, diese zu zerstören, halten beide jedoch mit ihren Gefühlen füreinander hinterm Berg und nähern sich so vorerst nur langsam an. Doch kaum platzt der Knoten, sind beide in ihrer Liebe nicht mehr zu halten. Einzig gestört hat mich, dass sie trotz ihrer jahrelangen Freundschaft dem anderen gegenüber sehr vorsichtig und zurückhaltend waren. Dies hat sich etwas widersprochen. Auch war die Dramatik etwas zu viel. Da Jude Sadie gut genug zu kennen scheint, hätte er ihrem kleinen Geheimnis von ganz allein auf die Schliche kommen müssen.

Toll an dem ganzen Buch war nicht nur die Liebesgeschichte der beiden Protagonisten, auch lernt man wieder viel über weitere Familienmitglieder und Nebencharaktere der nächsten Bände kennen. Dabei habe ich Bruce Noughton, den Vater der drei Noughton Brüder, mit seiner liebevollen Strenge bereits sehr ins Herz geschlossen – genauso wie den jüngsten Bruder Emmett mit seiner lockeren und humorvollen Art. Die ganze Familienfarm an sich und auch die Konstellationen mit den verschiedenen Gewerben bringen einfach Abwechslung und Freude mit sich. Der Großfamilie-Charme macht die Bücher von Piper Rayne immer zu etwas Besonderem.

Mein Fazit:
In "The One I Stood Beside" taucht man als Leser noch tiefer in die Plain Daisy Ranch ein und verliert sein Herz an den ältesten der Noughton Brüder, Jude, mit seiner liebevollen, aber grumpy Art. Es ist die perfekte, leichte Geschichte, um sich mal wieder in einer liebevollen Kleinstadt mit tollen und verschiedenen Charakteren fallen zu lassen.

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Veröffentlicht am 06.07.2024

Absolutes Sommer-wohlfühl-Buch

This could be love
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Nicht nur das schöne, in pink gehaltene und durch die mit Gold veredelte Schrift, auch edel wirkende Cover, lädt in die neue Reihe von Lilly Lucas ein. Schon der Klappentext lässt auf eine sommerliche ...

Nicht nur das schöne, in pink gehaltene und durch die mit Gold veredelte Schrift, auch edel wirkende Cover, lädt in die neue Reihe von Lilly Lucas ein. Schon der Klappentext lässt auf eine sommerliche Story voller Gefühl und Herzklopfen hoffen. Lilly Lucas ist bereits bekannt durch ihre Green Valley, sowie der Cherry Hilll Reihe, in der sie durch einen leichten Schreibstil und umwerfenden Beschreibungen der Settings beeindrucken konnte. Auch in dem Auftakt der Hawaii Love Reihe, “This Could Be Love” bleibt sie sich damit treu und man kann sich direkt in das atemberaubende Hawaii Setting träumen. Ein wirklich tolles Extra in Form von Klebe-Tattoos liegt der ersten Auflage bei und passen toll zu der Geschichte.

Diesmal geht es um die Tennisspielerin Louisa, die nach einer schweren Verletzung bei ihrer Patentante auf Hawaii wieder auf die Beine kommen und sich auf ihr Comeback bei den US-Open vorbereiten will. Auch wenn Louisa sich einzig auf den Sport konzentrieren will, kommt ihr bereits am ersten Tag der gut aussehende Surfer Vince in die Queere, der ihr aus der misslichen Situation des Überschätzens hilft. Auch wenn Louisa sich zu dem Surferboy hingezogen fühlt, gerät sie schnell zwischen die Fronten, denn Vince will ein Hostel eröffnen, was ihrer Patentante überhaupt nicht passt und was sie zu verhindern versucht. Während Louisa zu vermitteln versucht, entwickelt sich zwischen ihr und Vincent jedoch schnell mehr. Nur beide haben völlig andere Ziele vor Augen und Vince war nicht immer ganz so offen zu Louisa, wie es schien.

Während ich anfangs etwas Sorge hatte, Louisa und ihre aufopfernde Liebe zum Tennis nicht verstehen zu können, wurde schnell klar, dass man diese super ehrgeizige und talentierte junge Frau nur mögen kann. Alles rund ums Thema Tennis wurde so gut es geht erklärt und nähergebracht, so dass man selbst Interesse an dem Sport bekommt und Lust hat, mit Louisa eine Runde auf dem Platz zu stehen. Man fühlt Louisas Leidenschaft und sie zeigt auf gute Art und Weise, wie viel Disziplin hinter so einer Profikarriere steckt. Doch auch wenn man ihre Leidenschaft und Freude an dem Sport fühlen kann, möchte man Louisa gern an die Hand nehmen und ihr aufzeigen, wie viel Schönes und spaßiges die Welt noch zu bieten hat. Und so habe ich schnell mein Herz an den Surferboy Vince verloren. Seine lockere, aber nicht übertrieben coole Art hat mir Lust auf Lagerfeuerabende und Strandtage gemacht. Vince und auch seine Schwester Laurie bringen Spaß und den Wunsch nach echter Freundschaft mit in die Geschichte, so wie auch sie zeigen, dass es im Leben immer weitergeht, solange man den Kopf nicht in den Sand steckt und das Beste aus jedem Tag macht.

Die Story zwischen Louisa und Vincent beginnt bereits durch Louisas plötzlichen Schwächeanfall und Vince Hilfsbereitschaft sehr knisternd. Wer möchte nicht von einem Sunnyboy auf Händen getragen werden? Der Zwist zwischen Vince und Louisas Patentante Kay verleiht der Geschichte eine sanfte Spannung, die sich jedoch nicht in den Vordergrund stellt. Louisa zeigt sich als weitaus erwachsener in ihrer Denkweise wie ihre Tante und ihr Hinterfragen von Kays Aktionen und das Vermitteln zwischen den Fronten fand ich wirklich sehr stark. Gerade durch den Sport scheint Louisa ein sehr fairer Mensch zu sein und nicht allen Vorurteilen zu glauben. Während Vince durch die Ungerechtigkeiten von Kay anfangs ziemlich mürrisch und misstrauisch scheint, entwickelt er sich schnell zu dem Sunnyboy, in den sich jeder verlieben kann. Etwas unsicher aber auch total lässig und nicht auf den Mund gefallen, ist er das perfekte Gegenteil zu der Zielstrebigen Louisa. Schnell spürt man die Anziehung der beiden und freut sich über jede Annäherung. Der Plot Twist hat mich sehr berührt und ich wäre nicht mal enttäuscht gewesen, wenn es für die Protagonisten ein anderes Ende gegeben hätte, da ihr Umgang mit der aufgeführten Thematik einfach so durchdacht war, dass jedes Ende schlüssig gewesen wäre. Dennoch hat mir das Ende sehr gefallen und zusammen mit den tollen Personen und dem Setting Lust auf mehr Hawaii Träume gemacht.

Mein Fazit:
Ein perfektes Sommerbuch geschmückt mit einem tollen Hawaii-Setting, liebevollen und tollen Protagonisten, die den Wunsch auf schöne Sommertage mit Freunden wecken. Überwindbare Dramen und Gänsehautmomente, vor Spannung und vor Schmetterlingen im Bauch sind genauso garantiert wie ein Lächeln, in welches man durch den Humor der Geschichte schnell verfällt. Ich kann die Fortsetzungen der Geschichte kaum erwarten.

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Veröffentlicht am 06.03.2023

Eine magische Verbindung

Die Seelenpferde von Ventusia, Band 1 - Windprinzessin
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Während eines Ausrittes, entdeckt Fiona zwei wunderschöne, wilde Hengste. Aus Vorsicht, hält sie sich jedoch von diesen Fern, allerdings scheinen ihr die Pferde überall hin zu folgen. Als dann auch noch ...

Während eines Ausrittes, entdeckt Fiona zwei wunderschöne, wilde Hengste. Aus Vorsicht, hält sie sich jedoch von diesen Fern, allerdings scheinen ihr die Pferde überall hin zu folgen. Als dann auch noch mitten in der Nacht ein fremder Junge in Fionas Garten auftaucht und eins dieser Pferde bei ihm ist, merkt sie, dass etwas nicht stimmen kann. Nikolan behauptet, dass Fiona aus dem magischen Reich Ventusia stamm und sie dort dringend ihre Hilfe benötigen. Dort solle sie ihr seelnepferd finden und an einem Wettrennen teilnehmen, um das Reich der Pferdevölker vor einer großen Gefahr zu schützen….

Das Cover von „Die Seelenpferde von Vintusia – Windprinzessin“ passt hervorragend zu der Geschichte rund um Fiona. Die Abbildung gibt genau die Beschreibung der Protagonistin wie auch die ihres Seelenpferdes wieder. Den Hintergrund kann man hervorragend als den Wind sehen, der die Figuren zwischen Ventusia und Irland hin und her trägt.

Die Geschichte ist in der Sicht der dritten Person geschrieben und wechselt zwischen Fiona in Irland und Riana in Ventusia. Dadurch kann man viel aus beiden Welten erfahren. Die Schreibweise ist mit vielen Fachbegriffen rund um Pferde versehen, was das Lesen für Leute, die sich nicht auskennen, etwas erschwert. Wenn es um Ventusia geht, hält sich die Schrift und auch das Verhalten der Figuren etwas altertümlich, was jedoch super zu der Geschichte passt und wo sich etwas schwierigere Wörter durch den Kontext, leicht selbst erklären. Durch den fantastischen Erzählstil mit Detailreichen Beschreibungen, kann man sich wunderbar in diese fantastische Welt hineinträumen.

Die Hauptfiguren sind allesamt äußerst sympathisch und Nachvollziehbar beschrieben. Fiona haben wir als eine sehr starke, mutige Protagonistin empfunden, die für das was sie liebt, einsteht. Ihr Umgang mit Pferden ist äußerst liebevoll uns so passte es perfekt, als der Prinz Nikolan aus Ventusien bei ihr auftaucht und von der Fantastischen Welt und der Seelenverbindung zu Pferden erzählt, die es in Ventusia gibt. Das Fiona nicht sofort aufbricht, sondern auch an die Konsequenzen ihres Handelns denkt, ist für eine dreizehnjährige nicht selbstverständlich aber eine wirklich wunderbare Eigenschaft.
Auch Riana, dass etwas schüchterne aber doch tapfere Mädchen aus Ventusia, mochten wir sehr. Durch ihre magische Kraft des Silbersehens und der damit verbundenen Dunkelsicht, konnte sie einem doch manchmal leidtun, allerdings hat sie sich damit so super arrangiert, dass man wiederrum auch etwas neidisch drauf sein konnte. Auch das sie keine Freundin hatte, da kein Mädchen ihres Alters mehr in Ventusia lebte und sie sich zudem als Junge ausgeben musste, schmerzte einen sehr, da man ihren Wunsch nach freunden nachvollziehen konnte.
Ventusia ist eine wunderbare Welt, in der die Pferde ganz weit oben stehen. Zudem ist es von Magie nur so umgeben. So wurde z.B. ein unglaublicher Eispalast beschrieben, in dem sich des Nachts die Sterne nur so Spiegeln. Auch die Bewohner dieser magischen Welt mit ihren einzigartigen Gaben, sind einfach wundervoll, jeder auf seine eigene Art.
Die Geschichte über wird konstant eine Spannung gehalten, die einen wie in einem Sog durch das Buch fliegen lässt. Leider ist das Ende offen, jedoch wird es noch weitere Bände geben, die gar nicht schnell genug erscheinen können.

Unser Fazit:
Die Seelenpferde von Ventusia ist eine spannende Geschichte rund um die Liebe zu Pferden, fantastischen Welten und die Wichtigkeit von Freundschaft. Für Pferdeliebende ist es ab einem Alter von zehn Jahren perfekt zu lesen. Es hinterlässt die Sehnsucht nach den Magischen Land Ventusien und der eigenen Verbindung zu seinem Seelenpferd. Leider endet es mit einem etwas offenen Ende, aber folgebände sind bereits in Planung, so dass es hoffentlich schnell zurück geht nach Ventusia

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Veröffentlicht am 12.02.2023

Liebevolle Zerstörung des Herzens

Vor uns die Dämmerung
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Nach dem Verlust ihrer Schwester Logan, kann Emery ihrer Mutter nicht mehr in die Augen sehen, ohne dessen unglaubliche Trauer darin zu erkennen und dauerhaft an den Verlust und die Krankheit erinnert ...

Nach dem Verlust ihrer Schwester Logan, kann Emery ihrer Mutter nicht mehr in die Augen sehen, ohne dessen unglaubliche Trauer darin zu erkennen und dauerhaft an den Verlust und die Krankheit erinnert zu werden. Daher zieht Emery zu ihrem Vater, dessen neuer Frau und ihrem neuen, abweisenden und furchtbar wütenden Stiefbruder Kaiden. Nichts scheint die beiden zu verbunden, a8ußer der große Ahornbaum, der Emery immer wieder an Logan erinnert, da diese genau unter so einem Baum begraben liegt. Während sie ihre Zeit dort gemeinsam verbringen, bringt dieser besondere Ort die zwei auch einander näher. Doch was Kaiden nicht ahnt ist, dass Emery unter genau derselben Krankheit wie ihre Schwester leidet und dies für ihn ebenfalls einen schmerzhaften Verlust bedeuten könnte…

„Vor uns die Dämmerung“ kommt mit einem wunderschönen Cover daher, welches nicht nur zum Träumen einlädt, sondern eine wunderschöne Besonderheit bereithält. Die Schrift und auch die Sterne rund um das Cover leuchten im Dunkeln und weisen einem den Weg, was wundervoll zu dieser Starken Geschichte passt.
Dieses Buch war das erste, welches ich von der Autorin gelesen habe, da diese mir bisher völlig unbekannt war. B. Celeste hat einen sehr flüssig zu lesenden Schreibstil. Sie beschreibt detailgetreu, ohne dabei jedoch zu abschweifend zu sein. Die Sprache ist, bis auf ein paar kleine Medizinische Details, recht einfach gehalten aber dennoch nicht langweilig. In dem Buch schreibt die Autorin in der Gegenwärtigen Ich-Perspektive der Protagonistin Emery, so dass man sich in dessen Gefühls- und Gedankenwelt regelrecht verlieren kann. Manchmal hätte ich mir, aufgrund der Thematischen schwere des Buches, auch eine andere Perspektive gewünscht, dennoch konnte ich dank der guten Erzählweise, alles nachempfinden und verstehen.

Emery ist eine super sympathische Protagonistin, die man durch ihre freundliche, ruhige Art, schnell ins Herz schließen kann. Sie neigt sehr zum Introvertiert sein, kann aber auch sehr gut aus sich und ihrem Schneckenhaus herauskommen. Aufgrund ihrer gegebenen Problematik fühlt man schnell mit ihr mit, leidet mit ihr und wünscht sich nichts sehnlicher für sie, als einfach leben zu können. Vielleicht war sie mir noch einmal näher, da ich selbst unter einer unsichtbaren Chronischen Krankheit leide, die bei weitem aber nicht so schlimm ist wie bei Emery. Personen, die auf die auf Krankheitssymptome und Verlust nicht umgehen können, sollten dieses Buch aber vielleicht doch lieber meiden. Bereits am Anfang des Buches ahnt man durch den leidvollen Tod der Schwester, dass Emery wahrscheinlich dasselbe Schicksal blüht. Umso geschockter war ich anfangs von Kaidens verhalten. Er war fies und unausstehlich und ich habe mich immer wieder gefragt, womit Emery es verdient hat, sich neben ihrer Krankheit auch noch mit solchen Menschen, wie die, die sie umgeben, geplagt zu sein. Als man dann jedoch weiter hinter Kaidens Fassade blicken konnte und sie sich beide gegenüber öffneten, habe ich Kraiden direkt tief in mein Herz geschlossen und war froh um seine liebevolle und fürsorgliche Art Emery gegenüber.

Die Geschichte ist ein andauerndes auf und ab. Man leidet mit Emery, die unter dem Verlust ihrer Schwester und dem Verhalten ihrer Mutter ihr gegenüber, so wie der eigenen Diagnose zu leiden hat. Man ist wütend mit ihr, über den scheinbar ignoranten Vater, der nie für sie da war und den Stiefbruder, der ihr das Leben schwermacht. Aber man fühlt auch einfach die Kraft die Emery entwickelt, um sich durchs Leben zu schlagen und das Beste aus dem zu machen, was sie kann. Diese Stärke, die sie aufbringt, um den Alltag in der Schule als regelrechte Außenseiterin zu bewältigen und man beneidet sie, für die Leidenschaft, die sie führ ihre Erfolge aufbringt. Emerys Umgang mit ihrer Kankheit macht Mut und gibt einem selbst die Energie um zu kämpfen. Sie lehrt Dankbarkeit fürs eigene Wohl und auch, andere nicht zu verurteilen, sondern zu hinterfragen was hinter ihrem Verhalten steckt. Denn nur mit offenen Augen und Akzeptanz, können wir Menschen mit Emerys Schicksal helfen. Die Gefühle, die zwischen Emery und Kaiden entstehen, haben auch mir ein warmes Gefühl im Bauch verschafft. Diese Verbindung die die beiden zueinander aufbauen ist regelrecht magisch und so unglaublich stark. Durch den jeweils anderen lernen sie, was es heißt zu verzeihen und wie wichtig die Familie ist. Auch wenn dieses Buch kein Happy End im eigentlichem Sinne hat, so öffnet Emerys Geschichte nicht nur Kaiden, sondern auch den Lesern die Augen und das Herz.

Mein Fazit:
Diese Geschichte zerstört, auf unglaublich liebevolle Art und Weise. Sie zeigt, wie wichtig es ist, auf unsichtbare Krankheiten aufmerksam zu machen und die Menschen dafür zu sensibilisieren. Wie sehr betroffene nicht nur an den Krankheiten, sondern auch unter dem Umgang durch andere mit der Erkrankung oder der Person an sich, zu leiden haben. Aber Emery schenkt auch Mut. Mut zu kämpfen, für sich, für die Liebe, für das Leben. Egal wie aussichtslos alles scheint, wichtig ist nicht, wieviel Zeit man hat, sondern wie man diese Verbringt. Und wenn Emery es uns gelehrt hat, dann bricht sie uns unser Herz um es doch auch gleichzeitig dennoch wieder zu heilen. Eine schwere Lektüre ohne Happy End aber mit ganz viel Herz.

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