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Veröffentlicht am 18.11.2025

Unruhige Zeiten

Das Antiquariat am alten Friedhof
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Eine Gruppe von jungen Leuten wird 1930 in Leipzig teils aus Langeweile, teils aus Abenteuerlust zu Bücherdieben. Sie lieben den Nervenkitzel und die Gefahr. Doch dann legen sie sich mit einem mächtigen, ...

Eine Gruppe von jungen Leuten wird 1930 in Leipzig teils aus Langeweile, teils aus Abenteuerlust zu Bücherdieben. Sie lieben den Nervenkitzel und die Gefahr. Doch dann legen sie sich mit einem mächtigen, tödlichen Gegner an... 15 Jahre später, im Nachkriegsdeutschland von 1945, muss sich Felix seiner Vergangenheit stellen. Sind seine Freunde von damals noch am Leben?

Kai Meyer versteht es, wie auch in seinen anderen Romanen um das Graphische Viertel, die Leser in seinen Bann zu ziehen. Wie auch in den anderen Büchern geht es wieder um Freundschaft, Vertrauen, Verrat und natürlich um Bücher. Und trotzdem oder gerade deswegen lese ich seine Geschichten sehr gerne. Obwohl die Romane in sich abgeschlossen sind, lässt Meyer auch hier wieder den einen oder anderen Protagonisten aus den anderen Bänden auftauchen. Geniale Idee! Der Leser begleitet das Graphische Viertel von seiner Blütezeit bis zur fast völligen Zerstörung im Zweiten Weltkrieg. Diesen eindrucksvollen Ort hätte ich gerne besucht.

"Das Antiquariat am alten Friedhof" mit seinen gut 500 Seiten habe ich in kürzester Zeit durchgelesen und vergebe fünf Sterne für dieses tolle Buch.

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Veröffentlicht am 17.08.2025

Mut und Freundschaft

Frag Philomena Freud
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Die Geschichte spielt in Wien Anfang der 20er Jahre. Philomena, ein Schuhputzmädchen mit viel Menschenkenntnis, trifft auf Sidonie, das Mündel der wohlhabenden Baronin Wallersee. Kurz darauf wird die Baronin ...

Die Geschichte spielt in Wien Anfang der 20er Jahre. Philomena, ein Schuhputzmädchen mit viel Menschenkenntnis, trifft auf Sidonie, das Mündel der wohlhabenden Baronin Wallersee. Kurz darauf wird die Baronin auf perfide Weise ermordet – und der Verdacht fällt auf Sidonie. Philomena ist jedoch fest von ihrer Unschuld überzeugt und setzt alles daran, sie zu entlasten. Dabei gerät sie selbst in große Gefahr.

Eine spannende Geschichte über Mut und Freundschaft, die gesellschaftliche Grenzen überwindet. Dieses Kinderbuch hat mich von der ersten Seite an gefesselt, ich musste es in einem Stück durchlesen, dieses fiel auch nicht schwer. Die 250 Seiten flogen nur so dahin. Eine wirklich schöne, zu Herzen gehende Story mit dem Setting der geschichtsträchtigen Stadt Wien. Gleichzeitig werden auch sozialkritische Themen angerissen: die harten Lebensumstände der einfachen Leute im Kontrast zum Leben im Hause der Baronin.

Für mich ein echtes Highlight – von mir gibt es klare 5 Sterne, und ich freue mich schon jetzt auf den nächsten Band!

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Veröffentlicht am 07.07.2025

Eine etwas andere Liebesgeschichte

Bis mein Herz wieder schlägt
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Emery hat eine seltene Herzerkrankung. Immer wenn ihr Herz stehen bleibt, trifft sie in der Zwischenwelt auf Nick. Zwischen den beiden entwickelt sich mehr als nur Sympathie – und je älter Emery wird, ...

Emery hat eine seltene Herzerkrankung. Immer wenn ihr Herz stehen bleibt, trifft sie in der Zwischenwelt auf Nick. Zwischen den beiden entwickelt sich mehr als nur Sympathie – und je älter Emery wird, desto schwerer fällt es ihr, zurückzukehren in die Welt der Familie und Freunde.
Dieser Roman hat mich von Beginn an gefesselt und nicht mehr losgelassen. Er beschreibt sehr eindrücklich die Gefühle und Gedanken einer jungen Frau, die seit ihrer Kindheit weiß, dass ihr Leben jederzeit enden kann. Aber auch die Perspektiven der Familie und Freunde werden sichtbar – wie sehr sie selbst mit dem Schicksal hadern, wie sie Emery beschützen wollen und dabei fast selbst daran zerbrechen. Ein Satz von Emery hat mich besonders bewegt: „Und darum habe ich mir gedacht, dass ich leben, das heißt, w i r k l i c h leben sollte, solange ich kann.“ Dieses Gefühl zieht sich durch das ganze Buch. Für mich ist es kein Schicksalsroman im klassischen Sinn, sondern eine leichte Liebesgeschichte mit ernsten Zwischentönen. Auch der Alltag kommt nicht zu kurz, es geht um Freundschaft, kleine Glücksmomente und den Spaß am Leben. Die Szenen in der Zwischenwelt haben mir besonders gut gefallen – sie waren anders als alles, was ich bisher gelesen habe, und erinnerten mich an Erzählweisen aus dem asiatischen Raum.
Am Ende hat mich das Buch auch zum Nachdenken gebracht: über das Leben, das Sterben – und darüber, wo ich meine eigenen Prioritäten setzen würde. Für mich eine klare Leseempfehlung und fünf Sterne.

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Veröffentlicht am 26.05.2025

Kann man seinem Schicksal entkommen?

Vorsehung
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Auf einem verspäteten Flug nach Sydney steht eine ältere, eher unauffällige Dame plötzlich auf, tritt in den Gang und zeigt nacheinander auf jeden einzelnen Passagier. Dabei nennt sie das Alter in dem ...

Auf einem verspäteten Flug nach Sydney steht eine ältere, eher unauffällige Dame plötzlich auf, tritt in den Gang und zeigt nacheinander auf jeden einzelnen Passagier. Dabei nennt sie das Alter in dem sie sterben werden und die jeweilige Todesursache. Die Reaktionen fallen ganz unterschiedlich aus: Manche reagieren verängstigt, andere verständnislos oder gar verärgert. Doch wer ist diese Frau? Eine Hellseherin? Ein Medium? Oder einfach nur eine geschickte Scharlatanin? Kann man dem eigenen Schicksal entkommen, oder ist unser Leben – und damit auch unser Tod – vorbestimmt?

Liane Moriarty begleitet in ihrem Roman einige der Passagiere durch die darauffolgenden Monate. Wie gehen sie damit um, als sich die erste Prophezeiung tatsächlich erfüllt? Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen, es hat mich gleichermaßen fasziniert und gefesselt. Gibt es Menschen mit einem „zweiten Gesicht“? Oder lässt sich alles am Ende doch wissenschaftlich erklären? Vielleicht spielt auch einfach eine außergewöhnliche Menschenkenntnis der Seherin eine Rolle? Während des Lesens habe ich mich oft gefragt, wie ich selbst auf so eine Begegnung reagieren würde. Würde ich mein Leben infrage stellen? Hätte ich den Mut, Dinge zu verändern – gerade mit Blick auf die vielleicht verbleibende Zeit?

Dieser Roman lässt mich nachdenklich zurück. Vielleicht auch deshalb, weil die Autorin zum Ende hin Elisabeth Kübler-Ross zitiert – und weil sich die zentrale Aussage der Geschichte nur schwer von der Hand weisen lässt.

Für mich ist dieses Buch ein echtes Highlight und bekommt ganz klar fünf Sterne. Die einzelnen Schicksale sind eindrucksvoll geschildert und zum Teil miteinander verwoben. Es wird ein ernstes Thema behandelt, dennoch denke ich, jeder kann seinen Lebensweg beeinflussen, dieses macht der Roman deutlich.

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Veröffentlicht am 05.05.2025

Eine etwas andere Hexe

Heartless Hunter. Der rote Nachtfalter, Band 1
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In der neuen Republik werden nach einer Revolte Hexen erbarmungslos gejagt und getötet. Die Blutwache ist gefürchtet – nicht zuletzt wegen ihrer skrupellosen Methoden.
Rune, eine junge Hexe, riskiert unter ...

In der neuen Republik werden nach einer Revolte Hexen erbarmungslos gejagt und getötet. Die Blutwache ist gefürchtet – nicht zuletzt wegen ihrer skrupellosen Methoden.
Rune, eine junge Hexe, riskiert unter dem Decknamen „Roter Nachtfalter“ alles, um andere zu retten. Unterstützung bekommt sie scheinbar selbstlos von ihren Freunden Alex und Verity – doch das reicht nicht. Also setzt sie alles daran, den Hexenjäger Gideon für sich zu gewinnen. Was sie nicht weiß: Auch Gideon verfolgt seine eigenen Ziele und ist fest entschlossen, den Roten Nachtfalter zu enttarnen.

Mein erster Hexenroman – und ich bin begeistert! Diese New-Adult-Romantasy punktet mit schlagfertigen Dialogen, spannenden Versteckspielereien und alten Freundschaften. Natürlich kommt auch die Liebe nicht zu kurz – für mich die perfekte Mischung.
Einige Wendungen lassen sich zwar erahnen, das schmälert den Lesespaß aber überhaupt nicht. Kristen Ciccarelli schafft es, mich komplett in die düstere und zugleich faszinierende Welt rund um den Roten Nachtfalter zu ziehen.

Ich freue mich jetzt schon riesig auf den Folgeband im November!

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